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Sparkling: RADAR


musikexpress - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 14.08.2019

Die besten neuen Bands und Künstler


Artikelbild für den Artikel "Sparkling: RADAR" aus der Ausgabe 9/2019 von musikexpress. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

FOTO: ÉCOUTE CHÉRIE

Das Kölner Trio arbeitet intensiv, veröffentlicht aber eher langsam. Ihrem Elektro-Postpunl-uop tut die Akribie sehr gut.

Europa war verzückt, als Ursula von der Leyen bei ihrer Bewerbungsrede vor dem EU-Parlament in drei Sprachen sprach. Wie europäisch diese Frau doch ist! Auch die drei Jungs von Sparkling haben sich das angeschaut, und sie mussten lächeln. Denn was von der Leyen kann, können Sparkling schon lange. „I Want To See Everything“ ist der paneuropäische Titelsind track ihres Debütalbums, mit Textzeilen auf Englisch, Französisch, Deutsch. ...

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... Wobei Luca Schüten (Bass), Leon (Drums) und Levin Krasel (Gitarre, Gesang) sich im EUKontext gut aufgehoben fühlen – ganz ohne Ironie. „Der Song steht für die europäische Idee“, sagt Leon. „Für Neugier und grenzenlose Offenheit.“

Sparkling stammen aus Köln, was man an zwei Dingen merkt. Erstens ist der Einfluss der rheinischen Krautrocker unverkennbar. „Man hört bei den Platten von Neu! und Can genauer hin, wenn man weiß, dass sie quasi um die Ecke entstanden sind“, sagt Levin Krasel. Zweitens sorgte die geografische Lage von Köln dafür, dass sich Sparkling früh auf europäische Abenteuerfahrten begaben. „Paris und London sind von hier aus näher als Berlin.“ In London zogen sie zu dritt in ein kleines, sauteures Apartment – London halt. Abends spielten sie Gigs, tagsüber standen sie an Fritteusen, um sich den Spaß leisten zu können. „Wir sind dem Trip mit viel Respekt begegnet“, sagt Levin. „Es ist nicht ohne, sich als deutsche Band in London zu zeigen, dort, wo die Popkultur zu Hause ist.“ Aber: Die Stadt war gut zu ihnen. Wie auch Paris: „Beim letzten Gig haben wir dort erstmals ‚I Want To See Everything‘ gespielt, und als wir die Zeilen auf Französisch gesungen haben, ist wirklich was Besonderes passiert“, sagt Leon und lächelt verlegen, weil er weiß, dass es jetzt ein wenig kitschig wird. Bruder Levin hilft: „Das hatte etwas Öffnendes.“ Kleine Geste, große Wirkung.

Die Live-Erfahrungen legen es nahe: Die Band existiert bereits seit einigen Jahren. Andere Acts weisen nach dieser Zeit bereits eine lange Diskografie auf, bei Sparkling sind es bislang nur zwei EPs. Luca: „Wir mögen es, uns den Songs intensiv zu widmen. Zu erkennen, wenn sich Tracks wandeln – aber auch zu sehen, dass ältere Songs ihre Relevanz behalten.“ Auf I WANT TO SEE EVERYTHING treffen ältere Postpunksongs wie „Something Like You“ auf neuere Stücke, die elektronischer und postrockiger klingen. Im Herzen des Albums stehen „When I Go To Sleep“ und „Next To Me“, beide geprägt von Levins Sprechgesang. Es beginnt eine Diskussion darüber, wovon dieser beeinflusst worden ist, denn so richtiger Rap ist das ja nicht. Vielleicht eine Eurodancl-uommage, angelehnt an den Pseudl-uipHop von Culture Beat oder, ähm, DJ Bobo? Die drei gucken verdutzt. Nach einigem Hin-und-Her-Überlegen fällt der Name einer Band, die man kaum auf dem Schirm hat: Flash And The Pan! 80er-Pop zwischen New Wave und Hi-Fi-Schmock. „Der Sänger von denen spricht auch, ohne zu rappen“, sagt Leon. Und alle sind happy, der DJ-Bobo-Falle entkommen zu sein.

André Boße
Klingt wie: Von Spar, Flash & The Pan, Stereolab, Teleman, Gang Of Four Albumkritik S. 104

Velvet Negroni

Was: Ein bisschen Rap. Ein bisschen Soul. Ein bisschen Pop. Ein bisschen Exzentrik. Velvet Negronis Instrumentals reichen von silbrig-klimpernden Sound-Experimenten bis zu entschleunigten Trap-Beats, über die er wahlweise singt oder rappt. Nur melancholisch klingt es immer.
Woher: Aus einem Vorort von Minneapolis (adoptiert von einer weißen, streng christlichen Familie)
Warum: Immer wenn man denkt, HipHop wäre so langsam mal in all seinen Facetten durchgespielt, entwirft ihn doch noch mal jemand neu. Velvet Negroni schwimmt nicht mit der gängigen Genre-Soundästhetik. Das verdient ein Publikum. Die tolle Single „Confetti“ ist ein üppig instrumentierter, aber kühler und schummriger Experimental-Slow-Jam.fsl

Clairo

Was: Claire Cottrill macht als Clairo wolkigen Bedroom-Pop mit federleichter Stimme und Zuckerwatte-Produktionen. Das ist aber nicht kitschig, sondern ganz schön cool. Kein Wunder, dass „Pretty Girl“ mittlerweile 60 Millionen Spotify-Streams zählt, sie von der „New York Times“ als „The New Indie Pop“ gefeiert wird und sie sich ein Management mit Chance The Rapper teilt.
Woher: Direkt aus dem Teenie-Schlafzimmer in Massachusetts, bald aber wahrscheinlich aus New York
Warum: Weil junge Künstler jetzt mit MacBook und Ableton vom Bett aus Welthits schreiben können, die gar nicht mal schlechter klingen als Triple-A-Produktionen aus den großen Studios. Clairo ist da nur die Spitze einer musikalischen Nachwuchsgeneration, die völlig losgelöst von Managements mit dem Musikmachen anfängt.
fsl


FOTOS: COLIN MICHAEL SIMMONS, HARTL ESHKINA