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Sommer, Sand und Sonnenschutz


ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern - epaper ⋅ Ausgabe 4/2011 vom 08.04.2011

Bei schönem Wetter bleibt niemand gern drinnen. Die pralle Sonne und größte Hitze sollte man allerdings meiden und niemals den Hautschutz vergessen. Denn Babys Haut hat praktisch keine Möglichkeit, sich selbst gegen die Sonnenstrahlen zu wehren.


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Foto: Peter Mennen/Fotolia.com

Bis Kinderhaut einen ausreichenden Lichtschutz entwi ckelt hat, also genügend Melanin produziert und eine Lichtschwiele bilden kann, dauert es einige Jahre. So lange reagieren die Kleinen besonders empfindlich auf die UV-Strahlen. Das erste Gebot beim Sonnenschutz für Neubürger dieser Welt lautet daher: Raus aus der Sonne! Zehn ...

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Bis Kinderhaut einen ausreichenden Lichtschutz entwi ckelt hat, also genügend Melanin produziert und eine Lichtschwiele bilden kann, dauert es einige Jahre. So lange reagieren die Kleinen besonders empfindlich auf die UV-Strahlen. Das erste Gebot beim Sonnenschutz für Neubürger dieser Welt lautet daher: Raus aus der Sonne! Zehn Minuten in praller Sonne genügen, um die Haut eines Babys zu verbrennen. Im Hochsommer ist die Strahlung zwischen 11 und 15 Uhr am stärksten, zu dieser Zeit bleibt man mit dem Kleinen am besten drinnen. In der prallen Sonne haben Kinder im ersten Lebensjahr grundsätzlich gar nichts zu suchen, auch dann nicht, wenn sie einen dunkleren Teint haben.

Allerdings sind auch im Schatten UV-Strahlen aktiv, dort wirken sie nur schwächer. Deshalb müssen Babys und Kleinkinder auch unter dem Sonnenschirm geschützt werden. Das tut man am besten durch Textilien, die den größten Teil der Strahlung abhalten. Der Nachwuchs sollte einen Hut mit Nackenschutz tragen sowie lockere Kleidung aus Naturfasern mit langen Ärmeln und Beinen und dünnen Socken. Achtung bei Sandalen: Sie schützen den Fußrücken nicht vollständig.

Hundertprozentigen Schutz bietet aber auch Kleidung nicht. Ein einfaches, weißes Baumwoll-T-Shirt hat einen Lichtschutzfaktor (LSF) von etwa fünf. Selbst dichter Baumwollstoff lässt noch zehn Prozent der ultravioletten Strahlung durch – ist das Hemd nass, sind es sogar 20 Prozent. Es gibt auch spezielle UV-Schutz-Kleidung, der sogenannte UV-Protektionsfaktor sollte für Säuglinge bei 50 und mehr liegen. Für Babys sind zudem Tücher mit Protektionsfaktor zum Zudecken erhältlich. Wenn das Kind sie schon aufbehält, ist auch eine Sonnenbrille sinnvoll.

Mit Schirm und Sonnensegel

Auch an etwas bewölkten Tagen sollten Eltern auf die Haut ihres Babys achten. Die UV-Strahlen, die den Sonnenbrand verursachen, werden durch die Wolken nicht völlig abgehalten. Außerdem unterschätzen Eltern oftmals die Kraft, die die Sonne schon im Frühjahr und auch noch im Herbst hat. Babyhaut muss nicht nur im Schwimmbad oder am Strand, sondern auch im Sandkasten, beim Familienpicknick, während des Zoobesuchs oder beim Spaziergang geschützt werden. Behalten Sie Ihr Kind im Auge, besonders wenn es schon größer und aktiver ist und allein in die Sonne krabbeln kann. Das Kind merkt nicht, wann ihm die Sonne nicht mehr guttut. Zu viel Sonne ist nicht nur schmerzhaft für das Baby, sie kann auch Spätfolgen haben. Häufiger Aufenthalt in der Sonne und Sonnenbrand in früher Kindheit erhöhen das Risiko für Hautkrebs im späteren Leben, das haben Studien bewiesen. Laut einer australischen Untersuchung wären vier von fünf Hautkrebserkrankungen durch vorsichtigeren Umgang mit der Sonne vermeidbar gewesen.

In der prallen Sonne haben Kinder grundsätzlich nichts zu suchen – auch dann nicht, wenn sie einen dunkleren Teint haben.


Foto: fotoskaz/Fotolia.com

Was tun bei Sonnenbrand?

Das Gefährliche: Ein Sonnenbrand ersten Grades fällt in der Sonne nicht sofort auf. Er zeigt sich durch schmerzhafte Hautrötungen, die nach einiger Zeit wieder abheilen. Manchmal sieht man den Sonnenbrand erst, wenn man im Schatten ist. Vor allem gegen Abend beginnt die Haut dann zu schmerzen. Ein Sonnenbrand zweiten Grades tut deutlich mehr weh. Hier kommt es zu einer Schwellung oder Bläschenbildung der Haut, die Berührung ist schmerzhaft. Einen leichten Sonnenbrand (ersten Grades) kann man behandeln, indem man zum Beispiel eine Stoffwindel mit kaltem Wasser tränkt, auswringt und dann für 10 bis 15 Minuten auf die betroffenen Stellen legt. Einige Male wiederholen und aufpassen, dass das Baby dabei nicht friert. Man kann das Kind auch in lauwarmem Wasser baden. Das Eincremen mit einer Lotion auf Wasserbasis spendet Feuchtigkeit. Bilden sich Bläschen auf der Haut, muss das Kind zum Arzt. Dieser wird in der Regel eine beruhigende Creme und als Schmerzmittel Paracetamol verschreiben. In schwereren Fällen muss der Arzt mit einer antiseptischen Creme und richtigen Verbänden behandeln. Gelegentlich ist sogar eine stationäre Therapie nötig, weil das Kind viel Flüssigkeit braucht oder verstärkt mit Schmerzmitteln behandelt werden muss.

Auch wenn man sein Kind nicht der direkten Sonnenstrahlung aussetzt, wird es keinen Vitamin-D-Mangel erleiden. Zwar ist Sonnenlicht wichtig, damit der Körper das Vitamin D bildet, das er zur Knochenbildung braucht. Doch es reicht, wenn Gesicht und Hände täglich eine Viertelstunde natürliches Licht abbekommen – direkte Sonne ist nicht nötig.

An hochsommerlichen Tagen muss das Kind übrigens nicht nur vor der Sonne, sondern auch vor Überhitzung geschützt werden. Da die Schweißdrüsen bei Babys noch nicht richtig arbeiten, kann der Körper sich selbst nicht richtig kühlen. Deshalb regelmäßig kontrollieren, ob die Haut sich nicht zu heiß anfühlt oder das Kind vielleicht schwitzt. Außerdem sollten auch Babys bei heißem Wetter mehr trinken. Ein Alarmzeichen für Überhitzung ist ein heißer, roter Kopf. In diesem Fall: ab mit dem Baby ins Kühle. Kommen Fieber und Erbrechen hinzu, hat das Kind vielleicht einen Sonnenstich und muss vom Kinderarzt untersucht werden.

Babyhaut sollte nicht nur am Strand vor der Sonne geschützt werden. Ein Sonnenschirm am Kinderwagen ist hilfreich.


Sonnenschutz mit Cremes

Für zusätzlichen Schutz sorgt eine Sonnenmilch, am besten eine, die speziell für Kinderhaut entwickelt wurde. Der Lichtschutzfaktor sollte 20 oder 25 betragen. Besonders gründlich müssen die sogenannten Sonnenterrassen eingecremt werden – also Nase, Wangen, Ohren, Schultern, Hand- und Fußrücken. Die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention und die Deutsche Krebshilfe warnen aber davor, die Haut von Kindern unter einem Jahr unnötig mit Sonnenschutzmitteln zu belasten. Vor allem sollen die Mittel nicht am ganzen Körper eingesetzt werden. Ihre Empfehlung begründen die Experten damit, dass Babys im Vergleich zu Erwachsenen eine größere Hautoberfläche im Verhältnis zum restlichen Körper haben. Das heißt, Babys nehmen im Vergleich auch mehr Chemikalien auf.

UV-Filter in der Kritik

Der Handel bietet Sonnenschutzmittel mit zwei verschiedenen Arten von UVFiltern an. Zum einen gibt es die mineralischen Filter. Sie reflektieren die UV-Strahlen auf der Hautoberfläche, ohne in den Körper einzudringen. Sie decken die Haut sofort ab und schützen sie so vor dem UV-Licht. Häufig werden Zinkoxid und Titandioxid als Filter verwendet. Zum anderen gibt es die chemischen Filter. Sie brauchen eine halbe Stunde, bis sie ihre Wirkung entfalten.

Sie dringen in die oberste Hautschicht ein und bauen dort eine UV-Barriere auf. Doch viele chemische Filter stehen im Verdacht, wie Hormone zu wirken. In Tierversuchen konnten Experten um Dr. Margret Schlumpf von der Uni Zürich zeigen, dass der Kontakt mit diesen UV-Filtern in frühen Lebensphasen zu biochemischen Veränderungen im Gehirn und in den Fortpflanzungsorganen führen kann. Zum Teil verzichtet die Industrie inzwischen auf diese hormonaktiven Filter. Die bessere Wahl für Kinder sind in jedem Fall Sonnenschutzmittel mit mineralischen Filtern.

Wie bei anderen Pflegeprodukten für Babys sollte man bei Sonnenschutzmitteln darauf achten, dass sie frei von Duft- und Farbstoffen sind und keine Konservierungsstoffe enthalten. Außerdem wählt man besser Marken, die ohne PEG/PEG-Derivate auskommen. Diese Stoffe, die als Emulgatoren Wasser mit Fett verbinden, können die Haut durchlässiger machen und so Fremdstoffe in den Körper einschleusen. Sie sind in der Inhaltsstoffliste zu erkennen an den Wortbestandteilen PEG,

UV-dichte Kleidung

„Kleidung ist der beste Sonnenschutz“, stellt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, fest. Um sie gegen Sonnenstrahlen undurchlässiger zu machen, werden Textilien meist enger gewebt, die Maschenzwischenräume verkleinert. Zudem wählt man Fasern und bestimmte Farben, die die Strahlung gut absorbieren. Dunkle, dicht gewebte Kleidungsstücke aus Polyester schützen am besten. Danach folgen Wolle, Seide und Nylon; Baumwolle, Leinen und Viskose haben einen geringeren Schutzfaktor. In die Kleidung können UV-absorbierende Substanzen eingearbeitet werden, aber nicht alle diese Kunstfasern sind unbedenklich. Einige Kleidungsstücke sind mit dem Ultraviolet Protection Factor (UPF) gekennzeichnet. Er ist abhängig von Material und Farbe der Textilien. Gemessen wird er nach dem UV Standard 801, der weltweit als bester Standard gilt, weil er den UV-Schutz auch bei Dehnung, Durchnässung, Abrieb und Pflege der Textilien untersucht. Der australisch-neuseeländische Standard, kurz AS/NZS 4399, und die EN-Norm 13758 hingegen untersuchen nur die Schutzleistung von Textilien im Neuzustand. Ein weißes Baumwollhemd erreicht einen UPF von 10, dicht gewebte dunkle Baumwollkleidung bringt es auf einen UPF von 20 und spezielle UV-Schutz-Textilien erreichen sogar Werte von bis zu 80. Der UPF eines herkömmlichen Sonnenschirms liegt, wenn er aus Baumwolle besteht und nicht so dicht gewebt ist – deutlich darunter. Mittlerweile gibt es aber auch bessere Produkte, deshalb sollte man beim Kauf eines Sonnenschirms auf einen hohen deklarierten Schutz mit dem Siegel des UV Standards 801 achten.

Foto: tugasunwear/Safer Sun GbR

Öko-Hersteller suchen Lösungen für UVA-Schutz

Foto: mangostock/Fotolia.com

Laut einer verbindlichen EU-Empfehlung soll der UVA-Schutz eines Sonnenschutzmittels mindestens ein Drittel des UVB-Schutzes betragen. Nach Auskunft von Colipa, der Vereinigung der europäischen Kosmetikunternehmen, wird die EU-Vorgabe schon von fast allen Produzenten erfüllt. Doch die Naturkosmetikhersteller bringt diese Anforderung in Bedrängnis. Denn bei sehr hohen Lichtschutzfaktoren ist es schwierig, allein mit mineralischen Filtern einen entsprechenden UVA-Schutz zu gewährleisten. Und nur mineralische Filter werden in Naturkosmetik akzeptiert.
Die Firma Weleda hat deshalb die Vermarktung ihrer Sonnenschutzmittel eingestellt.
Auch die Firma Wala mit den Produkten der Marke Dr. Hauschka bringt seit Sommer 2009 keine Sonnenschutzmittel mehr in den Handel. Lavera hat die Produkte überarbeitet und den neuen Anforderungen angepasst. ÖKO-TEST liegt ein Gutachten für das Lavera-Sonnenspray mit Faktor 20 vor, nach dem der UVA-Schutz ein Drittel des UVB-Schutzes beträgt. Logocos bietet im Rahmen seiner Sante-Naturkosmetiklinie mineralischen Lichtschutz an, der laut Herstellerangaben vor UVA- und UVB-Strahlung schützen soll.
Mineralische Lichtschutzfilter sind darüber hinaus auch in der Diskussion, weil sie oft Nanopartikel enthalten. Nanopartikel sind kleiner als 100 Nanometer, ein Nanometer entspricht einem Millionstel Millimeter. Die Minigröße hat den Vorteil, dass die Lichtschutzstoffe nicht wie eine weiße Schicht auf der Haut liegen, sondern angenehm zu verteilen sind. Nach Informationen des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel bieten die Kleinstpartikel außerdem einen höheren Schutz vor UVStrahlung. Abschließend erforscht ist die Wirkung der kleinen Teilchen auf Mensch und Umwelt aber noch nicht. Möglicherweise gehen von den winzigen Partikeln Risiken aus, da sie sich vielleicht ganz anders verhalten als größere Partikel des gleichen Stoffs.
In zertifizierter Naturkosmetik wird deshalb auf Nanopartikel verzichtet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellte indes im Sommer 2010 fest: Nach derzeitigem Wissensstand sei die Verwendung von mineralischen UV-Filtern sicher. Die Nanopartikel schließen sich in den Produkten zu größeren sogenannten mikrofeinen Teilchen zusammen, erklärt das BfR. Nur wenige dieser Partikel würden in die oberen Hautschichten eindringen und innerhalb von wenigen Tagen zum Beispiel durch Haarwachstum wieder an die Hautoberfläche geraten, schreibt das Bundesinstitut. Trotz der Diskussion um die Minipartikel hält ÖKO-TEST mineralische UV-Filter zurzeit für den besten Sonnenschutz, zumal nicht alle Hersteller von mineralischem Sonnenschutz Nanopartikel einsetzen.