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So kommt jeder wieder aus der Schuldenfalle


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Bildwoche - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 29.12.2022
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Bildquelle: Bildwoche, Ausgabe 1/2023

PROGNOSE Fast jeder zweite deutsche Haushalt befürchtet laut Umfragen, im Verlauf der Krise in der Schuldenfalle zu landen

Explodierende Energiepreise, horrende Mieten, rasante Geldentwertung: Immer mehr Bürger wissen nicht, wie sie über die Runden kommen sollen. Doch was tun, wenn auf dem Konto Ebbe herrscht und die Schulden überhand nehmen? Wenn die Wohnung kalt bleibt, und man nur dank der Tafel satt wird? Je früher man gegen die Schuldenspirale aktiv wird, desto besser. Was dabei wichtig ist:

Hohe Energiepreise & steigende Inflation

Jeder Zweite kann Darlehen nicht zahlen

? STATISTIK. Zwei Drittel der Bundesbürger leiden unter den steigenden Kosten für Lebenshaltung und Energie. Sogar fast jeder zweite (47 %) zweifelt, seine Darlehen und Schulden künftig pünktlich bedienen zu können. Und sechs Prozent der Befragten des Statista Global Consumer Survey meinten: Wir können das definitiv nicht mehr.

? INFLATION. Diese Befragung zeigt den Stand im Sommer – seitdem stieg die Inf lation weiter – auf zeitweise über zehn ...

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... Prozent! Und die Energiepreise verdoppelten sich im Vergleich zum Vorjahr, manche Versorger passten ihre Tarife sogar noch höher an. Extreme Preissprünge machten auch Lebensmittel, vor allem etwa Milchprodukte (+ 52 Prozent), Hähnchen (+ 42), Kartoffeln (+ 33) und Raps (+ 25). Verständlich, dass wegen solcher Zahlen rund zwei Millionen Bundesbürger zu einer der über 960 Tafeln gehen (Info: ), um sich dort mit Gratislebensmitteln einzu- decken. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs melden die Tafeln je nach Ort einen um 50 bis 100 Prozent erhöhten Zulauf.

? BETROFFENE. Die Teuerung trifft inzwischen sogar viele Mittelstandshaushalte hart: 60 Prozent verbrauchen nach Berechnung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands für laufende Ausgaben ihre gesamten monatlichen Einkünfte – und teils auch ihre mühsam erarbeiteten Ersparnisse.

? ZINSEN. Eine weitere Belastung sind die deutlich gestiegenen Zinsen, die zum Beispiel Eigenheim-Besitzer am Ende eines Darlehens kalt erwischen können. Denn die Anschlussfinanzierungen werden dann oft um bis zu fünfstellige Summen teurer. Auch normale Konsum- bzw. Ratenkredite stiegen zuletzt um 35 Prozent.

So werden Sie Ihre MIESEN ENDGÜLTIG LOS

Wer aus eigener Kraft nicht aus der Schuldenspirale herausfindet, kann Privatinsolvenz anmelden und sich dann in drei Schritten von fast allen Verbindlichkeiten befreien: 1. Vor dem Verfahren muss man die außergerichtliche Einigung mit seinen Gläubigern anstreben. Scheitert das, folgt 2. das eröffnete Insolvenzverfahren sowie 3. die Wohlverhaltensphase. Die beiden letzten Schritte umfassen im Regelfall drei Jahre. Danach ist man schuldenfrei.

Tipps, wenn sich die Mahnungen stapeln

Schnell reagieren bei diesen Warnsignalen

? ROTE ZAHLEN. Durchschnittliche Darlehensnehmer von Verbraucherkrediten stehen laut Sparkassen- und Giroverband aktuell mit 21.197 Euro in der Kreide. Wer seinen Job verliert, schwer krank wird – oder sich vom besser verdienenden Partner trennt, bekommt oft Probleme, Monatsraten zu bezahlen. Carmen Hoffmann von der Verbraucherzentrale Sachsen rät: „Sie können mit Ihrer Bank eine Verlängerung der Kreditlaufzeit verhandeln. Das senkt die monatliche Belastung.“ Keinesfalls sollte man sich aber auf dubiose Kreditvermittler „ohne Schufa-Abfrage“ einlassen: „Fast immer steckt Abzocke dahinter!“

? ENERGIE. Auch erhöhte Abschlags- oder Nachzahlungen für Energie werfen viele aus der Bahn. „Wer diese trotz aller Anstrengung nicht bezahlen kann, sollte seinen Versorger bzw. Vermieter informieren“, rät Roman Schlag von der AG Schuldnerberatung der Verbände. Oft kann man Ratenzahlung vereinbaren, bis sich die Entlastungspakete der Bundesregierung positiv bemerkbar machen. Viele Mieter müssen aber warten, bis ihr Vermieter die Nebenkostenabrechnung 2022 präsentiert. Solange gilt: Verbrauch senken! Vor allem bei Warmwasser und Strom gibt’s oft Sparpotenzial!

? BILANZ. Und was ist bei Mahnungen? Sie einfach hinzunehmen oder zu ignorieren, ist kein Ausweg, sondern das letzte Warnzeichen, sich endlich professionelle Hilfe von Schuldnerberatern zu holen. „Verschaffen Sie sich für das Gespräch einen Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben“, rät Eva Richter vom Evangelischen Hilfswerk. „Notieren Sie in einem Haushaltsbuch, wie viel Geld sie im Monat für Miete, Nebenkosten, Strom, Versicherungen, Lebenshaltung und sonstiges verbrauchen – und welche Verbindlichkeiten bestehen.“

? EINNAHMEN. Hilfreich ist es zudem, sich spätestens in dieser Situation einen Nebenjob zu suchen und alle staatlichen Förderungen zu nutzen: So gibt’s dank der Wohngeldreform zum 1. Januar 2023 im Schnitt 190 Euro Wohngeld mehr, nun etwa 370 Euro. Und mehr Bürger als bisher sind berechtigt. Anträge können sich also lohnen, auch wegen des ebenfalls beschlossenen Heizkostenzuschusses für Wohngeldberechtigte. Anhand der realen Kosten und Einnahmen (z. B. Arbeit, Rente) prüft das Sozialamt, ob Anspruch auf Leistungen besteht. Sie sind auch einmalig möglich, etwa wenn man eine Energiekostennachzahlung nicht stemmen kann.

Hilfsangebote und Förderung nutzen

Schuldnerberatung bietet Unterstützung

? EIGENTÜMER. Sogar Immobilienbesitzer mit maximal 60.000 Euro Vermögen können einen Zuschuss zu ihren Wohnkosten erhalten! Der Wohngeldrechner auf www. verrät, ob womöglich ein Anspruch besteht.

? Rentner. Liegt Ihr gesamtes Einkommen unter 924 Euro im Monat, sollten Sie prüfen lassen, ob Sie vielleicht einen Anspruch auf Grundsicherung haben. Schuldnerberaterin Eva Richter weiß aus ihren Beratungen: „Eine erhöhte Forderung eines Versorgers kann dazu führen, dass der Staat jetzt einspringt – zur Not auch nur für den betreffenden Monat. Anlaufstelle ist auch hier das Sozialamt am Wohnort.“ Alleinstehende erhalten in der Grundsicherung 449 Euro (plus Miete, Heizung, Nebenkosten). Bei Paaren sind es immerhin 809 Euro.

? RAT. Unterstützung und guten Rat für Schuldner bieten die Wohlfahrtsverbände, Kommunen und Verbraucherzentralen. Wichtig: Die Beratungsstelle sollte amtlich anerkannt sein und möglichst auch von aufgelistet werden. Eine seriöse Schuldnerberatung ist zudem weitgehend gratis. Unseriös ist es dagegen, wenn eine angebliche „Info-Stelle“ teure Beratungsverträge anbietet.

? NOTFALLTERMINE. Tipp: Wer in eine existenzbedrohende Situation geraten ist – zum Beispiel nach einer Kontopfändung oder einem drohenden Wohnungsverlust – sollte bei der Terminanfrage dringend darauf hinweisen. Für solche Notfälle bieten viele Institutionen eine sofortige Notfallberatung an. Damit Betroffene schnell wieder aus der Schuldenspirale kommen!

Wie führt man eigentlich ein HAUSHALTSBUCH?

? Wie viel Geld steht mir eigentlich zur Verfügung?

? Das kann kaum jemand beantworten. Vor allem wenn das Geld nicht reicht, rät Schuldnerberaterin Eva Richter vom Evangelischen Hilfswerk: „Schreiben Sie Ihre monatlichen Einnahmen genau auf. Ziehen Sie nun die Ausgaben davon ab – auch die jährlichen bedenken, etwa Versicherungen! So sehen Sie, wie viel Geld Ihnen übrig bleibt.“

? Holen Sie sich nun Bargeld und teilen Sie sich den Betrag pro Tag ein. So ist auch am Monatsende noch Geld übrig.