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Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 03.03.2022

BIS ANFANG MÄRZ ARBEITEN FRAUEN STATISTISCH UMSONST im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen. Der „Equal Pay Day“ am 7. März symbolisiert jährlich die Gehaltskluft zwischen den Geschlechtern: Frauen in Deutschland verdienen aktuell im Schnitt 18 Prozent weniger als Männer, wie das Statistische Bundesamt angibt. Sogar bei gleichen Positionen, gleichen Qualifikationen und in Anstellungen, die gemäß transparenter Tarifstruktur vergütet werden, ist die sogenannte „Gender Pay Gap“ längst nicht überwunden. Falls Sie jetzt schon empört die Fäuste in die Seiten stemmen – es wird noch frustrierender, denn die Bundesregierung hat es sich als Ziel gesetzt, diesen Abstand bis 2030 lediglich auf zehn Prozent zu senken. Eine vollständige Beseitigung wäre demnach erst in 18 Jahren denkbar.

Doch ein Blick in die Welt des Profi-Sports, wo der Gehaltsunterschied ...

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... besonders deutlich ist, gibt derzeit ein wenig Hoffnung: Megan Rapinoe (36), Kapitänin des weiblichen US-Fußballnationalteams, führt seit 2019 gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen ihres Sports einen Kampf gegen den Verband US Soccer. Es geht darum, das Gehalt der Frauenmannschaft an das der Nationalmannschaft der Männer anzugleichen. Vergangene Woche, rund ein Jahr nach Rapinoes Besuch bei US-Präsident Joe Biden (79) in Washington, ist genau dies nun beschlossen worden. Es sei „ein wunderbarer Tag“, twitterte die Kapitänin, den man all jenen Frauen widmen wolle, die bereits in der Vergangenheit dafür eingestanden hätten.

Warum wir heute noch um gleiche Bezahlung kämpfen müssen, hat unterschiedliche Gründe, meint Finanzwirtin Susan J. Moldenhauer: Einerseits seien Frauen beispielsweise weniger proaktiv um ihre Karriere oder Weiterentwicklung im Job bemüht. „Sie fragen seltener bis gar nicht nach Gehaltserhöhungen und scheuen eher die Auseinandersetzung, wenn es darum geht, eine klare Position zu beziehen!“ Andererseits habe unsere soziokulturelle Prägung Frauen sehr lange den eigenverantwortlichen Umgang mit Geld verwehrt. Finanzangelegenheiten wurden und werden nach wie vor gern in die Hände des Vaters, Gatten oder männlichen Mitstreiters gelegt.

Werden Sie wiederholt nicht ernst genommen, sollten Sie für sich die Konsequenzen daraus ziehen!

– Susan J. Moldenhauer

Doch auch wenn sich strukturelle Missstände im eigenen Berufsalltag nicht mal eben so aushebeln lassen, weiß die Autorin des Female-Karriereratgebers „Kenne deinen Wert!“, was Frau tun kann, um das einzufordern, was ihr zusteht – und letztlich auch zu bekommen. „Machen Sie sich im Vorfeld konkrete Gedanken und bestimmen Sie Ihren Marktwert inklusive all Ihrer Eigenschaften, Talente und Skills. Fragen Sie sich :Wenn ich mich selbst einstellen könnte, welchen Lohn würde ich mir zahlen und warum?“ Nächster Step: Gehaltsrecherche. Nicht zu unterschätzen seien zudem berufliche Netzwerke, rät Karrierecoach Moldenhauer: „Gegenseitige Unterstützung ist gerade für uns Frauen nach wie vor entscheidend, wenn wir insgesamt Dinge verändern wollen.“

Stecken Sie sich konkrete Gehaltsziele und planen Sie Verhandlungsspielraum mit ein. Vermitteln Sie im Gespräch, welchen Mehrwert Sie für die Organisation liefern, bringen Sie bestenfalls aber auch eine Vision für die weitere Zusammenarbeit ein. Daneben sollten Sie sich Gedanken über einen Plan B machen. Das gibt Ihnen im Gespräch Stabilität, weil Sie sich bereits zuvor mit Alternativen auseinandergesetzt haben. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind die eigene Haltung, Sprache und Körpersprache:

Fühle ich mich mit meiner Gehaltsforderung wohl? Kann ich diese argumentativ gut untermauern, ohne unsicher zu wirken? Sind meine Sprache und Körpersprache in sich stimmig oder versinke ich kleinlaut im Stuhl, sobald mein Gegenüber kritisch nachhakt? Ihr Verhandlungspartner wird möglicherweise versuchen, Sie herunterzuhandeln oder Ihre Verhandlungsposition zu schwächen.

Besonders beliebt: dunkle Rhetorik und sogenannte „Killerphrasen“ wie „Das kann sich die Firma nicht leisten“ oder „Wachsen Sie doch erst einmal in Ihre neue Position und dann reden wir in sechs Monaten über mehr Gehalt“. Legen Sie sich auch hierfür eine individuelle Strategie zurecht und üben Sie, wie Sie solche „Totschlagargumente“ entkräften können. Dennoch, im Zweifel gilt: Wenn beide Seiten sich nach wiederholten Gesprächen nicht einig werden, die Mehrleistung weder gesehen noch honoriert wird und die Motivation von Tag zu Tag schwindet, sollte man für sich die Konsequenzen daraus ziehen. ■

Das hilft bei der Gehaltsverhandlung:

* Nutzen Sie Tools wie gehalt.de, geh altsvergleich.com, glassdoor.de, utzen Sie Tools wie gehalt.de, alle bekannten Jobportale oder die Gehaltsrechner des Statistischen Bundesamtes zur Recherche.

* Grundsätzlich ist es immer ratsam, das Gespräch zu suchen, wenn sich im eigenen Arbeitsbereich etwas verändert hat: Wo haben Sie eine nachvollziehbare Mehrleistung erbracht und inwiefern profifitiert das Unternehmen durch Ihre Expertise? Ungünstige Zeiten sind kritische Phasen, etwa Übernahmen oder gescheiterte Großprojekte.

* Vermeiden Sie „sprachliche Weichmacher“ wie „eventuell“ oder „vielleicht“. Der Konjunktiv ist ebenfalls tabu! Wenn Sie bei Nervosität zu einer piepsigen Stimme neigen, kann es helfen, sich in unterschiedlichen Gefühlslagen selbst aufzunehmen und nachzuvollziehen, wie Ihre Stimme wirkt. Wenn Sie in Stresssituationen versuchen, in die Bauchatmung zu gehen, sich Zeit beim Antworten zu nehmen, dann können Sie schon in eine wesentlich ruhigere Haltung kommen, und das wirkt sich auf Ihre Stimme und letztlich die Gewichtung Ihrer Forderungen aus!

Die „Kenne deinen Wert!“ -Autorin weiß, wie die nächste Geha ltsver-handlung nicht zum Trauerspiel wird