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SPECIAL REITABZEICHEN & STILSPRINGEN: STANDARDS FÜR JEDEN


St.GEORG - epaper ⋅ Ausgabe 90/2018 vom 27.08.2018

Auf Turnieren gibt es Parcours mit Standardanforderungen aus dem Aufgabenheft nur selten – dabei bieten sie viele Vorteile


KLASSE E

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Bildquelle: St.GEORG, Ausgabe 90/2018

Standardparcours bzw. Stilspringprüfungen mit Standardanforderungen in den Klassen E, A, L und M sind der Klassiker unter den Prüfungen, in denen es um den Stil geht. Allerdings: Anders als bei Reitabzeichenprüfungen fristen die Parcoursskizzen aus dem Aufgabenheft im Turnieralltag ein Schattendasein. Weil der fest vorgeschriebene Aufbau eines Standardparcours die Planung des Parcourschefs erschwert, werden sie selten ausgeschrieben. Schade findet das u.a. Joachim Geilfus. Er ...

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... war maßgeblich an der Überarbeitung der Standardparcours beteiligt und sagt: „Diese Art von Prüfungen sind wichtig, weil wir die Grundausbildung, die darin gefordert wird, brauchen, um den Nachwuchs zu sichern. In einem regulären Stilspringen können Sitz und Einwirkung nur anhand des Parcours, aber nicht mithilfe von Aufgaben wie beispielsweise dem Durchparieren oder der Volte überprüft werden.” Um die Standardparcours für die Parcourschefs attraktiver zu machen, wurde 2018 ein Modulsystem ins Leben gerufen, das einen flexibleren Kursaufbau ermöglicht (siehe Kasten rechts).

DAS ERWARTET D IE REITE R IN K LASSE E

● sechs bis sieben Hindernisse, Höhe: maximal 0,85 Meter
● Trab-Galopp-Übergang vor dem ersten Sprung mit Zirkel oder Volte
● Sprung aus dem Trab
● Kombination (Steil – Steil mit z wei Galoppsprüngen
● Distanz (gerade oder gebogen) mit sechs Galoppsprüngen oder weniger

STANDARDPARCOURS E1

● Einreiten und grüßen. Anreiten im Trab, leichttraben1 .
● Auf der vorgegebenen Linie geritten, aussitzen. Bei2 angaloppieren. Danach den Parcours im variablen Springsitz (siehe Seite 63) in der vorgebenen Reihenfolge von3 bis7b absolvieren.

NEU IN 2018

Ein Parcours mit Standardanforungen muss sich seit diesem Jahr nicht mehr ausschließlich an den Skizzen aus dem Aufgabenheft orientieren. Er kann auch aus verschiedenen Modulen selbst zusammengesetzt werden. Für die Klassen E bis M gibt es jeweils vier Module – wie beispielsweise eine Volte im Trab, ein In-Out, eine Kombination Steilsprung-Steilsprung (Klasse E), Distanz (gerade oder gebogen) mit sechs Galoppsprüngen oder weniger (Klasse A), ein Sprung mit Planke oben (Klasse L) oder eine dreifache Kombination (Klasse M). Drei davon müssen mindestens in dem Parcours enthalten sein. Das Modulsystem soll einer flexibleren Gestaltung der Kurse dienen.

Alle Parcoursskizzen für Stilspringen mit Standardanforderungen sind zu finden im Aufgabenheft der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). In Klasse M wurden zwei neue Standardparcours (M3 und M4) entwickelt.


RASMUS LÜNEBURG

„Der Vorteil von Stilspringprüfungen mit Standardanforderungen ist, dass ich die Parcours mit jungen, unerfahrenen Reitern im Vorfeld üben kann. Das gibt meinen Schülern Sicherheit und sie können sich in der Prüfung voll und ganz auf ihren Sitz konzentrieren. Dressurreiter wissen immer, welche Aufgabe gefordert ist und können vorab üben. Wir Springreiter müssen uns meistens überraschen lassen, außer es ist ein Standardparcours ausgeschrieben. Das vereinfacht die Vorbereitung. Die Trabreprise, Zirkel und Volten erfordern präzises Reiten und ein durchlässiges Pferd. Eine Volte mag erst einmal ganz einfach klingen, ist es aber gar nicht. Der Nachteil eines Standardparcours ist, dass durch den Zirkel oder die Volte der Parcoursfluss unterbrochen wird. Rhythmus und Gleichmaß sind einfach das Wichtigste im Parcours. Andererseits kann man das auch als Herausforderung sehen. Das Bewusstsein für Tempo und Rhythmus wird gestärkt. Der Reiter unterbricht bewusst den Fluss, um ihn aus der Aufgabe heraus wieder zu entwickeln.”

Neue Herausforderung in Klasse A: „ Liverpool”, eine mit einem Steilsprung überbaute Wasserplane.


KLASSE A

STANDARDPARCOURS A2

Nach dem Grüßen antraben, leichttraben, nach zehn bis 15 Metern aussitzen und bei2 angaloppieren, Parcours über3 fortsetzen. Nach Hindernis7 Volte8 mit einem Durchmesser von zehn bis zwölf Metern reiten, dann weiter über9a und9b .

DAS ERWA RTET D IE REITE R IN K LASSE A

● sechs bis sieben Hindernisse, Höhe: maximal 0,95 Meter (A*) bzw. 1,05 Meter (A**)
● Kombination mit einem Oxer (ein oder zwei Galoppsprünge)
● Distanz auf gerader oder gebogener Linie
● Liverpool überbaut mit Steilsprung (Wasserfolie)
● Übergang zum Trab
● Volte im Galopp

PETER TEEUWEN

ist Bundestrainer der Nachwuchsspringreiter (Pony, Junioren und Junge Reiter). Der 53-jährige gebürtige Rheinländer betreut außerdem das Springtraining der Auszubildenden am DOKRBundesleistungszentrum

„Grundsätzlich ist es für uns als Trainer gut zu sehen, wie die Reiter mit den Aufgaben in einem Standardparcours umgehen, wie sie reagieren, wenn sie klare Vorgaben bekommen. Das ist die Vorstufe zu dem, wenn sie selbst die Entscheidungen im Parcours treffen müssen. Denn wenn ein Reiter exakt die vorgegebene Anzahl an Galoppsprüngen reiten kann, dann kann er später auch Zwischendistanzen reiten, den Galoppsprung der Situation anpassen. Man merkt sofort, wie das Gefühl des Reiters und wie reaktionsschnell er ist. Diese Parcours setzen das dressurmäßige Gerittensein des Pferdes voraus und sie zeigen, dass die dressurmäßige Ausbildung Grundvoraussetzung ist im Springreiten. Dort offenbart sich, in welchen Bereichen noch nachgearbeitet werden muss. Praktisch an den Standardparcours ist, dass sich jeder die Kurse zuhause aufbauen und üben kann. Sie schulen das Rhythmusgefühl unheimlich und das ist unabdingbar für die weitere Springausbildung. Bei mir im Training fließen die Sitzschulung und die verschiedenen Sitzpositionen immer wieder mit ein. Viele Reiter versuchen einen Sitz zu imitieren, von einem Vorbild beispielsweise – das ist aber kontraproduktiv. Der Reiter muss sein eigenes Gleichgewicht, seinen individuellen Sitz finden, der zu seinem Körperbau passt. Die größten Klippen ergeben sich auf den Linien mit technischen Anforderungen. Auch die Distanzen in einem flüssigen Tempo zu reiten, bereitet manchen Reitern Schwierigkeiten. Die reinen Standardparcours gibt es meist nur in der Hallensaison, weil es kaum Außenplätze gibt, die Hallenmaße haben. Dafür ist dann das Modulsystem gedacht.”

KLASSE L

DAS E RWARTET DI E REITER I N KLASSE L

● sieben bis acht Hindernisse, Höhe: maximal 1,15 Meter
● Kombination mit einem Oxer (ein oder zwei Galoppsprünge)
● zwei Distanzen (gerade und geboge Linie)
● ein Sprung mit Planke oben
● Triplebarre
● Übergang zum Trab zwischen den Sprüngen
● aus dem Trab In-Out-Sprung
● Übergang zum Trab nach dem letzten Sprung, aussitzen, Übergang zum Schritt bis zum Ziel
● aus der Ecke kehrt

Neu in Klasse L: eine Planke als oberste „Stange”.


STANDARDPARCOURS L3

Aufgabe:
Nach dem Grüßen antraben und angaloppieren, Parcours beginnen. An vorgegebener Stelle5 durchparieren zum Trab (leichttraben), aus der nächsten Ecke kehrt bei6 aussitzen, aus der nächsten Ecke kehrt und bei7 angaloppieren und über8 weiter.

KLASSE M

DAS ERWARTET DIE REITER IN KLASSE M

● acht bis zehn Hindernisse, Höhe maximal 1,25 Meter (M*) bzw. 1,35 Meter (M**)
● zwei zweifache Kombinationen, davon eine zweifache Kombination in Verbindung mit einem Einzelsprung mit sechs Galoppsprüngen oder weniger
● Distanz mit vier Galoppsprüngen auf Kombination mit einem oder zwei Galoppsprüngen
● Liverpool überbaut mit Oxer (Wasserfolie)
● Triplebarre (Einsprung Kombination)
● dreifache Kombination
● schmaler Sprung
● Galoppwechsel an vorgeschriebener Stelle
● Übergang zum Trab zwischen Sprüngen, Volte

STANDARDPARCOURS M4

Aufgabe:
An geeigneter Stelle im Parcours halten und grüßen. Antraben und angaloppieren, den Parcours beginnen. An vorgegebener Stelle4 fliegender Galoppwechsel und über5 den Parcours fortsetzen.

STIL-CHAMPIONATE

Marie Ligges auf Curly Sue, Siegerin des Goldenen Sattels und des HGW-Bundesnachwuchschampionats 2017


Foto: www.toffi-images.de

Auf regionaler Ebene gibt esNachwuchschampionate auf A-, L-und teilweise wie z.B. in Schleswig-Holstein auch auf M*-Niveau, bei denen die Teilnehmer eine Stilspringprüfung (mit Standardanforderungen) absolvieren müssen.

DasBundesnachwuchschampionat der Ponyreiter : In den Ländesverbänden werden Sichtungsprüfungen (Klasse L) ausgetragen, von denen die Besten an einem Auswahllehrgang bei Bundestrainer Peter Teeuwen in Warendorf teilnehmen dürfen. Im Finale in Verden treten die Reiter dann in einer Stilspringprüfung Klasse M* mit Standardanforderungen inklusive Pferdewechsel an.

DasHGW-Bundesnachwuchschampionat gibt es seit 1986. Er wurde von dem jüngst verstorbenen Hans Günter Winkler ins Leben gerufen und hat sich als wichtigste Nachwuchsprüfung in Deutschland etabliert. Es soll die dressurmäßige Grundausbildung verbunden mit dem effektiven Reiten über Sprünge fördern.

An den jährlichen Sichtungen (Stilspringprüfungen Klasse M* mit Standardanforderungen) können vom Landesverband benannte Junioren und Junge Reiter (maximal 19 Jahre alt) teilnehmen. Weiter geht es über einen Lehrgang in Warendorf bei Peter Teeuwen, der 25 Reiter für das Finale in Braunschweig auswählt. Die Finalisten müssen ein Stilspringen Klasse M* mit Standardanforderungen sowie einen Stechparcours mit Pferdewechsel meistern. In der Sieger-und Platzierungsliste finden sich unter anderem Springgrößen wie Toni Hassmann, Daniel Deußer, Johannes Ehning, Mario Stevens, Philip Rüping und Niklas Krieg.

Ein weiterer Nachwuchsförderpreis von HGW gemeinsam mit dem ehemaligen Bundestrainer Herbert Meyer ist derGoldene Sattel : Ebenfalls seit 1986 wird damit der beste deutsche Nachwuchsspringreiter eines Jahres ausgezeichnet. Für das Finale, das in Leipzig stattfindet, werden vier Reiter aufgrund ihrer Erfolge in schweren Springen benannt. Dort müssen sie sich in einem Stilspringen der Klasse M* mit Standardanforderungen und Pferdewechsel beweisen. „Sinn und Zweck dieser Auszeichnung ist es, dass der deutsche Springstil, elegant und effektiv über schwere Parcours zu reiten, gefördert wird”, heißt es auf der Homepage von HGW. Auf der Siegerliste stehen Daniel Deußer, Christian Ahlmann, Markus Beerbaum sowie Guido Klatte jr., Andreas Kreuzer, Patrick Stühlmeyer und Philipp Weishaupt.