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Sound-Upgrade für Premium-Ausstattungen


Car & Hifi - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 20.08.2021

Einzeltest Match UP 10DSP

Artikelbild für den Artikel "Sound-Upgrade für Premium-Ausstattungen" aus der Ausgabe 5/2021 von Car & Hifi. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Car & Hifi, Ausgabe 5/2021

Mit der UP 10DSP stellt Match einen Verstärker vor, der mit 10 Kanälen klar zur Aufrüstung von Premium-Fahrzeugen à la BMW oder Mercedes gemacht ist. Wie alle Match-Verstärker handelt es sich bei der UP 10DSP um eine Soundnachrüstung, die per Plug&play einfach ins bestehende Fahrzeugsystem zu integrieren ist, wobei ihr 11-Kanal-Signalprozessor dem Einbauer alle Möglichkeiten in die Hand gibt, den Klang maßzuschneidern. Molex-Stecker übernehmen alle analogen Anschlüsse, und das sind eine ganze Menge. Mit 8 Eingangskanälen und 10 Verstärkerkanälen nimmt die UP 10DSP auch mit komplexen Werkssystemen Kontakt auf. Zwei Eingänge können mit einem Jumper auf 32 Volt maximale Eingangsempfindlichkeit eingestellt werden, wenn ein Werksverstärker vorhanden ist. Zusätzlich gibt es einen optischen Eingang für eine digitale Quelle und den Steckplatz für MEC Match Extension Cards. Hier ...

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... lassen sich z.B. weitere analoge und digitale Eingänge nachrüsten oder wahlweise die Bluetooth- oder die USB- Audio-Karte für Musikstreaming einbauen. Der Control-Port nimmt Verbindung zu den Fernbedienungen URC, Conductor oder Director auf, hier dockt auch das WIFI-Control an, das die drahtlose Programmierung des DSP ermöglicht. Zum Plug&play-Anschluss an Werkssysteme bietet Match eine veritable Palette an Adapterkabelsätzen an. Vom einfachen Autoradio bis zum Multikanal-Premium-Soundpaket gibt es Adapterlösungen. Gerade Mercedes- und BMW-Fahrer dürfen sich freuen, für sie gibt es fertig passende Kabelsätze auch für die Premium-Ausstattungen. So werden bei BMW nicht nur die HiFi- und RAM-Ausstattungen abgedeckt, auch das Topsystem von Harman Kardon geht Plug&play. Da dieses System über 9 Kanäle verfügt, muss noch die MEC Analog In nachgerüstet werden, um alle benötigten Eingänge zur Verfügung zu stellen. Analog funktioniert es bei Mercedes, hier gibt es Kabelsätze für die 9-kanaligen Burmester-Soundpakete mit und ohne MBUX.

Schauen wir in Innere der UP 10DSP, hier erwartet uns ein aufgeräumtes Layout mit modernster Verstärkertechnik. Wir finden das extrem effiziente Netzteil, das die Versorgungsspannung in Abhängigkeit vom Eingangssignal regelt. Die Verstärkung über-nehmen dann zweikanalige Class-D-Chips, von denen zwei Viererreihen die ersten 8 Kanäle versorgen. Die Kanäle I und J sind als Subwooferkanäle gedacht, hier arbeitet ein parallelgeschalteter Chip pro Kanal für die Extrapower. Die DSP-Abteilung ist mit feinen Komponenten ausgestattet, bei denen der Analog Devices ADAU1452 das Signalprocessing übernimmt. Für die Wandlung gibt es aufgrund der vielen Kanäle gleich mehrere Bausteine. Am Eingang teilen sich zwei 4-kanalige ADAU1979 die Arbeit der AD-Wandlung, nach dem DSP übernehmen zwei DACs von Burr Brown die Wandlung zurück ins Analoge. Mit all dem hinterlässt die Match UP 10DSP einen hervorragenden Eindruck, das ist DSP-Verstärkerbau vom Feinsten.

Software

Die DSP-Funktionen werden selbstverständlich über das hauseigene „DSP PC-Tool“ gesteuert, welches das umfangreichste und mächtigste Werkzeug am Markt darstellt. Neben 30 EQs pro Kanal, Laufzeitkorrektur sowohl der Eingänge als auch der Ausgänge und natürlich frei programmierbare Weichen gibt es das VCP (Virtual Channel Processing) mit der Möglich keit Kanalgruppen als virtuelle Kanäle zwischen Eingängen und Ausgangskanälen zu prozessieren. So kann etwa ein Dreiwege-Frontsystem mit sechs Ausgangskanälen für rechte und linke Seite von den virtuellen Kanälen Front links und rechts gemanagt werden. Die Laufzeiten der Einzellautsprecher, die Trennungen von Hoch-, Mittel- und Tieftöner werden bei den Ausgangskanälen vorgenommen, hier werden auch Eigenheiten der Einbausituationen korrigiert. Das klangentscheidende Equalizing lässt sich jedoch bequem bei den virtuellen Frontkanälen vornehmen, und zwar fürs ganze Frontsystem und über alle Trennfrequenzen hinweg. Auch lässt sich mit dem virtuellen Kanal die gesamte Dreiwege-Seite per Laufzeitkorrektur „verschieben“ oder per Gain-Regler einpegeln. Auch die FX- Klangeffekte wirken jetzt auf die virtuellen Front-, Center- und Rearkanäle, womit auch Zweiwege-Center perfekt angesteuert werden können.

Unter der Rubrik FX (Effects) lassen sich Algorithmen zur Optimierung von Center, Front und Bass aktivieren. Der Real Center ist erst einmal durch seine Existenz ein Segen, hier wird ein Centerkanalsignal durch echtes Audioprocessing errechnet. Damit ist der Real Center keine Notlösung wie eine Monosumme oder eine verpolte Summe aus Links und Rechts. Für Center und Front gibt es den Clarity-Expander, der sich auf die Mittenwiedergabe z.B. bei Stimmen auswirkt. Die Front kann darüber hinaus zur Verbreiterung der Bühnenabbildung „auseinandergezogen“ werden. Das Bassprocessing umfasst den Sub- Xpander, der der Musik tiefe Töne hinzurechnet, indem er Subharmonische zu vorhandenen Frequenzen erzeugt. Dazu gibt es einen dynamischen Bassboost, der in Abhängigkeit von der Wiedergabelautstärke die Bässe anhebt. Das hilft z.B. sehr schön bei Werksanlagen mit begrenzt belastbaren Tieftönern und Subwoofern. Für alle FX-Funktionen gibt es Einstellregler, mit denen man Ausmaß und Funktion gezielt beeinflussen kann.

Weiterhin werden die neuesten Messfunktionen des PC-Tools unterstützt. Die bekannte RTA (Echtzeit-Frequenzgangmessung mit optionalem Mikrofon) wurde mit einigen neuen Features verbessert, jetzt gibt es noch mehr Einstellmöglichkeiten, was die Messung angeht, z.B. eine Mikrofonkalibrierung. Die RTA kann auf Wunsch automatisch die EQs einstellen, hierbei lassen sich Toleranzschwellen und die Anzahl der Einstellversuche festlegen. So wird sichergestellt, dass auch bei der Verwendung von relativ ungenauen Mikrofonen stets ein brauchbares Ergebnis erzielt wird. Zusätzlich zur akustischen Messung tritt der ISA (Input Signal Analyzer) hinzu, eine elektrische Messfunktion für die analogen Eingänge. Hat man z.B. die Lautsprecherleitungen des Fahrzeugs mit den Eingängen des DSP verbunden, lässt sich feststellen, was an Signal reinkommt. Das DSP PC-Tool bietet eine Frequenzgangmessung aller Eingangskanäle, so dass man sofort sieht, ob ein funktionie-rendes Fullrange-Signal anliegt. Darüber hinaus können auch Summen mehrerer Eingänge gemessen werden, so kommt man versteckten Allpassfiltern auf die Spur, die in der Einzelmessung unauffällig bleiben. Durch diese elektrische Messung der Eingänge spart der Einbauer viel Zeit bei der Fehlersuche und bei der Abstimmung des DSPs, denn gleichzeitig mit der Messung können die Eingangs-EQs (und die Eingangs-Laufzeit) gesetzt werden, mit sofortiger Erfolgskontrolle. Weiter gibt es das ATM (Automatic Time Measurment), das eine vollautomatische Laufzeitmessung und Einstellung des gesamten Systems ermöglicht. Vorteilhaft ist hier, dass das Messsignal als Soundfi le wie ein Musikstück über die Headunit abgespielt wird, dies ist in allen Fahrzeugen möglich. Die Messung erfolgt dann mit eigenen, im Haus programmierten Messsignalen und jeder Menge Audioprocessing, wobei die Laufzeit aller in der Anlage befindlichen Lautsprecher mit einem Referenzlautsprecher verglichen und dann ausgerechnet wird.

Die Einstellung der Eingangsempfindlichkeit(en) erfolgt in der Software. Im Standardsetup werden alle Eingänge gleichzeitig eingestellt, das geht schnell und einfach. Das Advanced Gain Setup ermöglicht darüber hinaus das individuelle Einstellen der Kanal(paar)empfindlichkeiten, was z.B. bei vorhandenen Werksverstärkern nützlich ist. So kann einem schwachen Eingangssignal (z.B. für Hochtöner) eine höhere Empfindlichkeit zugeordnet werden als einem stärkerem Signal. Das hilft bei der optimalen Ausnutzung der Dynamik und der Rechentiefe des DSPs. Ebenfalls enthalten ist die erweiterte Importfunktion von Setups, die jetzt auch für die Eingänge verfügbar ist. Das macht das Leben besonders von Profis einfacher, weil sich so bereits erstellte Setups ganz oder teilweise auf das frische Gerät übertragen lassen. Die vorhandenen Subwoo-

fereinstellungen eines Zwölfkanal-Setups lassen sich beispielsweise per Klick auf die Kanäle I und J legen. Die Übertragung von Hochpass, Tiefpass, EQ, Gain und Name von beliebigen Kanälen auf beliebige sind möglich bei Ein- wie Ausgängen – praktisch für Poweruser.

Sehr lobenswert sind die zahlreichen Integrationsfeatures wie Power-Save-Mode für CAN-Fahrzeuge oder Umgehungsschaltungen für Diagnoseprogramme mancher Werksradios und eine frei konfigurierbare Quellenverwaltung mit automatischer Umschaltung von Quellen und Fahrzeugtönen. Das hauseigene ADEP.3-System ist in der Lage, die Lautsprecherdiagnose mancher Fahrzeuge zu umgehen, so werden Fehlercodes oder gar die Abschaltung von Kanälen umgangen.

Messungen und Sound

Bereits der erste Blick aufs Oszilloskop zeigt, wie sauber die UP 10DSP läuft. Im Gegensatz zu anderen kompakten Digitalverstärkern, bei denen man die Hochfrequenzanteile im Ausgangssignal sofort als dicklicher Sinus sieht, zeichnet die UP 10DSP saubere, scharfe Kurven auf den Bildschirm. Entsprechend gut fallen auch unsere Messwerte aus, so rauscht die Match nur sehr wenig und Verzerrungen sind ihr fremd. Dafür hat sie jede Menge Leistung. Die 8 kleinen Kanäle sind 4-Ohm-stabil und leisten saubere 68 Watt. Die beiden Basskanäle liefern an 4 Ohm genau die versprochenen 90 Watt, an 2 Ohm schieben sie satte 156 Watt und damit mehr als genug für einen Subwoofer oder Wooferpärchen à la BMW-Untersitzwoofer oder Mercedes-Fußraumwoofer.

Zum Hörcheck geht es dann in einen 5er BMW, der das große Harman Kardon Werkspaket hatte. Das System arbeitet original mit Dreiwege-Frontsystem, Center und Rearlautsprechern und wird komplett von der UP 10DSP versorgt. Den recht brauchbaren Originallautsprechern helfen die passenden DSP-Einstellungen an der Match auf die Sprünge. Einzige Ausnahme sind die Woofer, die im HK-System 8-Ohm Impedanz haben und sich daher schlecht mit Leistung treiben lassen. Sie wurden durch passende Match BMW Untersitzwoofer ersetzt, die mit ihren 2 Ohm optimal zur UP 10DSP passen. Dann geht‘s los und es geht sehr schön zur Sache. Die Anlage sprüht vor Spielfreude und es klingt frisch und lebendig. Ordentliche Lautstärkepegel sind kein Problem und bei Dynamiksprüngen liefert die UP 10DSP ansatzlos ab. Die Bühnenabbildung ist dank richtig angesteuertem Center superstabil und das Musikhören macht einfach nur Spaß. Komplett fahrerorientierte Setups sind mit dem DSP natürlich ebenso möglich wie symmetrische Setups für vorne oder für alle Plätze. Wir fin- den diese Lösung sehr empfehlenswert, zumal sich der Aufwand in Grenzen hält.

Fazit

Die Match UP 10DSP stellt eine großartige und höchst effiziente Lösung für Soundprobleme bei Werksanlagen dar. Dass sie auch Premium-Ausstattungen abdeckt und dank Plug&play mit dem passenden Kabelsatz fl ugs installiert ist, macht sie einzigartig auf dem Markt. So steht einem großartigen Sound nichts mehr im Wege.

Elmar Michels