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SO SCHNELL SURFT DEUTSCHLAND 2021


Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 16/2021 vom 30.07.2021

Speedtest für DSL und Kabel

ANSCHLÜSSE EINFACH ERKLÄRT

Artikelbild für den Artikel "SO SCHNELL SURFT DEUTSCHLAND 2021" aus der Ausgabe 16/2021 von Computer Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Home-Office, Video-Streaming Cloud – ohne schnellen Internetanschluss geht nichts davon. Logisch, dass die Provider eine gestiegene Nachfrage nach Anschlüssen per DSL und Kabel erleben und ihren Kunden ein Highspeed-Paradies versprechen. Aber welches Tempo kommt bei Internetnutzern wirklich an? Was bleibt von den Werbeversprechen übrig? Der große COMPUTER BILD-Speedtest liefert Antworten – und hilft bei der Tarifwahl.

Möglich wurde der Test erst mithilfe von Lesern aus ganz Deutschland. Denn er basiert auf exakt 7 949 963 Messungen, die Internet-Nutzer zwischen Juni 2020 und Juni 2021 auf Computerbild.de und WieistmeineIP.de vorgenommen haben.

Tipp: Auf speedtest.computerbild. de kann jeder Leser seinen Anschluss selbst testen. Und wer auch noch das Mobilfunktempo am Smartphone messen will, nimmt dazu am besten die neue Speedtest-App ...

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... (siehe Seite 86).

Download: Der Kabel-Turbo

Grundlegend positiv: Im Vergleich zum Vorjahr haben alle Provider das Durchschnittstempo erhöht. DSL-Kunden sind aber weiterhin um ein Vielfaches langsamer unterwegs als Nutzer eines Kabelanschlusses. Vodafone Kabel macht derzeit am meisten Tempo: Die Anschlüsse des Anbieters bringen es dank der neuen Technik DOCSIS 3.0 auf eine durchschnittliche Download-Geschwindigkeit von 266 Megabitpro Sekunde (Mbps). Zum Vergleich: Die Deutsche Telekom schafft als schnellster DSL-Provider im Test durchschnittlich nur 65 Mbps.

Da der Großteil der deutschen Haushalte DSL-Internet über die Telefonleitung bezieht, erhalten die meisten Nutzer somit vergleichsweise wenig Tempo.

Gutes Upload-Tempo rettet DSL

Wer regelmäßig an Videokonferenzen teilnimmt oder viel in die Cloud hochlädt, braucht ein hohes Upload-Tempo. Auch in diesem Testpunkt steht Vodafone Kabel an der Spitze: Die Daten landen mit durchschnittlich 28 Mbps im Netz. Doch Kabel ist nicht gleich Kabel: Der Konkurrent Pÿur liefert im Test das schlechteste Ergebnis ab – hier sind im Schnitt nur 13 Mbps drin.

Beim Upload schlagen sich die DSL-Provider sehr ordentlich: Deutsche Telekom (24 Mbps), EWE (20 Mbps) sowie 1&1 (19 Mbps) sind gut bis sehr gut.

Das Land holt endlich auf

Erfreulicherweise geschrumpft im Vergleich zum Vorjahr sind die Tempounterschiede zwischen Stadt und Land. Jetzt zahlt sich aus, dass die Provider mittlerweile die meisten Anschlüsse auf die neuste Technik aufgerüstet haben (DOCSIS 3.1 bei Kabel, Supervectoring bei DSL). Nur wenige Provider liefern in Großstädten spürbar mehr Tempo. So erreichen Telekom-Kunden in Städten durchschnittlich 74 Mbps, wäh-rend sich Landbewohner mit 54 Mbps zufriedengeben müssen.

Auch bei Vodafone Kabel hinkt die Provinz noch hinterher mit 272 Mbps gegenüber 291 Mbps in den Städten. Im Vergleich zur Konkurrenz im Test ist aber selbst das Tempo auf dem Land noch rasant.

DSL- und Kabelanbieter im großen SPEEDTEST

VERSCHIEDENE ANSCHLÜSSE EINFACHERKLÄRT

Je nach Anschlussart erhält ein Haushalt unterschiedlich hohes Tempo. Die Grafik erklärt sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede und zeigt, wie der Netzausbau funktioniert.

Problemfall Tempo-Einbruch

Aus technischer Sicht haben Kabelanschlüsse gegenüber DSL einen eklatanten Nachteil: Zu Stoßzeiten kann es vor allem in Mehrfamilienhäusern zu deutlichen Tempoeinbrüchen kommen. Der Grund: Anders als bei Internet über den Telefonanschluss teilen sich alle Haushalte, die mit dem gleichen Verteilerkasten verbunden sind, die Kapazität.

Und weil am Abend immer mehr Menschen lieber Netflix oder Disney+ statt ARD oder RTL gucken, bleibt weniger Tempo für den einzelnen Zuschauer. Um diese Probleme zu minimieren, rüstet Vodafone sein Kabelnetz auf, was pro Straßenzug allerdings auch mal ein Jahr dauern kann. Doch der Ausbau zeigt schon Wirkung: Gegenüber dem Vorjahr haben die Schwankungen bei Vodafone Kabel abends etwas nachgelassen. Ganz verschwunden ist das Problem aber noch nicht – siehe Grafik auf der rechten Seite.

Die stärksten Schwankungen erleben Kunden von Pÿur (Kabel), die wenigsten gab’s bei O 2 (DSL). Dafür hat der Provider andere Probleme: Im DSL-16-Tarif surfen viele Nutzer zeitweise mit weniger als 6 Mbps! Das gilt auch für vergleichbare Konkurrenzangebote von 1&1 und Vodafone DSL.

Enttäuschte Erwartungen

Aber abgesehen von den Tempo- Unterschieden zwischen Stadt und Land sowie zu verschiedenen Tageszeiten – wie viel vom beworbenen Tempo kommt denn beim Kunden an? Die klare Antwort: oft viel weniger als versprochen, und das vor allem in den teuren Tarifen. Wer etwa einen Tarif mit 1000 Mbps bucht, bekommt bei Vodafone Kabel ein um 54 Prozent und bei Pÿur sogar um 66 Prozent niedrigeres Tempo.

Besonders krass: Die Glasfaseranschlüsse der Telekom bringen es statt auf 1000 Mbps im Schnitt nur auf 243 Mbps – das sind 75,7 Prozent weniger! Liefert ein Provider dauerhaft weniger als 90 Prozent des vereinbarten Tempos, so ist das laut Bundesnetzagentur vertragswidrig. Kunden sollten sich dann bei ihrem Anbieter beschweren. Sie sollten aber zuvor eine Messung per LAN- Kabel am Router vornehmen, um WLAN-Probleme auszuschließen.

Die besten Tarife fürs Geld

Wer am meisten Tempo fürs Geld will, ist bei den beiden Kabelanbietern im Test an der richtigen Adresse: Vodafone Kabel holt für alle Tarife Bestnoten, Pÿur überzeugt ebenfalls, vor allem im 200-Mbps-Tarif.

Wer im Haushalt nur DSL zur Verfügung hat, muss pro Megabit deutlich tiefer in die Tasche greifen. Vor allem die Einsteigertarife mit wenig Tempo sind im Verhältnis viel zu teuer. Eine Ausnahme ist hierbei EWE: Wer nur wenig Leistung braucht, kommt vergleichsweise günstig weg.

Am meisten Leistung fürs Geld erhalten Telekom-Kunden im DSL-100-Tarif. 100 Mbps sollten es auch mindestens sein, um aktuelle Dienste ohne Einschränkungen zu nutzen. Wichtig fürs Home-Office: Bei DSL gibt’s flottere Uploads günstiger. Für 45 Euro etwa erhält man bei Telekom DSL 100 Mbps im Download und 40 Mbps im Upload. Vodafone Kabel spendiert fürs selbe Geld zwar 500 Mbps im Download – aber nur 25 Mbps im Upload.

Wie geht’s weiter?

Die aktuelle DSL-Technik ist ausgereizt, hier gibt es kaum noch Spielraum für Verbesserung. Daher forcieren DSL-Anbieter wiedie Telekom ab diesem Jahr den Ausbau mit Glasfaser bis ins Haus. Bis 2030, so die Telekom, sollen alle Haushalte in Deutschland einen direkten Zugang zum Glasfasernetz erhalten – doch ob das klappt, ist noch offen.

Auch da hat’s Tempo-Primus Vodafone einfacher, denn er muss lediglich ein wenig mehr Glasfaser im Basisnetz und in den Straßenzügen verlegen. Für die letzten Meter ins Haus bietet das TV- Kabel mehr Temporeserven, mit dem kommenden Kabel-Standard DOCSIS 4.0 sind bis zu 10 Gigabit drin.

[cj/ps/jst]

STADT & LAND VERGLEICH

Die Stadt-Land-Schere hat sich in den vergangenen zwölf Monaten zum Teil geschlossen. Deutliche Temponachteile gab es in ländlichen Regionen aber weiter bei der Telekom. Nicht ganz zufällig: In kleinen Orten ist die Telekom oft der Haupt-Provider.

TOPS & FLOPS IN DEUTSCHLAND

Die schnellsten und langsamsten PLZ-Gebiete aus dem Test sehen Sie hier, die Tempoangaben zeigen den Schnitt aller Provider:

KEIN ANBIETER HÄLT SEIN WERBEVERSPRECHEN

Das gebuchte Tempo erreichen Nutzer in der Praxis nicht, sondern häufig nur rund 60 Prozent der versprochenen Geschwindigkeit. Laut Bundesnetzagentur sind dauerhafte Abweichungen von mehr als 10 Prozent unter dem Maximaltempo vertragswidrig (gemäß Mitteilung Nr. 485/2017). Verbraucher können sich bei ihrem Anbieter beschweren.

DAS TEMPO BRICHT EIN: ABENDS WIRDSWIRD’S INSTABIL

Der Jahresvergleich 2020 mit 2021 mit dem Tempoverlauf für 200-Mbps-Tarife von Vodafone Kabel zeigt: Nach wie vor bricht das Tempo an diesen Anschlüssen abends so weit ein, dass die kritische Grenze von 25 Mbps teils von mehr als jedem fünften Nutzer unterschritten wird. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Situation minimal verbessert, ab 21 Uhr erholt sich die Leitung wieder.

SO KOMMT DAS N ETFLIX-VIDEO NACH HAUSE

Die Grafik zeigt den Weg eines Netflix-Videos bis zum Tablet zu Hause. Engpässe kann es an allen Punkten geben, neben dem Anschluss 5 ist oft auch die Übergabe zum Provider 3 wichtig.

WIE SCHNELL IST MEINE STADT?

Der Vergleich der 50 größten Städte Deutschlands offenbart riesige Tempounterschiede! Nimmt man den Schnitt aller getesteten Provider, ist das Internettempo in Mönchengladbach am höchsten. Schlusslicht ist dagegen Magdeburg. Im Durchschnitt punkten vor allem die Städte mit sehr schnell ausgebauten Kabelanschlüssen. Hier setzt Mönchengladbach mit 413,8 Mbps einen neuen Städterekord, während Magdeburg zwar gute Telekom- DSL-Werte erreicht, aber Vodafone Kabel nur 177,9 Mbps schafft.

KABEL SCHLÄGT DSL

Im Schnitt liefert Kabeltechnik ein viel höheres Download-Tempo. Hinweis: Unitymedia gehört inzwischen zu Vodafone, und somit sind Kabelanschlüsse des größten Providers praktisch landesweit verfügbar. Pÿur und EWE gibt’s nur in einigen größeren Städten.

„Vodafone Kabel braust mit flottem und stabilem Tempo an allen vorbei.“

Julia Struck Redakteurin

7 ANBIETER IM VERGLEICH

FAZIT

Es sieht so aus, als sei die Zeit des ganz großen Leidens vorbei: Alle Internetanschlüsse sind schneller geworden, selbst auf dem Land ist die Situation erträglich. Doch der zweite Blick zeigt: 75 Prozent der Leser im Test nutzten einen DSL-Anschluss – und sind beim Tempo weit abgehängt. Jetzt ist es an den Anbietern, ihre Versprechungen zum Gigabit-Ausbau einzulösen. COMPUTER BILD zumindest verspricht: Wir – und unsere Leser – bleiben dran!