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Sollte jeder Tierfreund vegan leben?


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Ein Herz für Tiere - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 17.09.2021

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Bildquelle: Ein Herz für Tiere, Ausgabe 10/2021

Was ein Gesicht hat, kommt mir nicht auf den Teller“, sagen die einen. „Ohne Fleisch, Wurst und Käse könnte ich nicht leben“, behaupten die anderen – viele darunter lieben Tiere und möchten gleichzeitig nicht auf ein leckeres Steak, Eier oder Milch verzichten. Über Ernährungsformen, ja gar Lebensformen zu sprechen, erhitzt die Gemüter. Es gibt zu viele unterschiedliche Ansichten ... und: Das ist gut so! Immerhin ist die Welt bunt und nicht schwarzweiß. In einem sind sich die meisten ohnehin einig: Uns und unseren tierischen Mitgeschöpfen soll es möglichst gut gehen.

Konsum mit Gewissenskonflikten

1094 Tiere verzehrt jeder Deutsche durchschnittlich im Laufe seines Lebens, verteilt auf vier Rinder, vier Schafe, zwölf Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. Schätzungsweise töten wir rund 150 Milliarden Tiere jährlich weltweit für den Verzehr. Das sind 4756 pro Sekunde. Dazu noch mehr als ...

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... eine Billion Fische und andere sogenannte „Meeresfrüchte“. Die weltweite Fleischproduktion wächst. Laut OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit & Entwicklung) wird sie bis 2029 um 40 Millionen Tonnen ansteigen und läge dann bei etwa 366 Millionen Tonnen pro Jahr.

Reden wir über die Hintergründe des Konsums tierischer Lebensmittel, also all die Schritte, die hinter der Herstellung von Schnitzeln, Milch & Co. stecken, verdirbt man damit meist jemandem ordentlich den Appetit. Wer denkt schon beim Abendessen gerne an qualvolle Tiertransporte, die grausamen Bedingungen in Massenhaltungsbetrieben und Schlachthöfen. All das blendet man (un)bewusst aus, weil die Vorstellung einfach zu elend ist. Rasch entstehen Gewissenskonflikte. Gerade bei Haustierbesitzern. Da liegt der Hund im Kuschelkörbchen und das Schwein brutzelt im Ofen. „Dabei unterscheiden sich sogenannte Nutztiere in nichts von denen, die wir als Heimtiere bezeichnen“, betont Diana von Webel von der Albert Schweitzer Stiftung. „Kühe, Schweine und Hühner leben in komplexen sozialen Strukturen, sie pflegen Beziehungen, haben eine enge Mutter-Kind-Bindung.“

Das Bewusstsein wächst

Junge Erwachsene sehen tierische Produkte heute deutlich kritischer als noch ihre Elterngeneration. Sie achten bei ihren Kaufentscheidungen darauf, wo ihre Lebensmittel herkommen und beziehen vermehrt Tierschutzaspekte und ökologische Auswirkungen ein. Die Lebensmittelindustrie stellt sich entsprechend auf die veränderte Nachfrage ein. Andreas Pfennig, Professor für Verfahrenstechnik an der Université de Liège in Belgien, ist überzeugt, dass angesichts der wachsenden Weltbevölkerung sowie fortschreitender Umweltzerstörung und Erderwärmung nur das der richtige Weg sein kann. Er fordert: „Wir brauchen nicht nur eine Energiewende, sondern auch eine Ernährungs-, Entwicklungsund Bewusstseinswende.“ Die fruchtbaren Landflächen der Erde würden sonst nicht reichen, um Mensch und Tier eine Zukunft zu ermöglichen und alle Lebewesen satt zu machen.

Tolle vegane Alternativen

Wussten Sie, dass aktuelle Ernährungsempfehlungen der Deutschen Ernährungsgesellschaft mindestens 75 Prozent pflanzliche Kostbeinhalten und tierische Produkte nur in kleinen Mengen empfohlen werden? Lebensmittel, die von Natur aus vegan sind, sollten also Hauptbestandteil jeder Ernährung sein. Und das sind nicht wenige: Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Getreide und Getreideprodukte (ohne Ei), Reis, Nüsse und Saaten. Auch der Markt für pflanzliche Alternativen wächst. Zahlreiche Start-ups machen sich daran, Neues zu entwickeln und die Produkte zu verfeinern. Mittlerweile gibt es sogar veganes Leder, das auf pflanzlichen Fasern basiert – dabei sieht das Material aus Kork, Pilz, Ananas & Co. nicht nur aus wie echtes Leder, sondern ist oft auch so robust. Doch Vorsicht: Leider stecken hinter veganen Produkten manchmal Firmen mit zweifelhafter Philosophie. Nur weil ein Produkt „vegan“ ist, heißt das nicht, dass die Herstellungskette ethisch lupenrein ist.

“Wir brauchen eine Bewusstseinswende”

5Gründe für vegane Ernährung

1. Sie unterstützen die Massentierhaltung nicht mehr.

2. Selbst bei noch so guter Bio-Haltung (die es auch praktisch nicht gibt) unterstützen Sie das unnötige Schlachten von Tieren nicht.

3. Sie können Ihrer eigenen Gesundheit etwas Gutes tun.

4. Sie tragen zur Sicherung der Welternährung bei, denn die Tiermast ist sehr ineffizient und verschwendet Unmengen Getreide und Soja.

5. Sie tragen zur Entlastung der Umwelt bei, denn die Tierhaltung verursacht so viel Treibhausgase wie der gesamte Verkehr (Autos, Lkws, Flugzeuge, Schiffe).

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Vegansein ist kein Wettbewerb

„Weniger und robustere Tiere unter besseren Bedingungen – das ist der erste Schritt zum Ende der Massentierhaltung“, meint Diana von Webel. „Die völlig überzüchteten Hochleistungsrassen würden vielleicht ‚aussterben‘. Aber Rinder, Schweine und Hühner wird es in der Natur immer geben.“

Ob bis dahin der Umstieg auf eine vegane Ernährung angestrebt wird, muss jeder für sich entscheiden. Fest steht, dass eine pflanzliche Ernährung Tierleid verhindert und bei durchdachtem Speiseplan eine gesunde Alternative ist. Sie können ja das ein oder andere ausprobieren und sich dann fragen, wie sehr Sie tierische Produkte tatsächlich brauchen und vermissen. „Die meisten stellen schnell fest, dass vegane Ernährung einfach und lecker ist. Wem es schwer fällt: Erst mal Fleisch, Milch, Eier reduzieren“, so die Expertin der Albert Schweitzer Stiftung.

Vegan sein ist kein Wettbewerb, den es zu gewinnen gilt. Es geht dabei wie überall im Leben nicht um Perfektion. Selbst der radikalste Veganer wird nicht verhindern können, dass er versehentlich auf einen Käfer tritt oder erst hinterher erfährt, dass im vermeintlich veganen Kuchen doch ein Ei war. Es geht darum, Tieren nicht mit Absicht zu schaden und Leid bewusst zu verhindern, wo man kann. Am wichtigsten ist es, sich zu informieren und sein individuell Bestes zu geben, Tieren ein artgerechte Leben zu ermöglichen.

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