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Sony BVM-HX310


HDTV Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 16.07.2021

Unsere TV-Tests basieren auf dem Maßstab der Signaltreue, doch mit Consumer-TV-Displays sind Kompromisse im HDR-Zeitalter meist unausweichlich. Mit dem Sony BVM-HX310 werfen wir den Blick über den Tellerrand: Dieser Studiomonitor ist derart präzise und leistungsstark, dass selbst professionelle Filmemacher darauf vertrauen.

LED-LCD-TVs (auch QLED und QNED mit Mini-LED) setzen ebenso wie OLED-TVs technische Limits, wenn HDR-Signale bestmöglich dargestellt werden sollen. Während die LED- LCD-TV-Technologie hellste HDR-Bildbereiche dauerhaft leuchtstark abzubilden vermag, liegt der Vorteil von selbstleuchtenden OLED-Pixeln in der Kontrastdarstellung und Präzision. Doch HDR-Inhalte setzen meist beide Kriterien voraus, sodass in der Produktion nach neuen Lösungsansätzen gesucht wird, um HDR-Inhalte bestmöglich erstellen zu können. Zwar konnten OLED-Profimonitore wie Sonys BVM-HX300 neue ...

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Bildquelle: HDTV Magazin, Ausgabe 4/2021

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... Qualitätsmaßstäbe setzen, doch gerade statische Bildinhalte mit einer hohen Leuchtintensität sind für die OLED-Technik nicht ideal. Warum „statisch“ werden Sie sich nun vermutlich fragen, schließlich sind Videobilder doch meist in Bewegung. Dies gilt allerdings nicht für die Produktion: Bevor ein Film fertiggestellt werden kann, muss jede einzelne Szene nachbearbeitet werden, schließlich soll ein charakteristischer Filmlook entstehen. Auf einem Studiomonitor werden einzelne Szenen Bild für Bild abgestimmt und ein Display muss in der Lage sein, die optimale Helligkeit-, Kontrast- und Farbstabilität kontinuierlich unter HDR-Höchstbelastung aufrechtzuerhalten, selbst wenn Bilder minuten- oder gar stundenlang statisch wiedergegeben werden.

HIGHLIGHT BILDREFERENZ

Testurteil: ausgezeichnet Preis/Leistung: –

Quick Check

Anschlüsse: 1 × HDMI (4K 60 Hz HDR), 2 × SDI in/out, 1 × Netzwerk, 1 × Audio Out, 1x Kopfhörer

Bildformat-Marker: 4:3, 13:9, 14:9, 15:9, 16:9, 1.66:1, 1.85:1, 1.896:1, 2.35:1, 2.39:1 oder variabel, Markierungslinien in Farbe und Stärke einstellbar, Blanking-Funktion

EOTF (Transferfunktionen): Gamma 2.2, 2.4, 2.6, CRT, 2.4 (HDR), S-Log2, S-Log3, HLG (BT.2100), HDR10 (ST.2084)

Ausleuchtung und Kontrastfilter: gleichmäßige Bildausleuchtung ohne sichtbare Schatten oder Streifen, Helligkeit zum Bildrand sanft abfallend (ca. 85 % Homogenität), keine Nachleuchteffekte, Kontrastfilter ermöglicht sattes Schwarz bei Umgebungslicht, Reflexionen sichtbar

Der Perfektion nahe

Die Qualitäten des BVM-HX310 wären nur die Hälfte wert, wenn Sony den Studiomonitor nicht ab Werk penibel kalibrieren würde. Während der Messungen hatten wir unsere liebe Mühe, überhaupt noch relevante Abweichungen auszumachen – derart optimal war noch kein Display voreingestellt. Neben der enorm präzisen Farbdarstellung, dem XXL-Farbvolumen und der beeindruckenden HDR-Kontrastdarstellung fasziniert vor allem, wie spielerisch der BVM-HX310 anspruchsvollste Helligkeitswechsel und Schattierungen meistert: Banding-Artefakte sind mit diesem Display ein Fremdwort, solange die Bildquelle eine optimale Qualität liefert. Nichts bleibt im Verborgenen, aber zugleich werden dunkle Bildbereiche nicht überbetont, sodass sich Rohdaten einer Kamera optimal nachbearbeiten lassen. Doch es sind nicht nur die Standbild-relevanten Qualitäten, die den BVM-HX310 auszeichnen, sondern auch Videosequenzen und selbst Videospielinhalte werden in exzellenter Qualität wiedergegeben, wenngleich das maximale Limit bei einer 60-Hz-Bildfrequenz liegt. Die Ausleuchtung der Bildfläche gelingt homogener als mit konventionellen LED-LCDs und bei Kameraschwenks sind keine Schatteneffekte sichtbar. Die Pixelreaktionszeit des Dual-Layer- LC-Displays erreicht zwar nicht OLED-Niveau, doch Judder-Effekte mit 24p-Quellen werden gut maskiert. Viel wichtiger: Der BVM-HX310 neigt nicht zur Schlierenbildung und schnelle Objektbewegungen werden ebenso sauber wiedergegeben wie ruhige Szenen. Zwar ist der BVM-HX310 nicht für den Gaming-Einsatz konzipiert, aufgrund der geringen Eingabeverzögerung von ca. 17 ms, der exzellenten RGB-Wiedergabe und den außergewöhnlichen HDR-Bildleistungen werden allerdings auch Signale einer PS5 und Xbox Series X in fantastischer Qualität zelebriert. Aufgrund der echten 4K-Kinoauflösung des Monitors entstehen mit UHD-Signalen jedoch schmale schwarze Balken links und rechts vom Bild. Die Schwarzdarstellung fällt mit selbstleuchtenden OLED-Pixeln zwar noch satter aus, doch mit den meisten Filminhalten spielt das kaum eine Rolle, da oftmals kein absolutes Schwarz beim Signalpegel angestrebt wird. Trotz IPS-Technik nimmt die Bildqualität des BVM-HX310 bei seitlicher Bildbetrachtung sichtbar ab, aber wer an diesem Monitor arbeitet, der wird eine optimale Ausrichtung zum Sitzplatz sicherstellen können. Umfangreiche Bildformat-Marker und eine Multi-Screen-Wiedergabe mit vier HD-Signalen gleichzeitig können Workflowarbeiten erleichtern. Weitere Overlayeinblendungen, um den realen Dynamikumfang des Eingangssignals pixelgenau zu beurteilen, fehlen hingegen. Der BVM-HX310 bietet die Möglichkeit, Farbbereiche außerhalb der normalen SDR- oder der DCI-Kinonorm hervorzuheben. Somit läuft ein Großteil der Signalbeurteilung in der Schnittsoftware selbst ab. Integrierte Lautsprecher sind im HX310 nicht zu finden, doch über Kopfhörer oder den Audioausgang lassen sich Stereo-PCM-Signale wiedergeben.

Ein echtes Arbeitstier

Wer Kinofilme in HDR-Qualität erstellen möchte, stößt mit konventionellen Displays oftmals an die Leistungsgrenze. Entweder ist die Kontrast- und Schwarzdarstellung mit LED-LCDs nicht optimal, oder die Bildhelligkeit lässt mit OLED-Displays in HDR-Extremsituationen zu wünschen übrig. Der BVM-HX310 ist zwar ein LED-LCD, hat mit der gängigen LED-LCD-TV- Technik aber kaum etwas gemein. Stattdessen ist die Dual-Layer-Technik als Kombination der LED-LCD- und OLED-Stärken zu verstehen: Pixelgenauer HDR-Kontrast, exzellente Farbtreue und eine sehr hohe sowie konstante Farblichleistung erleichtern das Colour-Grading von Kamera-Rohdaten enorm. Umgekehrt lassen sich HDR-Inhalte rückwirkend auf ihre Bildqualität beurteilen. Zugleich ist der BVM-HX310 ein optischer Kompass, um die Qualitäten von Consumer-TVs objektiv zu beurteilen, denn häufig dienen künstliche Nachbearbeitungen bei Fernsehern dazu, technische Unzulänglichkeiten zu verschleiern. Der BVM-HX310 ist somit ein Qualitätsmaßstab, an dem sich alle aktuellen und zukünftigen TV-Technologien messen lassen müssen.

CHRISTIAN TROZINSKI