Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

Sommer, Sonne, Fisch!


Kutter & Küste - epaper ⋅ Ausgabe 82/2020 vom 17.07.2020

Zur wärmsten Jahreszeit stellen viele das Angeln an den Ostseestränden ein. Zu unrecht: Im Sommer ist die Artenvielfalt am größten, die Fische beißen gut und sind in super Kondition.


Artikelbild für den Artikel "Sommer, Sonne, Fisch!" aus der Ausgabe 82/2020 von Kutter & Küste. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kutter & Küste, Ausgabe 82/2020

Die Dämmerphase ist beim Küstenangeln an der sommerlichen Ostsee immer eine ganz heiße Zeit.


Prima: Immer mehr Makrelen ziehen in die Ostsee!


Unser Autor mit knackigem Hornhecht: Auch die Schnabeltiere sind noch im Sommer unterwegs.


Was bei unseren dänischen Nachbarn im Sommer sehr beliebt ist, steckt an den deutschen Ostseestränden noch in den Kinderschuhen. Den Gang mit der Spinn-, Sbiro- oder Fliegenrute an die Küste halten ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Kutter & Küste. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 82/2020 von Faszination Angeln: MINI-BOOTE: Freibeuter der Meere. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Faszination Angeln: MINI-BOOTE: Freibeuter der Meere
Titelbild der Ausgabe 82/2020 von REVIER & REISE: Nordnorwegen: Mitten im Fisch. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
REVIER & REISE: Nordnorwegen: Mitten im Fisch
Titelbild der Ausgabe 82/2020 von SZENE & EVENTS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SZENE & EVENTS
Titelbild der Ausgabe 82/2020 von UMWELT & FORSCHUNG: Grönland: Das Eis taut schneller. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
UMWELT & FORSCHUNG: Grönland: Das Eis taut schneller
Titelbild der Ausgabe 82/2020 von BOOT & TECHNIK: Nordeuropa: Schleppreviere mit eigenem Boot. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BOOT & TECHNIK: Nordeuropa: Schleppreviere mit eigenem Boot
Titelbild der Ausgabe 82/2020 von ELEKTRO-ROLLEN: Elektrisch, praktisch, gut. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ELEKTRO-ROLLEN: Elektrisch, praktisch, gut
Vorheriger Artikel
Angelkutter auf deutschen Meeren
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Dor sch Fa ngen bei Flaute
aus dieser Ausgabe

... nämlich viele in der Zeit für wenig Erfolg versprechend. Dem ist aber anders. Denn gerade im Sommer finden die Fische im flacheren Wasser reichlich Nahrung und sind dementsprechend dort auch häufig unterwegs. Und mal nicht bis zur Nasenspitze eingepackt mit dicker Wollmütze, sondern im T-Shirt zu drillen, macht richtig Spaß!

Am Tage bunte Beute In den letzten Jahren ziehen immer mehr Makrelen über den Sommer in die Ostsee. Die lassen sich auch prima vom Strand aus mit leichtem Gerät fangen. Die speedigen Minithune geben immer volle Power und liefern einen klasse Drill. Hornhechte sind in den Sommermonaten auch noch entlang der Ostseeküste zu fangen. Die Schwärme sind zwar nicht mehr so üppig wie im späten Frühjahr, dafür sind die Schnabeltiere aber öfters größer. Forellen beißen in der wärmsten Jahreszeit oft richtig gut. Ob Steelheads oder Mefos, die Salmoniden sind in top Kondition und haben ordentlich Fleisch auf den Gräten. Auch Dorsche kann man im Sommer von der Küste stranden. Die marmorierten Bartelträger hegen eine Vorliebe für Sandaale und jagen ihre Beute auch schon mal tagsüber in Wurfweite dicht unter Land. Wer am Tage im Sommer an der Küste mit der Rute unterwegs ist, sollte generell bei der Köderwahl auf natürliche, eher schlichte Farben setzen. Ich sehe mir im meist recht klaren Ostseewasser erst mal an, was da an kleinen Fischen und Schalentieren im Flachen schwimmt und wähle dementsprechend meine Köderfavoriten. Was auf jeden Fall in die Köderbox gehört: schlanke Stichlings- und Sandaalblinker oder Wobbler. Auch schmale Eisen in Kupfer bringen gute Fangerfolge. Bei den Streamern machen während der Sommerfischerei tagsüber die Magnus und Pattegriesen eine sehr gute Figur. Wie zu anderen Jahreszeiten sollten die Köder im Hellen flott gedreht werden. Gelegentlich ein ganz kurzer Spinnstopp bringt mehr Kontakte. Es gibt aber auch Tage, an denen ohne Pause gedreht werden sollte. Am besten beides ausprobieren, dann ist die optimale Köderführung schnell gefunden.

Sommer- Köder

Eine gute Köderwahl entscheidet auch in der warmen Jahreszeit, ob’s ein „heißer“ Angeltag wird. Im Sommer sind „unscheinbarere“, natürliche Designs oft Erfolg versprechender.

Schwarze Blinker und Wobbler sind beim Nachtangeln eine gute Wahl.


Schwarzrot geht immer, auch im Sommer, dann aber erst mit der Dämmerphase und in der Nacht.


Tagsüber bringen Blinker in schlichten Farben bessere Fangergebnisse.


Die Magnus und Polar Magnus sollten in jeder Köderbox zu finden sein.


Wobbler in rötlichen Tönen, die ordentlich Spiel entwickeln, sind im Dunkeln top.


Bullige Fjordforelle, gefangen im August bei sommerlichen 25 Grad Lufttemperatur.


Die Fliege Pattegriesen ist ein klasse Sommer-Streamer


Für Küsten-Fliegenfischer ist der Sommer eine Top-Zeit!


Strecke machen Oft beobachte ich Watangler, die wie angewurzelt an ihrem „heißen“ Platz verharren. Mag ja sein, dass es eine gute Stelle ist, an der sie schon mal gefangen haben. Aber grundsätzlich ist das Suchen nach den Fischen wesentlich effektiver. Dazu ist Bewegung angesagt. Das geht ganz einfach durch langsames paralleles Waten entlang des Strandes. Ich habe natürlich auch meine Lieblingsplätze, aber wenn da nach ein paar Würfen nichts läuft, geht es step by step den Strand hoch und runter. Dadurch habe ich schon ganz oft Plätze gefunden, an denen sich die Fische gerade aufhalten und dann prima gefangen. Dann sind da noch die Tage, an denen an vielversprechenden Stränden einfach nichts los ist. Das liegt oft am Wasserstand, den Wetterbedingungen, dem Nahrungsangebot oder der Strömung. Die Fische halten sich einfach woanders auf. Wenn sich zwei, drei Stunden an einem sonst guten Strand so rein gar nichts tut und nichts zu sehen ist, wechsle ich das Revier und suche an einem anderen Strand weiter. Das hat mir und meinen Gästen schon ganz oft richtige gute Fangerfolge beschert.

Spannung in der Nacht Ein besonderer Reiz bei der Küstenangelei im Sommer ist das Fischen im Dunklen. Zugegeben es ist erst einmal gewöhnungsbedürftig, bringt aber oft reichlich Kontakt und Fisch. Bei der Strandwahl sollten Stecken aufgesucht werden mit möglichst wenig Hindernissen, um nicht ein unfreiwilliges Bad zu nehmen oder Beulen zu kassieren. Am besten eignen sich da Sand- oder Kiesstrände. Wer auf Blinker und Wobbler setzt, ist beim Nachtangeln mit dunklen und roten Ködern, die ein sehr lebhaftes Spiel haben, gut dran. Beim Fliegen- oder Sbirolinoangeln verwende ich in der Nacht gern komplett schwarze, schwarze mit rötlichen Hecheln oder braune Streamer. Am meisten Laune macht das mit schwimmenden Muddlern, die beim Strippen oder Eindrehen kurz unter die Wasseroberfläche eintauchen. Erstens macht das Forellen aber auch Dorsche so richtig an - und zweitens hört man oft, bevor die Rute krumm ist, ein Platschen, wenn ein Fisch den Muddler attackiert. Der Gehörsinn ist beim Nachtangeln eh gefragt, denn viele Fische jagen im Dunkeln aktiv an der Oberfläche und verraten ihren Standort durch ein Platschen. Eine Kopflampe ist natürlich beim Angeln in der Nacht Pflicht. Allerdings sollte die nur angestellt werden, wenn es wirklich nötig ist und möglichst nicht ins Wasser geleuchtet werden, um die Fische nicht zu verjagen. Oft ziehen Forellen und Dorsche im Schutz der Dunkelheit sehr dicht ans Ufer, deshalb wate ich beim Nachtangeln eigentlich nur ganz selten und dann auch nur bis zum Stiefel ein.

Kampfstarke Steelheads beißen auch noch bei hohen Wassertemperaturen bestens.


Eine kleine Pause am Lagerfeuer beim Angeln im Sommer entspannt.


Knietief knallt’s Bei vielen Watanglern hat es sich mittlerweile durchgesetzt, vor dem Einwaten erst einmal ein paar Würfe vom Ufer aus zu machen. Wenn dann nichts beißt, geht es aber meist gnadenlos bis zum Bauchnabel in die Ostsee. An einigen Stränden mit sehr seichtem Wasser oder wenn es auf eine Sandbank etwas weiter draußen geht, mag das ja auch Sinn haben, an vielen Strände aber nicht. Denn Forellen verfolgen den Köder gern erst eine Weile, bevor sie ihn attackieren. Und da sind oft die ein, zwei Meter vor dem Strand entscheidend. Angler, die bis zum Bauch im Nass stehen, bekommen einen Nachläufer oft gar nicht richtig mit, weil der Fisch schon ein paar Meter vor ihnen im tieferen Wasser abdreht. Wer aber am Ufer steht oder nur bis zum Stiefel im Wasser, wird den Fisch vorm Abdrehen mit Sicherheit wahrnehmen und kann dann schnell mit einem kurzen Wurf nachlegen. Das hat mir schon die eine oder andere feine Forelle beschert. Wenn’s nicht zwingend sein muss, verzichte ich mittlerweile gänzlich aufs Einwaten. Gerade an Stränden mit Rinnen oder „Badewannen“ direkt vorm Ufer beißen viele Fische direkt vorm Strand im Spülsaum. Denn spätestens dann müssen sie bei ihrer Verfolgungsjagd zupacken. Beißt eine Forelle direkt vor den Füßen, ist es sehr wichtig richtig auf Zack zu sein. Gerade größere Fische schießen meist wie der Blitz möglichst weit zurück in die Ostsee. Ich stelle dann entweder blitzschnell die Bremse etwas weicher oder lege den Bügel um und bremse vorsichtig mit den Handballen, um ein Ausschlitzen oder sogar Schnurbruch zu verhindern.

Wenn’s dann noch in der Leine ruckt, fehlt nichts mehr zum Sommer-Petri-Glück.


So geht’s auch: Wenn es richtig warm ist, läuft es sogar barfuß mit der Fliegengerte.


UNSER EXPERTE

Der Autor und Angelcoach Sebastian Rose hat Jahrzehnte lange Erfahrungen an der Ostseeküste gesammelt. Wer einmal einen Tag oder ein Wochenende die Sommerfischerei an der Küste erleben möchte, kann ihn kontaktieren. Praxisnah am Wasser gibt Sebastian sein Wissen gern an Interessierte weiter. Das geht natürlich auch zu anderen Jahreszeiten. Kontakt: Tel. (0179) 515 68 60 www.angelcoach.de