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Sodbrennen, Refluxkrankheit – Säurestau im vollen Magen


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Deine Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 20.05.2022

SODBRENNEN

Artikelbild für den Artikel "Sodbrennen, Refluxkrankheit – Säurestau im vollen Magen" aus der Ausgabe 3/2022 von Deine Gesundheit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Deine Gesundheit, Ausgabe 3/2022

Dass Sodbrennen in einem Zusammenhang mit einem Säureüberschuss im Körper stehen muss, verspüren viele Personen sehr schmerzhaft am eigenen Leib. Sie klagen über brennende Schmerzen in der Speiseröhre, besonders dann, wenn sie säurehaltige Nahrung wie Joghurt, Quark, Sauerkraut, zitronensaure Limonaden, Softdrinks, Fruchtsäfte, Sekt oder auch Kaffee zu sich genommen haben.

So kommt es zu einem Säureüberschuss im Körper

Zur Ursache der Refluxkrankheit gibt es in der medizinischen Literatur keine konkreten Angaben, vielmehr stützt man sich auf Aussagen von Experten, deren abschließende Beweisführung durch geplante Studien noch aussteht. Nach den Ergebnissen meiner Arbeiten ist die Refluxkrankheit ursächlich auf eine mit Säuren überschüssig angereicherte Nahrungsaufnahme zurückzuführen. Besteht zudem eine chronische Säurebelastung des Gesamtorganismus, wird die Entstehung dieser ...

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... Gesundheitsstörung ausgeweitet. In wenigen Worten lässt sich der funktionelle Störungsverlauf so erklären: Die in den Magen aufgenommenen Speisen und Getränke können vom Magen-Ausgang (Pylorus) nur dann in den Zwölffingerdarm (Duodenum) einfließen, wenn die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) auch gleichzeitig genügend Basen zur Neutralisation des sauren Magenbreis liefert. Der vom Magen in das Duodenum einfließende saure Magenbrei muss auf einen basischen pH-Wert angehoben werden, um die Schleimhaut des Darmes nicht zu verätzen. Zudem muss ein basisches Milieu im Dünndarm erreicht werden, um die Funktion der Verdauungs-Enzyme zu gewährleisten. Folglich bleibt der Magen bis zum Erreichen einer ausreichenden Neutralisation gefüllt, die eine Zeit lang dauern kann, abhängig von der mit der Nahrung aufgenommenen Säuren und einer vorliegenden Gewebeübersäuerung. Der verweilende Mageninhalt mit dem sauren Magensaft drückt auf den oberen Schließmuskel, der dem Druck nicht immer standhalten kann. Dadurch kann es zum Zurückfließen des sauren Magenbreis in die Speiseröhre kommen.

So entsteht Sodbrennen

In den folgenden Abschnitten wird die Funktionsweise von Magen und Pankreas im Verdauungsprozess erklärt, um die Entstehung des Sodbrennens nachverfolgen zu können. Dem Magen fällt die Aufgabe zu, die aufgenommene Nahrung aufzulösen und für die Verdauung vorzubereiten. Das geschieht mittels eines sehr sauren Saftes, der zudem Keime wie Krankheitserreger und Mikroorganismen abtötet. Er produziert hierfür eine Säure mittels eines bestimmten Zelltyps, den Belegzellen, die sich in der Magenwand befinden. Es entsteht Salzsäure (H+ Cl- ).

Magen und Bauchspeicheldrüse arbeiten für die Verdauung Hand in Hand

Die Säureproduktion zeichnet sich durch eine Besonderheit aus, nämlich dadurch, dass neben Säuren gleichzeitig auch Basen gebildet werden, und das stets im gleichen Verhältnis: Zu jedem Säure-Kation (H+ ) entsteht ein basisches Anion, das Bikarbonat (HCO– 3). Die Produktion erfolgt aus den Substraten Kohlendioxid (CO2 ) und Wasser (H2 O), von denen im Organismus reichlich vorhanden ist. Diese chemische Reaktion vermittelt das Enzym, die Carboanhydrase. Somit entstehen zu gleichen Teilen die Salzsäure für den Magen und die Base Bikarbonat, die dem Blut zufließt. Das Bikarbonat wird von der Bauchspeicheldrüse aufgenommen und von dieser bei der Magenentleerung ausgeschüttet, um die notwendige Neutralisation des sauren Magenbreis durchzuführen. Hat der Magen seine Vorverdauung abgeschlossen, ist er bereit seinen sauren Magenbrei in den Zwölffingerdarm abzugeben. Das vollführt er in kleinen Portionen, die in den oberen Teil des Zwölffingerdarms (Duodenum) einfließen, die dort sofort, ohne Verzögerung, neutralisiert werden müssen, um eine Verätzung der Darm-Schleimhaut zu vermeiden. Diese Neutralisation verrichtet die Bauchspeicheldrüse, indem sie zeitgleich einen basischen Saft, angereichert mit Bikarbonat, in den Zwölffingerdarm einleitet. Die Koordination dieses fein abgestimmten Vorganges steuert das vegetative Nervensystem. Der sehr saure Magenbrei (pH ≈ 1) muss auf einen basischen pH-Wert von mindestens 7,4 angehoben werden, was dem pH-Wert des Blutes entspricht. Das ist Voraussetzung, um die Verdauung und die Resorption der Nährstoffe im Dünndarm zu gewährleisten.

Zu jedem Säure-Kation (H+ ) entsteht ein basisches Anion, das Bikarbonat ( HCO– ).

Ohne ausreichend Bikarbonat wird das Weiterfließen verhindert

Dieser fein abgestimmte Funktionsablauf im Verdauungsvorgang von Magen und Pankreas wird jedoch gestört, wenn die aufgenommene Nahrung einen Säureüberschuss enthält. Es ist zu beachten, dass die sauren Nahrungsmittel zur Absenkung des pH-Wert im Magen beitragen, sodass dieser bis zum Erreichen seines Sollwertes von pH ≈ 1 weniger Säure produzieren muss und damit auch im gleichen Maße weniger die Basen Bikarbonat. Damit fehlen dem Pankreas die erforderlichen Basen für die Neutralisation mit der Folge, dass die Entleerung des Magens verzögert erfolgt oder unterbrochen wird. Dieses Defizit kann ein gesund ernährter Körper eine Zeit lang (Wochen bis Monate) schadlos ausgleichen, indem er die fehlende Base im Stoffwechsel umgehend produziert. Das geschieht überwiegend durch eine enzymatische Reaktion, die aus Wasser und Kohlendioxid die Base Bikarbonat und ein Wasserstoff-Ion bildet. Das schädliche saure Wasserstoff-Ion (H+ ) wird über die Nieren mittels Säurepuffer (Dihydrogen-Phosphat; Ammonium-Ion) ausgeschieden.

Wichtig: Die in der medizinischen Praxis weitläufig verordneten Säureblocker (Protonen-Pumpen-Hemmer) wirken hingegen rein symptomatisch, sie ändern nichts an dem Status der Säurebelastung des Organismus. Nach Absetzen der Medikamente kehren die Beschwerden zurück, häufig in unverminderter oder auch in verschlimmerter Weise.

Wenn Reflux chronisch wird

Diese ungünstige Situation eines Basen-Defizits weitet sich aus, wenn durch eine ungesunde Ernährungsweise eine Säurebelastung in Form einer Gewebeübersäuerung entstanden ist. Ein säure-belasteter Stoffwechsel ist nur bedingt in der Lage die benötigten Basen für die Bauchspeicheldrüse zu bilden. Dem Magen wird nun eine zusätzliche Aufgabe zugeteilt, den Basenmangel zu beheben. Er muss jetzt über seinen natürlichen Bedarf hinaus Magensäure mit einer entsprechenden Menge an Magensaft bilden und das dabei entstehende Bikarbonat der Bauchspeicheldrüse liefern. Erst jetzt kann er nach und nach den Speisebrei entleeren, jedoch bei gleichzeitiger Vermehrung des sauren Magensaftes. Der in diesem Vorgang widernatürlich voll aufgefüllte Magen mit saurem Magensaft samt Magenbrei drückt jetzt stärker gegen den Schließmuskel am Mageneingang (Kardia) vor allem bei ungünstigen Bewegungen, Deine beimGesundheit Bücken im Liegen. In einer solchen Situation besteht die Gefahr eines Rückflusses des Mageninhaltes in die Speiseröh- re. Die Folgen eines Rückflusses sind Verätzungen der betroffenen Gewebeschichten, die zu den typischen Beschwerden der Refluxkrankheit führen. Weitet sich der Reflux zu einer chronischen Störung aus, kommt es zur Degeneration der Gewebe (Barrett-Ösophagus) bis hin zum Karzinom.

Therapie der Refluxkrankheit

Die Schulmedizin betrachtet die Refluxkrankheit als eine isolierte Erkrankung. Sie begrenzt das therapeutische Vorgehen allein auf den Magen in der Vorstellung durch eine Blockade der Magensäure-Produktion die Gesundheitsstörung beseitigen zu können. Die vorrangige Maßnahme zur Prävention und Therapie der Refluxkrankheit besteht jedoch grundsätzlich in einer ausgewogenen, den Bedürfnissen des Körpers angepassten, säurearmen bis säurefreien Ernährungsweise. Zu begrenzen ist vor allem der Genuss von säurehaltigen Softdrinks und Milchsäurehaltigen Milchprodukten. Die heute übliche Nahrungsaufnahme von Getränken und Speisen beinhaltet einen täglichen Säureüberschuss von 60 bis 100 mmol. Diese Menge übersteigt das natürliche Ausscheidungsvermögen des Körpers, das bis zu 25 mmol Wasserstoff-Ionen täglich beträgt. Wird dieses Maß überschritten, muss der Körper den Überschuss mittels Ausscheidungspuffer über Nieren und Lunge ausscheiden.

Buchtipp:

Dr. med. Klaus Jürgen Mielke: „Säuregenuss, Säureleid – wie man durch den sorglosen Verzehr säurehaltiger und säurebildender Speisen und Getränke seine Gesundheit ruiniert“, BoD Verlag, ISBN 978-3-7534-3724-8, Preis 14,50 Euro.

Eine Gewebeübersäuerung kann sich auch durch eine saure Gärung im Dickdarm und durch eine übermäßige Fettverbrennung im Energie-Stoffwechsel (Bildung saurer Ketonkörper) ausbilden. Um eine Refluxkrankheit erfolgreich zu therapieren, ist ggf. eine Darmsanierung erforderlich als auch den Fettkonsum auf ein natürliches Maß zu reduzieren.

Beispiele: So beinhaltet ein Liter Orangenlimonade, bedingt durch den Gehalt an Zitronensäure und Apfelsäure, rund 70 mmol Wasserstoff-Ionen. Ein Becher Quark (200 g) enthält ca. 28 mmol Wasserstoff-Ionen und ein Portion Joghurt (150 g) ca. 15 mmol Wasserstoff-Ionen, die die Milchsäure liefert.

Die Ausscheidungspuffer sind jedoch begrenzt, sodass bei einer fortgesetzten säurehaltigen Ernährung eine allmähliche gesundheitsbelastende bis gesundheitsschädigende Gewebeübersäuerung entsteht. Säurebelasteten Personen mit wiederkehrendem Völlegefühl und Sodbrennen wird zur Behandlung Bikarbonat (Natron) empfohlen. Das Bikarbonat neutralisiert Magensäure. Die Säure-H+ -Ionen reagieren mit dem Bikarbonat zu Wasser und Kohlendioxid. Das CO2 entweicht überwiegend aus dem Magen über die Speiseröhre. Um eine mit der Nahrung aufgenommene Säureaufnahme von 50 mmol H+ -Ionen zu neutralisieren, benötigt man 50 mmol Bikarbonat. 50 mmol Natrium-Bikarbonat-Pulver (NaHCO3 ) wiegen 4,2 Gramm. Bikarbonat-Pulver wird in einem Glas lauwarmen Wassers aufgelöst und direkt nach der Mahlzeit getrunken. Einige Mineralwässer enthalten bis zu 2 Gramm Bikarbonat (Na+ HCO– 3) pro Liter, die sich daher als heilsame Basenlieferanten eignen. Wenn man die Tagesdosis erhöhen möchte, um zum Beispiel eine Säurebelastung des Körpers abzubauen, ist der allgemeine Gesundheitszustand zu berücksichtigen. Diesbezüglich wird empfohlen, den Hausarzt zu konsultieren.

Resümee

Wer seine Ernährung bewusst plant und bekömmliche, säurearme bis säurefreie Nahrungsmittel nach den physiologischen Bedürfnissen des Körpers aussucht, wird sich nicht dem gesundheitlichen Stress einer Säurebelastung aussetzen. Er wird dann vor den Schmerzen des Sodbrennens und der Entwicklung einer Refluxkrankheit verschont bleiben. Nicht nur das, es werden auch andere Wohlstandskrankheiten ausheilen wie das Reizdarm-Syndrom, die Arthrosen, die Osteoporose und der Typ-2-Diabetes, wie ich es in meinem neu erschienenen Buch Säuregenuss – Säureleid beschrieben habe.

Dr. med., Dipl. Ing. Klaus Jürgen Mielke absolvierte sein Studium an der Fachhochschule Koblenz im Studiengang Ingenieurwesen, Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und an der Medizinischen Hochschule Hannover. Nach seiner klinischen Tätigkeit, die die Arbeitsmedizin einschloss, leitete er eine Privatpraxis in Hannover mit den Fachbereichen der Magen-Darm-Heilkunde, der Ernährungsmedizin, der Dermatologie und der Allergologie. Er veröffentlichte mehrere Fachartikel zu den Themen Osteoporose, Reizdarmsyndrom, Sodbrennen/Refluxkrankheit, Allergiebehandlung und Typ-2-Diabetes. Sein Augenmerk galt der gesundheitsschädlichen Säurebelastung, die in der 2_united analytischen kiosk_09/05/2022 und therapeutischen Medizin bislang vernachlässigt wurde. 1998 erschien das Buch „Droge Wohlstandskost: Chronisch krank durch Fehlernährung“, 2007 das Buch „Der sichere Weg aus der Diabeteskrise“ und im Nov. 2021 das Buch „Säuregenuss – Säureleid“.