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“SO WIRD ES UNS WARM”


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Natürlich - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 31.12.2021

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Bildquelle: Natürlich, Ausgabe 1/2022

1 Ingwer

Zingiber officinale

Familie: Ingwergewächse

Ingwer ist ein Überlebenskünstler. Hitze, Wassermangel und auch Tierfraß können der Pflanze wenig anhaben, denn sie hat im Lauf der Evolution einen Trick entwickelt. Vertrocknet das oberirdisch wachsende Kraut, das an Schilf erinnert, so erhält die Wurzel das Signal, neue Triebe zu entwickeln. Wenig später sprießen diese aus dem weitverzweigten Wurzelstock. Daher ist es nicht verwunderlich, dass geballte Energie mit einer Vielzahl an Inhaltsstoffen in der Knolle steckt. Der würzig-scharfe Geschmack des Ingwers entsteht durch Scharfstoffe wie Gingerol und Shogaol. Scharfstoffe haben zunächst eine durchblutungsfördernde Wirkung und im Mund werden die Geschmacksrezeptoren der Zunge sensibilisiert. Dadurch nehmen wir Aromen im Essen intensiver wahr. Die Wirkung geht aber darüber hinaus. Über die Aktivierung der Wärmerezeptoren erweitern sich die ...

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... Gefäße und die Schweißbildung wird angeregt.

Ein Klassiker unter den Ingweranwendungen ist daher der Ingwerwickel. Wärme und Wirkstoffe sollen bei Muskelund Gelenkschmerzen helfen. Dazu wird geraspelter Ingwer mit heißem, nicht kochendem Wasser übergossen. Nach kräftigem Umrühren und zehn Minuten Ziehzeit den Sud in ein Baumwolltuch geben und vor dem Auflegen etwas auswringen.

UNSER TIPP :

Die »Pferdesalbe wärmend« enthält u. a. Wirkstoffe wie Ingwer, die für eine Erwärmung der Haut sorgen.

www.bergland.de

2 Chili

Capsicum | Familie: Nachtschattengewächse

Eine Chili-Pflanze gibt es nicht. Und eine Peperoni-Pflanze auch nicht. Sie sind alle nur Mitglieder der großen Paprika-Familie, genauer gesagt der Pflanzengattung Capsicum. Je nach Größe, Farbe, Geschmack und natürlich Schärfe haben die »Familienmitglieder« einen Extra-Namen bekommen, wie eben Chili, Peperoni, Peperoncini oder Pfefferoni. Sie alle enthalten – in sehr unterschiedlicher Konzentration – den Stoff Capsaicin, der für die Schärfe verantwortlich ist. Dieser potente Wirkstoff erzeugt aber nicht nur den Geschmack von Schärfe in unserem Mund, er lässt auch einen Eindruck von Wärme auf unserer Haut entstehen, sobald wir eine capsaicinhaltige Salbe auftragen. Wie kann das sein? Sinnesphysiolog:innen entdeckten 1997 einen Rezeptor – eine Art »Empfangsstation« auf den Zellen. An diesen Rezeptor dockt Capsaicin an. Alle Nervenzellen, die diesen Rezeptor tragen, werden also aktiviert, sobald Capsaicin andockt. Aber das geschieht nicht nur bei Capsaicin, sondern auch bei Temperaturen über 42 Grad. Im Grunde ist es also egal, ob wir eine Capsaicin-Salbe auftragen oder einen Wärmewickel umlegen, der mind. 42 Grad warm ist. Beides hat diesen Dominoeffekt zur Folge: Auf Zellebene öffnen sich Kanäle, ein elektrisches Signal wird erzeugt und dieses gelangt über Nervenfasern zum Gehirn. Genau hier findet die eigentliche Wahrnehmung statt: das Gefühl von Wärme. Salben, die den Wirkstoff enthalten, werden z. B. für die Behandlung von Nervenschmerzen und bei Muskelsowie Gelenkschmerzen aufgetragen.

3 Zimt

Cinnamomumverum | Familie: Lorbeergewächse

Hierzulande verbinden wir den Duft von Zimt mit Lebkuchen, Gewürztees, Desserts oder mit kalten Wintertagen. Doch dort, wo der Zimt hauptsächlich wächst, also in Indonesien, China und Vietnam, wird Zimt viel breiter eingesetzt. Als Zutat für zahreiche Gerichte, als Räuchermittel, als Öl und in der Heilkunde. Für ihre heilende Wirkung wird Zimtrinde schon seit Jahrhunderten geschätzt, angeblich wurde sie schon 2.000 Jahre v. Chr. in China und Indien verwendet. So galt Zimt als magenstärkend, harntreibend, abführend, menstruationsfördernd, aber auch blutstillend und auswurffördernd. Die blutzuckersenkende Kraft des Zimts wird seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. Eine umfassende Übersichtsarbeit von 2012 kam zu dem Schluss, dass die Datenlage (noch) ungenügend sei, um Wirkversprechen in Bezug auf Diabetes zu geben. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wirkt Zimt von innen wärmend, da er den Kreislauf aktiviert. Er soll bei kalten Füßen helfen und den Bauch wärmen. Menschen, die leicht frieren, kann es daher helfen, Zimt als Gewürz oder Tee regelmäßig in den Alltag zu integrieren.

UNSER TIPP:

Die Mischung »Maca Chai« aus Zimt, Nelken und Maca (knollige Wurzel aus Peru) hat einen süßlichen, leicht röstigen Geschmack. www.yogitea.com

4 Hirse

Panicummiliaceum | Familie: Süßgräser

Eisenmangel ist recht verbreitet. Vor allem bei Frauen ist bezüglich der täglichen Eisenzufuhr häufig noch Luft nach oben. Sie haben mit etwa 15 Milligramm pro Tag auch einen höheren Bedarf als Männer mit etwa zehn Milligramm pro Tag. Die Hirse kann da ein guter Lieferant sein, denn sie hat eine beachtliche Palette an Mikronährstoffen zu bieten.

Im Vergleich zu anderen Getreidesorten wie etwa Reis oder Hafer ist der Eisengehalt von Hirse überragend: Die Körner enthalten pro 100 Gramm etwa sieben Milligramm des Spurenelements. Eine gute Bilanz hat Hirse außerdem bei diversen B-Vitaminen, bei Vitamin E und bei Magnesium. Für Vegetarier ist Hirse auch noch aus einem anderen Grund interessant: Sie ist eine wertvolle Quelle für pflanzliches Protein, der Gehalt liegt bei rund elf Prozent. Zum Vergleich: Reis hat etwa 2,7 Prozent Eiweiß. Zu guter Letzt sollen noch die komplexen Kohlenhydrate erwähnt werden. Auch hier liefert Hirse verlässlich.

Komplexe Kohlenhydrate sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel langsamer ansteigt. So bleibt man länger satt und Heißhungerattacken werden seltener.

UNSER TIPP:

Der Hirse-Buchweizen-Brei »Morgenstund'« mit Früchten und Samen liefert Vitamine, pflanzliches Eiweiß und komplexe Kohlenhydrate. www.p-jentschura.com

UNSER TIPP:

Das Nährstoff-Konzentrat »Molat« aus entrahmter Frischmilch, pflanzlichem Öl, Weizenkeim-Extrakt und Dattelsirup. www.grandel.de

5 Weizen

Triticumaestivum | Familie: Süßgräser

Wer ein einzelnes Weizenkorn in die Hand nimmt und es genau betrachtet, erkennt, dass an der Spitze eines jeden Korns ein kleiner Weizenkeim sitzt. Für die Weißmehlherstellung wird lediglich der Mehlkern verwendet, denn er ist reich an Stärke – pure Energie für den Stoffwechsel. Die feinen Keime und die bräunliche Schale des Korns werden leider in einem aufwendigen Verfahren abgetrennt. Der Grund: Die Keimlinge sind sehr ölhaltig und würden das Mehl schneller ranzig werden lassen. Dabei sind die Keimlinge ein kraftvoller Gesundheitsschatz. In ihnen ist schließlich alles enthalten, was eine neue Pflanze zum Wachsen braucht: Spurenelemente, Mineralien, Eiweiße und Vitamine. Das wertvolle Weizenkeimöl wird durch Kaltpressung der Keime gewonnen, andernfalls würden hitzeempfindliche Vitamine wie etwa die vielen B-Vitamine zerstört. Weizenkeimöl ist auch ein guter Lieferant für Vitamin E, das unsere Zellen vor freien Radikalen schützt.

UNSER TIPP:

Die Fruchtschnitte »Biostar Mango« besticht durch ihren hohen und besonders aromatischen Fruchtanteil. www.vitana-premium.de

6 Trockenfrüchte

GedörrtesObst | Restfeuchtigkeit etwa 20 Prozent

Trockenfrüchte wie etwa Datteln oder Feigen waren über Jahrhunderte hinweg ein überlebenswichtiges Lebensmittel, z. B. wenn Reisende in Karawanen die Wüste durchquerten. Und auch bei langen Expeditionen und in der Schifffahrt war Dörrobst ein unverzichtbarer Teil des Proviants. Zum einen als Energielieferant, zum anderen als Vitaminquelle. Das Trocknen bzw. Dörren ist eine der ältesten Konservierungsmethoden. Durch den Entzug des Wassers ist das Obst für Mikroorganismen oder Schimmelpilze nicht mehr angreifbar. Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts hatte Trockenobst eine große Bedeutung für Menschen, die in nördlichen Regionen leben. Neben Lagerobst waren Trockenfrüchte die besten Vitaminquellen. Dass Dörrobst den Stoffwechsel wenig belastet, hat man früher sicherlich schon geschätzt, die Erklärung lieferten dann spätere Untersuchungen. Der Zucker des Trockenobstes geht im Gegensatz zu Kristallzucker nicht so schnell ins Blut, dadurch wird der Stoffwechsel nicht zusätzlich belastet und eine längere Sättigung bewirkt. Getrocknete Früchte sind bis heute ein beliebter und gesunder Snack.

7 Moor

Feuchtgebiet mit Ablagerung von Torf

Schon mal von Balneologie gehört? Das ist die Bäderheilkunde, also die therapeutische Anwendung von Bädern aller Art. Balneolog:innen wenden gern Moorbäder und Moorpackungen an, weil sie vermuten, der warme dunkle Brei enthalte Wirkstoffe, die eine heilende Wirkung haben. Der medizinische Effekt von Moor, genauer gesagt von Torf, ist noch nicht abschließend bewiesen, aber die wärmende Eigenschaft ist unumstritten. Das Besondere an Torf ist, dass er Wärme nur langsam abgibt. Diese Masse aus unvollständig zersetzten Pflanzenteilen, denn genau das ist Torf, speichert Wärme sehr gut. Aufgrund dieser Eigenschaften waren Torffasern schon früher ein beliebter Rohstoff für Schlafunterlagen. In jüngster Zeit werden sie als natürlicher Rohstoff für Matratzen wieder verwendet. Ein schonender Umgang mit Mooren ist aber oberstes Gebot, denn sie speichern enorme Mengen an Kohlenstoff. Werden Moore trockengelegt, entweichet sehr viel CO2. Große Mengen Torf werden im Gartenbau sowie im Gemüseanbau verwendet. Wem Klima- und Naturschutz wichtig ist, der sollte auf Bio setzen und besonders beim Kauf von Blumenerde zu Produkten ohne Torf greifen.

UNSER TIPP:

Ein »Moorkissen« gibt die Wärme langsam ab und lindert so z. B. Muskelverspannungen.

www.sonnenmoor.at