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Spannende Normalität


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Auto Zeitung - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 27.04.2022

Elektrische Crossover

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Bildquelle: Auto Zeitung, Ausgabe 10/2022

VOLVO XC40 Recharge Pure Electric Twin Motor 300 kW/408 PS, 180 km/h, 23,6 kWh/100 km, 56.150 Euro

MERCEDES EQB 350 4Matic 215 kW/292 PS, 160 km/h, 21,1 kWh/100 km, 57.989 Euro

AUDI Q4 SPORTBACK 50 e-tron quattro 220 kW/299 PS, 180 km/h, 21,5 kWh100 km, 55.600 Euro

POLESTAR 2 LONG RANGE DUAL MOTOR 300 kW/408 PS, 205 km/h, 23,1 kWh/100 km, 50.970 Euro

Audi

Die beiden großen Trends der Automobilbranche lauten nach wie vor SUV und batterieelektrische Antriebe – am besten beides kombiniert. 2021 wurden in Deutschland knapp 360.000 Autos mit reinem Elektro-Antrieb zugelassen, viele davon im modischen SUV-oder Crossover-Gewand. Vor allem in der beliebten Mittelklasse bietet sich SUVund elektroaffinenen Käufern eine große Modellvielfalt.

Im 5000-Punkte-Vergleichstest treten vier Stromer der 50.000-Euro-Klasse mit Premium-Anspruch an: Das Team Deutschland schickt den 220 kW/299 PS starken ...

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... Audi Q4 Sportback e-tron und Mercedes EQB (215 kW/292 PS) ins Rennen, Schweden stellt die stärkeren Modelle Polestar 2 und Volvo XC40 mit 300 kW/408 PS dagegen.

Karosserie

Als einziger Testkandidat steht der Audi Q4 auf einer ausschließlich für batterieelektrische Antriebe ausgelegten Plattform. Wie die eng verwandten Konzernbrüder VW ID.4 oder Skoda Enyaq iV kommt beim in Zwickau produzierten Audi der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB) zum Einsatz. Der Mercedes EQB ist die vollelektrische Version des GLB, mit dem er sich die Plattform teilt. Polestar 2 und Volvo XC40 basieren jeweils auf der modularen CMA-Plattform (Compact Modular Architecture) des chinesischen Mutterkonzerns Geely, die auch für Verbrennungsmotoren ausgelegt ist. Klares Indiz für die Mischbauweise der drei Audi-Kontrahenten ist der Mitteltunnel im Fond-Fußraum. Dieser fehlt beim MEB-Elektriker, sodass man auch auf dem mittleren Sitz der Rückbank ungestört die Beine ausstrecken kann. Allerdings spielt der Q4 nicht alle Vorteile einer Elektro-Plattform aus, wie ein Blick unter die Fronthaube zeigt, schließlich findet sich dort – wie auch beim Mercedes – keine Aufbewahrungsmöglichkeit für das Lade-Equipment. Einen sogenannten Frunk, der sich im Fahr-und Ladealltag als wirklich praktisch erweist, weil das Ladekabel immer griffbereit ist, haben dafür die beiden Schweden zu bieten.

Passagiere finden sowohl vorn als auch im Fond in den beiden Deutschen üppigere Platzverhältnisse vor: Der kastige EQB bietet auf allen Plätzen eine stattliche Kopffreiheit, die auch für echte Sitzriesen ausreicht. Der Q4 Sportback lässt zwar wegen der abfallenden Dachlinie hinten weniger Luft über dem Scheitel, trumpft dafür aber mit reichlich Bein-und seitlicher Bewegungsfreiheit aus.

Mercedes

Am intimsten geht es im Polestar 2 zu: Anders als im XC40 wähnt man sich aufgrund der tieferen Sitzposition eher in einer Limousine denn in einem SUV oder Crossover, und insgesamt sitzt der in China produzierte Schwede so gut wie eine Slim-Fit-Jeans. Die unnötig hohe und breite Mittelkonsole engt die Fußräume von Fahrer und Co-Pilot aber deutlich ein, und auf der Rückbank stoßen Personen ab 1,80 Meter Körpergröße mit ihren Köpfen an den Dachhimmel. Der Volvo ist zwar insgesamt großzügiger geschnitten und stellt vor allem hinten mehr Raum bereit als sein Landsmann, fühlt sich aber dennoch kleiner an als die deutschen Wettbewerber. Dafür trumpft der XC40 Recharge mit bis zu 1,8 Tonnen Anhängelast auf, während der Audi 1200 kg und der Polestar 1500 kg schwere Anhänger ziehen dürfen. Für den Mercedes ist dagegen gar keine Anhängerkupplung erhältlich, sodass man nicht einmal einen Fahrradträger montieren kann. Für manch einen Käufer wird das ein K.o.-Kriterium sein. Ein Pluspunkt für Familien stellt dafür die Option auf eine dritte Sitzreihe mit zwei zusätzlichen Sitzplätzen (1416 Euro) für Kinder dar. Und für 428 Euro Aufpreis lässt sich die stets dreiteilig umklappbare Rückbank beim EQB-Fünfsitzer um neun Zentimeter verschieben.

7975 € Prämie für Audi, Mercedes und Volvo, 9570 € für den Polestar

Beim maximalen Laderaumvolumen hat der EQB mit 1710 Litern die Nase vorn. Standardvolumen: 495 Liter. Der Q4 Sportback steckt 535 bis 1460 Liter Gepäck weg, der XC40 mit 419 bis 1295 Litern deutlich weniger. Das Schlusslicht bildet der Polestar (405 bis 1095 Liter). Die maximalen Zuladungen liegen zwischen 428 kg (Volvo) und 463 kg (Audi). Voll beladen bringt der Ingolstädter über 2,7 Tonnen auf die Wage, die Rivalen mit je rund 2,6 Tonnen kaum weniger. Jeweils auf hohem Niveau rangieren die vier Elektro-Crossover in puncto Sicherheitsausstattung, wobei sich der Benz hier noch ein wenig besser in Szene setzen kann. Zudem hinterlässt der in Ungarn gebaute Schwabe den qualitativ hochwertigsten Eindruck – allerdings sind auch die Innenräume der Rivalen angemessen fein arrangiert.

Polestar

Fahrkomfort

Wer von einem SUV mit Verbrennungsmotor in einen der Testkandidaten umsteigt, wird vom Geräuschkomfort begeistert sein. Mit leisem Summen verrichten die E-Maschinen in allen vier Crossover ihre Dienste. Gegen Wind-und Abrollgeräusche sind Audi und Mercedes am wirkungsvollsten abgeschottet, was sich gerade bei Autobahnetappen positiv auf das Komfortempfinden auswirkt. Mehrstündige Fahrten spult man auf den Sportsitzen des Q4 am entspanntesten ab, offerieren sie doch die angenehmste Polsterung und sind im Bein-wie Torsobereich besser konturiert als die vergleichsweise wenig Halt bietenden Fauteuils der Kontrahenten. Zudem finden Fondpassagiere im Audi eine bequeme Bank mit wirkungsvoller Abstützung für die Oberschenkel vor, während man in den Rivalen mit stärker angewinkelten Beinen sitzt. Noch ein Pluspunkt des Q4 sind die zahlreichen großen, gut nutzbaren Ablagemöglichkeiten.

Schwergewichte: Die vier Elektro-SUV wiegen leer je über zwei Tonnen

Beim Federungskomfort schlägt dann die Stunde des Mercedes, der in allen Fahrsituationen den souveränsten Eindruck hinterlässt: Der mit einstellbaren Adpativ-Dämpfern (1178 Euro) ausgerüstete EQB glänzt auf ebenen Asphaltbändern mit dem feinsten Abrollkomfort und kommt auch mit welligem Untergrund bestens zurecht. Sanft wogend und mit angenehm entkoppelt wirkendem Aufbau fährt der EQB über Landstraßen und Autobahnen. Bei Stadttempo reagiert er auf Kanaldeckel oder Kanten aber mitunter steifbeinig. Der mit 21 Zoll großer Mischbereifung ausgerüstete Audi gibt kurze Stöße zuweilen unfein an die Passagiere weiter und zeigt auf welligen Landstraßen wie der Volvo stärkere Vertikalbewegungen, liegt dafür auf Autobahnetappen aber ruhiger als der XC40. Teil des Performance-Pakets für den Polestar 2 sind manuell einstellbare Öhlins-Dämpfern, mit denen sich der Schwede deutlich straffer als die Konkurrenz gibt. Unangenehm wird es aber auch auf besonders schlechten Straßen nicht, weil die Balance zwischen Vorder-und Hinterachse stimmt und das Fahrwerk selbst auf schlaglochreichen Pisten beeindruckende Reserven bietet.

Connectivity

Die serienmäßige Multimediaausstattung des Audi Q4 Sportback e-tron fällt auch mit der stärksten Motorisierung vergleichsweise mager aus: Zwar sind Freisprechanlage, Radio, Sprachsteuerung und WLAN-Hardware an Bord, ein Navisystem kostet aber immer Aufpreis. Die MMI Navigation plus gibt es für 1995 Euro, die im Testwagen installierte MMI Navigation pro für happige 3280 Euro. Neben diversen Online-und Remote-Funktionen verfügt der Q4 dann auch über eine Smartphone-Integration, ein vielfach einstellbares digitales Cockpit-Instrument sowie ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion.

Der Mercedes EQB ist serienmäßig umfangreicher ausgestattet als sein Ingolstädter Rivale: Navigationssystem, zahlreiche Online-Dienste und der Fernzugriff per App gehören ebenso zum Standard wie ein WLAN-Hotspot oder der Zugriff auf Internetradio. Die Smartphone-Integration kostet 357 Euro Aufpreis. Lob verdient die ebenfalls serienmäßige Sprachsteuerung, die Kommandos schnell und meist zuverlässiger umsetzt, als es der Sprachassistent des Audi vermag. Die beiden 10,25 Zoll großen Displays des Testwagens sind zusammen mit einer Rückfahrkamera Bestandteil des sogenannten Advanced-Pakets (2035 Euro).

Als erstes Auto überhaupt erhielt der Polestar 2 ein androidbasiertes Multimediasystem, das inzwischen auch in Volvo-Modellen zum Einsatz kommt. Ein immenser Vorteil des Google-Systems stellt die Navigation dar, schließlich navigiert Google Maps sehr zuverlässig und ist in puncto Verkehrsbehinderungen oder Sperrungen immer auf dem neuesten Stand. Über den Google Play Store lassen sich diverse Apps herunterladen und direkt per Touchscreen steuern. Softwareoptimierungen erfolgen over the air, sodass kein Werkstattaufenthalt nötig ist. Seit dem Frühjahr bei Polestar serienmäßig an Bord: Apple CarPlay.

Auch der Volvo XC40 Recharge setzt auf ein Infotainmentsystem mit Google-Software, das immer online ist. Wie im Polestar wird die Software per Over-the-air-Updates stetig verbessert. Diverse Apps kann man im Google Play Store downloaden, und auch hier überzeugen die Navigation per Google Maps sowie der Google-Sprachassistent nachhaltig. In puncto Funktionsumfänge geben sich die beiden Schweden also kaum etwas, bei der Bedienbarkeit überzeugt der XC40 aber nicht ganz: Seine Menüs sind weniger klar aufgebaut, und die Icons sowie Schriften auf dem Touchscreen fallen deutlich kleiner aus.

Volvo

Motor / Getriebe

Alle vier Kandidaten verfügen über Allradantrieb mit je einer E-Maschine an Vorder-und Hinterachse. Die Schweden setzen vorn wie hinten auf je einen permanenterregten Synchronmotor, während an der Vorderachse von Audi und Mercedes eine Asynchronmaschine arbeitet (Hinterachse: Synchronmotor). Mit je 300 kW beziehungsweise 408 PS Systemleistung und 660 Nm Drehmoment sind Polestar und Volvo deutlich stärker als die Deutschen mit 215 (EQB) bzw. 220 kW (Q4).

Im Test fahren alle vier Stromer mit einer Vollladung über 300 km weit

Den Sprint auf Tempo 100 absolvieren die Skandinavier deshalb in unter fünf Sekunden. Noch beeindruckender: 150 km/h sind aus dem Stand jeweils in unter zehn Sekunden erreicht. Der Audi, der insgesamt zahmer beschleunigt, benötigt dafür immerhin gut 13 Sekunden (Mercedes: 11,7 Sekunden). Bei allen vier E-Autos nachhaltig beeindruckend sind der an- satzlose Schub und die homogene Kraftentfaltung. Während der EQB bei Tempo 160 abgeregelt ist, schiebt die Elektronik in Q4 und XC40 dem Vortrieb erst bei 180 km/h einen Riegel vor. Vorteil für den Polestar: 205 km/h Spitze.

Das Frühlingswetter mit Temperaturen von knapp 20 Grad macht sich positiv bei den Reichweiten bemerkbar: Anhand des Testverbrauchs realisieren alle vier Elektro-Crossover mit einer vollen Akku-Ladung über 300 km Reichweite – der Audi schafft mit 76,6 kWh Netto-Batteriekapazität bei 21,5 kWh Testverbrauch sogar 356 km. Der Mercedes geht zwar am effizientesten mit dem Strom um (Testverbrauch: 21,1 kWh), hat wegen der nur 66,5 kWh großen Hochvoltbatterie aber Reichweitennachteile. Denn: Die Batterien von Polestar und Volvo, deren Testverbrauch jeweils gut 23 kWh auf 100 km beträgt, nehmen 75 kWh effektiv nutzbare Energie auf. Bewegt man sich auf Langstrecken im Ladezustand-Fenster zwischen 80 und 10 Prozent, schrumpfen die Reichweiten bei allen vier Crossover – vor allem aber beim Benz – deutlich zusammen. Bei Reisetempo 130 legt man dann jeweils nur 200 bis 250 km ohne Ladestopp zurück. Zwar zapft der EQB Gleichstrom (DC) maximal nur mit 100 kW, hält diese Leistung aber konstant über einen langen Zeitraum. Der Audi lädt an den leistungsfähigen HPC-Säulen unter optimalen Bedingungen mit bis zu 135 kW Ladeleistung, Polestar und Volvo sogar mit 150 kW. Dafür fällt die Leistung aber nach kurzer Zeit deutlich ab. Und das Vollladen gerät gerade bei den beiden Schweden zur weit über einstündigen Geduldsprobe, weil ab 80 Prozent Ladezustand viel langsamer geladen wird. Für den Ladevorgang von zehn bis 80 Prozent muss man bei allen vier Kandidaten eine gute halbe Stunde einplanen.

Fahrdynamik

Das performanteste Auto in diesem Testfeld ist der Polestar 2: Gerade auf der verwinkelten Handlingstrecke kann der Schwede die Konkurrenz hinter sich lassen. Seine 20-Zoll-UHP-Reifen von Continental verzahnen sich innig mit dem Asphalt und verhelfen dem Polestar gemeinsam mit der straffen Fahrwerksabstimmung zu einer quirligen Querdynamik. Bestens ins Bild passen da die präzise Lenkung und die gut dosierbare Bremse. Der Volvo legt ein anderes Naturell an den Tag, auch weil er standardmäßig auf Ganzjahresreifen steht, deshalb in Kurven wenig Grip aufbaut und über alle vier Räder schmiert. Stark dagegen ist die stabile Bremsleistung des XC40. Steht der Audi mit warmer Anlage aus Tempo 100 nach guten 34,9 Metern, patzt der mit Trommelbremsen an der Hinterachse ausgerüstete Ingolstädter beim Kaltbremswert (37,4 Meter). Dafür durchfährt er Kurven mit mehr Elan als der behäbigere und traktionsschwächere Mercedes.

Umwelt / Kosten

Während für Audi, Mercedes und Volvo Fördermittel in Höhe von 7975 Euro (E-Autos bis 65.000 Euro Nettolistenpreis) in Anspruch genommen werden können, staubt der Polestar sogar 9579 Euro Prämie ab: Zwar übersteigt der Preis des Dual Motor wie jene der Konkurrenten den Nettolistenpreis von 40.000 Euro für die höchstmögliche Prämie deutlich, für die Berechnung des Umweltbonus wird aber der günstige Preis des vorderradgetriebenen Einstiegsmodells zugrunde gelegt. So kostet der Polestar 2 in testrelevanter Konfiguration schließlich knapp 6000 Euro weniger als der teuerste Testkandidat Mercedes EQB.

FAZIT

Caspar Winkelmann

Die Auswahl an batterieelektrischen Modellen ist gerade im Crossover-und SUV-Segment groß – genau wie das Interesse der Kunden. Dass nicht noch mehr E-Autos verkauft werden, liegt vor allem an der teils arg eingeschränkten Lieferfähigkeit der Hersteller. Welch hohen Reifegrad die Stromer markenübergreifend in kurzer Zeit erreicht haben, beweist dieser Vergleichstest: Die Differenz zwischen Testsieger und Viertplatziertem beträgt gerade einmal 32 Punkte – so dicht sind vier Autos nur ganz selten beieinander. Auf den ersten Platz fährt der Audi Q4 Sportback e-tron, obwohl er kein Einzelkapitel gewin-nen kann. Der Ingolstädter leistet sich aber abgesehen vom schwachen Kaltbremsweg keine Schwäche und findet eine gute Balance zwischen Alltagstauglichkeit, Fahrkomfort und Dynamik. Rang zwei geht an den Mercedes EQB, der den feinsten Federungskomfort bietet, effizient ist und optional als Siebensitzer vorfährt. Sein Akku ist aber kleiner als bei den Konkurrenten. Ganz knapp dahinter kommt der Polestar 2 über die Ziellinie: Das Raumangebot fällt für Familien zu klein aus, dafür zelebriert er den Fahrspaß und liefert bei Längs-und Querdynamik gleichermaßen ab. Und er ist der günstigste Testkandidat. Kaum teurer ist der viertplatzierte Volvo XC40 Recharge, der mehr Raum und Komfort bietet und über den gleichen kraftvollen Antriebsstrang verfügt. Deutlich zurückhaltender: das Handling.