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So lobt ihr richtig gut!


kinder! - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 24.06.2021

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Bildquelle: kinder!, Ausgabe 8/2021

1. Beschreibt, was IHR SEHT

Wer richtig loben will, sollte nicht (nur) bewerten. Beschreibt einfach, was ihr seht. Es spricht nichts gegen einen Satz wie „Das ist ja ein schönes Bild!” – nachhaltiger wird er aber, wenn ihr konkreter werdet: „Ich sehe grüne Linien, die auf der Seite nach oben und unten laufen. Und sieh, wie sie all diese roten Formen verbinden!” Oder nach dem Aufräumen: „Du hast ja alle Autos und Bücher verstaut und sogar die schmutzigen Socken in den Wäschekorb getan! Ich sehe blanken Boden – prima!”

Durch diese Aussagen versteht euer Kind, dass ihr es beachtet und seine Leistung anerkennt, ohne eine ...

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... einfache Bewertung oder ein Urteil vorzunehmen, wodurch es von künftigen Bemühungen abgehalten werden könnte.

2. Beschreibt die Auswirkung auf andere

Wir alle möchten, dass unsere Kinder gute Mitmenschen sind. Wir wollen sie ermutigen, anderen zu helfen. Hütet euch aber vor der Versuchung, ihren Charakter zu beurteilen. Auch hier wieder: Beschreibt lieber. Anstelle von „Du bist ein gutes Mädchen!” könntet ihr sagen: „Du hast die Einkaufstüte bis zur Haustür getragen. Das war eine große Hilfe!” Und anstelle von „Du bist der beste große Bruder!” lieber etwas Konkretes: „Das Baby liebt es, wenn du diese lustigen Geräusche machst. Ich sehe ein breites Lächeln auf seinem Gesicht.”

3. Beschreibt den Aufwand

Lob ist mächtig. Auf falsche Weise eingesetzt, kann es Kinder von Aktivitäten und Verhaltensweisen abhalten, zu denen wir ermutigen wollten. Lobt lieber die Anstrengungen, anstatt das Kind zu bewerten: Anstelle von „Was für ein kluger Junge du bist!” könntet ihr sagen: „Toll, du hast weiter an diesem Rätsel gearbeitet, bis du es herausgefunden hast.” Anstelle von „Du bist ein talentierter Turner” eher: „Ich habe gesehen, wie du immer wieder auf diesen Schwebebalken geklettert bist, bis du den ganzen Balken entlanglaufen konntest, ohne herunterzufallen.”

4. Beschreibt den Fortschritt

Ein Vorteil des beschreibenden Lobs ist, dass ihr es auch verwenden könnt, wenn die Dinge nicht besonders gut laufen. Wenn ein Kind Chaos fabriziert oder mit einer Aufgabe zu kämpfen hat, ist man versucht zu sagen, was es falsch gemacht hat. Doch das hilft nicht. Andererseits kann unechtes Lob wie „Mach dir keine Sorgen, du machst das gut!” wütend machen. Mit beschreibendem Lob könnt ihr den Fortschritt auf eine Weise aufzeigen, die sich unterstützend und aufrichtig anfühlt. Anstatt darauf hinzuweisen, was ihr vielleicht im ersten Moment denkt („Diese Handschrift ist so schlampig, dass man sie kaum lesen kann.”), hebt lieber hervor, was richtig ist: „Seht euch diesen Buchstaben B an! Er ist Sieger des Schönheitswettbewerbs. Er steht so hübsch auf der Linie. Er geht nicht durch den Boden und stört nicht die Nachbarn im Erdgeschoss.”

„Seht euch diesen Buchstaben Ban! Er ist Sieger des Schönheitswettbewerbs. Er steht so hübsch auf der Linie. Er geht nicht durch den Boden und stört nicht die Nachbarn im Erdgeschoss“

Manchmal müssen wir darauf hinweisen, was falsch ist. In diesem Fall ist es wichtig, das Positive zuerst zu würdigen. Wenn ihr möchtet, dass Kritik angenommen wird, solltet ihr drei positive Dinge sagen, bevor ihr das Negative erwähnt. Und selbst dann ist es am nützlichsten, die Kritik positiv zu formulieren. Sprecht darüber, was „getan werden muss”, und nicht, was immer noch falsch ist.

5. Widersteht dem Drang, im Vergleich zu loben

Kinder auf Kosten anderer zu loben führt letztlich dazu, dass sie lernen, dass es wichtiger ist, besser zu sein, als wirklich etwas zu können. Macht euer Kind lieber darauf aufmerksam, welche Auswirkungen die Handlungen, Bemühungen, der Fortschritt auf andere haben wird: „Du hast deine Schuhe selbst angezogen. Ich weiß schon, wer dem Baby beibringt, seine Schuhe zu binden, wenn es etwas größer wird ...” Jetzt kann es sich selbst als Lehrer seines kleinen Bruders sehen und nicht als Rivale.

Indem wir beschreibend loben, halten wir unseren Kindern einen Spiegel vor, um ihnen ihre Stärken zu zeigen. So gestalten Kinder ihr Selbstbild, und wir schaffen einen kostbaren Vorrat an Erinnerungen, die bleiben werden.