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Sony XR-75X95J


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HDTV Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 24.09.2021

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Bildquelle: HDTV Magazin, Ausgabe 5/2021

Mit dem X95J bringt Sony einen der außergewöhnlichsten LED- LCD-TVs des Jahres auf den Markt, denn äußerlich ist der Fernseher ähnlich aufwendig gestaltet, wie ein deutlich teureres Modell der Master Series. Zugleich markiert der X95J abseits des 8K- Flaggschiffs Z9J die beste Bildqualität in Sonys diesjährigem LED-LCD-TV-Portfolio. Doch reichen diese Leistungen wirklich aus, um preislich attraktiven OLED-TVs wie dem A80J Paroli zu bieten?

Testurteil: gut Preis/Leistung: gut HIGHLIGHTGAMING-TIPP

Mit einem 75-Zoll-Fernseher werden echte Heimkinowünsche wahr: Gerade Blockbuster- Filme und -Serien profitieren von der XXL-Bildgröße und falls Sie noch mehr wünschen, können Sie gleich zur 85-Zoll-Variante des X95J greifen. Damit nichts vom Bildinhalt ablenkt, spendiert Sony dem X95J einen verbesserten Kontrastfilter, der Reflexionen effektiver mindert als bei Sonys Vorjahres-LED-LCDs. Legen Sie darauf ...

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... gesteigerten Wert, sollten Sie mindes- tens zur hier getesteten 75-Zoll-Variante greifen, denn der 65X95J muss ohne diesen Mehrwert auskommen. Gänzlich frei von Spiegelungen ist aber auch der 75X95J nicht, denn aufgrund eines verbauten Zusatzfilters, der die Blick- winkelstabilität verbessert, werden einfallende Lichtquellen breit gestreut. Über Design lässt sich bekanntlich streiten, doch der X95J gehört zu den schönsten LED-LCD-Fernsehern, die wir dieses Jahr im Testlabor unter die Lupe genommen haben. Mit einem schlanken Bildrahmen, einem edlen Monitor-Look und zahlreichen Kunststoffblenden, um die Anschlussbereiche zu verdecken, macht der X95J auch freiste- hend eine Menge her. Selbst in Anbetracht der deutlich teureren Master-Series-Fernseher von Sony muss der X95J in Sachen Design keinen Vergleich scheuen, zudem legt Sony dem Fernseher die Premium-Fernbedienung mit Metallblende und beleuchteten Tasten bei.

Quick Check

Anschlüsse: 4 × HDMI (HDMI 1&2: 4K 60 Hz HDR oder Full HD 120 Hz HDR, HDMI 3&4: 4K 120 Hz HDR), 1 × eARC (HDMI 3), 3 × USB, 1 × Netzwerk (oder WLAN), 1 × analog AV (Adapter), 1 × digital optisch Audio, 1 × Kopfhörer, 1 × S- Center-Speaker in (erfordert kompatibles Sony-Sound-System)

Gaming-Funktionen: 4K in HDR mit bis zu 120 Hz, ALLM, VRR erst nach Update, HDR-Tonemapping abschaltbar, Input Lag: ca. 21 ms (60 Hz) bzw. ca. 8,5 ms (4K 120 Hz)

Tuner-Funktionen: Twin-Tuner für DVB-S/-C/-T, Unicable-Support, 1 × CI, Festplattenaufnahme über USB (Aufnahme und Senderwechsel), kein Time-Shift, HD-Freischaltung via App erst nach Softwareupdate

Streaming-Apps: Bravia Core, Netflix, Amazon Video, Disney+, Apple TV, Airplay, Youtube (inklusive AV1-Decoding), Sky, Magenta TV, DAZN, Rakuten TV u. v. m.

Ausleuchtung und Kontrastfilter: meist gleichmäßige Bildausleuchtung, zum Randbereich sanft abfallend (ca. 70 % Homogenität), aber vertikale Schatten oder Rastereffekt möglich, keine Nachleuchteffekte, Kontrastfilter ermöglicht sattes Schwarz bei Umgebungslicht, Reflexionen durch Spezialbeschichtung effektiv gemindert, direkt einstrahlende Lichtquellen mit breiten Reflexionen

HDR- und Audio-Formate: HDR10, kein HDR10+, HLG, Dolby Vision, Dolby Digital, Dolby Atmos, DTS, DTS:X via eARC, Mehrkanal-PCM

Entertainment

Die Auswahl an Streaming-Apps deckt nahezu alle Anbieter wie Netflix, Amazon, Disney+ sowie Apple TV ab und wird durch Sonys eigenen Streaming-Dienst Bravia Core noch weiter aufgewertet. Durch den Kauf des X95J erhalten Sie nach der Aktivierung 12 Monate kostenlosen Zugriff auf die meisten Inhalte von Sony Pictures und Sie können 5 aktuelle Kinofilme gratis digital erwerben. Durch eine Kooperation mit IMAX stehen viele Inhalte in 4K-HDR-Qualität und im IMAX-Vollformat zum Abruf bereit und die Bildqualität macht dabei selbst der UHD-Blu-ray-Disc Konkurrenz, vorausgesetzt, Ihre Internetleitung kann bis zu 80 Mbit/s bereitstellen. Einen großen Sprung nach vorn im Vergleich zu Sonys letztjährigen Fernsehern machen die HDMI-Schnittstellen: An den HDMI-Ports Nummer 3 und 4 werden 4K- HDR-Signale einer PS5 oder Xbox Series X mit bis zu 120 Hz unterstützt. Den variablen Bildfrequenzabgleich nach VRR-Standard will Sony über ein Softwareupdate nachreichen. Schon jetzt überzeugt die 120-Hz-Wiedergabe auf ganzer Linie, wie alle Bravia-XR-Fernseher neigt aber auch der X95J mit einer 120-Hz-Signalzuspielung etwas stärker zu Banding-Artefakten. Zugleich verhindert die 120-Hz-HDMI-Einstellung eine Dolby-Vision-Zuspielung: Wollen Sie das Dolby-HDR-Format am gleichen HDMI-Eingang wiedergeben, sollten Sie die Dolby-Vision- HDMI-Einstellung wählen, die eine Zuspielung mit bis zu 60 Hz bis 4K-Signalen erlaubt.

Sonys exzellente Bildabstimmung und die zahlreichen Nachbearbeitungsmöglichkeiten werten sowohl den Spiel- als auch den Filmmodus auf. Zahlreiche Filter erlauben es, feinste Details auf natürliche Weise etwas stärker hervorzuheben, ohne das Gesamtbild künstlich erscheinen zu lassen. Zudem werden Artefakte gezielt gemindert, die gerade bei stärker komprimierten Internetvideos in Erscheinung treten. Auch bei der Zwischenbildberechnung findet Sony einen guten Kompromiss, um die Bewegtbilddarstellung zu optimieren, ohne dass Artefakte überhandnehmen. Aktivieren Sie den Klarheitsregler der Motionflow-Einstellung (Stufe 1) kommt einmal mehr Sonys exzellente Schwarzbildeinblenung (LED-Backlight-Scanning) zum Einsatz, die je nach Bildhelligkeit mit einer PWM-Frequenz von 120 bis 1 438 Hz (bezogen auf 24-Hz-Quelle) arbeitet und keine störenden Flackereffekte provoziert. Die Bewegtbildschärfe profitiert von diesem Verfahren und die Bildhelligkeit bleibt auf einem nahezu gleichwertigen Level. Einzig Farbblitzer können durch die Phosphor-LED-Beleuchtung mittels Motionflow- Klarheits-Regler stärker in Erscheinung treten.

Kein Z9J-Rivale

Während Sonys X90J in Sachen HDR-Maximalhelligkeit und LED-Dimming enge Grenzen setzt, konnte sich der 8K-LED-LCD Z9J in beiden Kategorien auszeichnen. Unsere Hoffnungen, dass der X95J diesen Leistungen möglichst nahekommt, erfüllten sich im Test leider nicht. Bereits bei der Bildausleuchtung sind deutliche Qualitätsunterschiede sichtbar: Die sanfte gleichmäßige Randabdunklung ist zu verschmerzen, doch der X95J neigte im Test zu vertikalen Schatteneffekten, die auch ein schattiges Raster bilden konnten. Hierbei handelt es sich womöglich um die Zwischenräume der LED-Hintergrundbeleuchtung. Entgegen der Maßstäbe, die andere LCD-Hersteller aktuell mit Mini-LEDs setzen, ist das LED-Backlight des X95J etwas aus der Zeit gefallen: Sony integriert im 75X95J lediglich ca. 84 Dimming- Zonen und die Aufteilung in 14 Zeilen, aber nur 6 Spalten lässt gerade in den HDR-Bildvoreinstellungen (inklusive der Dolby-Vision-Presets) großflächige Aufhellungen erkennen, sobald HDR-Lichter vor einem dunklen Hintergrund aufleuchten. Um diesen Effekt zu minimieren, ist es zwingend notwendig, das LED-Dimming von mittlerer Stufe auf die höchste Einstellung umzuschalten. Unter dieser Voraussetzung macht die Schwarzdarstellung einen großen Sprung nach vorn, doch kleinste HDR-Lichter werden im Zuge dessen sehr stark heruntergedimmt, was Kinofilme im dunklen Raum zwar ansehnlicher gestaltet, aber den typischen HDR-Kontrast vermissen lässt. Fairerweise muss man Sony für die tadellose Durchzeichnung in dunkelsten Bildbereichen und die sanfte LED-Ansteuerung loben und der X95J unterschlägt keine Details, die andere LED-LCDs gern einmal unter den Tisch fallen lassen. Zugleich ermöglicht der X95J eine gezielte Anpassung von HDR-Quellen, um diese auch in sehr hellen Räumen genießen zu können. Aktivieren Sie den Lichtsensor, steht eine Tonkurvenanpassung zur Verfügung: Hierbei hellt der Fernseher automatisch dunkle Bildbereiche sanft auf, damit Sie Bilddetails nahe Tiefschwarz leichter erkennen können. Liegt Ihr Schwerpunkt nicht darauf, HDR-Quellen originalgetreu wiederzugeben, sollten Sie einmal die HDR- Tonemapping-Einstellung „Helligkeit bevorzugen“ ausprobieren. Unter dieser Voraussetzung präsentiert der X95J selbst leuchtschwächere HDR-Bildinhalte mit enormer Brillanz und der Fernseher kann seine hohe Flächenhelligkeit besonders deutlich ausspielen. Filmfans, die HDR-Quellen möglichst präzise und kontraststark wiedergeben möchten, sind hingegen mit einem OLED-TV wie dem A80J besser bedient, wenn eine plastische HDR-Darstellung und eine homogene Bildausleuchtung zu den wichtigsten Kaufkriterien gehören. Dies gilt gleichermaßen für die HDR-Farbsättigung: Der X95J zeigt überaus natürliche und präzise HDR- Farben, erreichte aber nicht die maximalen Sättigungswerte der Klassenbesten HDR-TVs. Im Youtube-Player war im Test einmal mehr ein Farbraumabstimmungsfehler zu beobachten, sodass der Rec.2020-Farbraum manuell eingestellt werden musste, wenn HDR-Videos im Youtube-Player mit einer korrekten Farbsättigung wiedergegeben werden sollten. Abseits dieser Einschränkungen ist der X95J exzellent dafür geeignet, höchst unterschiedliche Bildquellen in sehr guter Qualität darzustellen. Dies gilt auch für den Ton: Die Lautsprecher des X95J überzeugen im Filmbetrieb und ermöglichen ein präzises und weites Klangfeld mit einem tadellosen Mittel-Tiefton-Fundament (zusätzlicher Tieftonlautsprecher im Gehäuse). Neben direkt abstrahlenden Hauptlautsprechern, die kaum sichtbar unterhalb des Displays positioniert sind, kommen weitere Hochtonlautsprecher an der Oberseite an beiden Rändern zum Einsatz, sodass Stimmen scheinbar auf Augenhöhe erschallen und Audio-Effekte breiter gestreut werden. Mittels automatischer Audiokalibrierung können Sie die Tonwiedergabe ganz einfach optimieren. Der X95J verarbeitet die wichtigsten Tonstandards und neben Dolby-Atmos- lassen sich auch DTS- und Mehrkanal-PCM-Signale abspielen. Einzige Einschränkung: Die eARC-HDMI-Weiterleitung erfolgt über den HDMI-2.1-Anschluss Nummer 3, sodass die Kombination mit einer Soundbar oder mit einem AV-Receiver einen wichtigen Eingang für Next-Gen-Gaming-Konsolen blockiert. Der Königsweg ist der S-Center- Speaker-Anschluss des X95J, der dem günstigeren X90J beispielsweise fehlt: Mit kompatiblen Sony-Audiosystemen wie dem HT-A9 oder der Soundbar HT-A7000 kann der X95J als Center- Lautsprecher eingesetzt werden, während die externen Lautsprecher für ein raumfüllendes Surround-Erlebnis sorgen. Beide neuen Audiosysteme bieten vollwertige HDMI-2.1-Eingänge, sodass der eARC-Anschluss am TV gleichwertig ersetzt werden kann.

Zwischen zwei Welten

Mit dem X95J veröffentlicht Sony ein lohnenswertes Upgrade im Vergleich zum günstigeren X90J. Der Respektabstand zum Z9J fällt im Bildqualitätsvergleich dagegen groß aus, sodass in Sonys LED-LCD-Lineup aktuell eine Lücke klafft. Aufgrund der besseren HDR-Kontraststärke und Bildausleuchtung bevorzugen wir in der X95J-Preisklasse die OLED-Alternative A80J. Obwohl die Bildhelligkeit des X95J bemerkenswert ausfällt, erfüllen der HDR-Farbumfang, die LED-Dimming-Zonen-Anzahl und die Bildausleuchtung nicht die Standards, die wir in dieser TV-Preisklasse erwarten. Für unsere Bewertung ergibt sich ein echtes Dilemma, denn der X95J ist besser als viele andere TVs, die wir mit dem Testurteil gut ausgezeichnet haben. Dennoch werden die Leistungen verfehlt, die Fernseher mit einer sehr guten Bewertung wie der Z9J, A80J und A90J erzielt haben. Unabhängig davon begeistern beim X95J einmal mehr Sonys präzise Bildabstimmung, die Bildverarbeitung und die leuchtstarke Wiedergabe, die vor allem in helleren Räumen überzeugt. Und in Kombination mit Sonys Audiosystem HT-A9 steht einem echten Heimkinoerlebnis auch in klanglicher Hinsicht nichts mehr im Wege.

CHRISTIAN TROZINSKI