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Sparsam und ökologisch heizen


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HausbauHelden - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 01.10.2022

WÄRMEPUMPE

Was ihr wissen wollt:

„Was kostet eine Heizwärmepumpe?“

Aufgrund der Gaskrise ist die Nachfrage nach Heizwärmepumpen explodiert. Aktuell gibt es mehrmonatige Wartezeiten für die meisten Modelle, weil die Hersteller mit der Produktion nicht hinterherkommen. Zudem sind die Lieferketten gestört. Unangenehme Nebeneffekte dieser Situation waren starke Preiserhöhungen sowie ein gestörtes Preisgefüge. Denn sehr viele Handwerker geben keine garantierten Festpreisangebote mehr ab, sondern nennen den gültigen Preis erst bei Lieferfähigkeit.

→ Drei Systemvarianten

→ Mit Photovoltaik kombinierbar

→ Optionales Kühlen im Sommer

Die aktuelle Erdgaskrise, die rei Systemvarianten Mit Photovoltaik kombinierbar Optionales Kühlen im Sommer Klimaschutzgesetze sowie die geplanten Hürden für den Einsatz fossiler Wärmeerzeuger haben dafür gesorgt, dass die Wärmepumpe derzeit das mit großem Abstand beliebteste ...

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... Heizsystem ist. Weil die Heiztechnologie zudem politisch gewollt ist, kannst du sicher sein, dass du damit alle aktuellen und künftigen energetischen Vorschriften, wie das geplante neue Gebäudeenergiegesetz, erfüllst.

Klassische Heizwärmepumpen HausbauHelden entscheiden sich noch überwiegend für ein klassisches Heizwärmepumpensystem in Verbindung mit einer Flächenheizung. Am beliebtesten und preislich günstigsten sind Luft-Wasser-Wärmepumpen, die sich flexibel platzieren lassen. Bei der Innenaufstellung steht das komplette Aggregat im Gebäude: im Keller, Hauswirtschaftsraum oder auf dem Dachboden. Vorteilhaft sind hierbei vor allem die Frostfreiheit, die kurzen Leitungswege und es gibt kein Geräuschbelästigungsrisiko der Nachbarn. Dort wo umbauter Raum knapp ist, kann man Luft-Wasser-Wärmepumpen aber auch im Freien aufstellen: komplett als Monoblock- oder alternativ als Split-Variante, die aus einer Innenund Außeneinheit besteht. Bei der Außenaufstellung solltest du bei der Produkt- und Standortwahl penibel darauf achten, dass die Nachbarn durch die (technologisch bedingten) Luftschallemissionen nicht gestört werden.

Die Luft-Wasser-Heizwärmepumpe

Über 80 Prozent der Bauherren entscheiden sich für ein Heizwärmepumpensystem, welches Außenluft als Wärmequelle nutzt. Damit die Stromkosten während der kalten Heizperiode, wo auch die Lufttemperaturen niedrig sind, nicht zu hoch ausfallen, sollten die Wärmepumpen-Heizleistung sowie die Vorlauftemperatur der Wärmeverteilung so niedrig wie möglich dimensioniert werden. Ideal ist die Kombination mit einem Fußboden-, Wand-, oder Deckenheizsystem, das mit max. 35 Grad Celsius auskommt. Wichtig ist zudem, dass der Fachhandwerker das gesamte System sorgfältig einstellt und hydraulisch abgleicht.

1 – Außeneinheit

Um im Gebäude Platz zu sparen, wird die Wärmepumpe meistens im Freien aufgestellt. Wichtig ist, dass der Fachmann den Aufstellort schall-, effizienz-, und sicherheitstechnisch sorgfältig auswählt und die Wärmepumpe dort richtig auf einem Sockel oder einer Wand befestigt.

2 – Inneneinheit

Im Gebäudeinneren befindet sich die über im Erdreich verlegte Rohrleitungen gekoppelte Inneneinheit. Der notwendige Technikumfang ist abhängig davon, ob es sich um eine Monoblock- oder Split-Wärmepumpe handelt. Ergänzend gibt es passende Warmwasser-/Pufferspeicher.

3 – Flächenheizung

Aufgrund ihrer großen Oberfläche, den niedrigen Systemtemperaturen und dem hohen Strahlungswärmeanteil ist das Flächenheizsystem der ideale Partner einer Heiz-Wärmepumpe. Am weitesten verbreitet sind Fußbodenheizungen, wobei sich alternativ oder ergänzend auch Wände und Decken beheizen lassen.

4 – Warmwasser

Die Heiz-Wärmepumpe sorgt für eine zentrale Versorgung mit warmem Wasser; hier in Verbindung mit einem Warmwasserspeicher. Die Warmwassertemperatur sollte aus Effizienzgründen auf 45 bis 50 Grad eingestellt werden, sofern es keine hygienischen Bedenken gibt.

5 – Photovoltaikanlage

Der Solarstom vom eigenen Dach hilft dabei, die Stromkostenrechnung der Wärmepumpe zu senken – auch im Winter. Wichtig ist, dass das Modell für die PV-Stromnutzung geeignet ist. Tipp: Optimieren lässt sich der kostenfreie Ökostromeinsatz durch den Einsatz eines zusätzlichen Energiemangamentsystems.

Die Lüftungsheizung

Beim unten abgebildeten System strömt im Heizbetrieb die angesaugte kalte Außenluft durch einen Wärmetauscher innerhalb des Zentralgeräts. Dort nimmt sie die Wärme aus der Abluft auf, die in der Luft-Luft-Wärmepumpe weiter aufgeheizt wird. Die erwärmte Zuluft strömt anschließend durch wärmegedämmte Leitungen über spezielle Luftauslässe in die Wohnräume. Um bei extremer Kälte die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen, verfügen die Luftauslässe über Elektro-Heizelemente, die die einströmende Zuluft zusätzlich erwärmen können. In Küchen und Bädern wird die Abluft über Ventile abgesaugt, zum Lüftungsgerät transportiert und nach dem Entzug ihrer Wärme ins Freie geleitet. Im Sommer arbeiten Wärmetauscher und Wärmepumpe im Zentralgerät in umgekehrter Richtung. Dadurch werden Temperatur und Feuchtegehalt der einströmenden Zuluft gesenkt und die Räume somit leicht gekühlt.

Was ihr wissen wollt:

„Können Wärmepumpen auch kühlen?“

Prinzipiell können sogenannte reversible Heizwärmepumpen an heißen Tagen für ein paar Grad Abkühlung in den Räumen sorgen. Dazu wird der Wärmepumpenprozess umgekehrt und kühles Wasser durch die Flächenheizung gepumpt, welches dann einen Teil der Raumwärme aufnimmt. Auch zentrale Wohnungslüftungsanlagen ermöglichen eine gewisse Abkühlung. Wer eine gradgenaue Temperaturabsenkung wünscht, benötigt ein Split-Klimasystem.

Effizienter als ein Luft-Wasser-Modell arbeitet ein erdgekoppeltes Wärmepumpensystem. Aufgrund der deutlich höheren Anschaffungskosten, infolge der aufwendigen Erschließung der Wärmequelle, dem Erdreich, entscheiden sich aber weniger als 20 Prozent der Bauherren für eine Erdwärmepumpe. Teurer als horizontale Erdwärmekollektoren, aber für kleine Grundstücke geeignet, sind Erdwärmesonden. Allerdings erfordern sie bis zu 100 Meter tiefe Bohrungen, weshalb sie genehmigungspflichtig sind. Aus Sicherheitsgründen sind Bohrungen nicht überall erlaubt.

Mit der Lüftung heizen

Insbesondere in Niedrigstenergiehäusern kann auch auf ein wasserführendes Heizsystem verzichtet werden. Denn je höher der energetische Standard deines neuen Zuhauses ist, desto luftdichter ist es – und desto unverzichtbarer wird ein zentrales Wohnungslüftungssystem. Dieses sorgt über spezielle Leitungen rund um die Uhr für einen gesunden und energieeffizienten Luftaustausch in den Räumen. Bei der technischen Erweiterung zum Lüftungsheizsystem wird die Zuluft für die Wohnräume an kalten Tagen gezielt so hoch erwärmt, dass die jeweilige Wunschtemperatur erreicht wird.

Praktisch sind kompakte Komplettgeräte, die platzsparend alle zum Lüftungs- und Heizbetrieb notwendigen Komponenten unter einer Haube vereinen. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe sowie ein Enthalpie-Wärmetauscher sorgen für eine stromsparende Betriebs- weise. Aus Komfortgründen ist es möglich, ergänzend elektrische Raumheizer, wie Konvektoren und Infrarotelemente, einzusetzen. Dann lassen sich im Bedarfsfall einzelne Räume rascher als es mit Luft möglich ist aufheizen. Die Warmwasserbereitung erfolgt meist über eine ergänzende energieeffiziente Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Speicher, die im Komplettgerät integriert oder separat aufgestellt sein kann.

Die Klimaanlage als Heizung

Das Kühlen und Heizen kannst du auch mit einer Split-Klimaanlage, die im Kern aus einer effizient arbeitenden Luft-Luft-Wärmepumpe besteht. Im Vergleich zur Heizwärmepumpe sind die Systeme kostengünstiger, weil sie keine wasserdurchströmten Heizflächen benötigen. Ein Außengerät kann ein oder mehrere Innengeräte versorgen (man spricht dann von Single- bzw. Multi-Split-Klimageräten). Verfügbar sind Wand- (1), Truhen- (2) und Decken-Innnengeräte (3) in verschiedenen Ausführungen. Truhengeräte (2) werden ähnlich wie Heizkörper montiert und eignen sich sehr gut zum Heizen, weil sie die Warmluft in Bodennähe ausblasen.

Mit dem Klimagerät heizen

Relativ neu in Deutschland ist der Trend, Raumklimageräte nicht nur zur sommerlichen Kühlung zu nutzen, sondern auch zum ganzjährigen Beheizen einzelner oder aller Wohnräume einzusetzen. Dazu wird die angesaugte Raumluft im Klima-Innengerät erwärmt und dann wieder ausgeblasen. Technische Voraussetzung dafür sind Split-Klimasysteme, die aus Luft-Luft-Wärmepumpen bestehen. Diese Geräte ermöglichen außerdem eine – im Vergleich zu Direktheizelementen – sehr stromsparende Betriebsweise. Ergänzend bietet sich zur Warmwasser-Versorgung die Installation von dezentralen Elektro-Durchlauferhitzern oder einer zentralen Warmwasser-Wärmepumpe an.

Tipp: Als unbehaglich könnten (einzelne) Bewohner beim Heizbetrieb den fehlenden Strahlungswärmeanteil empfinden. In diesem Fall empfiehlt sich der Einsatz elektrischer Infrarotheizelemente, die sich raumweise und auch nachträglich einbauen lassen.

Stromkosten verringern Egal für welche Wärmepumpen-Systemvarianten du dich entscheidest: Es ist immer eine gute Idee, eine möglichst große Photovoltaikanlage auf dem Dach installieren zu lassen. Denn der kostenfreie Solarstrom ist in Verbindung mit modernen Wärmepumpen ganzjährig nutzbar. Während der Heizperiode verringerst du anteilig deine Stromkosten, und im Sommer kannst du meistens zum Nulltarif die Räume kühlen und die Warmwasserbereitung betreiben.

JW

WEB-TIPP

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