Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 9 Min.

SPECIAL :MOBILE IMAGING: TABLET: Bildbearbeitung am Tablet


fotoMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 90/2018 vom 17.08.2018

Ob im Urlaub oder einfach auf dem Sofa: Bildbearbeitung am iPad oder Android-Tablet kann Spaß machen. Wir zeigen, worauf Sie achten müssen und stellen einige Apps für anspruchsvolle Fotografen vor.


Artikelbild für den Artikel "SPECIAL :MOBILE IMAGING: TABLET: Bildbearbeitung am Tablet" aus der Ausgabe 90/2018 von fotoMAGAZIN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: fotoMAGAZIN, Ausgabe 90/2018

PHOTOSYNC

Photosync ist eine Art Schweizer Taschenmesser für die Foto- und Videoübertragung. Seine Kernaufgabe ist das Kopieren von Fotos zwischen iPad oder Android-Tablet und Windows- oder macOSRechner. Aber auch das direkte Kopieren auf NAS-Systeme und in Cloud-Speicher wird unterstützt. Ist die Kamera mit einer Flash-Air- oder Transcend Wi-Fi-Karte ausgerüstet, so können auch Fotos direkt von der Kamera ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von fotoMAGAZIN. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 90/2018 von MEISTERWERKE: GALERIE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
MEISTERWERKE: GALERIE
Titelbild der Ausgabe 90/2018 von FORUM: FOTOSZENE: FOTOS, ÜBER DIE MAN SPRICHT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FORUM: FOTOSZENE: FOTOS, ÜBER DIE MAN SPRICHT
Titelbild der Ausgabe 90/2018 von FORUM: INTERVIEW: ROLF NOBEL: „KEINER HAT MEHR DIE NÄHE ZU DEN STUDENTEN“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FORUM: INTERVIEW: ROLF NOBEL: „KEINER HAT MEHR DIE NÄHE ZU DEN STUDENTEN“
Titelbild der Ausgabe 90/2018 von PORTFOLIO: LIPPENBEKENNTNISSE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PORTFOLIO: LIPPENBEKENNTNISSE
Titelbild der Ausgabe 90/2018 von PORTFOLIO: LICHTSPIELE IN DER NATUR. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PORTFOLIO: LICHTSPIELE IN DER NATUR
Titelbild der Ausgabe 90/2018 von FOTOWETTBEWERB: LESERGALERIE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FOTOWETTBEWERB: LESERGALERIE
Vorheriger Artikel
FOTOBUCHTEST: Tablet-tauglich?
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel SPECIAL: MOBILE IMAGING: SMARTPHONE: 7 coole Apps für Ihr Sm…
aus dieser Ausgabe

Photosync ist eine Art Schweizer Taschenmesser für die Foto- und Videoübertragung. Seine Kernaufgabe ist das Kopieren von Fotos zwischen iPad oder Android-Tablet und Windows- oder macOSRechner. Aber auch das direkte Kopieren auf NAS-Systeme und in Cloud-Speicher wird unterstützt. Ist die Kamera mit einer Flash-Air- oder Transcend Wi-Fi-Karte ausgerüstet, so können auch Fotos direkt von der Kamera geholt werden. Kopiert wird über WLAN. Computer und Tablet finden sich automatisch, wenn sie mit dem selben Netzwerk verbunden sind. Großer Vorteil: Photosync kopiert immer die volle Auflösung und auch Raw-Formate. Die App für Android oder iOS ist kostenpflichtig, das Gegenstück für Windows oder macOS lässt sich kostenlos herunterladen.
System: Android, iOS
Preis: 2,99 Euro

AFFINITY PHOTO

Serif zeigt mit Affinity Photo den großen Herstellern, wie es geht: Die App weist auf dem iPad nahezu den gleichen Funktionsumfang auf wie am Desktop; die Daten können zwischen beiden Versionen einfach ausgetauscht werden. Speichert der Fotograf die Fotos in der iCloud, so kann er sogar nahtlos am iPad dort weiter arbeiten, wo er am Apple-Rechner aufgehört hat. Die Bedienung ist am iPad jedoch völlig anders: Damit die Touch-Eingabe (und bei Bedarf auch die Stiftbedienung mit dem Apple Pencil) leicht von der Hand geht, ist die Oberfläche anders strukturiert. Achtung: Affinity Photo läuft nur auf dem iPad Air 2 (oder neuer) beziehungsweise dem iPad Pro.
System: iOS
Preis: 21,99 Euro

LIGHTROOM MOBILE

Lightroom Mobile funktioniert zwar auch ohne das kostenpflichtige Abo von Adobe, kann seine volle Funktionalität aber erst in Zusammenarbeit mit Lightroom am Desktop ausspielen – für das wiederum das CC-Abo benötigt wird. Dann nämlich synchronisiert es die Daten entweder mit Lightroom Classic oder mit Lightroom CC. Zwei Szenarien sind denkbar: Wollen Sie das Tablet hauptsächlich zum Präsentieren Ihrer besten Bilder und für deren Bearbeitung unterwegs nutzen, so können Sie ausgewählte Sammlungen am Desktop zum Synchronisieren mit Lightroom Mobile freigeben. Lightroom erstellt dann sogenannte Smart-Previews – Raw-Dateien mit eingeschränkter Auflösung. Sie nehmen wenig Platz weg und können wie die Original-Raw-Dateien bearbeitet werden. Alle Bearbeitungsschritte werden über das Internet synchronisiert. Im zweiten Szenario nutzen Sie das Tablet auf Reisen: Sie importieren die Raw-Fotos in Lightroom Mobile (Besonderheit am iPad: Hier müssen die Bilder zunächst in Apples Foto-Anwendung „Fotos“ importiert und dann in Lightroom Mobile übernommen werden. Sie können dann aus „Fotos“ wieder gelöscht werden). Hier können Sie sortieren, bearbeiten und vieles mehr. Sobald das Tablet in einem WLAN eingeloggt ist, synchronisiert es die Fotos über das Internet mit Lightroom Desktop. Bei der Bearbeitung erreicht Lightroom Mobile noch nicht den vollen Funktionsumfang des „großen Bruders“ Lightroom Classic, deckt aber die wichtigsten Bildoptimierungswerkzeuge ab. Größere Abstriche müssen Sie bei der Verwaltung machen: Zwar lassen sich die Fotos bewerten, markieren und man kann sogar Stichwörter vergeben, aber die Filter-Funktionen sind recht einfach, Stichwort-Sätze oder ähnliches fehlt. Allerdings greift Lightroom Mobile auf Adobes Inhaltsanalyse-Tool Sensei zurück. Gängige Motive werden einfach durch Eingabe des Suchbegriffs („Mond“, „Auto“ etc.) gefunden.
System: Android, iOS
Preis: kostenlos (volle Funktion erst mit Abo wie dem Photography Plan)

Ein Tablet wie das iPad oder ein entsprechendes Gerät mit Android hat gegenüber einem Notebook einige Vorteile: Es ist kleiner, leichter, günstiger und „always on“: Ein Knopfdruck und es ist bertiebsbereit. Der Nachteil: Der Speicherplatz ist begrenzt und auch die Rechenkapazität ist geringer als bei vielen Notebooks. Außerdem fehlt es an eingebauten SD-Card-Readern – aber diese lassen sich nachrüsten.
Tablets laufen in der Regel unter iOS (Apples iPad-Modelle) oder unter Android (alle anderen). Eine Sonderrolle nehmen Windows-Tablets wie das Surface Pro oder Surface Go ein: Da hier ein vollwertiges Windows-System ausgeführt wird, können Sie auf ihnen Lightroom und beliebige andere Foto-Programme laufen lassen. Alle anderen Tablets benötigen spezielle Apps für die Betriebssysteme iOS und Android.
Diese Tablets eignen sich daher eher für spezielle Anwendungen: Kamerasteuerung, einfache Bildbearbeitung, erstes Sortieren vor Ort, die Präsentation auf dem Sofa oder beim Kunden. Nicht so optimal sind Tablets für die Raw-Bearbeitung, die komplexe Bildbearbeitung, als Datenspeicher oder für die Datensicherung. Trotzdem gibt es Apps, die genau bei diesen Aufgaben helfen.

Anschlussverfahren

Je nach Anwendung verbinden sich die Tablets auf unterschiedliche Arten mit der Kamera bzw. mit einem Kartenlesegerät. Geht es erst mal darum, die Fotos auf ein Tablet zu übertragen (zum Beispiel im Urlaub), so können Sie dies mit entsprechenden Adaptern erledigen: Apple bietet einen SD-Karten-Reader mit Lightning-Anschluss an, der mit allen iPad-Modellen mit Lightning-Buchse zusammenarbeitet. Er überträgt auch Raw-Fotos. Es gibt von Apple auch zwei USB-Adapter (einmal mit USB 2, einmal mit USB 3), in die auch direkt das mit der Kamera mitgelieferte USB-Kabel gesteckt werden kann. Das aber funktioniert nicht mit jeder Kamera. Wer einen CFKartenleser nutzen möchte, nimmt Apples USB-3-Adapter (oder den günstigen USB-2-Adapter und einen USB-Hub mit eigener Stromversorgung) und steckt den CF-Kartenleser dort hinein.

SHUTTERSNITCH

ShutterSnitch nimmt Bilder von der Kamera entgegen – allerdings nur über WLAN. Die Kamera muss also über ein WLAN-Modul verfügen. Dazu gehören Kameras mit nachgerüstetem WLAN wie eine ältere Nikon mit dem WU-1-Adapter oder eine Kamera, die mit einer Eyefi-, Transcend-Wi-Fi- oder Toshiba FlashAir-Karte ausgerüstet ist. Vor dem Kauf der App sollten Sie unbedingt die Kompatibilitätsliste prüfen. ShutterSnitch analysiert die Bilder direkt nach dem Auslösen und kann optische und akustische Warnungen ausgeben, wenn bestimmte Parameter (Belichtungszeit, ISO etc.) überschritten werden. Die App kann zwar auch Raw-Dateien empfangen, aber nicht verarbeiten. Daher ist sie sinnvoll nur einsetzbar, wenn entweder auf Raw verzichtet wird oder auch wenn parallel zu den Raws JPEGs gespeichert werden, die dann direkt von ShutterSnitch aus versendet werden können.
System: iOS
Preis: 24,99 Euro

PIXELMATOR

Die Bildbearbeitungs-App überzeugt vor allem mit ihren Bildverformungstools und den Effekten: Motive lassen sich mit mehreren unterschiedlich arbeitenden Werkzeugen verzerren. Bei den Effekten bedient Pixelmator vor allem den Geschmack der Instagram-Nutzer. Hier aber können die Effekte vielfältig konfiguriert werden. Bei der normalen Bildbearbeitung dagegen steht Pixelmator hinter Apps wie Snapseed oder Enlight zurück: Bilder lassen sich nicht selektiv bearbeiten, Einstellungen für Mikrokontraste (Details) fehlen.
System: iOS
Preis: 5,49 Euro

Bei Android ist alles einfacher – und zugleich komplizierter. Statt der teuren Apple-Adapter können Sie hier einfache Micro-USB-auf-USB-AAdapter einsetzen. Diese allerdings müssen bei den meisten Android-Tablets als „OTG“-Adapter ausgeführt sein. Wenn Sie darauf achten, dann können Sie für rund zehn Euro ein taugliches Exemplar ergattern. Entsprechende SD-Kartenleser sind ebenfalls online oder im Fachhandel erhältlich. Allzu billige Modelle sollten Sie jedoch nicht nehmen, und nicht jeder Reader arbeitet mit jedem Android-Tablet zusammen.

Kabellos

Die Übertragung funktioniert auch kabellos: Kameras mit eingebautem WLAN können die Fotos direkt auf das iPad schicken. Am einfachsten mit der kostenlosen App des jeweiligen Kameraherstellers. Aber Vorsicht: Nicht jede App überträgt Raw-Daten und einige komprimieren die Fotos. Die Apps der Kamerahersteller sind auch nicht in jedem Fall komfortabel. Wer während des Shootings schon übertragen will, kann dies ebenfalls mit der App ShutterSnitch erledigen. Sie arbeitet auch mit den Funk-SD-Karten FlashAir und Wi-Fi von Transcend zusammen – aber nicht mit jedem in die Kamera integrierten WLANModul. Die erwähnten SD-Karten sind eine Alternative für alle, die kein WLAN in der Kamera haben. Ein Hinweis sei hier gegeben: Solche WLAN-Nachrüstkarten liefern nicht die Geschwindigkeit, die man für die Raw-Übertragung braucht.
Um die Fotos zwischen Computer und Tablet auszutauschen, sind die System-Tools (iCloud bei Apple, Fotos bei Android) nicht immer gut geeignet: Je nach Einstellung werden kleingerechnete Dateien übertragen. Das spart zwar Speicherplatz auf dem Tablet, reicht aber nicht für die hochwertige Bearbeitung. Am einfachsten übertragen Sie die Daten mit einer App wie Photosync, die Fotos und Videos in beide Richtungen ohne Qualitätsverlust kopiert.

Raw-Workflow

Ein Raw-Workflow am Tablet ist nicht ganz unproblematisch, aber möglich. Zunächst einmal braucht es ein halbwegs aktuelles Tablet (iPad 2018, iPad Pro, Samsung Tab S2, S3 oder S4, Huawei Media Pad 3 etc.), denn die Raw-Datenverarbeitung braucht mindestens 2 GB Hauptspeicher und einen schnellen Prozessor – abhängig natürlich von der Auflösung der Kamera. Der Speicherplatz auf dem Tablet sollte auch nicht zu knapp bemessen sein – Raw-Daten belegen viel Platz. Sollen nur einzelne Bilder bearbeitet werden, so reichen Raw-taugliche Bildbearbeitungs-Apps. Dazu gehören Snapseed, Photoshop Fix, Affinity Photo und weitere, die hier vorgestellt werden. Ein echter Raw-Workflow, bei dem die Daten mit einem Desktop-Rechner zu Hause synchronisiert werden können (und so die Arbeit am Computer einfach fortgesetzt wird), ist derzeit nur mit Lightroom Mobile möglich. Die beiden möglichen Szenarien mit dieser App haben wir auf Seite 53 beschrieben.

TOUCHRETOUCH FOR iPAD

Mit dieser App entfernen Sie störende Dinge: Pickel, Masten, Touristen, Grashalme im Vordergrund – was auch immer. Markieren oder mit dem Finger umfahren reicht. Die Automatik erledigt die Retusche in der Regel recht überzeugend – ein einheitlicher Hintergrund hilft aber. Sehr gut gefällt der Linienentferner: Bei Grashalmen etwa muss man nur ein Stück der Linie kennzeichnen – der Rest wird automatisch erkannt und verschwindet wie von Zauberhand aus dem Bild.
System: iOS
Preis: 2,29 Euro

QDSLRDASHBOARD

Diese App steuert Canon-, Nikonund Sony-Kameras über WLAN oder eine direkte USB-Verbindung. Im letzteren Fall ist ein USB-OTGKabel vonnöten. Der Funktionsumfang ist groß: Die App bietet Live-View, kann fernauslösen und – je nach Kamera – auch den AF-Punkt durch Tippen mit dem Finger festlegen. Weiterhin hilft sie bei Timelapse-Aufnahmen und bei der Anfertigung von Belichtungsreihen und beim Focus-Stacking. Außerdem kann sie auf die in der Kamera gespeicherten Fotos zugreifen und Bilder auf das Tablet kopieren.
System: Android, Windows
Preis: 7,49 Euro

RECROP

Recrop kann nur eines – und das macht es gut: Es füllt Flächen intelligent auf. Dies ist sinnvoll, wenn Fotos mit schiefem Horizont fotografiert wurden und beim Ausrichten plötzlich zuviel vom Bild außerhalb des zentralen Motivs fehlen würde. Bei Recrop werden die nötigen Bildbereiche einfach neu berechnet und hinzugefügt. Auch können Sie einfach etwas mehr Hintergrund „anstricken“. Snapseed kann das zwar auch, aber nicht so perfekt wie Recrop. Das Tool benötigt allerdings einen möglichst einheitlichen Hintergrund, damit das Ergebnis überzeugend wirkt.
System: iOS
Preis: 2,29 Euro

SNAPSEED

Snapseed ist eine Art „eierlegende Wollmilchsau“ unter den Bildbearbeitungen – wer damit klar kommt, braucht kaum etwas anderes. Die von Google vertriebene App hat zwei Arbeitsbereiche: Einmal Filter, die mit Fingertippen Fotos aufwerten, und den eigentlichen Arbeitsbereich, der die Stärke des Tools ausmacht. Hier lassen sich alle wichtigen Bildkorrekturen durchführen, inklusive Perspektivkorrektur. Auch intelligente Reparaturpinsel und weitere intelligente Helfer wie ein Ausfüllmodus, der Bildinhalten an den Seiten neu anstrickt, stehen zur Verfügung. Die eigentlichen Farb- und Kontrastkorrekturen werden über die U-Point-Technologie durchgeführt: Sie arbeiten hierbei direkt auf dem Bild. Angetippte Farbbereiche werden selektiv bearbeitet: Die Art der Korrektur (beispielsweise Kontrast, Belichtung Details etc.) bestimmen Sie durch vertikales Wischen, die Stärke durch horizontales Wischen. Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit lässt sich sehr schnell mit der App arbeiten. Verwaltungsfunktionen hat Snapseed aber nicht, hierfür müssen Sie auf die Tools von Apple oder Android oder auf Lightroom Mobile zurückgreifen.
System: Android, iOS
Preis: kostenlos

Stifte helfen

Komplett ersetzen kann die Bildbearbeitung am Tablet den PC nicht. Nicht wegen der Apps (der Funktionsumfang von Affinity Photo oder Lightroom Mobile ist riesig), sondern aufgrund des kleinen Bildschirms, der fehlenden Kalibrierung und der groben Bedienung mit den Fingern per Touch. Letzteres lässt sich durch Einsatz eines Stiftes deutlich verbessern. Hier benötigen Sie allerdings drucksensitive Stifte, die es nur für einige iPads (iPad 2018 und iPad Pro-Modelle) und einige Android-Tablets (Samsung, Huawei, Asus) gibt. Während der Stift bei Apple für rund 100 Euro zugekauft werden muss, ist er zum Beispiel bei Samsungs Tab S4 inkludiert. Wer die Fotos bearbeitet, sollte Funktionen, die die Farbtemperatur des Bildschirms beeinflussen (zum Beispiel „Nightshift“) abschalten.

Datensicherung

Wer das Tablet im Urlaub zur Datensicherung nutzt, sollte auf jeden Fall die Originalfotos auf den Speicherkarten lassen. Tablets können genauso kaputt gehen oder gestohlen werden wie andere Datenträger. Auch ist die Sicherung der Fotosammlung vom Tablet aus nicht ganz einfach – zumindest, wenn sie wirklich sicher sein soll. Das Hochladen in die Cloud kann eine Sicherung sein, aber nur, wenn die Bilder in voller Auflösung (gegebenenfalls auch als Raw-Datei) übertragen werden. Wer ein mehrstufiges Sicherheitssystem vorzieht, sollte über den Kauf einer mobilen Datensicherungsplatte nachdenken. Drei empfehlenswerte Geräte von LaCie, Western Digital und MPortable haben wir in fM 8/18 vorgestellt. Bei allen Dreien ist es möglich, die Fotos auf der Festplatte zu lagern und zum Bearbeiten nahtlos an das iPad oder Android-Tablet zu übertragen. Dann spielt auch der auf dem Tablet verfügbare Speicherplatz keine Rolle. Aber auch hier gilt: Jedes Foto muss jederzeit mindestens zweimal und auf zwei verschiedenen Medien vorhanden sein.

PHOTOSHOP EXPRESS, MIX UND FIX

Adobe hat eine „richtige“ Photoshop-App bisher nur angekündigt. Allerdings gibt es schon drei Apps vom weltweit größten Grafiksoftware-Hersteller, die den Namen Photoshop tragen: Photoshop Express, Photoshop Fix und Photoshop Mix. Den größten Funktionsumfang hat Express: Es öffnet Raws, kann Looks anwenden, die Farb- und Belichtungskorrekturen durchführen, Objekte retuschieren und mehr. Die eigentliche Stärke von Photoshop Express ist jedoch das Setzen von Text, das Einfügen von Cliparts und die Erstellung von Collagen. Photoshop Express kann auch direkt auf die Apps Photoshop Fix und Photoshop Mix zugreifen. Letztere ist auf Composings und das Freistellen von Objekten ausgerichtet, Fix auf die Retusche, vor allem von Portraits. Sehr schön: Die Arbeit von Photoshop Express kann über die Creative Cloud direkt an Photoshop am Desktop gesendet werden.
System: iOS, Android
Preis: kostenlos (voller Funktionsumfang nur mit Abo)

ENLIGHT

Enlight ist eine gute Alternative zu Snapseed. Die App verarbeitet auch hochauflösende Fotos ohne Verzögerung und hat neben der reinen Bildoptimierung noch ein paar weitere Tricks drauf. Besonders die Retusche oder das Verformen von Objekten im Bild ist gut umgesetzt, ebenso aber auch Tilt-Shift-Effekte und Überblendungen von zwei Fotos. Bei den eigentlichen Optimierungsfunktionen imitiert Enlight die U-Point-Technologie von Snapseed: Auch wird durch Antippen eines Motivbereichs eine Maske erstellt. Der Unterschied: Enlight beschränkt sich nicht auf farblich einheitliche Bereiche, sondern erkennt Motivbestandteile. Die Auswahl der Parameter (Kontrast, Belichtung etc.) und das Anpassen der Maske ist allerdings etwas aufwendiger als bei Snapseed. Aber auch hierzu gibt es, wie zu allen Werkzeugen der App, kurze grafische Erklärvideos.
System: iOS
Preis: 4,49 Euro