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SOCIAL MEDIA TALK: Lars Erichsen, der Tradermacher


Traders - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 24.10.2019

Lars Erichsen hat sich mit dem Tradermacher-Projekt zum Ziel gesetzt, die Zusammenhänge an der Börse einfach und ohne Fachchinesisch zu erklären. Auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht er Videos, die kurz und prägnant ein bestimmtes Thema beleuchten. So lernen die Zuschauer Stück für Stück die Trading-Praxis kennen.


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Bildquelle: Traders, Ausgabe 11/2019

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TRADERS´: WANN UND WIE SIND SIE AUF DIE IDEE GEKOMMEN, EINEN YOUTUBE-KANAL ZU STARTEN?
Erichsen: Anfang 2015 ist der Kanal an den Start gegangen. Übrigens fast zeitgleich mit meinem anderen YouTube-Kanal „Erichsen – ...

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TRADERS´: WANN UND WIE SIND SIE AUF DIE IDEE GEKOMMEN, EINEN YOUTUBE-KANAL ZU STARTEN?
Erichsen: Anfang 2015 ist der Kanal an den Start gegangen. Übrigens fast zeitgleich mit meinem anderen YouTube-Kanal „Erichsen – Geld und Gold“, bei dem es um die längerfristige Geldanlage geht. Mir ist aufgefallen, dass sich die Fragen der Leser meines Börsenbriefes häufig ähneln: Wie und warum setze ich wo einen Stopp, welches Risiko soll ich wählen, welche Rendite darf ich erwarten und so weiter – daraus ist dann der praktische Gedanke entstanden, diese Fragen einmal grundlegend zu beantworten, um so auf die entsprechenden Videos verweisen zu können. Zusätzlich hat es mich offen gesagt mehr und mehr geärgert, dass Trading in Deutschland teilweise einen zweifelhaften Ruf als blinde Zockerei „genießt“, als könne man wie im Casino genauso gut auf Rot oder Schwarz setzen. Das ist schlicht verkehrt.

TRADERS´: WELCHE GRUNDSÄTZLICHE PHILOSOPHIE VERFOLGEN SIE AUF DEM KANAL?
Erichsen: Fairness, Transparenz und Offenheit. Monatliche Renditeversprechen von 30 Prozent oder mehr sind in aller Regel unseriös. Wer von „todsicheren Systemen“ spricht wie etwa derzeit häufig im Kryptobereich, der wirbt vermutlich für ein betrügerisches System – auch das möchte ich im Kanal ganz direkt ansprechen. Beim Trading geht es um Wahrscheinlichkeiten. Es geht um die Profit-, nicht die Trefferquote. Profis haben keine geheimen Methoden, sondern sind diszipliniert und kritisch mit sich selbst. Jeder kann das lernen.

TRADERS´: WURDEN IHRE ERWARTUNGEN AN DIE BISHERIGE ENTWICKLUNG DES KANALS ERFÜLLT?
Erichsen: Ich bedanke mich bei allen, die Teil dieses Projektes sind, insbesondere bei meinen Abonnenten. Aber ich bin noch nicht zufrieden. Die aktive Geldanlage – dazu zähle ich auch Marktteilnehmer, die fünf bis zehnmal im Jahr in ihrem Depot Veränderungen vornehmen – ist eine sinnvolle Ergänzung zum klassischen Buy-and-Hold- Ansatz. Hier möchte ich noch mehr Menschen erreichen.

TRADERS´: WELCHE THEMEN LIEGEN IHNEN UND IHREN ABONNENTEN BESONDERS AM HERZEN?
Erichsen: Sehr regelmäßig bespreche ich ganz konkrete Setups, also Gelegenheiten im DAX, bei Gold und Währungspaaren oder im Aktienbereich. Wo sind Chancen, die ich persönlich nutzen kann? Das ist für viele Besucher des Kanals sicher die spannendste Frage. Fast ebenso wichtig ist die Psyche eines Traders. Darüber hinaus sind immer wieder die Entwicklung einfacher Handelssysteme auch ohne besondere Fähigkeiten in der Programmierung sowie sämtliche Themen rund um das Positions-, Risiko- und Money-Management im Gespräch. Ein weiterer wichtiger Punkt ist natürlich die Zukunft der aktiven Geldanlage.

TRADERS´: WAS SIND DIE GRÖSSTEN FRAGEN, PROBLEME UND FEHLER VON TRADERN, MIT DENEN SIE IMMER WIEDER KONFRONTIERT WERDEN UND DIE SIE GERN EINMAL ENDGÜLTIG BEANTWORTEN WÜRDEN?
Erichsen: Da möchte ich tatsächlich auf den Kanal direkt verweisen, denn es gibt eine Reihe von interessanten Fragen, oft auch direkt unter den Videos, die ich gerne beantworte. Fast schon eine Mission für mich, deshalb spreche ich regelmäßig darüber: Trading und Aktiensparen sind unterschiedliche Disziplinen mit einem unterschiedlichen Regelwerk. Wer permanent Optimierungen in einem langfristig ausgerichteten Aktienportfolio vornimmt, der verschlechtert genauso seine Rendite wie ein Trader, der Verlustpositionen nicht schließt, weil er negative Ergebnisse nicht verträgt. Ein Handelssetup braucht stets drei Komponenten – Einstieg, Ziel(e) und eine Verlustbegrenzung, also einen Stopp. Berücksichtigt man dann noch, nur passende Chance/Risiko-Verhältnisse umzusetzen, steht dem erfolgreichen Handel wenig im Weg. In der Praxis stellen uns die eigene Psyche und verschiedenste Emotionen aber immer wieder Fallen, in die gerade Privatanleger anfangs zu oft hineintappen.


„Monatliche Renditeversprechen von 30 Prozent oder mehr sind in aller Regel unseriös.“


TRADERS´: WIE SIEHT IHR EIGENER HANDELSSTIL AUS UND WO LIEGT DABEI IHR KONKRETER VORTEIL?
Erichsen: Ich habe zehn Jahre lang praktisch ausschließlich News-Trading betrieben. Zu diesem Zeitpunkt habe ich 95 Prozent aller Trades im Aktienbereich umgesetzt. Erst im späteren Verlauf, etwa ab 2010, nahm das Positions-Trading einen immer größeren Teil meines Handels ein, wodurch Signale im Forex-, Indexund Rohstoffbereich dazukamen. Mein Trading basiert überwiegend auf verschiedenen Einstellungen der Markttechnik, die Ein- und Ausstiege sind Chart-basiert. Die Ergebnisse fundamentaler Analysen verwende ich eher im Bereich des langfristigen Investierens. Ich verknüpfe die beiden Ansätze auch nicht. Im Einzelfall kann das bedeuten, dass ich in einer Aktie langfristig investiert bin und – dafür verwende ich separate Konten – im Trading eine Short-Position eröffnet habe, um von fallenden Kursen zu profitieren. Auf unterschiedlichen Zeitebenen ergeben sich unterschiedliche Signale, das respektiere ich.

TRADERS´: WIE VIELE STUNDEN INVESTIEREN SIE IN ETWA PRO TAG IN IHR TRADING?
Erichsen: Wenn wir den Begriff Handel auf Börse und Geldanlage erweitern können, dann etwa sechs bis acht Stunden täglich. Der reine Handel beschränkt sich dabei überwiegend auf meine Trading-Community von TraderMacher-LIVE, die den ganzen Tag mit mir im Austausch ist. Ansonsten genieße ich es, dass ich meine Leidenschaft heute durch Videos, Podcasts und neuerdings auch Instagram mit vielen Menschen teilen darf. 15 Jahre lang habe ich freiwillig die Isolation vor den Bildschirmen gewählt und bin dadurch finanziell unabhängig geworden. Heute schätze ich mich wirklich glücklich, dass mein Alltag an Vielfalt gewonnen hat – gerade auch, weil es bei vielen Projekten anfangs nicht um die Frage geht, ob sich damit etwas verdienen lässt. Diese Freiheit genieße ich.

TRADERS´: UND WIE VIEL ZEIT BRAUCHEN SIE FÜR DEN KANAL, UM REGELMÄSSIG HOCHWERTIGE BEITRÄGE ZU PRODUZIEREN? STEMMEN SIE DAS ALLES ALLEIN?
Erichsen: Meine technischen Fähigkeiten sind begrenzt. Wirklich sehr begrenzt, wie meine Frau wohl hinzufügen würde. In einem kleinen Team besprechen wir einmal in der Woche, welche Inhalte in den Videos, Podcasts und Reports interessant sein könnten. Für die Aufnahmen plane ich dann, je nach Inhalt und Umfang, zwölf bis 15 Stunden ein. Das Rohmaterial leite ich weiter, ein anderes Teammitglied bearbeitet es dankenswerterweise und lädt dann Videos und Podcasts hoch. Ohne diese Unterstützung wären diese Projekte kaum umsetzbar, zumal niemand auch nur einen Euro für die Inhalte bezahlen muss. Das wird auch in Zukunft so bleiben.

TRADERS´: WAS IST IHRE VISION FÜR DIE ZUKUNFT DES KANALS?
Erichsen: Ich möchte, dass der Kanal weiter bis in den sechsstelligen Bereich wächst – und zwar ohne dass ich dafür unrealistische Versprechen abgeben oder in den Bereich der Verschwörungstheorien abrutschen muss. Der Tatsache, dass sich mit Angst in den sozialen Medien ein gutes Geschäft machen lässt und auch enorme Aufrufzahlen möglich werden, bin ich mir durchaus bewusst. Meine Hoffnung ist aber, dass die Besucher der Kanäle erkennen, dass allein die Beschreibung eines Untergangsszenarios überhaupt keinen Mehrwert darstellt. Ich will auch weiterhin die Probleme des Tradings wie auch der Geldanlage offen und realistisch ansprechen, um dafür konkrete Lösungen anzubieten. Den Kopf in den Sand zu stecken ist definitiv keine Lösung. Die Zukunft war schon immer unsicher, das liegt in der Natur der Sache. Passivität wird in der Geldanlage künftig noch härter bestraft. Die Besucher meiner Kanäle dürfen sich auch weitherhin hoffentlich über sinnvolle aktive Strategien freuen.