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Social Imaging


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 23.12.2020

Zeiss ZX1: In modernen Smartphones stecken immer mehr Funktionen klassischer Kameras. Zeiss geht den umgekehrten Weg und integriert eine Android-Plattform in ein klassisches Kameragehäuse - soziale Netzwerke inklusive. Wir haben ausprobiert, wie sich diese besondere Form von „Social Imaging“ in der Praxis anfühlt.


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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 1/2021

Mit dem Slogan „Shoot. Edit. Share.“ kündigte Zeiss seine erste digitale Kamera an. Das war zur photokina 2018, und ColorFoto schrieb: „Die ZM-1 kommt im Frühjahr 2019, der Preis ist noch offen.“ Jetzt wissen wir: Sie heißt ZX1, kam Ende Oktober 2020 und kostet 6000 Euro. Was man dafür bekommt, ...

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... klingt auf der Zeiss-Webseite so: „Ein kompaktes und gleichzeitig leistungsfähiges spiegelloses System … für den unvergleichlichen ZEISS Look und qualitativ hochwertige Street Photography sowie Reise- und Landschaftsbilder. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.“ Das klingt nicht gerade nach Understatement, und so waren wir natürlich gespannt, was da auf uns zukommt.

Gehäuse und Ausstattung

Die noble Verpackung macht schon recht neugierig auf den Inhalt. Eine edle Schatulle und das Schmuckstück darin ist 142 x 93 x 94 mm groß und wiegt circa 840 Gramm. Man kann natürlich unterschiedliche Ansichten zur Form und Gestaltung dieser Kamera haben.

Aber unserer Meinung nach hat Zeiss hier alles richtig gemacht. Die ZX1 ist schlicht, elegant, zeitlos - kurz: ein absolutes Design-Highlight. Kompliment an die Designer.

Zur schicken Optik trägt die metallisch glatte Kameraoberfläche bei. Da stellt sich gleich die Frage nach dem Halt, aber auch hier ist alles im grünen Bereich: Die Kamera ist so geformt, dass sie trotz glatter Oberfläche gut in der Hand liegt. Das satte Gewicht und der kantige Kamerabody sorgen für ein angenehmes Haltegefühl.

Man kann es nicht klar genug sagen: Endlich einmal traut sich ein Hersteller, eine vom Kameramainstream abweichende Form zu realisieren. Und das hat sich Zeiss auch etwas kosten lassen.

Besonders deutlich zu sehen ist das an der Kamerarückseite. Welch ein enormer Aufwand muss es wohl gewesen sein, den sanften Knick am Gehäuse auch noch über den Displayrand fortzusetzen? Das Display hat tatsächlich einen Knick.

Am fest eingebauten Objektiv - einem Zeiss Distagon T mit 35 mm Brennweite und Lichtstärke 2 - lassen sich Blende (zwischen F2 und F22) und Fokus manuell einstellen. Die Naheinstellgrenze liegt bei 30 cm, für Filter ist ein 52 mm großes Gewinde vorhanden.

Ein kleiner Schiebeschalter zur Wahl von AF und MF befindet sich an der Objektivseite. Wie bei Zeiss-Produkten üblich, ist alles feinste Mechanik und Optik. Das Distagon überzeugt mit seiner guten Leistung bereits bei Blende 2.

Abgeblendet steigen sowohl die Messwerte für die Bildmitte als auch die Ränder. So ist bei Blende 4 der Randabfall kaum noch sichtbar (siehe Objektivtest auf Seite 46).

An der Kameraunterseite sitzen das Akkufach und das Stativgewinde. Mit dem mitgelieferten Netzadapter ist der Akku bei einer Restladung von 15% nach rund zwei Stunden wieder auf 100%. Der nicht abgedeckte USB-3.1- Anschluss befindet sich an der linken Kameraseite. HDMI-Geräte werden mittels mitgeliefertem USB-Adapter daran angeschlossen.

Wir betonen ja immer gern, dass eine gute Kamera mehr ist als die Summe ihrer Einzelteile, und das gilt ganz besonders für so eigenwillige Modelle wie die ZX1. Trotzdem wollen wir natürlich die Details nicht vorenthalten, als da wären: interner Speicher mit 512 GB (laut Hersteller für 7000 RAWDateien und 50 000 JPEGs ausreichend), 4K-Videos mit 30 fps, Full-HD Videos mit 60 fps sowie drahtlose Kommunikation über NFC, WIFI und Bluetooth.

Lichtgestalt Die Zeiss ZX1 ist blitzsauber verarbeitet und sieht phantastisch aus - inklusive Knick im 4,3 Zoll großen Rückseiten-Display.


Aufgeräumt Das minimalistische Design ist konsequent umgesetzt. Oben gibt es lediglich Ein/Aus-Schalter, Auslöser sowie Rädchen für ISO und Verschlusszeit - fertig.


Abgedeckt Das Akkufach schließt zwar sauber, das Gehäuse ist aber nicht explizit nach IEC 60529 gegen das Eindringen von Wasser geschützt.


Über ein gekoppeltes Smartphone kann man die ZX1 fernbedienen, auf diesem Weg funktioniert auch das Geotagging der Aufnahmen. Wer blitzen will, schiebt einen Aufsteckblitz auf den Blitzschuh; denn es gibt weder einen eingebauten Blitz noch einen Kartenslot, eine Speichererweiterung ist nur über USB-C möglich. Dafür sind ein Mikrofon und Lautsprecher an Bord, ein externes Mikrofon kann ebenfalls über USB-C angeschlossen werden.

Display und Bedienung

Nachdem wir jetzt das äußere Drumherum gebührend gelobt haben, kommen wir zum Herzstück der Zeiss ZX1: dem Bedienkonzept. Denn darin unterscheidet sie sich ziemlich grundlegend von allem, was Sie von Kameras kennen. Außer dem Betriebssystem der Kamera hat die ZX1 als zweites Betriebssystem auch noch Android an Bord, samt Apps für Bildbearbeitung und Bildsharing. Rund um das integrierte Adobe Lightroom CC erlaubt die ZX1 nicht nur die umfassende und bequeme Bildbearbeitung direkt in der Kamera, sondern auch gleich das Teilen der Bilder auf Social-Media-Kanälen.

Das Android-Ökosystem wird über Updates aktuell gehalten. Einen Play Store kann man aber nicht nachrüsten. Welche Apps auf der Kamera installiert sind, entscheidet allein Zeiss - schade.

„Adobe Photoshop Lightroom macht mehr aus Ihren Bildern“, schreibt Zeiss groß auf der Website. „Registrieren Sie Ihre Zeiss ZX1 und erhalten Sie ein Jahr den Adobe Photoshop Lightroom ™ Plan inklusive“, steht da. Was im Umkehrschluss heißt: Nach einem Jahr verlangt Adobe dafür eine Gebühr.

Auch die Fußnote „einige Funktionen erfordern ein Adobe Creative Cloud Foto-Abo“ deutet durchaus auf Zusatzkosten hin. Das sollte beim Anschaffungspreis von 6000 Euro kein K.o.-Kriterium sein, hinterlässt aber einen faden Beigeschmack.

Hardwareseitig heißt das Bedienkonzept „Back to the Roots“. Wo andere Kameras den gesamten Kamerabody mit verstreuten Bedienelementen wie Knöpfen, Vierwegetastern, Hebelchen, Rädchen und Joysticks dekorieren, kommt die ZX1 ganz puristisch daher: mit Auslöser, einem Drehrad für die Verschlusszeit, einem Ein/Aus-Schalter darunter und dem Video/Foto-Hebelchen.

Dann gibt es noch ein weiteres Drehrad für den ISO-Wert, dahinter eine versenkte Fn-Taste für Sonderaufgaben. Fertig. Das Display ist mit 4,3 Zoll tatsächlich größer als das meines immer noch heißgeliebten iPhone SE der ersten Generation. Hinzu kommt eine hohe Auflösung von 921 600 RGB-Bildpunkten.

Trotzdem gehen die Anpassungen nicht von Anfang an schnell von der Hand, denn mit den Fingerbewegungen und Wischgesten ist das so eine Sache. Da schieben sich schon mal Menüs übereinander, wenn man vom unteren Ende eines Untermenüs wieder in dessen Mitte möchte. Dann bringt sich wie aus dem Nichts das Sucherbild in Erinnerung und überlagert just die Mitte, die man gerade bedienen wollte.

Positiv ausgedrückt, könnte man sagen, dass man nicht den eingetrampelten Bedienungspfad der Smartphones weitergehen wollte. Realistisch formuliert, mag das in sich alles logisch sein, stellt aber einiges vom Kopf auf die Füße.

Das ist durchaus gewöhnungsbedürftig, aber ein Blick in die Bedienungsanleitung hilft in diesem Fall. Auch einen Sucher gibt es an der ZX1. Er misst 0,74 Zoll, hat eine sehr hohe Auflösung von 2 073 000 RGB-Bildpunkten und basiert auf moderner OLED-Technologie. Und dennoch kann der Sucher beim Durchschauen nicht überzeugen. Ein kleines Rädchen am Sucher dient dem Dioptrienausgleich, der Einstellbereich reicht von -3 bis +3. Die Abbildung im Sucher ist mit der Displayanzeige identisch.

Beim Blick durch den Sucher schaltet sich das Display ab. Trotz schwarzer Bildfläche ist es möglich, an der rechten Displayseite zu wischen. Man sieht im Sucher, welche Position der Finger dort eben einnimmt. Somit ist es nicht erforderlich, die Kamera vom Auge zu nehmen - eine sehr durchdachte Lösung.

Das System arbeitet mit vier Ebenen, die nach einem Daumenwisch am linken Displayrand zur Anzeige kommen.

Zur Auswahl stehen der App-Modus, Galerie-Modus, Aufnahme-Modus und der Einstellungs-Modus. Jede der vier Ebenen bietet an der rechten Displayseite eine weitere Leiste mit Einstell- möglichkeiten. Erfreulicherweise hat sich Zeiss dabei mit Optionen sehr zurückgehalten. Nur die für Fotografen wichtigen Einstellungen werden angeboten, aber keine eigenen Menüpunkte für Katzenaufnahmen im Winter bei Dämmerlicht oder Ähnliches.

Sobald die Kamera mit dem Lightroom- Account verknüpft ist - der zugleich eine Cloud-Lösung ist - kann man die gespeicherten Aufnahmen kabellos auf den Rechner beamen. Den ftp-Account für die Redaktion konnten wir leider nicht einrichten - der enthält im Usernamen ein Sonderzeichen, das Zeiss nicht erlaubt.

Autofokus und Belichtung

Die ZX1 hat einen 36 x 24 mm großen CMOS-Sensor mit 37 Megapixeln Auflösung. Seine Empfindlichkeit lässt sich zwischen ISO 80 - 51 200 variieren, Fotos werden als JPEG- oder DNG-Datei abgelegt. Der mechanische Zentralverschluss arbeitet im Bereich von 1/2000 bis 30 s. Für die Belichtung stehen die PSAM-Modi zur Verfügung sowie Optionen zur Aufnahme von Panoramen, Belichtungsreihen oder Intervallserien. Mehr braucht kein Mensch.

Das Tempo geht die ZX1 langsam und gemütlich an. Schon eine Einschaltverzögerung von 2,1 Sekunden ist nicht eben rasant und vermutlich dem fetten Softwarepaket geschuldet, das immer geladen werden muss. Und auch drei Bilder/s im RAW- und JPEG-Modus sind weit weg von rekordverdächtig - zumal bei neun Bildern schon wieder Schluss ist. Das mag für die angepeilte Zielgruppe der Straßen- und Landschaftsfotografen verschmerzbar sein, für 6000 Euro würden wir uns aber schon ein etwas zeitgemäßeres Tempo wünschen.

Das gilt leider auch für den Autofokus. Die ZX1 beherrscht sowohl Kontrastals auch Phasenmessung sowie die Modi Einzel-Autofokus, kontinuierlicher Autofokus, Flächen-Autofokus, Verfolgungs-Autofokus, manuell, AFLFunktion, Fokus-Peaking, Fokuslupe.

Klingt alles gut, ist aber ebenfalls eher gemächlich. 0,6 s bei 300 Lux und 0,7 s bei dämmrigen 30 Lux lauten die mageren Messwerte aus dem Labor.

Bildqualität

Wer das letzte Detail aus einem Motiv herauskitzeln möchte, greift zum KBFormat 36 x 24 mm. Hier hat sich die 36-Megapixel-Klasse mittlerweile als guter Kompromiss etabliert. Noch höhere Auflösungen sorgen zwar für noch mehr Schärfe bei gutem Licht, gehen aber, wenn es dunkler wird, schneller in die Knie.

Klassenintern sind darum 2553 LP/BH bei ISO 100 und ein VN-Wert von 0,7 genau das, was man erwarten darf. Zum Vergleich: Die Nikon Z7 mit dem 45-MP-Sensor liegt bei der Auflösung mit 2822 LP/BH vor der ZX1, beim VNWert mit 1,0 aber dahinter. Genau umgekehrt verhält es sich bei der Sony Alpha 7 Mark III mit 24-MP-Sensor: Der bleibt mit 1964 LP/BH bei der Auflösung ein ganzes Stück zurück, besticht dafür mit einem phänomenalen VN-Wert von 0,5.

Die VN-Werte gehen mit steigender Empfindlichkeit doch ziemlich schnell nach oben, die Auflösung bleibt vergleichsweise lange auf hohem Niveau.

Zeiss hat die JPEGs der ZX1 allerdings sehr eigenwillig abgestimmt: Sie werden kaum entrauscht und zugleich werden sie unterdurchschnittlich nachgeschärft, was die ungewöhnlich konstanten Auflösungswerte bei stark steigendem Rauschen erklärt, aber auch diesen verblüffend flauen Bildeindruck. Ihnen fehlt erstaunlicherweise jeder Biss.

Das enttäuscht und irritiert, denn eigentlich sollte man ja ein JPEG sofort problemlos verwenden können. Diese muss man bearbeiten - oder man beachtet sie einfach nicht. Denn die DNGs sehen schon auf den ersten Blick wesentlich besser aus und zeigen all die Schärfe, Detailfülle und Brillanz, die wir erwartet hatten. Wir haben zwar noch keine Messwerte zu den DNGs, aber beim Praxisbild-Vergleich mit einem Konkurrenzmodell lag die ZX1 vorn.

Die ZX1 ist somit eine Kamera, bei der man unbedingt im RAW-Format fotografieren sollte. Dann sind die Bilder so, wie man sie von einer Kamera dieser Preisklasse erwarten darf. Die JPEGs - die vergessen wir einfach.

Fazit

Die Idee, eine Kamera direkt in soziale Netzwerke einzubinden, Lightroom und anderes zu integrieren, war absolut überfällig. Das Gehäuse und die Bilddatenweitergabe zeigen, wie die Kamera der Zukunft aussehen könnte.

Auch wenn sich das Gehäuse bei längerem Betrieb merklich erwärmt, der Näherungssensor am Sucher bei der Bedienung manchmal dazwischenfunkt und der Text der Menüs an einigen Stellen sehr filigran ist - die Richtung stimmt. Wer bereit ist, 6000 Euro in die Hand zu nehmen, bekommt dafür eine einzigartige Kamera mit sehr guter Bildqualität (DNG) und hohem Charmefaktor. Der Außenseiter Zeiss zeigt mit dieser Kamera, wie ein modernes Konzept aussehen kann.

Trotzdem bleiben noch Wünsche offen: Warum kann ich keine eigenen Apps installieren? Ein Zugang zum Google Play Store würde dieses Konzept wirklich rund machen. Und wieso sehen die JPEGs so merkwürdig aus? Beim Sucher hätten wir ebenfalls gern ein kräftiges Update, und ein abgedichtetes Gehäuse steht auch auf der Wunschliste für das Nachfolgemodell. Unsere ersten beiden Wünsche dürften per Update lösbar sein. Für den Sucher braucht es eine ZX1 II - aber das wird dauern.

Wer also die 6000 Euro ausgibt, kauft mit der ZX1 das momentan modernste Kamerakonzept am Markt; mit ein paar schrägen Eigenheiten, aber sehr guten RAW-Bildern.

Leica Summilux 1,7/28 mm Asph

Optik der Leica Q2 Monochrom: In der Bildmitte punktet das Summilux mit extrem hoher Auflösung und fast perfekten Kontrastwerten schon bei offener Blende. Abgeblendet legt der Kontrast nochmals zu, die Auflösung bleibt wie „festgenagelt“ bei 3350 Linienpaaren stehen, denn in der Mitte erreicht die Kamera die theoretisch maximale Sensorauflösung. Zu den Rändern hin messen wir jedoch einen sehr starken Abfall von Auflösung und Kontrast. Abblenden reduziert das Problem, löst es jedoch nicht. Der SW-Sensor treibt die Festbrennweite an ihre Grenzen.

Leica Q2 Mono. Zeiss ZX1

Test der Integrierten Festbrennweiten: Leica und Zeiss statten ihre beiden „Kompaktmodelle“ Q2 Monochrom und ZX1 mit Kleinbildsensoren und fest eingebauten lichtstarken Weitwinkelobjektiven aus. Die Tests der beiden Kameras finden Sie auf den Seiten 34 und 40, hier folgen die Objektivtests.

Zeiss Distagon T 2/35 mm

Optik der Zeiss ZX1: Schon bei Blende 2 überzeugt das Distagon mit hohen Auflösungs- und Kontrastwerten in der Bildmitte und guten Resultaten am Rand. Im direkten Vergleich kann Zeiss in der Bildmitte nicht gegen die extrem hohe Auflösung der Leica Q2 Monochrom punkten, doch am Rand dreht sich das. Hier liefert das Distagon die besseren Werte - relativ zur Mitte, aber auch absolut. Das Distagon steigert sich zudem beim Abblenden nicht nur in der Bildmitte, sondern reduziert auch noch den Randabfall. Bereits bei Blende 4 ist er kaum noch sichtbar.


Fotos: Hersteller, Erich Baier, Image Engineering