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SO SCHÖN IST ELEKTRISCHER ALLTAG


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 44/2022 vom 03.11.2022
Artikelbild für den Artikel "SO SCHÖN IST ELEKTRISCHER ALLTAG" aus der Ausgabe 44/2022 von Auto Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Skoda mit beleuchtetem Grill (im Paket ab 1920 Euro), der feine Nissan erinnert an frühere Modelle der Edeltochter Infiniti

Skoda Enyaq iV 80

150 kW (204 PS)

77 kWh Akkukapazität (nutzbar)

403 km Reichweite (Test)

ab 46 800 Euro

NAVIGATION

Beide zeigen Navi-Infos im Head-up-Display, der Nissan als Kartenausschnitt mit Pfeilen, der Skoda projiziert Pfeile/Linien auf die Straße.

ES GIBTMOMENTE IM LE-BEN, die den grauen Alltag in bunte Farben tauchen. Ein freundliches Lächeln, ein liebes Wort – oder auch der neue Nissan Ariya. Wie bitte? Ein Auto als Glücklichmacher? Aber klar. Das vollelektrische Kompakt-SUV wirkt schon allein durch seine Optik enorm stimmungsaufhellend. Klares Design, schwungvolle Linien, schwarze Glanzakzente – lecker. Doch bevor wir ins Schwärmen geraten und Sie uns als komplett entrückt abstempeln, kehren wir in den harten Test-Alltag zurück. Und fragen, ob der Nissan-Elektriker auch mit inneren Werten überzeugt. Dazu muss er sich dem Skoda Enyaq stellen. Wer da am Ende lächelt, klärt der Vergleich.

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DAS BIETEN SIE: KLARER RAUMVORTEIL FÜR SKODA

Beide E-SUV wurden als Elektriker entwickelt, stehen also nicht auf einer umgefrickelten Verbrenner-Plattform. Gut so, denn so lässt sich der Raum optimal nutzen. Doch obwohl der Ariya nur wenig kürzer und schmaler ausfällt als der Skoda, dafür das Dach etwas höher sowie die Achsen einen Zentimeter weiter auseinander trägt, muss er sich beim Platzangebot doch sehr deutlich geschlagen geben. Und überrascht mit seiner Auslegung als Chauffeurs-Auto. Fahrer und Beifahrer sitzen nämlich alles andere als entspannt. Es fehlt schlicht an Verstellbereich, die Sitze müssten weiter nach hinten und nach unten surren – dann klappte es auch mit großen Piloten. So streifen Zwei-Meter-Hünen mit dem Haarschopf den Innenhimmel, wo das im Evolve Pack serienmäßige Panorama-Dach zusätzlichen Raum raubt. Zudem klemmen Fahrer mit langen Beinen unangenehm dicht hinterm Lenkrad, mangelt es den Polstern an Beinauflage und auch an Seitenhalt im Rückenbereich. Deutlich luftiger geht es im Skoda zu. Selbst richtig große Staturen fühlen sich hier gut untergebracht und finden auf den gut konturierten und ausreichend groß dimensionierten Sitzen eine auch auf Langstrecken gemütliche Sitzposition.

Nissan Ariya 2WD 87 kWh

178 kW (242 PS)

87 kWh Akkukapazität (nutzbar)

422 km Reichweite (Test)

ab 63 490 Euro

SPRACH-BEDIENUNG

Beide lassen sich per Sprachbefehl aktivieren, der Skoda bietet etwas mehr Umfang, reagiert auch auf „Mir ist kalt/warm“.

! Gut zu sehen, dass die vollelektrischen SUV sich als immer alltagstauglicher erweisen

NISSAN ARIYA

Das 4,60 Meter lange SUV zeigt ein fein gezeichnetes Profil, Kopffreiheit hinten trotz coupéartiger Linie okay. Überraschung: Vorn sitzen große Kerle beengter und auf kleineren Polstern als im Fond. Der Kofferraum schluckt zwischen 468 und guten 1775 Litern Gepäck.

In der zweiten Reihe holt der Ariya dann deutlich auf. Um Knie und Kopf bleibt es angenehm luftig, die Lehne mit verstellbarer Neigung lädt zum entspannten Lümmeln ein. Um den Skoda zu überflügeln reicht es allerdings dennoch nicht. In allen Richtungen lässt der Enyaq ein paar Zentimeter mehr Bewegungsfreiheit, die etwas höher über dem Fahrzeugboden montierte Fondbank vermeidet, dass Großgewachsene mit stark angewinkelten Beinen wie ein Frosch im Fond hocken müssen.

Geht es ans Kofferpacken, glänzen beide mit über 1700 Liter maximalem Stauraum, das sollte dann auch für raumgreifende Hobbys reichen. Bei unserem Test-Enyaq fehlte allerdings der doppelte Ladeboden, der bei umgelegter Fondlehne für einen ebenen Boden sorgt – so bleibt eine unschöne Stufe, die beim Einladen langer, schwerer Gegenstände stört. Also unbedingt das Paket Transport für 350 Euro ordern, neben dem variablen Ladeboden fahren dann auch Unterbodenfächer, Netzablagen, Lehnenfernentriegelung und Ladekabeltasche mit. Der Ariya bringt den doppelten Boden ohne Aufpreis mit, seine Ladekante liegt mit 775 Millimetern aber immerhin neun Zentimeter höher als die des Enyaq.

Beim Interieur zeigt sich der Nissan dann wieder stilsicher.

SKODA ENYAQ

Mit 4,65 Metern minimal länger als der Ariya, nicht ganz so extrovertiert im Auftritt, aber durchaus gefällig. Sowohl vorne als auch hinten sitzen die Passagiere luftig und auf bequemen Polstern, der Kofferraum fällt mit 585 bis 1710 Litern durchaus brauchbar groß aus.

Große Bildschirme, in die Armaturentafel eingelassene, beleuchtete und haptische Rückmeldung gebende Steuerelemente sehen nicht nur edel aus, sie funktionieren auch wunderbar. Besser jedenfalls als so manches Touch-Teil. Per Sprache lässt sich über Radio, Navi (Zieleingabe eher umständlich) und Klima hinaus nicht viel bestellen, wer sich als hungrig oder frierend outet, bleibt unerhört.

Die Äußerung „Mir ist kalt/ warm“ führt im Skoda immerhin zu einem Grad mehr oder weniger im Klimadisplay, die Sitzheizung gehorcht ebenfalls aufs Wort. Beide lassen sich im Übrigen per Sprachbefehl aktivieren, „Hey Nissan“ oder auch „Hallo Nissan“ beim Japaner, „Okay, Laura“ beim Tschechen. Dem großen Zentralbildschirm steht im Skoda dann ein überschaubares Fahrerdisplay gegenüber, auf dem sich wirklich nur die wichtigsten Infos abrufen lassen. Nissan bietet hier verschiedene Ansichten bis hin zur großen Navikarte.

Weil Motor und Antrieb im Enyaq hinten sitzen, gibt es viel Platz für eine große Mittelkonsole und Ablagen. Nissan gönnt uns eine verstellbare Mittelkonsole und ein sanft aufschwingendes Fach davor – beides arbeitet aber mit Strom, der im E-Auto irgendwie besser zu nutzen wäre ...

SO FAHREN SIE: NISSAN IST STÄRKER UND FLOTTER

Mit 242 zu 204 PS liegt der Ariya klar vor dem Enyaq – und trotzdem passt die Paarung. Weil das Drehmoment sich kaum unterscheidet und – für den Alltag noch wichtiger – die versprochene Reichweite fast gleich ausfällt. Auch im Test bleiben die Unterschiede gering. Der Skoda schafft 403, der Nissan 422 Kilometer. Im Spurt kann sich der Japaner erst obenraus absetzen, beide sind bis zur Spitze von jeweils 160 km/h nicht wild, aber ausreichend munter unterwegs.

Und beide rekuperieren leider nicht bis zum Stillstand. Der Nissan lässt uns die Wahl zwischen leichter Bremswirkung (Wählhebelstellung B) und starker Verzögerung (Schalter E-Pedal), beim Skoda kann die Rekuperationsintensität im B-Modus über die Schaltwippen eingestellt werden.

Deutliche Unterschiede ergeben sich dann beim Handling und nicht ganz so ausgeprägt auch beim Komfort. Wo der Skoda mit seinem Hinterradantrieb und ohne Antriebseinflüsse in der angenehm direkten Lenkung durchaus Laune bereitet, bekommt der frontgetriebene Nissan seine Kraft nicht immer vollständig auf den Boden und zupft schon mal in der etwas diffusen Lenkung.

Das stufenlos verstellbare DCC beschert dem Enyaq zudem den ausgewogeneren, auf welliger Piste aber nicht perfekten Federungskomfort. Der Ariya wirkt insgesamt etwas steifbeiniger, informiert seine Gäste detaillierter über den Straßenzustand.

DAS KOSTEN SIE: VOLKSNAH GEPREIST SIND BEIDE NICHT

Der Enyaq lockt mit 46 800 Euro Grundpreis, allerdings fehlt dann von adaptiven Dämpfern bis zur Wärmepumpe (Klimamittel dann CO 2) noch so einiges. Am Ende werden im Test happige 58 810 Euro berechnet. Und der Nissan toppt das sogar noch. Bis hin zur Wärmepumpe ziemlich komplett ausstaffiert, verlangt Nissan mindestens 63 490 Euro, für 20-Zoll-Räder kommt noch ein Tausender obendrauf. Es gibt eben auch die anderen Momente im Leben ...

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800

TESTSIEGER

583 Punkte

1.Skoda EnyaqÜberzeugende Vorstellung. Platz, Komfort und Reichweite stimmen. Sinnvolle Extras machen den Tschechen aber teuer.

536 Punkte

2.Nissan AriyaEine schöne Bereicherung. Insbesondere die schlechte Fahrersitzposition und der hohe Preis kosten Punkte.

FAZIT

GERALD CZAJKA, BEREND SANDERS

So langsam, aber sicher werden Elektro-SUV richtig alltagstauglich. Der Enyaq ist mit ein bisschen Planung und gutem Willen wunderbar als Familienauto nutzbar, der Ariya bietet eine attraktive und spannende Alternative. Bei den Preisen zeigen sich beide ganz schön selbstbewusst.