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So startest du einen digitalen Filmabend


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Mac Life - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 03.03.2022

SharePlay & Co.

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Der gemeinsame Filmabend im Heimkino ist für Filmfans ein besonderes Ritual. Ganz egal, ob es sich dabei um Wohngemeinschaften oder Familien handelt oder ob Filmklassiker oder Lieblingsserien auf die heimische Leinwand wandern. Doch was, wenn die Lieblingsmenschen gar nicht die Möglichkeit haben, in denselben vier Wänden zu sitzen? Auch ohne Pandemie kann es durch verstreute Familienmitglieder oder Freund:innen in anderen Städten und Ländern nützlich sein, so einen Heimkinoabend online einzurichten. Dami aber nicht alle Teilnehmenden gleichzeitig auf „Play“ drücken müssen oder mittels verschiedener Messengerdienste verstreut kommunizieren, gibt es mittlerweile andere Lösungen für diese Fälle. Viele Streamingdienste nutzen dazu eigene Gruppen-Funktionen. Apple hat mit SharePlay seit Oktober 2021 eine eigenständige Lösung in FaceTime eingebaut.

Manche Streamingdienste integrieren ...

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... Apples Schnittstelle sogar in ihren eigenen Apps. Doch wie funktioniert das genau und was sind die Voraussetzungen für deinen nächsten Online-Filmabend?

Was ist SharePlay?

Mit dem Update auf iOS 15.1, iPadOS 15.1 und tvOS 15.1 hat Apple die neue SharePlay-Funktion im Oktober 2021 für das iPhone, iPad und Apple TV veröffentlicht. Auf dem Mac ist Share-Play erst mit dem Update auf macOS Monterey 12.1 im Dezember 2021 erschienen. Du musst also zur Nutzung dieser Funktion sicherstellen, dass deine Geräte auf dem neuesten Stand sind.

SharePlay ermöglicht dir anschließend, deinen Bildschirminhalt in einem FaceTime-Anruf zu teilen. Du kannst damit also nicht nur Videoinhalte, sondern auch Spiele, Work-outs mit Apple Fitness+ oder Musik mit Apple Music teilen. Falls ihr euch gemeinsam die gleiche Internetseite anschauen wollt, weil ihr zum Beispiel an einer Gruppenarbeit für die Schule oder Uni arbeitet, dann geht das mit dem Safari-Browser und SharePlay ebenfalls.

Für den digitalen Filmabend sind die Videofunktionen am wichtigsten. Dabei kannst du Share-Play mit Inhalten von Apple TV+ und aus dem iTunes Store nutzen. Praktisch: Alle können den Videoinhalt pausieren und spulen, sodass dies für alle anderen Teilnehmenden übernommen wird.

Wenn du aber die Lautstärke oder Untertitel ändern möchtest, dann gelten diese Änderungen nur für dich und nicht für alle anderen.

Manche Streamingdienste wie Disney+ und Mubi oder Videoapps wie Twitch und Tiktok unterstützen ebenfalls die SharePlay-Funktion. Damit kannst du gemeinsam Let’s Plays oder virale Videos schauen.

Apple hat die SharePlay-Funktion leider in der FaceTime-App versteckt. Anders als bei anderen Streamingdiensten gibt es keinen eigenen Knopf zum gemeinsamen Anschauen von Inhalten.

Stattdessen startest du zunächst einen FaceTime-Anruf und lädst weitere Teilnehmende zu dieser Gruppe ein. Anschließend öffnest du die App eines unterstützten Streamingdienstes und startest den gewünschten Inhalt. Diesen gibst du dann mit SharePlay für alle anderen frei. Um SharePlay auf dem Apple TV zu nutzen, ist die Einrichtung sogar noch komplizierter. Wie genau das funktioniert, erklären wir im Workshop.

SharePlay: komplizierter als nötig

Apples SharePlay-Lösung ist praktisch und simpel. Enttäuschenderweise ergeben sich in der Praxis aber einige unnötige Komplikationen und Verwirrungen. Anders, als es der Name vermutet, teilt die SharePlay-Funktion keine Videoinhalte, sondern synchronisiert lediglich den Spielstand. Das führt zu einigen Problemen. Du kannst zum Beispiel keine selbst aufgenommen oder anderweitig bezogenen Videodateien auf dem Mac in die TV-App verschieben und anschließend mit anderen teilen.

Weiterhin benötigen alle Gruppenmitglieder in der FaceTime-Gruppe einen eigenen Zugang zu den Inhalten. Wer also beispielsweise kein kostenpflichtiges Abo für Apple TV+ oder Disney+ besitzt, kann nicht teilnehmen.

Sobald diese Personen aber ein Abo abgeschlossen haben, kann es mit dem Filmabend losgehen.

Gleiches gilt für gekaufte oder ausgeliehene iTunes-Filme.

Vorausgesetzt, ihr befindet euch alle im selben Land. Denn du kannst mit Apple TV+ oder iTunes-Inhalten nicht über Ländergrenzen hinweg gemeinsam schauen.

Falls also ein Familienmitglied im Ausland sitzt, dann funktioniert der digitale Filmabend nicht. Bei Diensten wie Disney+ kann es passieren, dass der Streaming-Katalog über Ländergrenzen hinweg unterschiedlich ausfällt. Wenn also ein Film nur in Deutschland, aber nicht in den USA verfügbar ist, dann könnt ihr den mit einer amerikanisch-deutschen Gruppe nicht anschauen.

Ebenfalls problematisch: SharePlay funktioniert nur mit Apple-Geräten. Mittlerweile können auch Windows-Rechner und Android-Smartphones mittels Internet-Browser an FaceTime-Gruppen teilnehmen. Für diese steht aber keine SharePlay-Funktion zur Verfügung. Bei gemischten Windows-, Android-und Apple-Haushalten oder -Freundeskreisen ist das eine nervige Hürde für den gemeinsamen Filmabend. Deshalb sind unabhängige Plattform-Lösungen wichtige Alternativen zu Apples geschlossenem SharePlay-System. Viele Streamingplattformen setzen auf ganz eigene Gruppen-Funktionen.

Netflix: Browser-Erweiterung statt Apps

Überraschenderweise bietet Netflix selbst keinerlei Funktionen für einen gemeinsamen Fernsehabend an. Weder in den mobi-len Apps für iPhone und iPad, noch auf dem Fernseher am Apple TV oder als Browser-Funktion am Mac. Das ist besonders ärgerlich, weil Netflix auch nicht bei Apples SharePlay-Funktion dabei ist. Mit einem Trick kannst du aber wenigstens auf dem Mac oder Windows-PC einen gemeinsamen Netflix-Abend starten. Die kostenfreie Browser-Extension „Teleplay“ ermöglicht, was Netflix nicht vorsieht. Allerdings mit einigen Einschränkungen. Die Erweiterung gibt es nur für Chrome oder Edge.

Plattformen ohne eigene Gruppenfunktionen

Viele Streamingplattformen bieten eigene Funktionen zur gemeinsamen Wiedergabe von Inhalten an. Manche setzen dabei ausschließlich auf Apples SharePlay-Lösung.

Andere besitzen gar keine Möglichkeit für einen gemeinsamen Filmabend über das Internet. Sky Ticket hat im deutschsprachigen Raum zwar viele exklusive Inhalte im Programm, diese kannst du aber nur für dich allein konsumieren. Das gilt bedauerlicherweise auch für Youtube. Hier kannst du aber immerhin auf Browser-Erweiterungen wie Scener ausweichen. Youtube und Discord arbeiten außerdem seit Herbst 2021 an einer Integration, sodass du in der Chat-App Youtube-Videos gemeinsamen anschauen können sollst. Die Mediatheken von ARD und ZDF besitzen ebenfalls keine Gruppenfunktion für gemeinsame Fernsehabende.

Apples Safari-Browser wird also nicht unterstützt. Die Einrichtung der Extension ist zwar einfach. Doch das Ergebnis ist eingeschränkter als Apples SharePlay-Funktion. Mit Teleparty kannst du mit einer Gruppe gemeinsam Netflix schauen. Auch hier benötigen alle Teilnehmenden ein eigenes Abo. Beim Einrichten der Gruppe kannst du auswählen, ob andere ebenfalls die Abspielfunktionen für die gesamte Gruppe steuern können. Anschließend erhältst du deinen Link zur gemeinsamen Teleparty. Mit diesem Link können andere deiner Teleparty beitreten. Das Ergebnis: ein simpler Textchat neben dem Videofenster in der Browseransicht. Einen Video-oder Audio-Chat wie bei FaceTime gibt es leider nicht. Auf Wunsch kannst du den Chatraum für dich ausblenden. Praktisch: Die Spracheinstellungen gelten nicht für die gesamte Gruppe, sondern lassen sich individuell vornehmen. So können Fans von O-Tönen diese einstellen und die anderen werden nicht von Untertiteln gestört. Teleparty funktioniert ebenfalls mit Disney+ und Amazon Prime Video. Allerdings bieten diese Dienste mittlerweile eigene Lösungen in ihren Apps an.

Disney+: Groupwatch mit vielen Einschränkungen

Die Streamingplattform aus dem Hause Disney hat zwar mit Marvel, Star Wars und Pixar ein beliebtes Angebot, doch die Gruppenfunktionen fallen erstaunlich rudimentär aus. Mit „Groupwatch“ können bis zu sieben zahlende Disney-Plus-Konten einer Gruppe beitreten. Das geht im Browser oder mit den iPhone-und iPad-Apps. Du kannst die anderen Teilnehmenden mit einem Link zur gemeinsamen Gruppe einladen. Besonders schön: Die Sprach einstellungen sind individuell statt für die gesamte Gruppe gleich. Ihr könnt euch mit einer Vorauswahl von Emojis während der Wiedergabe austauschen. Leider gibt es darüber hinaus keine weiteren Inter-aktionsmöglichkeiten. Ein simpler Textchat wäre wünschenswert.

So geht’s: SharePlay auf dem Apple TV

1 Um S harePlay auf dem Apple TV zu nutzen, startest du zunächst einen FaceTime-Anruf auf dem iPhone oder iPad. Anschließend öffnest du eine unterstützte Streaming-App und startest einen Inhalt mit SharePlay.

2 Als n ächstes übergibst du den Inhalt an deinen Apple TV. Halte dazu den „TV/Kontrollzentrum“-Knopf auf der Fernbedienung gedrückt. Wähle dein Nutzungsprofil aus und aktiviere „Share-Play“ im Kontrollzentrum.

3 Nun verbindest du beide Geräte. Auf dem Apple TV wählst du „Auf Apple TV starten“ aus. Auf deinem iPhone oder iPad bestätigst du die Verbindung. Der FaceTime-Anruf bleibt anschließend auf deinem mobilen Gerät.

Das geht mit der Teleplay-Browser-Extension. Diese funktioniert aber nicht auf den mobilen Plattformen. Wer auf dem heimischen Fernseher dabei sein möchte, kann das mit der Disney-Plus-App auf dem Apple TV. Hier startest du eine Groupwatch-Runde oder trittst einer bestehenden Gruppe bei. In Kombination mit der iPhone-oder iPad-App kannst du außerdem Emojis als Feedback verschicken. Disneys Groupwatch-Funktion bindet sich an die einzelnen Inhalte. Sobald du einen Film mit dieser Funktion startest und nicht zu Ende schaust, bleibt die Gruppe mit dem Film verbunden. Beim nächsten Starten des Filmes fragt dich die App also, ob du weiterhin mit dieser Gruppensitzung schauen möchtest. Du kannst lediglich eine Gruppe gleichzeitig nutzen, was bei Serien stören kann. Falls du verschiedene Serien mit verschiedenen Gruppen schaust, musst du beim Wechsel stets die andere Gruppe auflösen. Damit verfällt der bisherige Link zum Beitreten und du musst deinen Bekanntenkreis komplett neu einladen. Obendrein musst du stets mit dem „Groupwatch“-Knopf in die Inhalte navigieren.

Sobald du auf der Startseite auf „Weiterschauen“ in den Film oder die Serie springst, schaust du wieder allein. Das ist ein unnötiges Hin und Her. Disney+ unterstützt darüber hinaus Apples SharePlay-Funktion. Dann funktioniert der Austausch dank FaceTime ebenfalls mittels Video und Ton.

Amazon Prime Video: Watch Party im Betatest

Das Amazon-Prime-Video-Angebot kannst du mit der eigenen „Watch Party“-Funktion ebenfalls als Gruppe anschauen.

Dabei benötigen alle Teilnehmenden entweder ein eigenes Prime-Video-Abo oder müssen die einzelnen Filme gekauft oder ausgeliehen haben. Denn das Prime-Video-Angebot umfasst mehr als den Flatrate-Service. Du kannst auf dem iPhone, iPad und Mac im Browser eine neue Gruppensitzung starten und anschließend den Link als Einladung verschicken. Amazon setzt auf ein Chatfenster zum Gruppenaustausch. Du kannst dann mit Text und Emojis während der Wiedergabe kommunizieren. Das geht mittels Browser wie Chrome oder in den mobilen Apps für das iPhone und iPad.

So geht’s: Groupwatch auf Disney Plus starten

1 Du kannst während der Wiedergabe eines Solo-Streams bei Disney+ keine Gruppe erstellen. Damit du die gemeinsame Sitzung starten kannst, klickst du vor der Wiedergabe des Inhalts auf das „Groupwatch“-Symbol.

2 Im n ächsten Fenster kannst du Freund:innen und Familienmitglieder zum gemeinsamen Stream einladen. Alternativ kannst du hier auch die Groupwatch-Funktion für die Wiedergabe am Apple TV beginnen.

3 Nachdem ihr alle zusammengeschaltet seid, könnt ihr den gemeinsamen Stream starten. Die Steuerelemente des Videos gelten für die gesamte Gruppe. Sprachen und Untertitel könnt ihr individuell einrichten.

Hier dreht die Ansicht aber auf den Hochkant-Modus, damit du in der unteren Bildschirmhälfte Platz zum Chat-ten hast. Das halbiert jedoch die Videoansicht und ist zum ernsthaften Film-und Serienschauen unschön. Sobald du in das Querformat wechselst, verschwindet die Chatansicht. Das ist alles eher zweckmäßig als ideal. Die Wiedergabe steuern alle Gruppenmitglieder, doch die Spracheinstellungen und Untertitel stellt ihr individuell ein. Für den Fernseher benötigst du ein Fire-TV-Gerät von Amazon. Die Anwendung auf dem Apple TV unterstützt die Watch-Party-Funktion leider nicht. SharePlay nutzt Amazon bedauerlicherweise ebenfalls nicht. Lediglich die Teleparty-Extension für den Chromeund Edge-Browser kannst du als Alternative zu Amazons offizieller Lösung einsetzen.

Weitere Streamingplattformen im Überblick

Neben den großen Anbietern gibt es weitere Streamingplattformen, die auf dem einen oder anderen Weg das gemeinsame Anschauen ihrer Inhalte unterstützen. Die Kurzvideoplattform Tiktok und den Arthouse-Anbieter Mubi kannst du mit Apples Share-Play nutzen. Eine eigene Funktionalität dieser Art besitzen diese Plattformen aber nicht. Anders sieht es bei RTL+ aus. Hier kannst du mit einem kostenpflichtigen Premium-Abo die „Couchparty“-Funktion als Betatest ausprobieren. Das funktionierte zum Redaktionsschluss aber ausschließlich mit einem Webbrowser und ohne eingebauten Textchat. Für Sportereignisse ist das gemeinsame Erlebnis eigentlich ein beliebter Aspekt. Der Sport-Streamer Dazn bietet deshalb eine eigene „Watch Party“-Funktion an. Diese funktioniert aber ausschließlich für Live-Events, mit bis zu vier Personen gleichzeitig und das alles nur im Browser. Löblich: Mit Dazn könnt ihr euch mit Kamera und Mikrofon zusammenschalten, sodass ihr beim Fußball nicht nur simple Emojis und Textnachrichten, sondern echte Reaktionen austauschen könnt. Hoffentlich ziehen RTL+ und Dazn bald mit den mobilen Apps und Apple-TV-Anwendungen nach.

Twitch Watch Partys

Amazons Livestream-Plattform Twitch bietet nicht nur eine Share-Play-Integration für die eigenen Inhalte an. Du kannst den Dienst darüber hinaus nutzen, um das Angebot von Amazon Prime Video als Gruppe anzuschauen.

Die Funktion nennt sich „Watch Partys“ und ist ausschließlich mit Amazons-Videoinhalten möglich. Ein:e Twitch-Streamer:in kann auf dem eigenen Kanal so eine Party einrichten.

Diese Personen sind mit Video-Kamera und Mikrofon zugeschaltet. Die Fans dieses Kanals können anschließend mitschauen und sich im Textchat austauschen.

Vorausgesetzt, sie besitzen ebenfalls ein kostenpflichtiges Prime-Abo.

Kauf-und Leihinhalte können leider nicht auf diesem Wege gemeinsam angeschaut werden. Bisher funktionieren Watch Partys im Chrome-oder Firefox-Browser am Computer.

So geht’s: Netflix Watch Party mit Scener

1 Mit „ Scener“ kannst du Youtube, Vimeo, Netflix, Disney+ und Amazon Prime Video gemeinsam schauen. Neben den kostenpflichtigen Abos benötigst du die kostenfreie Chrome-Erweiterung auf scener.com.

2 Nach der Einrichtung mittels Chrome Web Store legst du ein kostenfreies Scener-Konto an und startest eine „Watch Party“. Dazu wählst du Netflix aus und loggst dich anschließend mit deinem Netflix-Konto ein.

3 Im Hauptfenster startet anschließend der Videoinhalt. Daneben gibt es einen Reiter mit allen Funktionen für die Watch Party. Du kannst deine Kamera und Mikrofon zuschalten sowie Einladungen verschicken.

Plattformunabhängige Lösungen

Nicht alle Streamingplattformen setzen auf eigene Gruppenfunktionen oder Apples SharePlay für einen gemeinsamen Filmabend. Deshalb gibt es einige Browser-Plug-ins und Webdienste, die solche Plattformen auf eigene Faust unterstützen. Chrome-Erweiterungen wie „Teleparty“ funktionieren mit Netflix, Disney+ und Amazon Prime Video. Damit erhaltet ihr immerhin einen gemeinsamen Chatraum, der die Browseransicht der Plattformen erweitert. Da Disney+ und Amazon Prime Video mittlerweile eigene Lösungen anbieten, ist Teleparty hauptsächlich für Netflix-Fans einen Blick wert. Mit „Scener“ kannst du ebenfalls Netflix, Amazon Prime Video sowie Youtube und Vimeo für gemeinsame Gruppenabende erweitern. Scener verbindet euch mittels Kamera und Mikrofon, sodass ihr euch im Videochat aus-tauschen könnt. Beide Chrome-Erweiterungen sind kostenfrei und erfordern darüber hinaus kostenpflichtige Abos für die jeweiligen Streamingdienste.

Screensharing als Selbstbaulösung?

Falls dir die Einschränkungen der Streamingplattformen zu kompliziert sind oder du lieber DVDs aus dem Heimkino mit deinem Online-Freundeskreis teilen möchtest, dann erscheint eine Lösung als Eigenbau naheliegend. Das ist allerdings keine gute Idee. Zum einen sinkt die Stream-Qualität dieser Basteleien gegenüber offizieller Lösungen. Zum anderen bewegst du dich in rechtlich schwierigen Gefilden. Denn so ein Onlineaustausch könnte als öffentliche Vorführung gelten, wofür du mit einem iTunes-Kauf, Netflix-Abo oder einer DVD keine Erlaubnis besitzt. Digitale Käufe und Streamingplattformen erkennen solche Versuche oftmals und schalten die Wiedergabe auf einen schwarzen Bildschirm um. Deshalb raten wir von diesen Eigenbaulösungen ab.

Fazit

Ein gemeinsamer Film-und Fernsehabend mittels Videokonferenz erscheint zunächst als eine nahe liegende und simple Idee.

Auch ohne Pandemie gibt es dafür viele Anwendungsfälle. Doch die Ausführung dieser simplen Idee erweist sich als unnötig kompliziert. Löblich: Große Streamingplattformen wie Disney+ und Amazon Prime Video erkennen den Bedarf für solche Angebote.

Leider sind die Austauschmöglichkeiten dieser Plattformen oftmals unnötig beschränkt. Länderübergreifend funktioniert es selten, was bei einem global verteilten Bekanntenkreis zu unnötigem Frust führt. Nicht alle Plattformlösungen lassen sich unkompliziert am Fernseher nutzen, weshalb der Filmabend zu oft auf den vergleichsweise kleinen Bildschirmen von iPad oder MacBook stattfinden muss. Netflix und Youtube bieten überraschenderweise gar keine Funktion dieser Art an. Hier helfen nur Browser-Erweiterungen. Apple hat diese Problematik erkannt und versucht sie mit SharePlay zu lösen. Sofern externe Streamingdienste diese Funktion integrieren, könnt ihr euch damit ebenfalls mittels Videochat austauschen. Das löst zwar die Probleme mancher Plattformlösung, schafft aber wiederum ganz neue. Denn SharePlay steht nur mit Apple-Geräten zur Verfügung und schließt Freund:innen und Familienmitglieder mit Windows und Android unnötigerweise aus.

Bedauerlicherweise unterstützen nicht alle Streamingportale Apples Ansatz, sodass besonders Netflix-Fans dabei außen vor bleiben. Für die Zukunft besteht also weiterhin großer Nachholbedarf für die jeweiligen Streamingplattformen sowie für Apples übergreifende Lösung.