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Speicherkarten im Test


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ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 12.10.2022
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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 11/2022

CFexpress Typ B Wenn es um Datendurchsatz geht, sind die CFe-Karten die technisch beste, aber auch teuerste Wahl.

Speicherkartentests haben eine lange Tradition bei ColorFoto – der Fokus lag dabei immer auf der Leistung in der Kamera. Um diese zu ermitteln, lassen wir alle Kandidaten denselben Parcours durchlaufen. In diesem Jahr haben wir folgende drei Kameras für unseren Test herausgepickt: das Vollformatmodell Canon R5 mit 45-MP-Sensor und die neuen APS-C-Spiegellosen Fujifilm X-H2S mit 26 Megapixeln sowie die Canon R10 mit 20 Megapixeln. Die ersten beiden unterstützen sowohl CFe- als auch SD-UHS-II-Speicherkarten, die R10 nur SD-UHS-II-Karten. Pro RAW-JPEG-Paar schrieb die Canon R5 mit den Aufnahmen unserer Motivvorlage etwa 54 MB, die R10 fast 40 MB und die Fujifilm X-H2S circa 70 MB auf die Karte.

Wir messen zum einen die Zeit, die zum Speichern einer Bildserie mit 20 RAW JPEG-Paaren gebraucht wurde, und zum anderen ermitteln wir, wie viele RAW JPEG-Paare die Kamera hintereinander schießt, bevor sie ins ...

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... Stocken gerät. Mit den CFe-Karten ergaben sich in der R5 und in der X-H2S Serien mit weit mehr als 100 Bildern. Um die Verschlüsse der Kameras zu schonen, haben wir die Serien nach 100 Auslösungen in Folge abgebrochen. Bei Verwendung von SD-Karten stockte die Fujifilm-Kamera kurz nach 100 Bildpaaren, und darum haben wir deren Anzahl genau ermittelt. Bei allen Kameras wurde der mechanische Auslöser verwendet, weil der Tester mit dem Tempo des elektronischen Auslösers – immerhin bis zu 40 B/s – nicht mithalten konnte. Untersucht haben wir fünf CFe-Typ-B-Karten, 16 unterschiedlich schnelle SD-Karten mit UHS-I- und UHS-II-Bus sowie neun microSD-Modelle.

CFexpress: „I am Speed“

CFexpress ist zunehmend das Format, auf das die Hersteller bei Kameras mit sehr hohen Serienbildgeschwindigkeiten und vor allem mit einer Videoauflösung über 4K setzen. Während die schnellsten SD-UHS-III-Karten knapp 300 MB/s als maximales Schreibtempo bieten, steigen die CFe-Modelle mit 1000 bis 1500 MB/s in den Ring.

Die Geschwindigkeitsvorteile sind auch messbar. In der Canon R5 brauchen die CFe-Karten zum Speichern einer 20-RAW+JPEG-Serie nicht einmal drei Sekunden. Das ist halb so viel wie die schnellsten SD-UHS-II-Modelle – beachtlich. In der R5 waren alle CFe-Karten gleich schnell fertig – buchstäblich unmittelbar, nachdem der Finger vom Auslöser genommen wurde. Auch die Serienlänge übertraf mit allen Karten deutlich die 100er-Marke.

Das war auch bei der Fujifilm-Kamera der Fall. Um unsere Neugier zu stillen, haben wir zudem einen Durchgang mit elektronischem Verschluss und 40 B/s gemacht. Auch hier schafften alle die 100er-Marke, wobei die in der X-H2S langsamste Sandisk Extreme Pro CFe mit 119 Bildpaaren in Folge die kürzeste Serie aufgenommen hat.

Anders als bei Canon konnten wir bei den Fujifilm-Messungen eine Rangfolge ermitteln: Die schnellsten Modelle Manfrotto Prof. CFe und Nikon CFe brauchten nur 2,4 Sekunden fürs Speichern einer 20er-Serie, die langsamste Sandisk Extreme Pro CFe 4,2 Sekun-den. Im Grunde war die Sandisk-Karte die einzige, die nach unten ausscherte, denn Lexar Prof. CFe (2,7 s) und Transcend 820 CFe (3,1 s) waren nur einen Hauch langsamer als das Führungsduo. In der Praxis ist das kaum relevant. Die schnellsten SD-UHS-II-Karten haben in der X-H2S für die gleiche Aufgabe 8,1 Sekunden gebraucht. Die Geschwindigkeitsvorteile der CFe-Speicher sind eindeutig. Selten sind die Karten nicht, teuer aber schon. Je nach Kapazität werden zwischen 170 und 560 Euro fällig. Pro Gigabyte zahlt man aber nicht mehr als für Top-SD-Karten. Der Preis variiert je nach Modell zwischen 0,50 und 1,3 Euro pro Gigabyte. Es ist die größere Kapazität der CFe-Karten, die die Anschaffungskosten nach oben treibt. Erhältlich sind Kapazitäten zwischen 128 GB und 1 TB.

Das Übliche, bitte!

In diesem Beitrag vergleichen wir die wichtigsten Speicherkartenformate für Fotografen. Am weitesten verbreitet sind nach wie vor SD-Modelle. Die Beliebtheit von CFe-Karten nimmt von Jahr zu Jahr zu, sie bleiben aber freilich auf Kameras aus höheren Preisklassen beschränkt. microSD-Karten waren schon immer eine Notlösung.

Für Sportfotografen sowie ambitionierte und professionelle Filmer sind CFe-Karten trotz höherer Investitionskosten eine gute Wahl. Den Kauftipp „Tempo“ haben sich die Karten von Nikon und Transcend verdient – da beide pro GB wauch gündtig sind.

SD mit UHS-II

UHS-II Speicherkarten erkennt man an den 17 Pins auf der Rückseite, die in zwei Reihen angeordnet sind. UHS-I Karten haben neun Pins. Die zusätzlichen Pins steigern die theoretisch maximale Schreibgeschwindigkeit von rund 100 MB/s auf bis zu 300 MB/s. Voraussetzung dafür ist die Unterstützung des UHS-II-Standards durch die Kamera. Der Geschwindigkeitsvorteil schlägt sich im Preis nieder: Für Speicherkarten mit Schreibraten über 260 MB/s werden in der Regel 1 bis 1,5 Euro pro Gigabyte fällig. Modelle mit 120 bis 180 MB/s Schreibtempo sind günstiger: 0,6- 0,7 Euro pro Gigabyte.

Von den elf UHS-II-Karten fiel eine durchgehend negativ mit für ihre Klasse zu langen Zeiten auf: die Sandisk Extreme Pro UHS-II 300 MB/s mit 128 GB. Sie arbeitete in allen Kameras am langsamsten – obwohl die 64-GB-Version des gleichen Modells vom letzten Jahr eine Leistung auf Topniveau zeigte. Wir vermuten einen Defekt und haben die Ergebnisse nicht in unsere Testtabelle aufgenommen – wollen den Vorfall aber nicht verschweigen.

Fast mustergültig fielen die Ergebnisse in der R5 aus. Alle Modelle (bis auf die erwähnte Sandisk-Karte) mit einem Schreibtempo von 260 MB/s und höher lagen mit 6,0 bis 6,1 Sekunden für die 20er-Serie gleichauf. Auch die Transcend 700S mit 180 MB/s war so schnell, während die Lexar 1800x (ebenso 180 MB/s) 7,7 Sekunden und die Lexar 1667x (120 MB/s) 11,0 Sekunden benötigten. Die auffällige Sandisk 128 GB hinkte dem Feld mit 12,0 Sekunden hinterher. Die schnelleren Karten konnten 73 bis 78 Bildpaare in Folge speichern. Das sind etwa zehn mehr als die langsamere Lexar 1667x oder die Sandisk 128 GB.

Eine ähnliche Reihenfolge zeigte sich mit der Canon R10, mit insgesamt kürzeren Zeiten. Hier erarbeitete die Sony Tough G (299 MB/s, 3,8 s) einen hauchdünnen Vorsprung vor den meisten Modellen mit über 269 MB/s: Kioxia Exceria Pro, Manfrotto Prof., PNY Elite X-Pro 90, Sandisk 64 GB und Transcend 700S lagen mit 4,0 s gleichauf. Mit 4,5 s unwesentlich langsamer waren Kingston React Plus! und Lexar 1800x. Dass die Lexar 2000x mit 4,9 Sekunden etwas mehr Zeit brauchte, hat überrascht, nicht aber die 6,8 Sekunden der Lexar 1667x (120 MB/s). Fast alle Karten schafften 18 Bildpaare in Serie, nur Sony schoss 20 Paare in Folge.

Die Messung in der Fujifilm-Kamera vergrößerte die Abstände zwischen den Kandidaten und brachte eine gewisse Unordnung in die Reihenfolge. So schnitt Lexar 2000x mit 19,8 Sekunden unerwartet schlecht ab und bildete zusammen mit der problematischen Sandisk 128 GB (20,3 s) das Schlusslicht. Die Leistung der Lexar 1800x (9,2 s) und der Lexar 1667x (14,5 s) war wie erwartet. Besseres Abschneiden hätten wir dagegen von Kingston React Plus! (12,6 s), Manfrotto Prof. (14,5 s), PNY X-Pro 90 (13 s) und Sandisk 64 GB (13,3 s) erwartet, denn in den beiden Canon-Kameras zeigten sie immer Bestzeiten. Lediglich die Sony Tough G und die Transcend 700S mit 8,1 Sekunden sowie Kioxia Exceria Pro mit 8,7 Sekunden lieferten auch in der Fujifilm-Kamera ein Topergebnis. Transcend speicherte mit 115 Bildpaaren zudem die längste Serie. Mit dem guten Abschneiden in der X-H2S stachen diese drei Speicherkarten aus der Masse heraus. Kioxia und Sony bekommen den Kauftipp „UHS-II“, Transcend „Preis/Leistung“, da diese Karte mit 0,60 Euro pro Gigabyte relativ günstig ist.

SD UHS-I

An diesem Test nahmen nur fünf SD-Speicherkarten mit UHS-I-Bus teil. Preislich sind sie mit 0,13 bis 0,40 Euro pro Gigabyte interessanter als USH-II-Modelle, doch sie arbeiten generell deutlich langsamer, zumindest in UHS-IIfähigen Kameras. Am klarsten zeigte dies die Canon R5: Hier liegt die schnellste UHS-I-Karte elf Sekunden hinter dem schnellsten und sechs Sekunden hinter dem langsamsten UHS-II-Modell. Nur wenn eine Kamera Probleme mit einzelnen UHS-II-Modellen hat, wie Fujifilm in Verbindung mit der Lexar 2000x und der Sandisk Extreme Pro 128 GB, holen UHS-I-Karten auf. Außerdem bringen UHS-II-Karten keine Vorteile in Kameras ohne entsprechende Unterstützung.

Von den fünf Karten im Test – Kingston Canvas Go!, Kioxia Exceria Plus, Lexar Prof 1066x, Sandisk Extreme Pro UHS-I und Transcend 340S – lieferte die Kingston die stabilsten Ergebnisse mit Bestzeiten in der Canon R5 (17 s) und in der Fujifilm-Kamera (19,1 s) und holte Silber in der Canon R10 (10,5 s) – Kauftipp „UHS-I“. Die Sandisk holte sich mit 9,7 Sekunden den Sieg in der R10. In der Fujifilm-Kamera zeigte auch die pro Gigabyte günstigste Transcend eine gute Leistung.

microSD UHS-I

Das Angebot an microSD-Karten ist seit dem letzten Jahr geschrumpft. Auffällig ist die Streichung vieler schnellerer UHS-II-Modelle. In diesem Jahr haben wir keine im Test. Die kleinen Karten arbeiten ähnlich gut wie etwa gleich schnelle ausgewachsene SD-Modelle. Pro Gigabyte kosten die Kleinen zwischen 0,13 und 0,40 Euro – ähnlich wie die großen Geschwister. Bei den Serienlängen fielen die Unterschiede in allen drei Testkameras klein aus: drei Bildpaare in der Canon R5, zwei in der R10 und nur ein Paar in der Fujifilm-Kamera. Diese Unterschiede dürften selten von Bedeutung sein. Die Zeiten lagen in der R5 zwischen 18 und fast 28 Sekunden, wobei alle Modelle mit einem Schreibtempo ab 90 MB/s nur 18 bis 18,5 Sekunden brauchten: Kingston Canvas Go!, Manfrotto Pro Rugged, Samsung Pro Plus – die schnellste in der R5 – Sandisk Extreme Pro und Transcend 340S. Mit 18,9 Sekunden war die Lexar 1066x unwesentlich langsamer. Etwas abgeschlagen gingen die beiden Kioxia-Karten mit 65 MB/s durchs Ziel: 21,0 und 22,6 Sekunden. Am Ende trudelte auch die Samsung Evo Plus mit 27,8 Sekunden über die Ziellinie.

In der R10 geriet diese Reihenfolge durcheinander: Auf die schnellste Samsung Pro Plus (90 MB/s, 9,7 s) folgten Kioxia Plus (65 MB/s, 11 s) und Kioxia High Endurance (65 MB/s, 12 s). Sandisk (90 MB/s) und Transcend (125 MB/s) lagen mit 13,1 Sekunden gleichauf. Das Schlussfeld setzte sich zusammen aus der 30 MB/s langsamen Samsung EVO Plus und überraschenderweise Kingston (90 MB/s), Lexar (70 MB/s) sowie Manfrotto (90 MB/s) mit 14,0 bis 14,5 Sekunden. Manfrotto glich den kleinen Fauxpas mit der Bestzeit in der Fujifilm-Kamera aus: 17,8 Sekunden. Kingston, Transcend und Samsung Pro brauchten zwischen 18,5 und 19,1 Sekunden. Lexar (21,6 s) lag zusammen mit Samsung EVO Plus (20,2) und Sandisk (20,3 s) im Mittelfeld. Am längsten dauerte das Speichern mit den Kioxia-Modellen: 23,8 beziehungsweise 25,1 Sekunden. Die Samsung Pro Plus lieferte in allen drei Kameras im Schnitt das beste Ergebnis und bekommt den Kauftipp „microSDXC“ – zudem bietet sie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Fazit

Wadim Herdt, Autor

In Sachen Geschwindigkeit schlagen die CFe-Karten die SD-Konkurrenz locker. Wer mit hoher Auflösung oder im RAW-Format filmt und sehr schnelle Kameras für Serienbilder verwendet, bekommt von CFe-Karten die perfekte Unterstützung. Richtig schwach war keines der fünf Modelle, doch den Kauftipp „Tempo“ erhalten Nikon CFe 660 GB und die Transcend 820 CFe, denn diese beiden sind auch relativ preisgünstig. Schnelle SD-UHS-II-Karten sind pro Gigabyte nicht immer billiger als die CFe-Modelle, doch durch deren kleinere Kapazität sind die Anschaffungskosten niedriger. Die besten UHS-II-Karten in diesem Test sind Kioxia Exceria Pro SDXC UHS-II 128 GB V90, Sony G Tough G SDXC UHS-II 128 GB und Transcend SDXC 700S UHS-II 64 GB V90. So schnell wie die CFe-Karten sind sie zwar nicht einmal annähernd, aber immer noch schnell. Die ersten beiden bekommen den Kauftipp „UHS-II“, die Transcend „Preis/Leistung“, denn mit rund 40 Euro für 64 GB ist sie auch preisgünstig. SD-Speicher mit UHS-I-Bus sind nur dann interessant, wenn Tempo kein Thema ist – etwa wenn die Kamera UHS-II nicht unterstützt und das Geld lieber in Kapazität angelegt werden soll. Diese Fragestellung beantworten die Kingston Canvas Go! mit 22 Euro für 128 am besten – Kauftipp „UHS-I“. Ähnlich günstig und vergleichbar schnell ist die Samsung Pro Plus, die den Kauftipp „microSD“ erhält.