Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

So klappt es mit dem Stillen: In der Ruhe liegt die Kraft


ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 10/2012 vom 12.10.2012

Das Kleine zappelt, saugt nicht kräftig genug an der Brustwarze oder verschluckt sich beim Trinken? Da hilft Ruhe und Geduld. Manchmal dauert es eben ein wenig, bis das Stillen reibungslos funktioniert. Hebammen und Stillberater kennen mögliche Probleme und auch, was dann hilft.


Artikelbild für den Artikel "So klappt es mit dem Stillen: In der Ruhe liegt die Kraft" aus der Ausgabe 10/2012 von ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Hess Natur

Beim Trinken muss das Kind nicht nur die Warze, sondern auch einen Teil des Vorhofs mit in den Mund nehmen. Dazu streichelt man seine Lippen leicht mit der Brustwarze. Wenn es dann den Mund aufmacht, zieht man es schnell zu sich heran. Nach dem Stillen löst man das Kind von der Brustwarze, indem man ihm ...

Weiterlesen
Artikel 0,38€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 10/2012 von Alles im Rahmen?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Alles im Rahmen?
Titelbild der Ausgabe 10/2012 von Die wichtigsten Entwicklungsstufen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die wichtigsten Entwicklungsstufen
Titelbild der Ausgabe 10/2012 von Vorsorgeuntersuchungen: Alles nach Plan. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Vorsorgeuntersuchungen: Alles nach Plan
Titelbild der Ausgabe 10/2012 von Erste Hilfe im Ernstfall: Richtig handeln. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Erste Hilfe im Ernstfall: Richtig handeln
Titelbild der Ausgabe 10/2012 von Der richtige Kinderarzt: Volles Vertrauen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Der richtige Kinderarzt: Volles Vertrauen
Titelbild der Ausgabe 10/2012 von Osteopathie: Ganzheitliche Behandlung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Osteopathie: Ganzheitliche Behandlung
Vorheriger Artikel
Besser geht’s nicht
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Guter Rat: Sprechstunde bei der Stillberaterin
aus dieser Ausgabe

Beim Trinken muss das Kind nicht nur die Warze, sondern auch einen Teil des Vorhofs mit in den Mund nehmen. Dazu streichelt man seine Lippen leicht mit der Brustwarze. Wenn es dann den Mund aufmacht, zieht man es schnell zu sich heran. Nach dem Stillen löst man das Kind von der Brustwarze, indem man ihm vorsichtig den kleinen Finger in einen Mundwinkel schiebt und das Vakuum löst. Vermeiden Sie eine Verkühlung der Brust, zum Beispiel durch Schwimmen, Durchzug oder kalten Wind. Warme Füße regen den Milchfluss an.

Dem Milchstau vorbeugen

Die meisten Frauen bieten bei jedem Stillen beide Brüste an, so werden sie gleichmäßig leer, das beugt einem Milchstau vor. Bei der nächsten Brustmahlzeit mit der Seite anfangen, an der das Kind zuletzt weniger getrunken hat. Zur Erinnerung können Sie sich ein Bändchen an die entsprechende Seite des Still-BHs binden. Frauen, die viel Milch haben, stillen oft nur eine Seite, weil sich sonst in beiden Seiten zu viel Milch bilden würde, die das Kind gar nicht abtrinken kann. Manche Frauen wechseln bei jedem Stillen die Position, damit die Brust überall leer wird – auch das beugt einem Milchstau vor.

Das Kind nicht zu lange nuckeln lassen, denn die Mama ist kein Schnuller. Milchreste an der Luft eintrocknen lassen. Solange das Baby nicht sicher an der Brust trinkt, raten viele Hebammen, keine Mahlzeit aus der Flasche anzubieten. Manche Babys, so die Befürchtung, könnten das Saugen an der Brust verlernen. Denn das Saugen an Babyflasche und Schnuller erfordert eine andere Technik als an der Brust. Falls Zufüttern nötig ist, kann man das auch mit einem Becher, einer Pipette oder einem Löffel probieren.

Stillprobleme lassen sich lösen

Schmerzhafter Milcheinschuss: Die Brüste schwellen stark an, werden hart und heiß. Manchmal hat das Kind Probleme, die Brustwarze und den Warzenhof der prallen Brust zu erfassen. Dann sollte man zunächst etwas Milch mit der Hand ausstreichen; die richtige Technik erklärt die Hebamme.
Wunde Warzen: Auch wenn es wehtut – weiterstillen. Je länger man es hinauszögert, desto größer ist die Gefahr einer Brustentzündung. Häufiges, kürzeres Anlegen ist schonender für die Warzen. Speichel- und Milchreste antrocknen und viel Luft an die Warzen lassen. Manche Hebammen empfehlen eine verdünnte Calendula-Tinktur, die dünn auf die wunde Warze aufgetragen wird und danach an der Luft trocknen soll. Auch Schwarzteebeutel können helfen. Hilfreich sind manchmal Brustwarzenschoner (aus der Apotheke). Vorsicht bei Stilleinlagen: In dem feuchten Milieu können sich schnell Keime bilden. Wenn wunde Brustwarzen nicht heilen wollen oder die Mutter zudem einen brennenden, stechenden Schmerz in den Warzen verspürt, kann es sich auch um eine Pilzinfektion handeln. Häufig ist das Kind ebenfalls infiziert, was sich durch weißlich graue Beläge im Mund, an den Wangen und am Gaumen sowie durch Ausschlag am Po bemerkbar machen kann. Lassen Sie sich und das Kind sofort behandeln.
Milchstau: Wenn die Brust schmerzt, knotig und stellenweise gerötet ist, kann es sich um einen Milchstau handeln. Warme Umschläge vor, kühle nach dem Stillen und viel Ruhe helfen. Ein wenig Milch vor dem Stillen mit den Händen ausstreichen. Häufigeres, kürzeres Anlegen und wechselnde Stillpositionen können die Beschwerden lindern. Umschläge mit Retterspitz (Handelsname Retterspitz Äußerlich aus der Apotheke) helfen manchen Frauen. Vor dem Stillen die Lösung wieder von der Brust abwaschen. Man kann sich auch ein Weißkohlblatt (aus dem Kühlschrank) mit einem Fleischklopfer weich klopfen und in den BH einlegen.
Brustentzündung: Die Symptome sind ähnlich wie beim Milchstau. Zusätzlich fühlt man sich krank wie bei einer Grippe, und die Schmerzen sind größer als beim Milchstau. Eine Brustentzündung ist eine bakterielle Infektion. Auch hier helfen Hausmittel wie Quarkwickel, Umschläge mit Retter spitztinktur und Kohleinlagen. Bitte sofort die Hebamme und bei Fieber einen Arzt aufsuchen. In schweren Fällen wird dieser ein spezielles Antibiotikum verschreiben, das das Kind verträgt. Eine Brustentzündung muss nicht das Ende des Stillens bedeuten, aber die Mutter braucht jetzt viel Ruhe und Hilfe.