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Spannende Stories


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LinuxUser - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 17.06.2022

Manuskript

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Bildquelle: LinuxUser, Ausgabe 7/2022

README

Die Schneeflockenmethode führt in zehn Schritten zu einem spannenden Roman. Den kreativen Prozess unterstützt die Software Manuskript mit passenden Werkzeugen und einer ablenkungsfreien Textverarbeitung.

Eine epische Weltraumschlacht, eine unerfüllte Liebe am Bodensee oder ein heimtückischer Mord im Pfarrhaus – die Idee für einen Roman findet sich leicht. Sie auf ein Blatt Papier zu bringen und auszugestalten fällt jedoch häufig schwer. Der US-amerikanische Schriftsteller Randy Ingermanson entwickelte dafür die Schneeflockenmethode.

Das Programm Manuskript hilft Ihnen bei deren Umsetzung: Die maßgeschneiderten Autorenwerkzeuge der Software führen Sie gezielt durch alle zehn Schritte der Schneeflockenmethode. Darüber hinaus lassen sich sämtliche Ereignisse auf einer Zeitleiste verfolgen und die Charaktereigenschaften der auftauchenden Personen nachschlagen. Im absichtlich kargen ...

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... Texteditor können Sie sich zudem vollständig auf das Schreiben konzentrieren. Manuskript erzwingt die Schneeflockenmethode allerdings nicht, erfahrene Autoren dürfen sich die passenden Werkzeuge herauspicken.

Obwohl sich Manuskript schon mehrere Jahre in der Entwicklung befindet, lag zu Redaktionsschluss erst die Version 0.13.1 vor. Die Webseite des Projekts weist zudem explizit darauf hin, dass das Programm noch umfassende Tests benötigt.

Das sollte Sie jedoch nicht abschrecken: Zahlreiche Kreative setzen das stabil laufende Manuskript bereits produktiv ein. Sicherheitshalber sollten Sie Ihre Arbeit trotzdem regelmäßig speichern und Backups anlegen.

Schreibwerkzeug einrichten

Bei Ubuntu und einigen weiteren Distributionen spielen Sie Manuskript über die hauseigene Softwareverwaltung ein. In den Repositories lagert allerdings häufig eine etwas angestaubte Version. Ubuntu 22.04 offeriert beispielsweise nur das ältere Manuskript 0.12. Die stets aktuelle Version liefert dagegen das Flathub-Repository als Flatpak-Paket . Sofern Ihre Distribution dieses Repo anzapft, genügt der Befehl aus der ersten Zeile von Listing 1, um Manuskript zu installieren. Sollte dabei die Integration ins Startmenü nicht klappen, starten Sie die Anwendung manuell via flatpak run ch.theologeek.Manuskript.

Unter Ubuntu richten Sie das aktuelle Manuskript alternativ per Snap-Paket ein (Listing 1, zweite Zeile). Für Debian, Fedora und alle darauf basierenden Distributionen stellt das Manuskript-Team zudem entsprechende DEB- und RPM-Pakete bereit . Um das DEB-Paket unter einem aktuellen Ubuntu 22.04 zu installieren, verwenden Sie auf der Kommandozeile die Befehle aus Listing 2.

Kommen die bislang geschilderten Installationswege nicht infrage, greifen Sie zum Quellcode, dessen Übersetzung jedoch zahlreiche Hilfswerkzeuge und Python-Pakete voraussetzt. Alle Abhängigkeiten sowie eine Installationsanleitung finden Sie im Manuskript-Wiki .

Leere Seiten

Manuskript bringt mehrere Vorlagen mit unterschiedlichen Gliederungen mit 1 1 . Beispielsweise besteht für Manuskript ein Roman aus 20 Kapiteln, die sich jeweils noch einmal in fünf Szenen unterteilen. Darüber hinaus schlägt das Programm vor, dass jede Szene 500 Wörter enthalten sollte. Der Roman bestünde damit aus 50 000 Wörtern oder rund 200 Seiten. Zum Vergleich: Das recht kurze Märchen „Schneewittchen“ umfasst rund 2600 Wörter.

Wahrscheinlich wissen Sie noch gar nicht, wie viele Kapitel und Wörter Ihr späterer Roman umfasst. Zudem können die Vorgaben der eigenen Kreativität im Weg stehen: Zu viele vorgegebene Kapitel und Wörter verleiten womöglich dazu, den Platz mit ausschweifenden Landschaftsbeschreibungen zu füllen. Auch wenn Sie die vorgeschlagene Gliederung später beliebig ändern dürfen, sollten Sie sich deswegen für die Leere Geschichte entscheiden.

Klicken Sie anschließend auf Erstellen und vergeben Sie einen Dateinamen. Zeigt das Hauptfenster jetzt nicht das Formular aus Abbildung 2 2 an, dann hilft ein Klick links oben auf das blaue Info-Symbol weiter. Das Formular dahinter fragt einige grundlegende Informationen zum Roman ab. Können Sie ein Feld nicht ausfüllen, überspringen Sie es einfach. Sämtliche Eingaben speichert Manuskript automatisch beim Beenden. Alternativ fordern Sie die Software explizit via Datei | Speichern dazu auf.

TIPP

Bei den von Manuskript angelegten Dokumenten handelt es sich trotz der Dateiendung .msk um schlichte ZIP-Archive. Sollte etwas schiefgehen, entpacken Sie das Archiv einfach und gelangen so an die Texte.

In einem Satz

Über die Symbole am linken Fensterrand wechseln Sie zwischen den verschiedenen Werkzeugen, die beim Ausgestalten und Schreiben Ihrer Geschichte helfen.

Fehlt die Symbolleiste, klicken Sie am rechten Fensterrand auf das Feld mit dem Namen Navigation. Die Laschen dort blenden die jeweiligen Funktionen im Hauptfenster ein und aus.

Im ersten Schritt der Schneeflockenmethode fassen Sie Ihre Geschichte in einem Satz zusammen. Klicken Sie dazu auf das Symbol mit dem Blatt Papier (das zweite von oben). Stellen Sie die Zusammenfassung auf Ein Satz und tippen Sie Ihre Idee in das große Feld ein. Fassen Sie dabei die Geschichte in rund 15 Worten zusammen, wobei Sie noch keine Personennamen verwenden und den Protagonisten in den Mittelpunkt stellen. Ein Beispiel für „Schneewittchen“ finden Sie in Abbildung 3 3 .

Listing 2: DEB-Paket

$ sudo apt update

$ sudo dpkg ‐i manuskript‐*.deb

$ sudo apt ‐‐fix‐broken install

Die Idee verfeinern

Im nächsten Schritt ändern Sie die Zusammenfassung auf Ein Absatz und notieren im neuen Feld den Inhalt der Geschichte in einigen Sätzen. Der erste beschreibt den Anfang der Geschichte und führt den Protagonisten ein. Der schlittert von dort aus üblicherweise direkt in eine Katastrophe – Schneewittchen soll beispielsweise von einem Jäger erschossen werden. Dieses häufig dramatische Ereignis schildern Sie in einem zweiten Satz.

Im weiteren Verlauf des Märchens verschlimmert sich die Situation der Protagonistin. Schneewittchen flüchtet in die Berge zu den sieben Zwergen, wo ihre Stiefmutter sie dennoch aufspürt – die zweite Katastrophe, die Sie im dritten Satz beschreiben. Auf dem Höhepunkt der Geschichte tritt schließlich noch eine dritte Katastrophe ein: Schneewittchen isst einen vergifteten Apfel, was den Inhalt des vierten Satzes liefert.

Am Ende der Geschichte lösen sich die Katastrophen auf. Ein Prinz rettet Schneewittchen, was den fünften und letzten Satz ergibt. Die Auflösung sollte sich logisch aus den vorherigen Ereignissen ergeben. Damit haben Sie eine kurze Zusammenfassung Ihrer Geschichte, auf der alle weiteren Schritte aufbauen.

Wer spielt mit?

Anschließend legen Sie die Hauptfiguren der Geschichte fest. Im Märchen zählen dazu Schneewittchen, die böse Stiefmutter, die sieben Zwerge und der Prinz. Klicken Sie in Manuskript am linken Rand auf das Symbol mit den zwei Köpfen. Zunächst geht es nur um die Hauptrollen – achten Sie deswegen darauf, dass Primär ausgewählt ist. Fügen Sie über das grüne Plussymbol ganz unten am Fensterrand eine neue Figur hinzu, klicken Sie sie in der Liste (New character) an und passen Sie Name an 4 4 .

Was die jeweilige Figur in Ihrer Geschichte antreibt, schildern Sie aus der Ich-Perspektive unter Motivation. Die böse Stiefmutter beispielsweise neidet Schneewittchen dessen Schönheit. Aus der Motivation ergibt sich ein Ziel, das die Figur verfolgt. Die Stiefmutter ist so von ihrem Neid zerfressen, dass sie Schneewittchen töten möchte. Hinterlegen Sie dieses Ziel aus der Sicht der Person im entsprechenden Feld. An ihrem sinistren Vorhaben hindert die Figur jedoch irgendetwas. Für die Stiefmutter besteht dieser Konflikt aus den sieben Zwergen, die Schneewittchen immer wieder retten. Bei dem Konflikt kann es sich aber auch um eine besondere Charaktereigenschaft handeln. In Alfred Hitchcocks Filmklassiker Vertigo von 1958 steht zum Beispiel die Höhenangst dem Hauptdarsteller im Weg.

Während die Figur versucht, ihr Ziel zu erreichen, verändert sie sich mitunter und lernt etwas aus der Geschichte. Die Stiefmutter muss am Ende von Schneewittchen feststellen, dass sich Neid und Mord nicht auszahlen. Dieses Schicksal hinterlegen Sie im entsprechenden Eingabefeld. Abschließend brechen Sie die Geschichte aus der Sicht der Figur unter Zusammenfassung in einem Satz auf wenige Worte herunter: Die neidische Stiefmutter versucht Schneewittchen umbringen, was die sieben Zwerge und ein Prinz verhindern. Für alle anderen Hauptrollen gilt dieselbe Vorgehensweise.

Die Geschichte wächst

Während des Arbeitens entwickeln Sie vermutlich neue Ideen oder merken, dass Sie etwas in Ihrer Geschichte oder einer Personenbeschreibung ändern müssen. In solchen Fällen passen Sie die bestehenden Beschreibungen und Texte an. Das ist explizit gewollt: Wie sich die Zacken einer Schneeflocke wiederholen, kehren Sie beim Schreiben Ihrer Geschichte immer wieder zu den vorherigen Schritten zurück – daher die Bezeichnung Schneeflockenmethode.

Stehen die Figuren fest, wechseln Sie zurück zur Zusammenfassung (über das zweite Symbol von oben am linken Rand) und wählen in der Ausklappliste den Punkt Eine Seite. Im großen Feld fassen Sie Ihre Geschichte auf einer Seite zusammen. Erweitern Sie dabei jeden Satz aus der kurzen Zusammenfassung auf fünf ausführlichere Sätze in der längeren Version. Den Fortschritt zeigt Manuskript am unteren Rand an.

Im nächsten Schritt wechseln Sie wieder zu den Figuren, gehen sie nacheinander durch und beschreiben auf dem Register Zusammenfassung die Geschichte aus der Perspektive der jeweiligen Rolle. Die Stiefmutter könnte dort von ihren vereitelten Mordversuchen erzählen, wie ihr Neid immer weiter wächst und sie schließlich mit ihrem Vorhaben scheitert. Durch die Ich-Perspektive versetzen Sie sich besser in die jeweilige Figur hinein, was später zu lebendigeren Schilderungen führt.

Danach wenden Sie sich erneut der Zusammenfassung zu und stellen sie auf Ausführlich. Beschreiben Sie Ihre Geschichte auf vier Seiten, indem Sie den Anfang, die Katastrophen und den Schluss ausarbeiten. Der Schneeflockenmethode folgend statten Sie anschließend alle Charaktere mit einer Biografie aus und legen ihr Aussehen fest. Manuskript bietet für die Biografie allerdings kein passendes Eingabefeld. Sie müssen daher auf eines der existierenden Felder ausweichen, wie etwa die Notizen.

Das Aussehen der Figuren notieren Sie auf dem Register Details 5 5 . Um etwa die Farbe von Schneewittchens Haaren hinzuzufügen, klicken Sie am unteren Rand auf das Plussymbol, klicken doppelt auf Description, tippen die Haarfarbe ein, doppelklicken auf Value und tragen dort „Ebenholz“ ein.

Alle Szenen sammeln

Nun unterteilen Sie Ihre Geschichte in einzelne Szenen, wobei Sie am Anfang der Erzählung starten. Das Märchen beginnt mit Schneewittchens Geburt. Um diese erste Szene in Manuskript zu hinterlegen, klicken Sie am linken Rand auf das Symbol mit den blauen Balken (das zweite von unten) und dann auf das Icon mit dem weißen Blatt Papier ganz unten.

In der Liste erscheint jetzt eine neue Szene. Manuskript bezeichnet sie allgemein als Text, der bei einem Roman genau eine Szene enthält. Sie können das explizit kennzeichnen, indem Sie die Szene mit der rechten Maustaste anklicken und unter Wähle Label die Szene aktivieren. In jedem Fall doppelklicken Sie auf Neu und geben der Szene einen Namen, der kurz zusammenfasst, was geschieht – im Beispiel „Schneewittchens Geburt“.

TIPP

Um alle Texte auf einen Schlag als Szenen zu kennzeichnen, halten Sie [Strg] oder die Umschalttaste gedrückt, markieren die fraglichen Texte, klicken die Auswahl mit der rechten Maustaste an und wählen Wähle Label | Szene.

Dateien zum Artikel herunterladen unter

www.linux-user.de/dl/47409

Gehen Sie jetzt Ihre Geschichte durch und erstellen Sie für jede Szene einen eigenen Eintrag 6 6 . Eine versehentlich erstellte Szene löschen Sie per Rechtsklick, die Reihenfolge der Szenen ändern Sie mit dem Mauszeiger per Drag & Drop.

Bei der Schneeflockenmethode notieren Sie zu jeder Szene weitere Informationen, wie den Schauplatz und die Tageszeit. In Manuskript müssen Sie solche Daten derzeit noch in einem der Felder für die Zusammenfassungen unterbringen.

Das größere dient allerdings einem weiteren Zweck: Sobald alle Szenen stehen, gehen Sie sie nacheinander durch und beschreiben dort unter Zusammenfassung in wenigen Sätzen den jeweiligen Inhalt in einem Absatz.

Abhängig von der Geschichte ergibt sich unter Umständen eine recht lange Liste – über 100 Szenen sind bei einem Roman keine Seltenheit. Um sich etwas mehr Übersicht zu verschaffen, lassen sich in Manuskript zusammengehörende Szenen in Ordner einsortieren. Im Fall unseres Märchens liegen so alle Szenen in einem Ordner, die Schneewittchens Flucht in die Berge beschreiben. Später bilden die Ordner die einzelnen Kapitel des Romans.

Um einen neuen Ordner einzurichten, klicken Sie auf das gelbe Ordnersymbol ganz unten am Fensterrand. Doppelklicken Sie auf Neu und geben Sie dem Ordner einen Namen, im Beispiel etwa Bei den sieben Zwergen. Ziehen Sie dann alle zugehörigen Szenen per Drag & Drop in den Ordner.

Manuskript bietet darüber hinaus eine interessante Funktion: Wählen Sie eine Szene aus, können Sie unter Ziel angeben, wie viele Wörter die Szene im fertigen Roman ungefähr umfassen wird. Das Tool überwacht später den aktuellen Stand und zeigt in der Spalte % mit einem farbigen Balken den Arbeitsfortschritt an. Können Sie die Wortanzahl für die einzelnen Szenen bereits abschätzen, sollten Sie den Wert hier hinterlegen und sich vom Balken zum Weiterschreiben motivieren lassen.

Ran ans Eingemachte

Im letzten Schritt starten Sie die eigentliche Arbeit: das Schreiben. Dazu wechseln Sie am linken Rand zum untersten Symbol mit dem Bleistift. Wie in Abbildung 7 7 gezeigt erscheint eine Liste mit allen Szenen. Ordner klappen Sie über das kleine schwarze Dreieck auf. Sobald Sie in der Liste eine Szene auswählen, öffnet sich auf der rechten Seite ein Texteditor 8 8 . Hier schreiben Sie ausführlich die Szene und somit endlich die Geschichte Ihres Romans auf.

Der Editor ist absichtlich einfach gehalten, damit Sie sich auf den Text konzentrieren können. Mitunter benötigen Sie jedoch eine Liste oder möchten ein Wort hervorheben. Solche einfachen Formatierungen finden Sie unter Bearbeiten | Format. Darüber hinaus unterstützt der Editor das Markdown-Format . Rahmen Sie beispielsweise ein Wort mit Sternchen ein, hebt Manuskript es kursiv hervor. Mit [F11] schalten Sie in den Vollbildmodus 9 9 und wieder zurück. Die Rechtschreibprüfung ist standardmäßig aktiv, das passende Wörterbuch wählen Sie unter Werkzeuge.

Als hilfreiche Funktion erweist sich beim Schreiben die sogenannte Häufigkeitsanalyse 0 0 . Sie verrät zum Beispiel, wenn Sie in Ihren Texten viel zu oft die Phrase „schönes Wetter“ verwenden, was die Leser langweilt. Um sich die Phrasen anzeigen zu lassen, rufen Sie Werkzeuge | Häufigkeitsanalyse auf, wechseln zum Register Häufigkeit von Phrasen und lassen Ihren Text Analysieren.

Handlungsstränge entwirren

In Schneewittchen gibt es zwei Handlungsstränge: Einerseits folgt die Geschichte Schneewittchen in die Berge, andererseits erzählt das Märchen, wie die Stiefmutter ihre Intrigen und Mordversuche plant. Manuskript zeigt auf einem Zeitstrahl an, welche Szenen zu welchen Handlungssträngen gehören. Dazu müssen Sie allerdings zunächst das Programm mit Ihren Handlungssträngen bekannt machen.

Weitere Infos und interessante Links

www.linux-user.de/qr/47409

Klicken Sie zunächst am linken Fensterrand auf die verschlungenen Pfeile und dann unten auf das grüne Plussymbol, markieren Sie New Plot, ziehen Sie die Bedeutung auf Primär und beschreiben Sie den Handlungsstrang ganz kurz im oberen Feld. Im Beispiel bietet sich „Schneewittchen flüchtet in die Berge“ an. Fassen Sie die Handlung in einem Absatz unter Beschreibung zusammen und legen Sie alle weiteren Handlungsstränge nach diesem Prinzip an.

Anschließend wechseln Sie zum Texteditor und aktivieren am rechten Fensterrand die Handlung. Manuskript zeigt dadurch eine Zeitleiste an q q . Sollten Sie keine bunten Balken sehen, schieben Sie den Regler nach oben. Jeden Handlungsstrang repräsentiert eine bunte Linie, an jedem senkrechten Strich beginnt eine neue Szene.

Öffnen Sie eine Szene im Texteditor und blenden Sie über die Lasche am rechten Fensterrand deren Metadaten ein. Klicken Sie mit der rechten Maustaste in das Feld Referenzen und wählen Sie Referenz einfügen. Scrollen Sie in der Liste bis zum Abschnitt Handlungsstränge und klicken Sie den zur Szene gehörenden Handlungsstrang an, um die Szene mit dem Handlungsstrang zu verknüpfen.

Sobald Sie die Zeitleiste über den kleinen grünen runden Knopf auf der linken Seite aktualisieren, markiert auf dem Zeitstrahl ein Kreis diese Zuordnung. Auf diese Weise behalten Sie immer im Blick, welche Szenen in welchen Handlungssträngen auftauchen.

Apropos Metadaten: In ihnen sollten Sie immer den Status der Szene festhalten.

In der Liste mit allen Szenen (hinter dem Symbol mit den drei blauen Balken) können Sie dann ablesen, welche Szenen und Kapitel in Ihrem Roman Sie schon abgeschlossen haben und welche Sie noch überarbeiten müssen.

Haben Sie Ihren Roman fertiggestellt, rufen Sie Datei | Kompilieren auf. Wählen Sie unter Ausgabe in das Dateiformat, in dem Manuskript die Geschichte ausgeben und speichern soll. Möchten Sie das Layout in LibreOffice anpassen, bietet sich OpenDocument an. Klicken Sie anschließend auf Exportieren und geben Sie einen Dateinamen ein.

Fazit

Schreiben ist ein kreativer Prozess, bei dem man immer wieder Texte ändert, Szenen umstellt, neue Figuren einführt und an der Geschichte feilt. Dabei unterschätzt man gern den notwendigen Zeitaufwand. Beginnen Sie daher mit einer möglichst kurzen Geschichte. Eine überschaubare Erzählung erleichtert außerdem den Einstieg in die Schneeflockenmethode und besonders die nicht immer intuitive Bedienung von Manuskript. Haben Sie sich auf diese Weise mit dem Autorenwerkzeug vertraut gemacht, leiten Manuskript und die Schneeflockenmethode Sie zielsicher zu einem größeren Roman.

(csi)