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Social Commerce: Paulikocht und die Achterbahn der Gefühle


e-commerce magazin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 10.06.2020

Vom Hashtag zur Social Commerce-Erfolgsstory.


► Pauli – das ist im wahren Leben Anja Licht – auf Instagram @call.me.the.pauli. Die 41-jährige Augsburgerin, deren Spitzname, sich von ihrem Mädchennamen ableitet, gründete 2017 das Ausnahme-Startup Paulikocht. Was als Hobby und ihrem Instagram-Hashtag begann, ist inzwischen zu einer GmbH mit eigenem Laden, Onlineshop und selbst entwickelten Produkten gewachsen. Das Geheimnis ihres Erfolges? Herz und Authentizität! Auf ihrem „Fachgebiet” Brand-Storytelling und Social Commerce ist sie inzwischen eine für Vorträge gefragte Expertin – obwohl sie komplette ...

Artikelbild für den Artikel "Social Commerce: Paulikocht und die Achterbahn der Gefühle" aus der Ausgabe 3/2020 von e-commerce magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: e-commerce magazin, Ausgabe 3/2020

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... Quereinsteigerin ist ohne BWL- oder Marketingstudium.


„Menschen unterstützen nicht Deine Idee oder ein Produkt. Sie unterstützen DICH.”


Anja Licht zeigt Gesicht – jeden Tag – in Form von Postings, Bildern, Videos und Instagramstories. Als sie 2015 nur aus Spaß auf ihrem Instagram-Account begann ihr Essen unter dem Hashtag #paulikocht zu posten, hätte sie sich nie träumen lassen für eine App einmal ihren Job als Führungskraft zu kündigen. Aber aus dem Thema ihres Accounts, entstand eine Leidenschaft, die Idee für ein Produkt und gleichzeitig die Nachfrage der stetig wachsenden Community.

So gründete sie 2017 die Paulikocht GmbH mit Ziel, jeden dabei zu unterstützen, seinen selbst gewählten Ernährungsstil mit Spaß und Leichtigkeit im Alltag umzusetzen. Ihre Strategie: Machen und Durchhalten!! Die Abenteuerfahrt von Paulikocht ist eine Geschichte mit vielen Erfolgen und Katastrophen wie sie selbst sagt – aber so ist das nun mal in einem Startup. Es geht manchmal stündlich rauf und runter – wie in einer Achterbahn.

Bei dieser wilden Fahrt mit Haltestellen bei der gesamten Produktentwicklung, immer wiederkehrenden Problemen mit Laborergebnisse oder der Produktionssuche, einer Crowdfunding Kampagne, dem Ladenprojekt im größten Einkaufscenter Münchens, bei Messebesuchen, dem Aufbau eines Onlineshops und vieles mehr, ist sie nie so richtig alleine. Ihre Community ist immer online dabei.

Die zwei Instagramaccounts – seit 2018 gibt es auch @pauli.kocht führt sie noch immer selbst. Genauso wie den stationären Handel, die komplette Logistik des Onlineshops und die Produktentwicklung mit den externen Produktionen. „Klar ist das neben meinen operativen Pflichten und Aufgaben oft anstrengend, macht aber natürlich auch total Spaß, denn die Menschen, mit denen ich täglich schreibe und interagiere sind nicht nur irgendwelche Kunden oder Follower, sondern viele auch nach all den Jahren zu guten Bekannten und Freunden geworden. Aber ich bin nunmal DIE PAULI – Gesicht der Firma, Storyteller und Gründerin. Ich habe weder ein Salesnoch ein Marketingteam, niemanden der die Onlineshop-Pakete packt, die zwei getrennten Warensysteme im Onlineshop und im Laden pflegt oder jemanden der sich um die Ablage oder Buchhaltung kümmert. Ich mache momentan immer noch so gut wie alles selbst. Mein Mann, der eigentlich selbst eine Firma hat, hilft mir wo er kann und ich habe vor einem Monat meine erste Mitarbeiterin eingestellt, die mir im Laden den Rücken freihält, obwohl mir Banken und Berater eigentlich davon abgeraten haben. Ich mache viel aus dem Bauch raus, verstelle mich nicht, zeige Hintergründe, lebe wirklich, was ich tue und ich liebe, was ich geschaffen habe. Das alles gehört zum Gesamtpaket von Paulikocht.”


„Instagram kennt keinen Feierabend, keine Feiertage und keinen Urlaub. Kontinuität ist King!”


Licht bringt es auf den Punkt: „Social Media ist so etwas wie die neue Art des Reality-TV. Nur viel interaktiver. Meine Community fühlt sich hautnah dabei, auch wenn ich nicht 24/7 online bin. Ich spiele ihnen nichts vor – ich versuche sie mitzunehmen. So authentisch wie möglich, aber auch nur so authentisch wie nötig. Man muss keinen Seelenstriptease hinlegen und auch nicht alles zeigen. Aber man muss jeden Tag am Start sein. Instagram kennt keinen Feierabend, keine Feiertage und keinen Urlaub. Kontinuität ist King!” Über ihre Community bekomme sie nicht nur Motivation, sondern auch Inspiration. Nirgendwo bekomme sie täglich so viel direktes Feedback auf Fragen und Ideen, Schwarmwissen und aktive Wünsche aus der Zielgruppe. Eine andere Art der Datenerhebung und der Marketingstrategie. Social Commerce nennt man das und es funktioniert. Storytelling ist nichts anderes wie die Tupperparty der 50er Jahre – nur mit mehr Reichweite. „Mein Business entwickelt sich weiter durch die aktive Beteiligung meiner Community. Sie machen mir Mut, spenden Trost und natürlich noch viel wichtiger für mein Business: sie generieren fortwährenden Umsatz und machen unaufgefordert Werbung. Dieses Prinzip von Geben und Nehmen funktioniert aber nur, wenn es auf Gegenseitigkeit beruht.” ║

ANJA LICHT…

Als Quereinsteigerin ohne BWL- und Marketingstudium hat sie innerhalb von wenigen Jahren eine GmbH mit Ladengeschäft, Online-Shop und eigenen Produkten aufgebaut.

www.paulikocht.com Instagram: @pauli.kocht Facebook: @Paulikocht

PAULIS TIPPS FÜR SOCIAL COMMERCE:

→ Mach den Unterschied, indem du Emotionen weckst. Die Kaufentscheidung regt nicht Qualität und Preis an.

→ Zieh deine Kunden in deine Story hinein.

→ Gib Einblicke hinter die Kulissen. Auch Fehler sind erlaubt und können gezeigt werden. Lass die Kunden „an dich ran” und sei nicht nur perfekt.

Mehr Tipps von Anja Licht im Kurzinterview:https://tinyurl.com/yby7uthy


Bildquelle: turlakova, Iryn / Shutterstock.com