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So soll mein Baby zur Welt kommen


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Baby & Co. - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 20.10.2022

Wie wird die Geburt ablaufen? Um dem Ereignis gelassen entgegenzublicken, ist es sinnvoll, sich frühzeitig zu überlegen, welcher Geburtsort und welche Geburtsmethode zu Ihren persönlichen Bedürfnissen passen. Eine klassische Entbindung in der Klinik? Eine Geburt zu Hause? Oder vielleicht eine Wassergeburt? Berücksichtigen Sie bei dieser Entscheidung alle Faktoren – emotionale wie medizinische. Schließlich sollen Sie und Ihr Baby, sobald es losgeht, gut aufgehoben sein. Aus medizinischer Sicht ist das Krankenhaus die sicherste Wahl für eine Entbindung. Rund um die Uhr sind Hebammen und

WILLKOMMEN, BABY!

Fast alle Kliniken unterstützen heute eine „sanfte Geburt“ nach der Methode des Pariser Geburtshelfers und Gynäkologen Frédérick Leboyer Leboyer (*1918) setzt sich dafür ein, dem Kind den Übergang vom Mutterleib in unsere Welt so angenehm wie möglich zu gestalten. Dazu gehört, dass das ...

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Bildquelle: Baby & Co., Ausgabe 5/2022

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... Gebärzimmer in warmen Farben gehalten und das Licht gedämpft ist. Nach der Entbindung wird das Baby der Mutter sofort auf den Bauch gelegt. Die Nabelschnur wird nicht gleich durchtrennt. Schon bald nach der Geburt wird das Kleine zum ersten Mal angelegt und bleibt in der Klinik in der Obhut seiner Mutter.

KRANKENHAUS-CHECKLISTE

Diese Fragen helfen bei der Wahl der Geburtsklinik

Wie ist die Atmosphäre im Kreißsaal und auf der Wochenstation? Fühlen Sie sich hier wohl?

Wie viele Hebammen sind pro Schicht im Dienst? Dürfen Sie eine Beleghebamme mitbringen?

Ist immer ein Kinderarzt vor Ort? Gibt es eine Neugeborenen-Intensivstation? Oder wie weit ist es zur nächsten Kinderklinik?

Sind Gebärhocker, Seile, Pezzi-Bälle etc. vorhanden? Gibt es eine spezielle Wanne für Wassergeburten?

Wie stehen die Ärzte zu Schmerzmitteln? Ist auf Wunsch eine Periduralanästhesie (PDA) möglich? Werden auch alternative Methoden angeboten?

Können Mutter und Baby rund um die Uhr zusammen sein (Rooming-In)? Gibt es Familienzimmer, in denen der Vater mit übernachten darf? Wie sind die Besuchszeiten?

Handelt es sich um ein „Stillfreundliches Krankenhaus“ gemäß der WHO/ UNICEF-Richtlinien?

Ärzte vor Ort, im Notfall kann sofort gehandelt werden. Viele Kliniken besitzen zudem eigene Neugeborenen-Intensivstationen. „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass es bei einer Geburt immer zu ernsthaften Komplikationen kommen kann, selbst wenn die Schwangerschaft gut verlaufen ist. Dann ist schnelle ärztliche Hilfe unter Umständen lebensrettend“, sagt Prof. Ulrich Gembruch, Leiter der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatale Medizin der Uniklinik Bonn. Wer ein großes Sicherheitsbedürfnis hat oder mit Problemen bei der Geburt rechnen muss – etwa, weil das Kind ungünstig liegt oder Hinweise auf eine Mutterkuchenschwäche bestehen –, ist in einer Klinik also am besten aufgehoben. Fragen Sie auf jeden Fall Ihren Gynäkologen, wozu er Ihnen rät.

Glücklicherweise ist die Atmosphäre auf den Geburtsstationen in den letzten Jahrzehnten sehr viel persönlicher geworden. Freundlich eingerichtete Entbindungszimmer mit Badewanne, Gebärhocker und anderen Hilfsmitteln zur Wahl der Geburtsposition haben die sterilen Kreißsäle abgelöst. Viele Kliniken bieten sogar Wassergeburten an, und auch die Möglichkeiten der Schmerztherapie sind umfangreich.

Die Geburt wird im Normalfall von einer Hebamme betreut. Erst in der letzten Phase kommt ein Arzt hinzu. „Neu an einigen Kliniken ist das Modell des hebammengeleiteten Kreißsaals. Dabei wird die Geburt vollständig von einer Hebamme geleitet. Für den Bedarfsfall stehen aber Ärzte bereit“, erklärt Ulrich Gembruch. Welche Entbindungsmöglichkeiten die Kliniken in Ihrer Nähe anbieten, können Sie bei Info-Abenden erfahren. Es lohnt sich, mehrere Kreißsäle und Wochenstationen anzuschauen.

STATIONÄR ODER AMBULANT?

Viele Frauen genießen es, nach der Entbindung noch einige Tage in der Klinik umsorgt zu werden. Wer die erste Zeit mit seinem Baby lieber in vertrauter Umgebung verbringen möchte, für den ist eine ambulante Geburt ideal. „Sind Mutter und Kind wohlauf, dürfen sie dann schon nach drei bis vier Stunden wieder nach Hause“, so der Mediziner. Zuvor ist allerdings ein wenig Organisation gefragt: Eine Nachsorge-Hebamme und ein Kinderarzt für die zweite Neugeborenen-Untersuchung sowie tatkräftige Unterstützung durch Familie oder Freunde sollten gewährleistet sein.

WAS DIE KASSE BEZAHLT

Bekommen Sie Ihr Baby im Krankenhaus, trägt die Krankenkasse alle anfallenden Kosten. Auch bei einer Hausgeburt zahlen die gesetzlichen Kassen die eigentliche Entbindung, nicht aber die Pauschale, die eine Hebamme für ihre Rufbereitschaft berechnet. Diese Kosten, die zwischen ca. 150 und 450 Euro liegen können, müssen Sie oft privat tragen. Gleiches gilt im Geburtshaus: Die Honorare für die Geburtshilfe selbst werden erstattet, ebenso die Betriebskosten (sofern ein entsprechender Vertrag zwischen Geburtshaus und Krankenkasse besteht). Für die Rufbereitschaft der Hebamme müssen hingegen meist Sie aufkommen.

Mehr Geborgenheit: Die Geburt als Heimspiel

Nur ca. zwei Prozent aller Babys kommen zu Hause, im Geburtshaus oder in einer Hebammenpraxis zur Welt. Erstaunlich, denn für eine solche außerklinische Entbindung sprechen die intimere Atmosphäre, die Betreuung durch eine vertraute Hebamme sowie die Möglichkeit einer selbstbestimmten Geburt ohne Krankenhausroutine und „technische“ Eingriffe. Voraussetzung ist allerdings, dass keine Risiken bestehen. „Es gibt klare Ausschlusskriterien. Dazu gehören z. B. Mehrlingsoder Frühgeburten, Lage-Anomalien, gewisse Grunderkran- kungen der Mutter sowie Risikofaktoren beim Kind“, erklärt Hebamme Silke Mehler vom Kölner Geburtshaus. Denn ein Arzt, der im Notfall eingreifen könnte, ist in der Regel nicht anwesend. Treten Probleme auf, wird die Geburt deshalb sofort in ein Krankenhaus verlegt. „Das muss jedem bewusst sein, der außerklinisch gebären möchte“, so die Hebamme. „Auch sollten beide Partner voll hinter der Entscheidung stehen. Sonst ist die werdende Mutter bei der Geburt nicht so befreit.“

ENTSPANNT ZU HAUSE ENTBINDEN

Die Vertrautheit der eigenen vier Wände, nur bekannte Gesichter um sich herum – das hilft vielen Frauen dabei, sich zu entspannen. „Zu Hause haben sie alle Ruhe und Zeit, die sie brauchen. Dadurch kommen sie besser durch die Geburt“, erklärt Silke Mehler. Wer eine Hausgeburt plant, sollte sich schon früh um eine Hebamme bemühen, die damit Erfahrung hat. Denn so bleibt genügend Zeit, ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufzubauen. Große Vorkehrungen für die Entbindung selbst sind nicht nötig. „Was man braucht, findet sich eigentlich in jedem Haushalt. Den Rest bringt die Hebamme mit“, sagt die Geburtshelferin. Dazu gehört zum Beispiel ein mobiles Gerät zum Abhören der kindlichen Herztöne sowie Sauerstoff als Starthilfe für das Baby. Wichtig ist allerdings, dass das Bett gut zugänglich ist – im Notfall auch für Sanitäter mit Trage. „Schmale Treppen sind da eher ungünstig.“

ALTERNATIVE GEBURTSHAUS

Auch in den über 100 Geburtshäusern in Deutschland steht eine natürliche, familienorientierte Entbindung im Vordergrund. Die Einrichtungen werden von Hebammen geleitet, vereinzelt sind Ärzte im Team. Die Zimmer sind gemütlich gestaltet, zur Geburtserleichterung stehen Badewannen, Gebärhocker und weitere Hilfsmittel bereit. „Die medizinische Ausstattung im Geburtshaus gleicht der bei einer Hausgeburtshebamme. Zusätzlicher Standard ist lediglich ein CTG-Gerät zum Schreiben der Wehen“, sagt Silke Mehler. Bei Bedarf kann schnell eine zweite Hebamme hinzugerufen werden. Nach der Entbindung bleiben Mutter und Baby noch etwa drei bis vier Stunden in der Obhut ihrer Hebamme. Danach dürfen sie heim. Einen stationären Aufenthalt bieten nur wenige Geburtshäuser an.

EINE MUTTER BERICHTET

Dorothea Hohengarten, drei Kinder, aus Köln: „Unseren Sohn Leo habe ich im Geburtshaus zur Welt gebracht. Bei Freunden und Familie hielt sich die Begeisterung über diesen Geburtsort in Grenzen. Aber das Konzept passte besser zu uns als die klassische Klinikgeburt. Wir wollten einfach nur ein Kind bekommen und die Freude darüber in den Vordergrund stellen, nicht die Risiken. Das Geburtshaus ist eine Mischung aus Zuhause und Klinik: warme Räume, Geräte zur Geburtsunterstützung. Das Wichtigste war aber die enge Zusammenarbeit mit meiner Hebamme, schon in der Schwangerschaft. Mit ihrer Erfahrung lenkte sie uns sicher durch den Sturm der ersten Geburt.“

interview

„GENAUSO SICHER WIE EINE KLINIKGEBURT“

Monika Selow, langjährige Vorsitzende der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe (QUAG e.V.), über deren Fünf-Jahres-Studie zur Versorgungsqualität bei außerklinischen Geburten

BABY&CO: Wie sicher sind außerklinische Geburten in Deutschland?

MONIKA SELOW: Grundsätzlich hat sich gezeigt, dass Entbindungen daheim oder in einem Geburtshaus genauso sicher sind wie eine Klinikgeburt. Komplikationen traten hier sogar seltener auf. Vor allem werden viel weniger Interventionen vorgenommen.

Welche Faktoren sorgen für diese hohe Sicherheit?

Zum einen wägen die Hebammen zusammen mit den Frauen immer sehr genau ab, ob eine außerklinische Geburt für sie überhaupt geeignet ist. Dadurch kommt es auch nur selten zu Notfällen. Zum anderen zeichnen sich Probleme im Geburtsverlauf häufig schon früh ab, sodass die Hebammen rechtzeitig die nötigen Maßnahmen einleiten können.

Kommt es oft vor, dass doch noch in eine Klinik verlegt wird?

Das war in 12,5 Prozent aller dokumentierten Fälle erforderlich, meist aufgrund eines Stillstandes der Geburt während der Eröffnungsphase. Dabei musste aber nur ein Prozent der Gebärenden eilig verlegt werden. Der Rest konnte in Ruhe ins Krankenhaus fahren, um dort mit der nötigen medizinischen Hilfe zu entbinden.

Die beste Methode für Mutter und Kind

Die meisten Frauen freuen sich auf eine natürliche Geburt. „Spricht medizinisch nichts dagegen, würde ich diese Entbindungsform auch immer empfehlen“, sagt Prof. Ulrich Gembruch, Leiter der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatale Medizin der Uniklinik Bonn. Denn eine Spontangeburt bedeutet längst nicht nur Mühen und Schmerz. Es ist auch ein unvergessliches emotionales Erlebnis, sein Baby aus eigener Kraft auf die Welt zu bringen. Besonders günstig ist dafür eine aufrechte Gebärposition – hockend, sitzend oder an einer Sprossenwand hängend. „So kann die Schwangere die Schwerkraft für sich nutzen. Die Wehen sind oft effektiver und das Kind wird schneller vorangedrückt“, erklärt Ulrich Gembruch. Vor allem aber sollten Sie den Geburtsverlauf selbstbestimmt gestalten. Studien zufolge treten dann deutlich weniger Komplikationen auf. „Eine Frau, die sich von ihren Bedürfnissen leiten lässt, spart unter Umständen auch Schmerzmittel“, sagt der Experte.

SEHR SANFT: DIE WASSERGEBURT

Eine immer beliebtere Form der natürlichen Geburt ist die Entbindung im Wasser. Sie ist bei unauffälligen Schwangerschaften möglich und hat viele Vorzüge: Das warme Wasser hilft der werdenden Mutter, sich besser zu entspannen. „Das lindert den Wehenschmerz und erleichtert die Geburt“, so Ulrich Gembruch. Im Wasser Gebärende kommen daher oft ohne Betäubung aus – eine PDA ist hier nicht möglich. Dem Baby erlaubt diese Geburtsmethode einen besonders sanften Übergang: Es taucht vom Fruchtwasser direkt in ein vertrautes Element. Keine Angst, ertrinken kann es dabei nicht! Ein natürlicher Reflex verhindert, dass es unter Wasser Luft holt. Auch sonst birgt eine Wassergeburt kaum Risiken. Spezielle CTG-Geräte können die kindlichen Herztöne auch unter Wasser überwachen. Die Infektionsgefahr durch im Wasser befindliche Keime ist allerdings gering erhöht.

DER KAISERSCHNITT

Etwa 30 Prozent aller Kinder kommen im OP-Saal zur Welt. Bei Beckenendlage oder Mehrlingen zum Beispiel wird ein Kaiserschnitt meist schon im Vorfeld geplant. Ebenso können Probleme während der Geburt dazu führen, dass das Baby schnell aus der Gebärmutter geholt werden muss.

Manche Frauen wollen auch ohne medizinische Indikation einen Kaiserschnitt. Eine solche Wunschsectio erspart die Geburtsschmerzen und vermeidet Komplikationen bei der Entbindung. Zudem gilt es als erwiesen, dass dieser Geburtsmodus den Beckenboden schont und vor Inkontinenz schützt. „Ein geplanter Kaiserschnitt ist heutzutage auch sehr sicher“, sagt Prof. Gembruch. Sanfte OP-Techniken schonen das Gewebe und beschleunigen die Heilung. „Die Wunde kann aber noch eine Weile schmerzen und eventuell die Versorgung des Babys behindern.“ Studien zeigen auch, dass das Stillen weniger gut klappt. Und die Kinder haben nach der Geburt fünfmal häufiger Atemschwierigkeiten und müssen kurzzeitig behandelt werden. Nicht zuletzt bedeutet ein Kaiserschnitt ein erhöhtes Risiko für nachfolgende Schwangerschaften: „Eine natürliche Geburt kann dann aufgrund der Narbe in der Gebärmutter gefährlich werden. Auch treten häufiger Plazentastörungen auf. Einer Frau, die noch weitere Kinder plant, würde ich daher stets von einer Wunschsectio abraten“, so Ulrich Gembruch.

EINE EIGENE HEBAMME

In einem Krankenhaus wird im Schichtbetrieb gearbeitet. Sollte Ihre Geburt länger dauern, kann es daher sein, dass Sie von verschiedenen Hebammen betreut werden. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein: Kommen Sie mit der ersten nicht so richtig klar, bringt die nächste Hebamme vielleicht neuen Schwung in den Geburtsverlauf.

In vielen Kliniken besteht aber auch die Möglichkeit, eine eigene Beleghebamme mitzubringen. So haben Sie während der Entbindung die vertraute Beraterin an Ihrer Seite. Manchen Frauen gibt das mehr Sicherheit und lässt sie besser entspannen. Um eine Beleghebamme sollten Sie sich schon frühzeitig kümmern, denn die Nachfrage ist groß. Hebammenleistungen für Vorsorge, Geburt und Nachsorge zahlen die gesetzlichen Krankenkassen übrigens immer. Nur die Pauschale für die Rufbereitschaft, die jede Beleghebamme individuell erhebt, müssen Sie selbst tragen. Diese Kosten können zwischen ca. 150 und 450 Euro liegen.

PDA – JA ODER NEIN?

Eine Geburt ohne große Schmerzen – die Periduralanästhesie (PDA) macht’s möglich. Etwa 20 Prozent aller Frauen gebären mit PDA. Diese örtliche Betäubung bietet sich vor allem bei langen, schmerzhaften Geburten und großer Erschöpfung an. Dabei setzt der Narkosearzt eine Hohlnadel zwischen zwei Wirbel in den rückenmarksnahen Raum und leitet durch einen Katheter Schmerzmittel ein. Sie blockieren die Leitfähigkeit der Nerven, sodass die Frau von der Taille an abwärts so gut wie keine Schmerzen mehr verspürt. Eine Nachdosierung ist jederzeit möglich. In manchen Kliniken kann die Gebärende per Knopfdruck sogar selbst bestimmen, wie viel Schmerzmittel sie braucht. Ist die Betäubung gut dosiert, kann sie trotzdem aktiv mitarbeiten und pressen. Über die Risiken einer PDA sollten Sie sich gut informieren lassen. Während der Geburt kann es zum Beispiel zu Taubheitsgefühlen kommen, gelegentlich zu einem Blutdruckabfall. Einige Frauen klagen nach der Entbindung über Kopfschmerzen. Schwerwiegende Folgen sind aber extrem selten.