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So schaffen wir Abstand vom Alltag


emotion - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 04.03.2020

Wenn wir tagsüber immer nur atemlos auf andere reagieren und jeden kleinen Leerlauf mit Aktivität vollstopfen, ist es kein Wunder, dass wir nachts nicht runterkommen. Hier kommen ganz einfache Tipps, wie wir uns im Wachzustand besser in Balance bringen


Handy-Pausen

Momente des Wartens füllen wir zu oft mit dem Blick aufs Handy aus. Informationen, die wir auf dem Smartphone konsumieren oder senden, sind kurze Häppchen, die in jede noch so kleine Lücke rutschen. Aber Leerlauf ist wichtig. Unser Hirn verarbeitet dann, was alles passiert ist, filtert, was wichtig war und was nicht. So entwickelt sich unsere ...

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... Persönlichkeit weiter. Diese sogenannte „Selbstwerdung“ ist leider störungsanfällig, was dazu führt, dass wir uns unter Dauerstress selbst fremd werden. Ohne Leerlaufzeiten fürs Gehirn, bleiben wir menschlich stecken. • Lassen Sie das Handy bei Wartezeiten unter einer Minute in der Tasche. Holen Sie tief Luft. Atmen Sie langsam wieder aus. Lächeln Sie, und freuen Sie sich über die kurze Pause. • Führen Sie einen Digital-Detox-Day ein. Egal, an welchem Tag. Versuchen Sie, Ihre Freunde und Familie zum Mitmachen zu überreden. Gemeinsam macht das „Echtleben“ mehr Spaß. Starten Sie zur Not mit einem halben Tag oder mit einer Stunde.

Pausen in der Natur

Regelmäßig im Freien zu sein, tut gut. Je natürlicher die Umgebung, desto intensiver der Effekt. Aber selbst im Gewerbegebiet ist es gesünder, mal rauszugehen, als den ganzen Tag drinnen zu hocken. Das hat drei Gründe: Erstens, unser Körper braucht Tageslicht, um Vitamin D zu erzeugen, was für eine positive Stimmung nötig ist. Zweitens, die Natur tut unserer Seele gut. Fühlen wir das Gras unter den Füßen, werden wir automatisch achtsam, denn Natur erleben wir nur im Jetzt. Drittens, draußen ist der Horizont weiter als am Schreibtisch oder auf der Couch. Durch das Geschehen um uns herum, egal ob durch Meereswellen oder ein Eichhörnchen, treten wir in Dialog mit der Welt. Wir spüren, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind. Die Natur um uns weitet die Wahrnehmung, und jeder kann in sie hineininterpretieren, was sie oder er will. Die Natur ist einfach nur. Wellen wollen nirgendwo hin, Berge wollen nirgendwo hin. Natürlich gibt es ein Morgen in der Natur, und alle Lebewesen sind darauf ausgerichtet, dieses Morgen selbst zu erleben oder ihre Nachkommen daran teilhaben zu lassen. Gerade durch diesen zeitlosen Kreislauf hilft die Natur uns dabei, die eigene Präsenz in der Gegenwart zu fühlen.

• Gehen Sie mindestens einmal pro Woche 30 Minuten allein spazieren. Ohne Handy, ohne MP3-Player. Beim ersten Mal ist es die Hölle, aber schon beim zweiten oder dritten Mal kann Ihr Geist frei schweifen. Das mindert das Depressionsrisiko und regt die Kreativität an. In der Natur sinken Blutdruck, Herzfrequenz und Stress messbar deutlicher als beim Stadtspaziergang.
• Gehen Sie mittags, wenn es möglich ist, raus.
• Machen Sie vormittags und nachmittags je eine kurze Fensterpause. Fenster auf und tief durchatmen.

Pausen vom „Immer gleich reagieren“

Um uns eine Pause von der ständigen Überforderung zu verschaffen, brauchen wir eine Pause im Erleben. Eine Pause zwischen Reiz und Reaktion ermöglicht es, verinnerlichte automatisierte Handlungsweisen überhaupt erst zu bemerken, und sie schließlich zu modifizieren. Das klappt grundsätzlich mit allem: Anpassung, Jähzorn, Besserwissen, ganz egal.
• Wenn Sie nicht sofort auf jede Bitte reagieren, können Sie sich besser abgrenzen und gewinnen Zeit für sich. Wichtig ist, am Anfang nicht zu viel zu wollen. Sonst droht der Versuch, sich abzugrenzen, schnell zu scheitern. Denn aus dem Wunsch nach mehr Selbstbestimmung werden dann Trotz, Zorn, Vorwürfe. Anderen und auch uns selbst gegenüber. Deshalb: Erst mal eine Weile darauf achten, wann Sie das Gefühl haben, „über den Tisch gezogen“ worden zu sein. Nichts ändern, nur beobachten.
• Verbringen Sie eine Mittagspause pro Woche anders als sonst - also ohne die üblichen Kollegen oder mit den Kollegen, wenn Sie normalerweise allein essen. Wenn Sie Gewohnheiten durchbrechen, kultivieren Sie ein Gefühl dafür, wie frei Sie sind, und können herauszufinden, was Sie mögen oder auch nicht.

Pausen von den anderen

„Die Zeit heilt alle Wunden“, sagt man. Leider tut sie das nicht sehr schnell - und manchmal auch gar nicht. Trotzdem ist etwas dran. Wenn man die Zeit in Ruhe ihr Ding machen lässt, nehmen der Schmerz oder die Überforderung ab. Weil wir merken: Hey, das Leben geht weiter, obwohl wir das jetzt gar nicht so erwartet hatten. Diesen Effekt können wir begünstigen, indem wir ab und zu Zeit allein verbringen. Es muss nicht viel sein. Ein Abend, eine Stunde, ein Wochenende, zehn Minuten. Alles geht!