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SO GLÜCKLICH MACHT DAS LANDLEBEN


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Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 21/2022 vom 18.05.2022

GESELLSCHAFT

Artikelbild für den Artikel "SO GLÜCKLICH MACHT DAS LANDLEBEN" aus der Ausgabe 21/2022 von Frau im Spiegel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 21/2022

REICHE ERNTE Judith Rakers baut in ihrem Gemüsegarten Möhren, Tomaten, Gurken und Paprika an. Den ?grünen Daumen? musste sie sich aber erst aneignen

JUDITH RAKERS

Frisch vom Garten auf den Teller

Das Landleben hat Judith Rakers verändert, die Tagesschau-Sprecherin und Moderatorin („3nach9“) hat sich im Laufe der vergangenen Jahre auf ihrer kleinen Farm am Rand von Hamburg zur Selbstversorgerin entwickelt. Im Interview mit FRAU IM SPIEGEL bekannte die 46-Jährige: „Bei mir sind früher sämtliche Zimmerpflanzen eingegangen. Und wenn ich einen Basilikum-Topf im Supermarkt gekauft habe, ist er mir schon auf dem Nachhauseweg verwelkt.“ Von Auberginen bis Zwiebeln baut sie heute fast alles selbst an, in Hochbeeten und Gewächshäusern. „Ich habe meinen eigenen Gemüseladen“, sagt sie. Auf Instagram zeigt sie Ausschnitte ihres Landlebens – etwa wenn die Katzen Junge bekommt. Im Hühnerstall ist Hahn Giovanni der King. „Er ist tatsächlich nach meinem lieben Kollegen und Freund Giovanni di Lorenzo benannt. Hahn Giovanni ist übrigens ein ...

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... Schönheitskönig.“

TOBIAS MORETTTI

„Es gibt hier immer etwas zu tun“

Das hier ist keine Wohnsituation für Künstler in der Freizeit“, sagt Tobias Moretti über seinen 400 Jahre alten Bergbauernhof nahe Innsbruck. Das Anwesen liegt auf etwa 1000 Meter Höhe, hier züchtet der 62-Jährige mit seiner Frau Julia, 51, Tuxer Rinder und betreibt seit über 20 Jahren Bio-Gemüseanbau. Auf dem Hof schlüpft der Schauspieler („Jedermann“) in seine zweite Hauptrolle: diplomierter Landwirt. Das Bio-Fleisch der Tiere geht an ausgewählte Gastronomiebetriebe. Mit dem Mist der Tiere werden die Felder gedüngt. Morettis Einsatz für nachhaltige Lebensweise wurde 2016 mit der Ehrung „Green Brands Austria Persönlichkeit“ ausgezeichnet. Über seine Arbeit sagt er ohne Romantik: „Wie wir hier leben, das ist das Gegenteil von Idylle. Das ist einfach Arbeit. Wir haben einen mittelgroßen Betrieb, und da gibt es viele Dinge zu tun.“

MARIA FURTWÄNGLER

Landlust mit Bienen, Hühnern und Hunden

Die Natur ist für Maria Furtwängler eine „unfassbar wichtige Bereicherung“. Die Schauspielerin hat sich am Tegernsee im idyllischen oberbayerischen Voralpenland nicht nur eigene Hühner angeschafft, sie besitzt auch sechs Bienenvölker. „Ich ziehe meine Kerzen aus dem Bienenwachs inzwischen selbst und habe dieses Jahr auch zum ersten Mal Propolis gewonnen. Das ist eine von Bienen hergestellte, harzartige Masse. Daraus habe ich Cremes gemacht. Das sind wunderbare Geschenke für meine Freundinnen“, erklärt die 55-Jährige. An Ostern freute sich die „Tatort“-Kommissarin zudem über niedlichen Küken-Nachwuchs. Die elfjährige Jessica aus der ARD-Quizsendung „Klein gegen Groß“ hatte ihr Eier ihrer Brahma-Henne geschickt, die eines von Furtwänglers Hühnern im April ausbrütete. Auch die Biodiversität auf ihrem Grundstück fördert Maria Furtwängler so gut es geht: Sie legt Blühwiesen an, lässt Gemüsepflanzen im Herbst stehen und an den Säumen der Felder dürfen Wildpflanzen wuchern. Für die zweifache Mutter fängt Klimaschutz direkt vor der Haustür an.

MAX MOOR

Nicht geschaffen für Beton

Er hat vor Jahren nicht nur seinen Vornamen geändert, sondern auch sein komplettes Leben: Max Moor (64, früher hieß er Dieter) lebte bis 2003 mit seiner zweiten Frau Sonja, 64, einer Filmproduzentin, auf einem Bauernhof im Zürcher Land. Dann entschied sich das Paar, die Landwirtschaft ernsthaft zu betreiben. Der Moderator („Titel, Thesen, Temperamente“) fand einen geeigneten Hof in Brandenburg. Seine Frau absolvierte eine landwirtschaftliche Ausbildung. Inzwischen züchten die Moors Wasserbüffel und Galloway-Rinder. Moor: „Es ist schon ein Grundbedürfnis, auf dem Land zu sein. Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, nur in Beton zu leben. Aber viele haben ein Idealbild im Kopf, das nicht der Realität entspricht. Die ziehen von der Stadt aufs Land und stellen frustriert fest, dass es dort auch nicht still ist. Irgendeinen Trecker hört man immer.”

CLAUDIA JUNG

Ein privater Streichel-Zoo für die ganze Familie

V or 22 Jahren verwirklichte sich Claudia Jung bei Schrobenhausen in Bayern ihren Traum vom Landleben. Die Schlagersängerin sagt zu FRAU IM SPIEGEL: „Ich bin am Rande einer Kleinstadt großgeworden – mich hat es immer rausgezogen, dahin, wo Pferdeställe und Tiere sind.“ Auch ihre Tochter Anna mit Ehemann und der einen Monat alten Tochter Eleanor leben auf dem Hof. „Es ist genug Platz für alle da“, sagt die 58-Jährige über ihren ganz privaten Streichel-Zoo mit Hunden und Katzen, Hühnern, Pferden, Ziegen und Mini-Schweinen. Geschlachtet wird auf dem Hof nicht – die Familie lebt teils vegetarisch, teils vegan. Das Leben auf dem Land entschleunigt die Sängerin, vor allem wenn sie von Konzerten nach Hause kommt: „Dann entspanne ich in der Natur mit Blick auf die Tiere.“

DIETER FISCHER

Bester Geschmack auf Vorrat

Das Stadtleben hat ihn noch nie begeistert. Schauspieler Dieter Fischer („Die Rosenheim-Cops“) fühlt sich in ländlicher Umgebung am wohlsten. Der 51-Jährige arbeitet mit Leib und Seele in seinem Garten: „Ich baue im Prinzip alles selbst an. Das wird dann eingefroren, und wenn die Gefriertruhe voll ist, wird der Rest eingekocht. Das macht mir richtig Spaß.“ Geboren wurde er im oberbayerischen Freising, heute lebt er mit der Familie im Fünfseenland. Da kann er sein zweites Hobby ausleben: Traktor fahren. Zwölf dieser Kolosse stehen in seiner Garage.

Die Sehnsucht nach der Natur wurde Maria Furtwängler nicht gerade in die Wiege gelegt. „Ich bin in der Stadt groß geworden und dachte mir früher, lieber tot am Zaun hängen als auf dem Land leben“, erzählte sie FRAU IM SPIEGEL. „Das hat sich sehr gewandelt. Mittlerweile empfinde ich es eher umgekehrt.“ Ihre Hunde, die Hühner und das Anbauen von Gemüse sind eine willkommene Abwechslung zur Arbeit vor und hinter der Kamera und geben der 55-Jährigen Kraft für ihre anderen Aufgaben. „Das ist ein guter Ausgleich, der mich sehr erdet.“ Die Schauspielerei ganz an den Nagel hängen und sich nur auf „Blümchen und Pflänzchen“ konzentrieren, möchte sie allerdings nicht – dafür macht ihr der Beruf noch zu viel Spaß.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist die Sehnsucht der Deutschen nach ländlicher Idylle und frischer Luft so groß wie nie. Vor allem die 30- bis 50-Jährigen fliehen aus den Städten, wissen die Natur und die damit einhergehende Entschleunigung zu schätzen. Sie wollen ihrem Gemüse beim Wachsen zusehen und ihren Kindern einen Bezug zur Natur vermitteln. Das zeigt auch eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft mit dem Meinungsforschungsinstitut Allensbach. Ein Trend, dem neben Maria Furtwängler auch viele andere Stars folgen. Zum Beispiel Judith Rakers: Die 46-jährige „Tagesschau“-Moderatorin zog vor ein paar Jahren vor die Tore Hamburgs und hat sich dort ihre „kleine Farm“ aufgebaut.

Landleben erdet einen wieder

Die Idee dazu entstand in ihrer Talkshow „3nach9“. Dort interviewte sie den Ethnobotaniker und Selbstversorger Wolf-Dieter Storl. „Er zündete bei mir einen Funken, der in mir schlummerte“, erklärt sie. Von ihrem neuen Leben zwischen Tieren und Pflanzen spricht die Hobbybäuerin im Buch „Homefarming: Selbstversorgung ohne grünen Daumen“ und im Podcast „Homefarming – Mach’s dir lecker zu Hause!“, und gibt dabei wertvolle Tipps für Neueinsteiger.

Die Idee dazu entstand in ihrer Talkshow „3nach9“. Dort interviewte sie den Ethnobotaniker und Selbstversorger Wolf-Dieter Storl. „Er zündete bei mir einen Funken, der in mir schlummerte“, erklärt sie. Von ihrem neuen Leben zwischen Tieren und Pflanzen spricht die Hobbybäuerin im Buch „Homefarming: Selbstversorgung ohne grünen Daumen“ und im Podcast „Homefarming – Mach’s dir lecker zu Hause!“, und gibt dabei wertvolle Tipps für Neueinsteiger.

Schlagerstar Claudia Jung, 58, musste sich beim Neustart im Grünen von „romantischen Vorstellungen“ verabschieden: „Das Schwierigste für mich waren anfangs die Spinner, die am Land leben und sich dann an den Kuhglocken stören, am Geblöke der Schafe oder am Krähen des Hahns“, sagt sie zu FRAU IM SPIEGEL. Sie selbst ist sehr glücklich seit sie sich ihren Traum vom Bauernhof verwirklich hat. „Die Lebensqualität am Land ist deutlich besser als in der Stadt, man hat einfach mehr Platz und fühlt sich freier.“ Und wenn das Handy im Wald keinen Empfang hat, dann sei das auch ein Vorteil: „Man ist endlich mal ungestört.“ Was noch für das Landleben spricht? Die Immobilien, so die Studie, sind noch erschwinglich, während ihre Preise in den Städten immer abenteuerlicher in die Höhe schnellen. Viele Jobs sind inzwischen im Home-Office, und deshalb auch vom Dorf aus möglich – da stimmt dann auch die Work-Life-Balance.

◼ SUSANNE SCHORMANN