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So wollen wir leben


Reader´s Digest Deutschland - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 30.09.2019

Planen Sie heute, wie Sie morgen wohnen wollen


DIE KINDER GEHEN LÄNGST eigene Wege, das Eigenheim ist für ein oder zwei Personen eigentlich viel zu groß. Die Pflege von Haus und Garten beansprucht immer mehr Zeit und Mühe. Mit zunehmendem Alter denken viele Menschen darüber nach, wie sie in Zukunft wohnen möchten. Wir stellen Ihnen Frauen und Männer vor, die das für sie perfekte Wohnmodell gefunden haben.

WOHNGEMEINSCHAFT FÜR SENIOREN

„Mit 70 wollte ich wissen, wo ich den Rest meines Lebens verbringen werde“, sagt Hannelore Mann. Umgezogen ist sie in ihrem Leben oft: Als kleines Mädchen floh sie mit der ...

Artikelbild für den Artikel "So wollen wir leben" aus der Ausgabe 10/2019 von Reader´s Digest Deutschland. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Reader´s Digest Deutschland, Ausgabe 10/2019

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... Mutter aus Schlesien nach Süddeutschland, wuchs später in Kiel auf, studierte dort und in Tübingen Theologie. Gemeinsam mit ihrem Mann – auch er war Theologe – betreute sie nach dem Studium zunächst eine Gemeinde in Kiel, bis das Paar 1971 in die Lüneburger Heide zog, wo ihr Mann Leiter des Missionsseminars in Hermannsburg wurde.

Elf Seniorinnen leben in der „Alten-WG Am Goldgraben“ in Göttingen. Eine davon ist Hannelore Mann (rechts)


FOTOGRAFIERT VON JENS NIETH

Statt sich auf ein Leben als Hausfrau und dreifache Mutter zu beschränken, gründete Mann eine Schule für die Frauen der angehenden Missionare, die sie 25 Jahre lang führte. Später folgte ein weiterer Umzug – aus einer großen in eine kleinere Dienstwohnung. Als der Vertrag für diese 2012 auslief, war für Hannelore Mann, mittlerweile verwitwet und im Ruhestand, klar, dass der nächste Umzug möglichst auch der letzte sein sollte.

„Ich wäre gern zurück nach Kiel in ein Mehrgenerationenhaus gezogen, doch es gab damals kein Projekt, das mir gefallen hätte“, erzählt die heute 77-Jährige. Der Versuch, ein leer stehendes Hotel in Hermannsburg selbst zum Generationenhaus umzubauen, scheiterte an der Finanzierung. Rückblickend vielleicht ein Glücksfall, denn inzwischen hat Mann ihr optimales Zuhause gefunden.

Seit 2012 lebt sie in einem der schönsten Viertel Göttingens in einer Jugendstil-Villa mit parkähnlichem Garten. Geschäfte, Restaurants, Theater und Museen sind zu Fuß zu erreichen. „Beim ersten Besuch habe ich mich sofort in den Garten verliebt“, erzählt sie. Hannelore Mann bewohnt ein kleines 2-Zimmer-Apartment in der Göttinger „Alten-WG Am Goldgraben“. Das privat von den Bewohnern organisierte Projekt gilt bis heute als Vorreiter für neues Wohnen im Alter.

Die Theologin im Ruhestand genießt das Leben in der Studentenstadt: „Nach mehr als 30 Jahren auf dem Dorf habe ich großen Nachholbedarf“, sagt sie lachend. Dass ihre Mitbewohner alle derselben Generation entstammen, sei kein Nachteil: „Es sind interessante Menschen mit sehr unterschiedlichen Biografien dabei“, erklärt sie. Die vielen Enkel kämen gern ins „Oma-Haus“ und tobten dann durch den Garten oder den Salon. Auch ihre eigenen sind oft dabei, denn Manns Sohn lebt mit seiner Familie in Göttingen.

Alle Bewohner sind zugleich Mitglieder im Trägerverein Freie Altenarbeit e. V. Die Villa hat die Stadt Göttingen dem Verein dauerhaft zur Verfügung gestellt, der das Gebäude saniert und altersgerecht umgebaut hat. Dabei sind elf Wohneinheiten sowie großzügige Gemeinschaftsräume inklusive eines barrierefreien Pflegebads entstanden.

Die Apartments sind 29 bis 47 Quadratmeter groß und kosten zwischen 460 und 660 Euro pro Monat. Jedes hat ein Duschbad und eine kleine Kochgelegenheit, auch wenn eigentlich niemand in der eigenen Wohnung kocht. „Es gibt keine Arbeitsfläche und auch keinen Platz für Töpfe oder Geschirr“, sagt Mann. Deshalb kochen alle in der großen Gemeinschaftsküche, abwechselnd nach einem verbindlichen Plan.

Zwar leben aktuell nur alleinstehende Frauen im Haus, grundsätzlich sind aber auch Männer willkommen. „Vorausgesetzt, sie erwarten nicht, dass ihnen jemand die Hemden bügelt“, sagt Hannelore Mann. Wer in der Alten-WG wohnen will, muss seinen Alltag selbst organisieren können.

Jedes Mitglied hat feste Aufgaben. Sei es die Gartenpflege, die Verwaltung der WG-Kasse oder die Suche nach einer zuverlässigen Reinigungskraft – alles wird von den Bewohnern in Eigenregie organisiert. Wer beispielsweise ein Fest im Salon feiern oder eines der zwei Gäste-Apartments buchen möchte, muss das rechtzeitig beim jeweils zuständigen WG-Mitglied ankündigen. Alle Fragen des Zusammenlebens werden in wöchentlicher Runde besprochen.


WER IN EINER SENIOREN-WG LEBEN MÖCHTE, SOLLTE NEUGIERIG AUF ANDERE MENSCHEN, OFFEN UND TOLERANT SEIN


„Ansonsten gibt es hier keinen Kollektivzwang“, betont Hannelore Mann. Wer Lust auf Gesellschaft habe, finde jederzeit jemanden zum Verabreden, aber jede Bewohnerin pflege auch ihre Aktivitäten und Kontakte außerhalb der WG. Bei Problemen helfe man sich gegenseitig, bei leichterer Pflegebedürftigkeit können zudem ambulante Dienste und Sozialstationen in Anspruch genommen werden. Schwere Demenz oder erheblicher Pflegebedarf machten jedoch den Umzug ins Heim erforderlich.

Über Neuaufnahmen entscheiden alle Bewohner gemeinsam: „Enthaltungen sind möglich, aber schon ein einziges ,Nein’ heißt ,Nein’“, erklärt Hannelore Mann, die bei Vorgesprächen oft die WG vertritt. „Wir wünschen uns Mitbewohner, die sozial eingestellt, neugierig auf andere Menschen, offen und tolerant sind“, sagt sie. „Schließlich zieht man hier ja nicht nur für ein paar Semester ein.“

WOHNEN FÜR HILFE

Ihr Haus mit dem großen Garten und den Apfelbäumen aufzugeben – für Dortje Gomer keine Option. „Ich möchte auf keinen Fall ins Heim“, sagt die 85-jährige Kielerin. Obwohl sie schon länger verwitwet und durch eine Erkrankung auf den Rollstuhl angewiesen ist, kommt sie mit professioneller Hilfe zu Hause gut zurecht. Zweimal täglich kommt der ambulante Pflegedienst, das Mittagessen wird geliefert, und ein Gärtner pflegt das Grundstück.

Fast noch wichtiger für ihr Wohlbefinden: Sie ist in ihrem Haus, das einst eine ganze Familie beherbergte, nicht allein. Die 28-jährige Lehramtsstudentin Kati aus Brandenburg zog 2016 ein, 2018 kam die gleichaltrige Hami dazu. Die Iranerin arbeitet an ihrem Masterabschluss in Elektrotechnik und sprach anfangs kaum Deutsch. Heute spielt sie mit ihren Mitbewohnerinnen Memory auf Plattdeutsch.

Vermittelt hat die generationenübergreifende Wohngemeinschaft das Studentenwerk Kiel. „Wohnen für Hilfe“ heißt das Konzept, das bundesweit wachsenden Zuspruch findet. In rund 40 Städten organisieren Vereine oder Verbände Wohnpartnerschaften zwischen älteren Menschen, die ihr Haus oder ihre Wohnung nicht aufgeben möchten und dort Platz für jüngere Mitbewohner haben.

Als Gegenleistung für ein Zimmer helfen die jungen Leute den Senioren im Alltag. Die Aufgaben warden im Vorfeld abgesprochen. „Hami und Kati machen den Abwasch, das Katzenklo, die Wäsche und den Einkauf“, zählt Dortje Gomer auf. Weil die drei sich bestens verstehen, gibt es auch gemeinsame Ausflüge, Spielerunden, tägliche Gespräche und echtes Interesse am gegenseitigen Wohlergehen. „Sogar in die Elbphilharmonie und auf die Hallig Hooge sind wir schon zusammen gefahren“, sagt die Seniorin.

Bereits seit 2013 nimmt Gomer Studenten bei sich auf: „Meine Tocht e r hatte davon in der Zeitung gelesen“, erzählt sie. Vor Kati und Hami hatte sie unter anderem schon Mitbewohner aus Nepal und Ägypten.

Wer einziehen darf, entscheidet sie bei einem persönlichen Kennenlerngespräch: „Raucher oder Leute mit Katzenhaarallergie gehen nicht“, sagt sie. Auch den jungen Mann, der gleich nach der Spülmaschine fragte, hat sie lieber nicht genommen. Im Hause Gomer wird noch per Hand gespült. Kati und Hami macht das nichts aus. Die jungen Frauen bewohnen das Obergeschoss und teilen sich ein Bad, die Hausherrin hat sich im rollstuhlgerechten Erdgeschoss eingerichtet.

Die Küche teilen sich die drei, auch das Wohnzimmer mit dem Fernseher wird oft gemeinsam genutzt: „Kati zuliebe gucke ich jetzt auch mal Tour de France oder Frauen-Fußball-WM“, erzählt Dortje Gomer.

Die Studentinnen Kati (links) und Hami (rechts) helfen Dortje Gomer und dürfen dafür in ihrem Haus in Kiel wohnen


Damit das gemeinsame Wohnen funktioniert, ist von beiden Seiten Offenheit und Toleranz gefragt. Wichtig sei, keine übertriebene Erwartungshaltung an den Tag zu legen, die Bedürfnisse der anderen zu respektieren und sich Freiräume zu lassen, da sind sich die drei einig. Wenn Kati oder Hami beispielsweise auf Prüfungen lernen und deshalb weniger Zeit für Gespräche oder Spielerunden haben, bitten sie im Vorfeld um Verständnis. „Ich weiß ja, dass es wieder anders wird“, sagt Gomer. Mit einer vertraglich festgelegten Pauschale von monatlich 50 Euro im Sommer und 60 Euro im Winter beteiligen sich „ihre Mädchen“ an den Nebenkosten, doch das ist für Gomer inzwischen Nebensache: „Mir geht es nicht ums Geld. Für Kati und Hami würde ich das auch umsonst machen.“

BETREUTES WOHNEN IN DER SENIORENRESIDENZ

Ihr gesamtes Berufsleben haben Barbara und Hartmut Horstkott in Hannover verbracht, jetzt wohnen sie in Hamburg. Die ehemalige Lehrerin kommt ursprünglich aus Essen und liebt das Leben in der Großstadt. Ihr Mann, früher Betriebsleiter in einem mittelständischen Unternehmen, ist auf der Nordseeinsel Borkum aufgewachsen und vermisste stets das Wasser. „Wasser und Großstadt – das lässt sich am besten in Hamburg vereinen“, sagt Barbara Horstkott. Schon lange stand für das kinderlose Ehepaar fest, dass die Elbmetropole später einmal ihre Heimat werden sollte. „Wir sind oft hier gewesen und fanden es schon immer schön“, erzählt die 69-Jährige.

2017 hat das Paar, damals 67 und 75 Jahre alt, den gemeinsamen Wunsch verwirklicht: Aus ihrem Einfamilienhaus mit Garten in Niedersachsen sind die beiden in eine kleine 2-Zimmer-Wohnung am Rande des Hamburger Hafenviertels umgezogen – mit Blick auf die Elbe, die direkt vor der Haustür vorbeifließt.

Ihr neues Zuhause ist für die Wahlhamburger jedoch mehr als nur eine schön gelegene Wohnung. Sie ist zugleich ein sicherer Hafen: Ihr Apartment liegt in einer Seniorenresidenz. Der Betreiber, ein Unternehmen mit Sitz in München, unterhält bundesweit 23 dieser Häuser. Die Bewohner leben jeweils in kleineren, privaten Wohnungen mit Küche und Bad, individuell eingerichtet mit den eigenen Möbeln. Der große Vorteil aus Sicht von Ehepaar Horstkott: Im Pflegefall müssen sie nicht umziehen, sondern genießen die Sicherheit, zu Hause, in barrierefreien Räumlichkeiten durch einen hauseigenen oder ambulanten Pflegedienst betreut zu werden.

Barbara und Hartmut Horstkott leben in einer Seniorenresidenz in Hamburg mit Blick auf den Hafen


Viele Seniorenresidenzen bieten eine hotelähnliche Ausstattung mit Restaurant, Wellness- und Sportbereich und einem Unterhaltungsund Freizeitangebot. Serviceleistungen wie Putz-, Wäsche- oder Urlaubsservice oder kurzfristige Betreuung im Krankheitsfall sind wahlweise im Mietpreis enthalten oder individuell buchbar. „Natürlich haben wir jetzt deutlich weniger Platz als vorher und mussten uns von vielen Sachen trennen, dafür müssen wir uns nicht länger um Haus und Garten kümmern und genießen die Freiheit, spontan und unbeschwert zu verreisen“, sagt Barbara Horstkott.

Komfort und Sicherheit haben ihren Preis: Ein 1,5-Zimmer-Apartment für eine Person kostet in der Residenz, in der Barbara und Hartmut Horstkott leben, beispielsweise ab 2600 Euro pro Monat. Ein Ehepaar im 2-Zimmer-Apartment zahlt ab 3100 Euro. Im Preis enthalten sind sämtliche Nebenkosten inklusive Wasser, Heizung und Strom, die Nutzung von Sauna, Pool, Fitness raum, Bibliothek und Außenanlagen, verschiedene Dienstleistungen und eine Hauptmahlzeit pro Tag. „Ob Frühstücksbuffet oder Mittagessen können wir täglich frei entscheiden, dreimal pro Woche wird auch Abendessen angeboten“, erklärt Barbara Horstkott.

Den Entschluss, in eine Seniorenresidenz zu ziehen, hat das Ehepaar schon vor vielen Jahren getroffen. „Bei der Suche nach einem Platz für meine Schwiegermutter habe ich damals gemerkt, dass es oft sehr lange Wartelisten gibt“, erinnert sich Barbara Horstkott. Sie und ihr Mann unterschrieben deshalb bereits 2006 einen Reservierungsvertrag, mit dem Ziel, 2016 nach Hamburg umzuziehen. In ihrem Freundeskreis seien sie bis heute die Einzigen, die sich so entschieden haben, erzählt die pensionierte Lehrerin: „,Wollt ihr da wirklich schon hin, da wohnen doch nur alte Leute’, haben anfangs viele gefragt. Jetzt, nachdem sie uns hier besucht haben, geben sie zu, dass ihnen die Lage, die Aussicht und der gebotene Service gut gefallen.“ Barbara Horstkott empfindet es als große Erleichterung, das Thema Wohnen im Alter glücklich geregelt zu haben.


DAS LEBEN IN DER SENIORENRESIDENZ BEDEUTET MEIST WENIGER PLATZ ZU HABEN, ABER DAFÜR MEHR FREIHEIT


Das aber ist des Alters Schöne, dass es die Saiten reiner stimmt, dass es der Luft die grellen Töne, dem Schmerz den herbsten Stachel nimmt.

FERDINAND VON SAAR, ÖSTERR. LYRIKER (1833–1906)

Nützliche Tipps

• WG finden: Auf Onlineportalen wie immobilienscout24.de oder wg-gesucht.de können Sie nach WG-Zimmern für Senioren suchen oder selbst Räume anbieten.
• WG gründen: Wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Eigentumswohnung zur barrierefreien Alten-WG umbauen möchten, können Sie dafür Fördermittel beantragen. Informationen erhalten Sie bei Ihrer Bank oder der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnraumanpassung e. V. in Berlin, wohnungsanpassung-bag.de
• Pflege-WG: Bei Demenz oder langfristiger Pflegebedürftigkeit können Pflege-WGs eine Alternative zum Heim sein. Informationen über Angebote in Ihrer Nähe gibt es bei Pflege- und Betreuungsdiensten, Kommunen oder Sozialverbänden.

Nützliche Tipps

• Suchen und finden: Wohnen für Hilfe wird organisiert über kommunale Einrichtungen, Wohlfahrtsverbände oder Non-Profit-Organisationen wie Seniorenvereine oder das Studentenwerk. Adressen finden Sie im Internet unter wohnenfuerhilfe.info
• Vertrag aufsetzen: Mitbewohner leisten in der Regel pro Quadratmeter Wohnraum eine Stunde Hilfe im Monat. Üblich sind eine Nebenkostenpauschale von 50 bis 60 Euro pro Monat und 14 Tage Kündigungsfrist. Die Mitbenutzung von Küche, Garten, Garage und Besuchsrechte können ebenfalls geregelt werden.
• Hilfeleistungen definieren: Die erwarteten Hilfeleistungen sollten im Vorfeld genau abgesprochen oder schriftlich festgehalten werden. Bei Bedarf kann der Untermieter einen Tätigkeitsnachweis führen. Achtung: Pflegeleistungen sind nicht zulässig!

Nützliche Tipps

• Preise vergleichen: Je nach Anbieter, Lage, Ausstattung und enthaltenen Leistungen können die Preise erheblich variieren.
• Wohnumfeld prüfen: Seriöse Anbieter beraten Sie vor dem Einzug sehr ausführlich, bieten Besichtigungen an oder ermöglichen sogar Probewohnen.
• Früh anmelden: Je attraktiver das Haus, desto länger ist in der Regel die Warteliste. Wenn Sie sich entschieden haben, fragen Sie nach einem Vor- oder Reservierungsvertrag, auch wenn Ihr Einzug erst in ein paar Jahren geplant ist.


FOTO: GESCHE JÄGER/LAIF

FOTOGRAFIERT VON BARBARA DOMBROWSKI