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SONNENENERGIE TO GO


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 19/2022 vom 09.09.2022

Solargeneratoren

Artikelbild für den Artikel "SONNENENERGIE TO GO" aus der Ausgabe 19/2022 von Computer Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 19/2022

JACKERY EXPLORER 1000

„Ob unterwegs oder im Notfall: Eine Powerstation liefert Strom wie aus der Steckdose.“

Julia Struck Redakteurin

Eine Powerstation ist eine Powerbank im XXL-Format. Wer sie mit einem Solarpanel verbindet, kann sie mit der Kraft der Sonne aufladen. Diese sogenannten Solargeneratoren sind perfekt für die autarke Stromversorgung – etwa beim Camping an abgelegenen Orten, auf einem Festival oder als Notfallgenerator bei Stromausfall. Aber worauf kommt es beim Kauf an?

Wie funktioniert das?

Solargeneratoren bestehen aus zwei Komponenten – der Powerstation und dem Solarpanel. Es gibt sie einzeln oder im Set. Die Powerstation selbst ist ein schlichter Klotz, meist mit praktischen Handgriffen. Drin steckt ein Batterie-Pack. Ein Display zeigt an, wie viel Energie gerade ein- und ausgeht und wie voll der Akku ist. Am Gehäuse sitzen Anschlüsse, über die sich die Powerstation auflädt und ...

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... verschiedene Geräte mit Strom versorgt. Los geht es bei Powerstations ab einer Akkugröße von rund 200 Wattstunden (Wh). Doch die reichen nur für rund 2,5 Stunden Notebook-Laden. Im Test sind daher vier Modelle mit einer Kapazität von rund 1000 Wh, also einer Kilowattstunde (kWh), die auch für anspruchsvolle Aufgaben taugen: Ecoflow Delta Mini (0,88 kWh), Jackery Explorer 1000 (1,00 kWh), Bosswerk Powerstation 1000 (1,12 kWh) und Anker 757 Powerhouse (1,23 kWh).

Aufladen? Mal so, mal so

Ihren Akku lädt eine Powerstation entweder übers Solarpanel, per Haussteckdose oder über den Zigarettenanzünder im Auto – am besten während der Fahrt. Die Modelle von Anker und Ecoflow tanken per 230-Volt-Kaltgerätestecker besonders schnell:Ankers Powerhouse lädt in 84 Minuten von null auf 100 Prozent, die Ecoflow schafft das in ebenfalls flinken 125 Minuten. Anders sieht es bei den anderen beiden Kandidaten mit ihren lahmen Netzteilen aus. Die Jackery brauchte 477 Minuten, das Modell von Bosswerk gar 622 Minuten – also mehr als zehn Stunden! Dafür sind die beiden bei der Sonnenladung effizient: An einem sonnigen Tag tanken sie mit den passenden Solarpanels der jeweiligen Hersteller ihre komplette Batterie auf, während Anker bloß 0,68 kWh und Ecoflow 0,57 kWh generiert.

Ärgerlich: Ausgerechnet Testsieger Anker 757 zeigte sich im Test zickig und startete die Aufladung mittels Solarpanels manchmal erst nach Knopfdruck oder einer kurzen Reanimation über eine Verbindung zur Haussteckdose.

Einen riesigen Unterschied macht die Batterietechnologie. Die Ecoflow- und die Jackery-Station arbeiten wie Smartphones oder Powerbanks mit einer Lithium-Ionen-Batterie (Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt, kurz NMC). Die Kraftwerke von Anker und Bosswerk nutzen einen Akku mit Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4). Generell haben Lithium-Ionen-Akkus eine höhere Energiedichte, speichern bei gleichen Maßen also mehr Energie. Zudem müssen Käufer nicht so schwer schleppen. Die LiFePO 4-Batterien haben zwar mehr Gewicht, die Explosions- und Brandgefahr gilt jedoch als geringer. Außerdem soll dieser Akkutyp langlebiger sein – Anker verspricht 3000 Ladezyklen, während Jackery mit der Lithium-Ionen-Batterie nur mit 500 Zyklen rechnet, bevor die Lebensenergie der Akkus auf 80 Prozent abfällt.

SO TESTET COMPUTER BILD

Die Redaktion testete die Ladeleistung der Solarpanels (oberes Foto) und überprüfte mit einem Messgerät an der 230-Volt-Steckdose, wie schnell die Stationen von 0 auf 100 Prozent kommen. Das Labor ermittelte die tatsächlich entnehmbare Energiemenge (mittleres Bild). Die Anschlüsse und die Herstellerangaben für die maximale Leistung hat COMPUTER BILD nachgeprüft und die Handhabung bewertet (unteres Bild).

OUTPUT SO VIEL ENERGIE STECKT DRIN

Wie viele Ladungen eines Smartphones und wie viele Stunden Fernsehen sind mit einer vollen Powerstation möglich? Die Tabelle zeigt, wie lange die gemessene nutzbare Kapazität der vier Solargeneratoren verschiedene Verbraucher versorgen würde. Da nur die Anker-Station dauerhaft 1500 Watt ausliefert, könnte sie im Gegensatz zu den anderen drei Stationen auch eine Kochplatte mit bis zu 1500 Watt versorgen. Die anderen Geräte würden das keine Viertelstunde lang packen. Die Leistungswerte der Beispielgeräte wie Notebook, eScooter & Co. in Wattstunden (Wh) und Watt (W) sind für die jeweilige Gerätekategorie exemplarisch.

Im Input-Bereich finden sich Anschlüsse zum Laden 1 : Das Kabel fürs Solarpanel steckt schon im Anderson-Anschluss, der Anschluss fürs Netzteil liegt frei. Die Gleichstromanschlüsse (Direct Current, kurz DC) 2 bestehen aus einer 12-Volt-Autosteckdose sowie USB-C 3 und USB-A 4 . Das Display 5 verrät den Ladestand und zeigt, wie viel Energie übers Solarpanel hineingeht (hier: 115 W) und wie viel Energie die Powerstation abgibt (hier: 8 W). Wechselstrom (Alternating Current, kurz AC) 6 liefert die Powerstation über zwei 230-Volt-Steckdosen aus.

Im Test überhitzte das Modell Jackery 1000 mit seinem NMC-Akku mehrfach. In so einem Fall greift der Thermoschutz, der eine sofortige Wiederaufladung verhindert.

Was aus dem Kraftwerk kommt

Die Angabe der Hersteller über die Batteriekapazität stimmt nicht mit der Energiemenge überein, die sich tatsächlich abzapfen lässt. COMPUTER BILD hat daher genau nachgemessen (siehe Seite 67): Das Modell mit der größten Kapazität im Test ist die Anker 757. Sie liefert 1,01 kWh und versorgt damit bis zu 61 Minuten lang ein Gerät, das 1 Kilowatt (kW) verbraucht. Die zweitlängste Laufzeit liefert die Bosswerk-Station (58 Minuten), gefolgt von Jackery (53 Minuten) und Ecoflow (48 Minuten). Um eine bessere Vorstellung dafür zu bekommen, was die Batterien bringen, werfen Sie einen Blick in die Tabelle oben. Energie spenden die Powerstations über folgende Anschlüsse:

USB-Anschluss: Das Laden von Smartphones, Tablets, Notebooks & Co. gelingt mithilfe mehrerer USB-Anschlüsse. Alle Geräte aus dem Test haben klassische USB-A-Buchsen, aber auch USB-C-Anschlüsse mit mehr Watt (W). Die meisten Ports bietet mit viermal USB-A und zweimal USB-C die Anker, die auf einer Turbobuchse sogar bis zu 100 W ausliefert.

Steckdose: Zwei Steckdosen mit 230 Volt zieren zwar alle Modelle, doch Unterschiede gibt es bei der abgegebenen Leistung: Das Anker Powerhouse liefert dauerhaft bis zu 1500 Watt und schafft kurzzeitig sogar 2400 Watt Spitzenlast. Die Ecoflow Delta Mini kommt immerhin auf 1400 Watt Dauerlast respektive 2200 Watt in der Spitze. Doch Bosswerk und Jackery bringen es nur auf 1000 Watt und maximal 2000 Watt. Für folgende Haushaltsgeräte taugen die Powerstations nicht: den Betrieb von Herd (4000 bis 13 000 Watt), Ofen (3000 bis 4000 Watt), Waschmaschine (1300 bis 3000 Watt) oder das Laden eines eAutos (3700 bis 12 000 Watt).

Am Solar-Direktanschluss: Drei der vier getesteten Solarpanels bieten eine tolle Sonderfunktion: USB-A- und USB-C-Anschlüsse zur Energieversorgung. Damit liefern sie die Sonnenenergie ohne den Umweg über den Batteriespeicher direkt aus. Das gelingt mit Jackery Solarsaga 100, Anker 625 Solarpanel (100 W) und Greenakku Solartasche 200Wp Mono. Nur das Modell Ecoflow 160 W Solarpanel hat keine USB-Anschlüsse.

Das mobile Solarpanel dazu

Die Powerstation läuft auch ohne Solarpanel. Wer sich für einen Sonnenenergiefänger entscheidet, muss den nicht beim selben Hersteller wie die Powerstation kaufen. Wichtig ist nur, dass die Anschlüsse zusammenpassen, zur Not per Adapter. Im Test hatte es COMPUTER BILD mit folgenden Anschlusstypen zu tun: das von festen Solaranlagen bekannte MC4 bei Ecoflow, den Anderson-Anschluss (in Rot-Schwarz) bei Jackery und Greenakku sowie den XT60 bei den Anker-Produkten.

Ganz schön schwer

Wer zum ersten Mal eine Powerstation in die Hand nimmt, wundert sich, wie schwer sie ist! Das höchste Gewicht bringt die Anker 757 mit, die auf knapp 20 Kilogramm (kg) kommt. Die Geräte von Bosswerk (rund 13 kg), Jackery und Ecoflow (rund 10 kg) sind dagegen leicht. Erstaunlich: Keine Powerstation ist wasserdicht.Wer sie nutzt, schützt sie also besser vor der Witterung. Die Panels kommen entweder in einer cleveren Tasche wie die Anker 625, sogar mit Außentasche für die Kabel, oder haben eingebaute Griffe. Das Gewicht ist mit bis zu 7,6 kg pro Panel (Greenakku) stemmbar. Die Solarpanels sind laut den Herstellern immerhin teilweise wasserdicht, wobei die Modelle von Anker und Ecoflow zumindest gegen Schauer geschützt sind. Im Test haben alle Panels einen Tag auf dem Dach im Regen überlebt.

[jst]

FAZIT

Einen Solargenerator zum Stromsparen kaufen? Die Rechnung geht nicht auf. Anders als ein Balkonkraftwerk ist eine Powerstation in erster Linie ein teurer Stromspeicher, den Käufer dann sinnvollerweise um ein Solarpanel zum Aufladen ergänzen. Ein Solargenerator ist vor allem dafür geeignet, autark Strom zu produzieren – abseits von Landstrom oder im Falle eines Stromausfalls. Er arbeitet nachhaltig mit Sonnenenergie und ist etwa nicht auf Dieselkraftstoff angewiesen. Sinnvoll sind solche Geräte zum Beispiel beim Camping. Wer viele Geräte laden will, braucht die hier getesteten großen Batterien. Am besten schlug sich im Test das teuerste Produkt: das Anker 757 Powerhouse. Der Preis-Leistungs-Sieg geht an das Ecoflow-Modell, das aber aufgrund der Lithium-Ionen-Technik weniger langlebig sein dürfte.