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Sophie Zelmani


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Audio - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 11.11.2022

Pop & Rock

The World Ain’t Pretty

| POP | OLDIES | JAZZ | KLASSIK | auf CD, SACD, LP und Blu-ray/DVD

Artikelbild für den Artikel "Sophie Zelmani" aus der Ausgabe 12/2022 von Audio. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Mit ihrem Album Nummer 13 hat die schwedische Singer- Songwriterin Sophie Zelmani einen großen Wurf gelandet. Ihr Debüt erschien im Jahr 1995 ohne Umwege bei Epic/Sony, später schrieb die feinnervige Sängerin mit der hauchigen Stimme unter anderem Musik für die Fernseh-Hits „Dawson‘s Creek“ und „Buffy The Vampire Slayer“.

Seit „Going Home“ (2014) veröffentlich Zelmani auf ihrem eigenen Label Oh Dear Recordings. Das hat der Qualität ihres Schaffens aber keineswegs geschadet, wie auf dem neuen Werk „The World Ain’t Pretty“ klar zu hören ist. Mit dem munteren Titelsong legt Zelmani die Messlatte schon zu Beginn ziemlich hoch. Es folgt „What If“, ein klassisch-schöner Popsong mit herrlich akzentuierter Akustikgitarre und einem geradezu erblühenden Streicher-Bouquet – zu hören auf unserer Heft-CD. Diesen ...

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... Song hätte auch Frank Sinatra sicher nur zu gerne interpretiert, manch andere Stücke auf diesem Album vermutlich ebenso. Ein Traum ist nicht zuletzt das flockig-flotte „When You’re Singing“ – in einer besseren Welt würde so ein Lied im Radio laufen.

Zelmanis kluger, stilbewusster und geschmackvoller Chamber Pop befasst sich inhaltlich mit tiefen Themen. Ein Album, das nachwirkt und zum Denken anregen kann.

Sebastian Schmidt

✪ Kari Bremnes, Anna Ternheim

AUDIOPHILE CDS DES MONATS

Robert Coyne

Singer-Songwriter, Avantgarde-Folk

The Hiss Of Life

Meyer Records (CD, LP 180g)

Als Sohn des britischen Musikers und Malers Kevin Coyne spielte der Singer-Songwriter über die Jahre auch schon mit Eric Burdon und Can-Drummer Jaki Liebezeit. Seinen Alternative Folk prägen miminalistische, nach vorne drängende Drums von Werner Steinhauser, dazu das leuchtende Cello der studierten Musikerin Aglaja Camphausen sowie die wärmende Stimme von Wendy Coyne und die Saitenkunst von Bob Ward. Der Brite webt gerne einen rockigen Faden ein, lässt E-Gitarren und Bass dunkel funkeln oder lodern und krönt Songs mit schönem Melodien-Flow. Das klingt eigenständig und klanglich packend mit interessantem Farbenspiel. Inhaltlich reflektiert der 53-Jährige die Verbohrtheit der Menschheit oder die Schwierigkeit, alte Wunden zu heilen. Eigenständig und klug. Der Song „The Endless Tea“ mit seinem 70er--Jahre-Touch ist ein leckerer Teaser auf unserer Heft-CD.

Claus Dick

✪ Damien Rice, Elliott Smith

Andreas Vollenweider

Instrumental Pop

SlowFlow & Dancer

AVAF/Indigo (Doppel-CD, LP)

Die ruhigeren, kleinräumigen Gefilde von „Quiet Places“ (2020) hat Andreas Vollenweider wieder verlassen. Statt eines einzelnen Cellos als Partner umgibt er sich auf „Slow- Flow & Dancer“ mit Band, Perkussion, afrikanisch inspiriertem Chorgesang und stellenweise Streichern. Die Songs sind über mehr als ein Jahrzehnt hinweg entstanden, Produzent Andy Wright hat zusammen mit Vollenweider dafür gesorgt, dass das Klanggefüge trotz unterschiedlicher Inspirations- und Soundquellen rund und ausgewogen wirkt. Dabei setzt der Schweizer Harfenist sein Instrument gewohnt markant ein, entfernt sich aber in Melodien, Phrasierung und Ornamentierung immer mehr von seinen älteren Spielweisen. Die Harfe von „SlowFlow & Dancer“ könnte auch eine akustische Gitarre sein, klanglich die Musik sanft umarmend, rhythmisch dezent akzentuiert, von achtsamer Gelassenheit inspiriert.

Ralf Dombrowski

✪ Ballaké Sissoko

SCHÄTZE DES MONATS

Bonny Light Horseman

Folk, Americana

Rolling Golden Holy

Cargo/375 Media (CD, LP)

Auf dem Debüt von 2020 steckte das US-Trio noch tief in der britischen wie der US-Folktradition. Jetzt kommen Anaïs Mitchell, Eric D. Johnson und Josh Kaufman mit zehn eigenen Kompositionen, die die alten Gefühle zeitgemäß ummünzen. Diese Veränderung bewältig ten sie im Ambiente ihres „spirituellen Zuhauses“, wie sie ihr Studio in einer alten Kirche namens „Dreamland“ nennen. Stücke wie „Gone By Fall“ und „Summer Of Dream“ thematisieren nicht nur den Wandel, sie stellen auch die Frage, wo traditionelle Folkmusik aufhört und moderner Folk beginnt. Erste Antworten finden BLH mit diesem Album, das zwischen Schönklang und rauer Rhythmik pendelt. Sängerin Anaïs Mitchell setzt mit ihrer hellen Stimme unüberhörbare Akzente, wie in der Ballade „Comrade Sweetheart“ oder im epischen „Summer Dream“. Der sehr stimmungsvolle Track „Exile“ eröffnet im Übrigen unsere Heft-CD.

Willi Andresen

✪ Fleet Foxes, Bon Iver

Candy Dulfer

Soul, Funk, Pop

We Never Stop

Mascot Label Group/Rough Trade (CD, Doppel-LP Red Transparent Vinyl)

Der Titel ihres 13. Soloalbums ist eine Botschaft: Candy Dulfer möchte die Menschen, vornehmlich die jüngeren, in dieser schwierigen Zeit aufrichten. Es geht voran, nichts hält uns auf – „We Never Stop“. Dieses Motto prägt auch die Karriere der 53-jährigen Saxofonistin aus Amsterdam. Sie spielte mit allen und für (fast) alle: Prince, Van Morrison, Lionel Ritchie, Dave Stewart, Chaka Khan, Aretha Franklin, Beyoncé, Maceo Parker und Pink Floyd. Und welche Musik kann besser aufrichten als Partymusik! Die 13 neuen Songs sind inspiriert von den alten Freunden und durchtränkt mit soulig-funkigen bis poppigen Grooves. Der Opener „YeahYeahYeah“ unterstreicht das: volle Power für 11112 111 den Dancefloor! Geschmeidig forcieren die Mitstreiter den Rhythmus, über dem die Chefin ihre Blechhymnen zaubert. Gäste sind Marcus Miller und Nile Rodgers – letzterer spielt auf „Jammin’ Tonight“ auf der Heft-CD.

Willi Andresen

✪ Chic, Prince, Nile Rodgers, Tower Of Power

Kurz & gut

Buddy Guy The Blues Don’t Lie

RCA/Sony (CD, Doppel-LP)

Buddy Guy hat tatsächlich schon 86 Jahre auf dem Buckel, doch man hört dem Bluesrock-Maestro sein Alter kein bisschen an auf seinem Album Nummer 34. Wie auch, da der Mann ja seine Gitarre sprechen lässt („I Let My Guitar Do The Talking“). Und die ist immer noch äußerst beredt. Gäste wie Soul-Blueser Bobby Rush, die legendäre Mavis Staples oder Elvis Costello sorgen für den letzten Pfiff.idt

The Manhatten Transfer with The WDR Funkhausorchester Fifty

Concord Records/Universal (CD)

50 Jahre The Manhatten Transfer! Die vollkommen zurecht weltberühmte Vokalgruppe aus New York City feiert ihr großes Jubiläum mit ihren Hits wie „Chanson d‘amour“, aber auch mit Klassikern wie „God Only Knows“ von den Beach Boys. Unterstützt wird das Ensemble vom WDR Funkhausorchester, das hier wieder einmal seine ganze Klasse ausspielt. Klangtipp!idt

Red Hot Chili Peppers Return Of The Dream Canteen

Warner (CD, Do-LP auch in Violet Vinyl und als Deluxe)

Bei den wilden Funkrockern aus Los Angeles hat die zweite Rückkehr ihres Lieblingsgitarristen John Frusciante einen wahren Kreativitätsschub ausgelöst: Nach „Unlimited Love“ im Frühjahr kommt nun das zweite neue Album gleich hinterher. Die Aufnahmen stammen aus den „Unlimited“-Sessions, aber die Songs sind kein Ausschuss, sondern ganz hervorragend.idt

Julia Jacklin Pre Pleasure

Transgressive/Pias (CD, Gatefold-LP in White Vinyl)

Wie begabt Julia Jacklin aus Sydney/Australien ist, zeigten bereits ihre Alben „Don’t Let The Kids Win“ (2016) und „Crushing“ (2019). Auf ihrem dritten Werk hat die Musikerin ihr Indie-Reich nun weiter ausgeschmückt und verschönert, ihre Songs sind noch einmal einen Tick besser, zupackender geworden. Und die Streicher auf dem melancholischen „Ignore Tenderness“ sind traumhaft. Starkes Album.idt

Bluesrock

KTBA/Rough Trade (CD, LP)

Welch eine markante und raue Powerstimme! Solch ein Organ muss sich in dieTiefen des Bluesrock eingraben und nachhaltig heraustönen. Dave Stewart von den Eurythmics entdeckte Joanne Shaw Taylor vor 20 Jahren; er ist auch auf dem zehnten Album der Gitarristin und Sängerin vertreten. Zusammen interpretieren sie empathisch den Eurythmics-Klassiker „Missionary Man“. Und ein weiterer Saitenheld erweist sich als Förderer der Britin: Joe Bonamassa spielt Top-Soli wie auf dem Heft-CD- Track „Won’t Be Fooled Again“ und hat zusammen mit Josh Smith produziert. Ein kompaktes Paket aus Blues und Rock, garniert mit den poppigen Melodien und Harmonien der Ballade „Fade Away“, für die Gastmusikerin Tina Guo ihr Cello bediente.

Willi Andresen

✪ Etta James, Bonnie Raitt

Westcoast, Sunshine Pop

Full Time Hobby/Rough Trade (CD, LP auch Clear Vinyl)

Dieses Album ist ein Kleinod, seine Entstehung fast wundersam. Hinter Sylvie steckt Ben Schwab aus Los Angeles, dessen Vater John in den Siebzigern in Ohio die Band Mad Anthony hatte, die nie vom Fleck kam. Irgendwann entdeckte Ben zu Hause die Demos dieser Band, die zwar schlecht aufgenommen waren, aber einen warmen, luftigen, sonnigen Touch hatten. Der Sohn war dermaßen hingerissen, dass er anfing, selbst in diesem Stil Songs zu schreiben. Die nahm er mithilfe von Freunden auf, die hauptsächlich am Mikro aushalfen, zum Beispiel Marina Allen, die den großartigen Song „Further Down The Road“ noch großartiger macht. Ein zeitlos schönes Werk. Übrigens: Besagte Demos gibt’s als „The Lost Tapes“ auf Bandcamp zu hören.

Sebastian Schmidt

✪ Fleetwood Mac, Judee Sill

Jazz, Big Band

Motor Entertainment/Edel (CD, Doppel-LP)

„Wir haben das Privileg, alles, was uns im Laufe unseres Lebens musikalisch geprägt hat, zum eigenen Destillat zu kochen…“ Und da kam einiges zusammen, schließlich steckt hinter Co-Bandgründer Mario Kamin doch die DNA der TV-Serie „Babylon Berlin“. Plus weitere Mitstreiter, die jetzt von den 20er-Jahren bis hinein in die 50er musizieren. Und so tun sich hier wild hüpfende balkaneske Rhythmen auf, schimmern jiddische Anklänge durch, poltern grummelnde Drums zu jazzigem Piano oder versprühen Latino-Melodien mit warmherzigen Vocals ihren Charme. Dazu gibt’s Roadmovie-Ambiente, Trompetentupfer, Vibrafonkaskaden und prickelnde Percussion. Vielfalt und Können dieser umtriebigenTruppe vereinen sich erneut gänzlich vortrefflich.

Claus Dick

✪ Ilja Tretschkow Ensemble

Bluesrock

Mascot/RTD (CD+DVD, CD+Blu-ray, Doppel-LP 180g, Artbook: 2 LPs, CD, DVD, 2 Blu rays)

Große Songs sind nicht in Stein gemeißelt, meint Mr. Shepherd. Also hat der Saiten-Hero aus Louisiana sein Meisterwerk von 1997 komplett neu eingespielt. Sind die Songs zeitlos? Für den Test trommelte Shepherd die alte Originalcrew in den Record Plant Studios in Sausalito zusammen und spielte sogar auf derselben 61er-Stratocaster ins alte Studioequipment. Die Technik war jedoch weniger prägend als die aktuelle Live-Atmosphäre. Der alte Geist inspirierte die neuen Sessions. Seine Stimme klingt heute reifer, das Saitenspiel flutscht wie einst im Mai flink von den Fingern. Als Bonus gibt’s eine DVD mit der Live-Version des Albums von 2022 aus dem Strand Theatre in Shepherds Heimatstadt.

Willi Andresen

✪ Trouble is… (1997) Klangtipp ab 4,5 Ohren

Neo Prog, Progressive Rock

Inside Out/Sony (CD, Doppel-LP 180g Gatefold inkl. CD)

John Mitchell agiert unter dem Bandnamen „Lonley Robot“. Der Mann schreibt alles selbst und spielt auch alle Instrumente mit Ausnahme des Schlagzeugs. Am Kit sitzt hier wieder der brillant, feinfühlig und songdienlich trommelnde Craig Blundell. Alle zehn Songs sind blitzsauber produzierter, hochmelodischer Rock, immer gewürzt mit einer Prise Überraschung. Echte Tiefpunkte gibt es nicht, aber jede Menge Highlights. „Digital God Machine“ ist ein solches. Im Intro fragt man sich noch, was da für Geräusche aus dem Zoo kommen, doch schnell wird die ganze Tiefe des Stücks offenbar, die Hookline brennt sich ein. Ähnliches gilt auch für viele andere Songs auf dem Album. Mit „A Model Life“ liefert John Mitchell ein kraftvolles Album ab.

Christian Möller

✪ Steven Wilson, Kayak, Subsignal

Exotica

GEHEIMTIPP

Jagjaguwar/Cargo (CD, LP auch in Pink Glass Translucent Vinyl)

Das Pfeifen hat in der populären Musik nicht die geringste Lobby; hierzulande ist man noch dazu geneigt, sich an den Loriot’schen Kunstpfeifer zu erinnern und zu lachen. Das jedoch ist vollständig ungerecht und auch unsinnig, wenn es um das bemerkenswerte Album „Mirage“ der Pfeiferin Molly Lewis geht. Zusammen mit dem brasilianischen Gitarrenvirtuosen Rogê hat die Künstlerin aus Australien, die in Los Angeles lebt, zwar nur sechs Stücke eingespielt bzw. eingepfiffen (tja ...!), aber die haben es in sich. Lewis lässt das schöne 50er/60er-Jahre-Genre Exotica wieder aufleben, das nicht selten eine leicht gewagte Atmosphäre entstehen lässt, Südseebilder evoziert oder wie Filmmusik klingt. Auf unserer Heft-CD gibt Lewis das an die smarten High Llamas erinnernde „Cabana De Mel“ zum Besten. Klasse.

Sebastian Schmidt

✪ Martin Denny, Les Baxter, Yma Sumac, The High Llamas

Chicago Blues, Soul, Boogie

Mascot Label Group/Rough Trade (CD, LP 180g)

Aus der Kleinstadt Jyllinge bei Kopenhagen hinaus in die weite Welt des Blues. Thorbjørn Risager hat sich mit seiner Rock- und Blues-Röhre binnen 20 Jahren einen Namen gemacht – oft wird er in die Nähe von Ray Charles gerückt. Apropos Prominenz: Risager und Co haben mit ihren Shows Elwood Blues alias Dan Akroyd als Fan gewonnen. Der Däne und seine sieben Black Tornados zupfen und klopfen Blues und Rock mit Traditionsbewusstsein – ohne old fashioned oder verstaubt zu klingen. Album Nummer 13 begeistert mit knackigen Riffs sowie mit warmen Melodien. Songs wie „Fire Inside“ und „The Way You Make Me Feel” drücken nicht nur vomTitel her den Elan und die Spielfreude dieser hörenswerten dänischen Blues-Gang aus.

Willi Andresen

✪ Come On In (2020), Songs From The Road (2015)

Liedermacher, Pop

SPV (CD, 2 CDs+Buch, Doppel-LP 180g)

Der 46-jährige Wahl-Berliner Felix Meyer macht deutschen Pop, ein bisschen im Sinne der Liedermachern aus den 60er- und 70er-Jahren. Schließlich ist Meyer gelernter Straßenmusiker – er weiß, was es heißt, klare soziopolitische Aussagen mit ebenso klaren Harmonien auf der akustischen Gitarre zu unterlegen. Gleichzeitig komponiert er aber auch richtig große Popmusik mit opulenten Streicher-Arrangements, dramaturgischen Steigerungen, einem breiten Instrumentarium (Keyboards, Beats, Akkordeon) und jeder Menge Gastmusiker wie Max Prosa, Wenzel oder Hugh McMillan. Ergebnis: Popmusik, die erwachsen, ehrgeizig und teils kämpferisch wirkt. Ein künstlerisches Statement, das sagt: Es geht auch anders – und besser.

Marcel Anders

✪ Dota, Wenzel, Reinhard Mey

Freiraum

„Ein zynischer Philantrop“ wieBertoltBrechtwürde diese Interpretationen seiner Lyrik lieben. Begleitet von Akkordeon, Gitarre und Saxofon verwenden der Volkslied-Barde Jørn Simen Øverli und die Jazz-Sängerin Ruth Wilhelmine Meyer beim „Alabama Song“ und bei anderen Brecht-Liedern mal den Originaltext, dann wieder die norwegische Übersetzung. Stilistisch wechseln alle Beteiligten ebenfalls permament den Standort.

Mit Augenzwinkern betrachten die SopranistinPiaDavilaund LindaLeine(Klavier) 28 Schlager, Chansons und andere Zartbitter-Süßigkeiten. Von Georg Kreislers galligem „Tauben vergiften“ bis zum schnulzenseligen „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“ reicht die Liste dieser Kleinkunstwerke, die einst in Deutschland verfemt waren.

DasWildeJazzorchesterharmoniert gut mit ChristianBrückner,der deutschen Stimme von Robert De Niro. Der sonor klingende Sprecher und seine vergnügt jazzenden Gegenspieler verwandeln „Die Ballade von Robin Hood“ in einen ertragreichen Beutezug zu Fantasiebildern aus dem Sherwood Forest.

In der „Citadel of Song“ haucht das Mittelalter-EnsembleAnakronoszehn Texten aus Boccaccios „Dekameron“ mit Elementen von Fusionjazz, Progrock und zeitgenössischer Klassik neues Leben ein. Die irische Elfenstimme Caitríona O’Leary bestätigt bei diesem Revival italienischer Liebeslyrik des 14. Jahrhunderts ihren Status als weltweit führende Earlymusic-Avantgardistin.