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SOFTWARE-SYNTHESIZER: TRACKTION: RETROMOD LOFREQ CLASSIC/MODERN


Keys - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 28.02.2019

Kurz vor Weihnachten hat Tracktion die Retromod-Rompler-Serie um die beiden Plug-ins Lofreq Classic und Modern ergänzt. Inzwischen gibt es damit fünf virtuelle Klangerzeuger, die die wichtigsten Klänge von über 30 klassischen und modernen Synthesizern abdecken sollen.


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Bildquelle: Keys, Ausgabe 4/2019

Das Software-Unternehmen Tracktion dürfte vor allem durch seine DAW Waveform bekannt sein. Die Vorversion T7 haben wir Ihnen gerade erst kostenlos in KEYS 12/2018 zur Verfügung gestellt. Mit der Retromod-Serie hat Tracktion allerdings auch die Sounds vieler wichtiger Synthesizer der letzten 40 Jahre auf Sample-Basis in Plug-ins konserviert. ...

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... Hier finden sich Klassiker wie der Rolands Juno, aber auch neuere Synthesizer wie Clavias Nordlead-Serie oder der Moog Phatty. Dass die Plug-ins dabei mehr als nur „Sample-Schleudern“ sind, beweisen die beiden neuen Kandidaten.

Bass-Synthesizer früher und heute

Die beiden Lofreq-Plug-ins Modern und Classic stehen im Zeichen klassischer und neuzeitlicher Bass-Synthesizer. Wie bei allen Retromods wurden die Sounds mit hochkarätigem Equipment eingefangen. Lofreq Classic deckt dabei vor allem Klassiker wie Rolands TB-303 oder Korgs MS-20 ab, während Lofreq Modern sich neueren Geräten wie dem Minimoog- Klon Behringer Model D oder dem Waldorf Pulse 2 widmet. Der Übergang zwischen beiden Plug-ins ist fließend und wechselt ab ungefähr Ende der Neunziger von „classic“ zu „modern“.
Mit etwa 25 000 Einzel-Samples verteilt auf fast 700 Presets haben die Lofreq- Plug-ins jede Menge Klangmaterial zu bieten. Sie laufen dabei in DAWs unter Windows, Mac-OS und sogar Linux in den Formaten VST, AU, AAX und SO. Insbesondere native Linux-Versionen sind im Musikbereich noch immer eine Seltenheit. Die stufenlos skalierbare Oberfläche ist aufgeräumt und selbsterklärend. Zwei Oszillatoren und zwei Filter-Sektionen sind zur nachträglichen Klangformung der Samples durchaus ausreichend. Spannend ist aber vor allem das X/Y-Pad. Hiermit ist es möglich, mit nur einer Bewegung mehrere Parameter gleichzeitig zu ändern und damit etwa Verzerrung, Filter-Frequenz und Tonhöhe gemeinsam zu beeinflussen. So wird das eher statische Sample-Material auf einen Schlag lebendig. Schöne Idee! Auch eine gut ausgestattete Effektabteilung ist jeweils an Bord. Neben einem Equalizer gibt es vier Slots, die von einfachen Delays und Reverbs bis hin zu Distortion und Phaser mit allen Basiseffekten befüllt werden können. Ein übersichtlicher Preset-Browser komplettiert schließlich die umschaltbare Bedienoberfläche. Die Preset-Namen sind nach einem knappen Gerätekürzel lediglich durchnummeriert … da hätte ich mir an manchen Stellen sprechendere Bezeichnungen gewünscht. Gleichwohl findetman sich dank derminimalistischen und intuitiven Bedienoberfläche schnell zurecht.

Das X/Y-Pad schafft lebendige Sounds mit nur einer Bewegung.


Eine gut ausgestattete Effektabteilung sorgt für die Veredelung der Samples.


Der Preset-Browser ist übersichtlich gestaltet, nur die Bezeichnungen der Sounds könnten etwas sprechender sein.


Lofreq Classic

Die Classic-Variante bietet elf Bass-Synthesizer, darunter echte Klassiker wie Rolands TB-303, SH-101 und SH-2, Oberheim SEM, Arp Odyssey, Yamaha CS-30 und Korg MS-20. Aber auch „neuere“ Geräte und Nachbauten wie DoepfersMS-404, Novation Bass Station, Realistic MG-1 und Roland CMU-810 haben es in das Line-up geschafft. Insgesamt eine breit aufgestellteMischung, die die Suche nach dem passenden Bass-Sound für das nächste Projekt deutlich vereinfachen wird. Klanglich merktman allen Samples das hochwertige Aufnahme-Equipment, aber auch die Liebe zum Detail bei der Nachbearbeitung an. Hier knackt es nirgends an denÜbergängen – alles spielt sich sauber und flüssig, mono, bis zu 16-fach-Unisono oder polyphon. Das X/Y-Pad sorgt darüber hinaus bei vielen Sounds auf einfache Weise für mehr Klangdynamik.
Von der Filter-Sektion sollte man allerdings keine Wunder erwarten. Überhaupt sollten die Klangformungswerkzeuge eher als nettes Beiwerk betrachtet werden, denn sie bilden nicht die Filter der Hardware-Originale ab.Wer also in freudiger Erwartung bei den 303-Sounds an den Cut-off - und Resonanz-Reglern schraubt, wird eher enttäuscht werden. Tatsächlich reagiert das Filter bei manchen Presets erst bei voll aufgedrehter Resonanz – dann aber unvermittelt und gnadenlos. Hier ist also Fingerspitzengefühl gefragt. Insgesamt wurden die Maschinen aber in nahezu allen Klangfacetten und natürlich inklusive der eigenen Filter eingefangen, wodurch man das Fehlen „realistischer“ Werkzeuge zur Soundmanipulation verschmerzen kann.


>> Retromod Lofreq Modern bietet einen riesigen Fundus an Bassklängen – von geradlinig digital bis zu warm und knarzend analog. >>


Lofreq Modern

In Lofreq Modern hat Tracktion weitere elf Hardware-Synthesizer akribisch gesampelt und aufbereitet. Modern ist dabei ein dehnbarer Begriff . Neben älteren Kandidaten wie dem Waldorf Pulse oder Vermonas Mono Lancet finden sich hier vor allem aktuelle Produkte wie Behringer Model D, Arturia Minibrute, Dreadbox Hades und IK Multimedia UNO. In Kombination mit einem DSI Evolver, MFB Synth 2, Eowave Magma und DSTEC Original Syn ergibt sich eine Klangpalette, die man in dieser Form wohl nur selten unter einer gemeinsamen Oberfläche finden wird.
Die 4,6 GB an Sample-Material bieten einen riesigen Fundus an Bassklängen – von geradlinig digital bis zu warm und knarzend analog. Allerdings setzt Tracktion, wie auch bei den anderen Retromod-Plug-ins, die Eff ektabteilung zu wenig ein. Etwas Schmutz durch Distortion, ein kleiner Hallanteil oder ein Arpeggiator-Lauf hätten die Presets weiter aufwerten können. Immerhin: Alle nötigen Werkzeuge sind an Bord und erlauben eine entsprechende Anpassung.

FAZIT

Tracktion hat es mit Lofreq geschaff t, eine fast unerschöpfliche Menge an Klängen der wichtigsten Bass-Synthesizer von früher und heute in zwei Plug-ins zu konservieren. Nimmt man die Filter als das, was sie sind – nämlich zusätzliche Kreativwerkzeuge, ohne den Anspruch, einem Hardware-Vorbild zu entsprechen, dann erhält man für den wirklich fairen Preis von rund 70 Euro pro Plug-in ein klangliches Rundum-Sorglos-Paket für die wichtigsten elektronischen Bassklänge der letzten 40 Jahre. Ich jedenfalls bezweifle, dass ich für diesen Zweck noch einmal mühsam eine Sampling-Library durchforsten werde.

NOCH MEHR RETROMOD PLUG-INS

Drei weitere Retromod-Plug-ins decken die Klänge von Moog-, Roland-Juno- und Clavia-Synthesizern ab.


Auch die drei weiteren Plug-ins aus der Retromod-Serie haben den Anspruch, ihre klassischen Hardware-Vorbilder realistisch einzufangen. Retromod Lead widmet sich der Clavia-Serie, speziell den Synthesizern Nord Lead 1 bis 3, Nord Lead A1, Nord Modular G1 und Nord Drum. Für 79 Dollar erhält man etwa zehn GB Sample-Material, das in über 400 Presets die markanten Klänge der berühmten roten Synthesizer abbildet. Retromod Fat ist der Moog- Spezialist. Vor allem die für ihre unvergleichlichen Bässe bekannten Moog Voyager, Sub 37, Minitaur, Little Phatty und Sub Phatty wurden bis ins kleinste Detail gesampelt. Knapp sieben GB verteilt auf über 420 Presets sind für 79 Dollar zu haben. Mit 49 Dollar günstigster Kandidat ist das Retromod Juno-Plug-in, das die Roland-Modelle Juno 106, Juno 60 und Alpha Juno 2 vollständig und in flüssig spielbaren Presets erfasst.

TRACKTION RETROMOD LOFREQ CLASSIC/MODERN

VERKAUF/INTERNET
www.tracktion.com
PREIS (UVP)je 79 USD

SYSTEMWin, Mac-OS, Linux, VST2/3, AU, AAX, Linux-SO

+ enorme Auswahl an Synthesizern und Klängen
+ klanglich hochwertige Samples
+ native Linux-Version
+ hervorragendes Preis-Leistungs- Verhältnis
Filter nicht den Vorbildern entsprechend