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Solarthermie: Geld vom Staat: Sanierer sputen sich


ÖKO-TEST Spezial Wohnen und Leben - epaper ⋅ Ausgabe 9/2011 vom 02.09.2011
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Foto: Marina Lohrbach/Fotolia.com

Goldene Zeiten sind es nicht gerade für Eigentümer und Bauherren, die mit Solarenergie ihren Energieverbrauch und die Kosten für die Heizung und die Warmwasserbereitung senken wollen. Denn noch immer wirken die meisten der heftigen Einschnitte aus dem Krisenjahr 2010 nach. Damals wurde wegen der großen Nachfrage und leerer Kassen das Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien (MAP), das über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abgewickelt wird, massiv zusammengestrichen; für zweieinhalb Monate wurden sogar überhaupt keine Förderanträge mehr ...

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Goldene Zeiten sind es nicht gerade für Eigentümer und Bauherren, die mit Solarenergie ihren Energieverbrauch und die Kosten für die Heizung und die Warmwasserbereitung senken wollen. Denn noch immer wirken die meisten der heftigen Einschnitte aus dem Krisenjahr 2010 nach. Damals wurde wegen der großen Nachfrage und leerer Kassen das Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien (MAP), das über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abgewickelt wird, massiv zusammengestrichen; für zweieinhalb Monate wurden sogar überhaupt keine Förderanträge mehr bearbeitet. Für den Bereich Solarthermie gibt es seitdem gegenläufige Signale: Für thermische Solaranlagen auf Neubauten gibt es kein Geld mehr, ebenso für Anlagen, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen. Dafür wurden die Förderbeiträge im Sanierungsbereich für 2011 erhöht. Wer überlegt, sich eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung im Altbau anzuschaffen, sollte sich also ranhalten. Hier die aktuellen Förderkonditionen bei Solaranlagen.

Neubauten gehen leer aus

Thermische Solaranlagen werden nur noch gefördert, wenn das Gebäude bereits vorher über ein Heizsystem verfügte, was also ausschließlich auf bestehende Gebäude zutrifft. Davon betroffen sind sowohl Anlagen zur Erwärmung des Warmwassers als auch Anlagen zur Heizungsunterstützung.

Geld nur noch für Heizungsunterstützung

Nach wie vor komplett gestrichen ist der Zuschuss für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung. Die Ausnahme sind große Anlagen ab 20 Quadratmetern Kollektorfläche auf Mehrfamilienhäusern mit mindestens drei Wohnungen. Wer seinen Altbau mit einer thermischen Solaranlage zur Heizungsunterstützung aufrüsten will, bekommt pro Quadratmeter Bruttokollektorfläche (also inklusive Kollektorrahmen) einen Zuschuss von 120 Euro (bis 40 Quadratmeter), wenn er den Antrag bis zum 30.12.2011 einreicht. Ab 2012 sinkt der Zuschuss wieder auf 90 Euro pro Quadratmeter. Für die Dimensionierung der Anlage macht das BAFA konkrete Vorgaben: Kommen Flachkollektoren zum Einsatz, muss die Kollektorfläche min destens neun Quadratmeter betragen, bei Röhrenkollektoren werden mindestens sieben Quadratmeter Kollektorfläche verlangt. Der Speicher muss mindestens 40 Liter (Flachkollektoren) beziehungsweise 50 Liter (Röhrenkollektoren) pro Quadratmeter Kollektorfläche fassen. Eine typische Anlage mit zwölf Quadratmetern Flachkollektoren müsste also mindestens ein Speichervolumen von 480 Litern haben. Üblich sind allerdings 800 bis 1000 Liter.

Großanlagen in Altbauten

Für große Solarkollektoranlagen, die Altbauten in Sonnenhäuser verwandeln, gelten besondere Bedingungen: Die ersten 40 Quadratmeter Kollektorfläche werden mit 120 Euro (ab 2012 mit 90 Euro) bezuschusst. Jeder weitere Quadratmeter ist dem Staat noch 45 Euro wert. Der Speicher muss mindestens 100 Liter je Quadratmeter Bruttokollektorfläche fassen.

Kesseltauschbonus leicht erhöht

Der zunächst bis Ende 2010 befristete Bonus wurde verlängert und für 2011 leicht aufgestockt. Wer einen Heizkessel ohne Brennwerttechnik gegen einen Öloder Gaskessel mit Brennwertnutzung tauscht und gleichzeitig eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung installiert, erhält zusätzlich zur Förderung für die Solaranlage bis 30.12.2011 600 Euro, ab 2012 noch 500 Euro. Der Bonus muss zusammen mit der Förderung der Solaranlage beantragt werden. Zudem ist ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage nachzuweisen. Ab 1. September 2011 sind hocheffiziente Heizungspumpen der Effizienzklasse A Vorschrift.

Einsatz von Pellets oder Wärmepumpe wird belohnt

Wer einen förderfähigen Pelletkessel oder eine vom BAFA geförderte Wärmepumpe einbauen lässt und gleichzeitig eine Solaranlage montiert, erhält bis Ende 2011 einen Kombinations bonus von 600 Euro. Ab 2012 sinkt der Zuschuss auf 500 Euro. Auch hier ist ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage nachzuweisen, der Leitungsverluste, ungleiche Heizwärmeverteilung und hohen Stromverbrauch der Heizungspumpe verhindert.

Effiziente Solarpumpe = 50 Euro

Hocheffizienzpumpen oder ausschließlich über Photovoltaik mit Strom versorgte Pumpen im Solarkreislauf werden mit einem Bonus von 50 Euro pro Pumpe gefördert. Eine Liste der förderfähigen Modelle ist unter www.bafa.de verfügbar.

Nachteile für Effizienzhäuser gemildert

Nachträglich besonders gut gedämmte Altbauten, sogenannte Effizienzhäuser, sparen weniger Energie durch eine Solaranlage ein, da ihr Verbrauch insgesamt niedriger ist. Die Kosten für eine Solaranlage sind aber dieselben. Deshalb erhalten solche Projekte einen Effizienzbonus. Die Gesamtförderung steigt damit auf das 1,5-fache der Basisförderung, im Jahr 2011 also auf 180 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche. Das Gebäude muss um 30 Prozent besser gedämmt sein, als nach der Energieeinsparver ordnung 2009 vorgeschrieben ist. Als Nachweis dient ein Energiebedarfsausweis. Ein hydraulischer Abgleich ist Pflicht.

Antragsstellung beim BAFA

Anträge auf Förderung einer Solarwärmeanlage stellt man beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) spätestens sechs Monate nach Inbetriebnahme der Anlage. Kombinationsbonus und Effizienzbonus sind nicht miteinander kombinierbar. Ebenso der Kesseltauschbonus mit dem Effizienzbonus. Nicht zulässig ist die Kombination mit dem KfW-Programmen „Energieeffizient sanieren, Einzelmaßnahmen“ (Kredit- oder Zuschussvariante, Programmnummern 152 und 430). Auskunft und Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Tel. 0 61 96 / 90 86 25, E-Mail über Kontaktformular. Unter www.bafa.de → Energie → Solarthermie → Elektronisches Formular ist online ein Antragsformular verfügbar