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SPEZIAL: Gefährliche Mückenstiche


DOGS Today - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 20.05.2020

Die Krankheit Leishmaniose ist bei Hunden aus Südeuropa weit verbreitet. Wir haben einen Experten befragt, wie Sie Ihren Hund auf Urlaubsreisen schützen können und welche Therapieansätze es für bereits erkrankte Hunde gibt


Artikelbild für den Artikel "SPEZIAL: Gefährliche Mückenstiche" aus der Ausgabe 4/2020 von DOGS Today. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: DOGS Today, Ausgabe 4/2020

Priv. Doz. Dr. med. vet. Michael Leschnik ist Tierarzt an der Universitätsklinik für Kleintiere der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Er hat uns wichtige Fragen zur Vorbeugung der Leishmaniose bei Reisen und zum Umgang mit dem Leishmaniose-Risiko bei Importhunden beantwortet.

Zu welchen Maßnahmen zur Vorbeugung raten Sie Besitzern, wenn sie ihren Hund mit in den Urlaub nehmen ...

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Wer mit seinem Hund in oder durch ein Leishmaniose-Gebiet fährt, sollte sich zwei bis drei Monate vor der Reise von seinem Tierarzt beraten lassen. Der beste vorbeugende Schutz gegen Leishmaniose ist eine Kombination aus Impfung und der Anwendung spezieller Mückenabwehrmittel in Form von Halsbändern und Spot-on-Präparaten. Die Impfung und die Abwehrmittel gibt es beim Tierarzt. Diesen Schutz kann man noch verbessern, wenn man ein paar einfache Maßnahmen zum Schutz vor den Sandmücken ergreift.

Welche Maßnahmen sind das genau?

Sandmücken halten sich in der Regel nur an windstillen Orten auf. Hitze und Trockenheit meiden sie. Meist sind die Mücken in der Dämmerung aktiv. Das Risiko einer Infektion mit Leishmaniose ist daher an einem windigen Strand zur Mittagszeit gering. Beim abendlichen Spaziergang in einem windstillen Feuchtgebiet ist es dagegen sehr hoch. Solche Orte und Situationen sollte man meiden. Beim Campen in Risikogebieten sollte man den Hund und sich selbst durch spezielle feinmaschige Sandmückennetze schützen.

MICHAEL LESCHNIK

arbeitet als Tierarzt an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und als Konsiliar-Tierarzt in privaten Tierkliniken. Zudem forscht er als Wissenschaftler mit den Fachgebieten Neurologie und Infektionskrankheiten.

Sollte man den Hund nach dem Urlaub sofort auf Leishmaniose testen?

Wenn alle Vorbeugemaßnahmen ergriffen worden sind, ist die Wahrscheinlichkeit einer Leishmaniose so gering, dass ein Test unnötig ist. Ein Test direkt nach dem Urlaub ist sinnlos, weil es mindestens acht Wochen dauert, bis eine Infektion im Blut nachweisbar ist. Ein relativ sicheres Ergebnis bekommt man erst bei einem Test nach etwa sechs Monaten.

Verschiedene Tierschutz-Organisationen bringen Hunde aus Leishmaniose-Gebieten nach Mitteleuropa. Was sollten die Menschen prüfen, bevor sie einen solchen Hund bei sich aufnehmen?

Sehr wichtig ist, dass man die Seriosität der Organisation prüft: Ist das Impressum auf der Webseite vollständig und korrekt? Welche Ziele hat die Organisation? Wie sind die Haltung, die medizinische Versorgung, der Transport und die Übergabe der Hunde organisiert? Sind die Tiere tierärztlich untersucht, geimpft, entwurmt und bereits auf Leishmaniose getestet? Misstrauisch sollte man werden, wenn die Organisation stark an die Gefühle von Tierfreunden appelliert, aber wenig sachliche Informationen liefert, die Übergabe in Hinterhöfen erfolgen soll und auf eine schnelle Entscheidung gedrängt wird.

Sind Leishmaniose-Tests in den Ursprungsländern der Hunde zuverlässig?

Wenn die Tests von einem Tierarzt durchgeführt wurden, sind sie so zuverlässig wie hierzulande. Allerdings muss das Testergebnis als vorläufig betrachtet werden, weil man eine Leishmaniose erst Monate nach der Infektion im Blut nachweisen kann. Der Test muss daher etwa ein halbes Jahr später wiederholt werden.

Was Neu-Besitzer von Hunden aus Leishmaniose-Gebieten tun?

Auf jeden Fall sollten sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen, damit er den Hund untersucht und seinen Impfstatus überprüft. Falls Unterlagen über vorangegangene Untersuchungen (Leishmaniose-Test) und/oder Behandlungen (Entwurmungen) vorhanden sind, sollten diese zur Konsultation mitgebracht werden.

Kann ein an Leishmaniose erkrankter Hund die Menschen in seiner Umgebung anstecken?

Theoretisch ist das möglich, wenn eine offene Wunde des Menschen mit dem Blut, dem Urin, anderen Körperflüssigkeiten oder veränderten Hautstellen des Hundes in Berührung kommt. Praktisch nachgewiesen wurde eine direkte Übertragung der Leishmaniose vom Hund auf den Menschen jedoch noch nicht. Das Risiko einer direkten Übertragung ist also sehr gering. Dennoch sollte man ein paar Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Was sollten Menschen mit einem Leishmanioseerkrankten Hund tun, um sich vor einer Infektion zu schützen?

Wunden des Menschen, mit denen der Hund in Berührung kommen könnte, sollten gut abgedeckt und sorgfältig verbunden werden. Bei der Behandlung von Hautveränderungen des Hundes oder anderen Tätigkeiten, bei denen eine Übertragung theoretisch möglich wäre, sollte man Handschuhe tragen. Darüber hinaus ist die Einhaltung von Hygieneregeln wie häufigem und gründlichem Händewaschen zu empfehlen.

Was sollten Menschen generell bedenken, bevor sie einen Hund bei sich aufnehmen, der Leishmaniose hat oder haben könnte?

Wer einen Hund bei sich aufnimmt, geht immer eine Verpflichtung ein. Bei einem an Leishmaniose erkrankten Hund bedeutet das auch, dass man ihm die bestmögliche Behandlung zukommen lässt. Dank der medizinischen Möglichkeiten kann ein Hund trotz der Leishmaniose heutzutage ein langes und gutes Leben genießen. Diese Behandlung ist allerdings langwierig und kostenintensiv. Eine echte Heilung ist selten, sodass der Hund sein Leben lang regelmäßig untersucht werden muss, um Rückfälle rechtzeitig zu erkennen. Bevor man ein Leishmaniose- krankes Tier aufnimmt, sollte man also genau prüfen, ob man seine Verpflichtung gegenüber dem Hund erfüllen kann.

LEISHMANIOSE FACT SHEET

Die Leishmaniose ist im Mittelmeerraum und in Südosteuropa bei Hunden weit verbreitet. Sie wird von einzelligen Parasiten, den Leishmanien, verursacht. Winzige Sandmücken (Phlebotomus) übertragen die Leishmanien, wenn sie stechen. Nach der Infektion bleiben viele Hunde über Wochen und sogar Monate symptomfrei. Einige Hunde werden nie krank. Bricht die Leishmaniose aus, zeigen viele Tiere Hautveränderungen, häufig an den Ohrrändern und/oder dem Nasenrücken. Die weiteren Symptome sind vielfältig. Die Hunde können an Nierenkrankheiten, Blutarmut, geschwollenen Lymphknoten, Milzschwellungen, Augenentzündungen, Appetitlosigkeit, Muskelschwund, Lahmheiten, Bewegungsstörungen und/oder Krampfanfällen leiden. Die Diagnose stellt der Tierarzt mithilfe von Bluttests oder der Untersuchung von Proben der Haut, aus Lymphknotengewebe oder dem Knochenmark. Zur Therapie wird in der Regel der Wirkstoff Allopurinol eingesetzt. Wenn Allopurinol alleine nicht zufriedenstellend wirkt, wird die Therapie mit der Wirkstoffkombination Meglumine Antimonat oder dem Wirkstoff Miltefosin verstärkt. Die Hauptmedikamente gegen Leishmaniose können Nebenwirkungen verursachen: Allopurinol vor allem Harnsteine und die anderen in erster Linie Magen-Darm-Beschwerden. Die Nebenwirkungen kann der Tierarzt durch eine an den Fall angepasste Spezialkost und/ oder zusätzliche Medikamente lindern. Absetzen sollte man die Hauptmedikamente nur im Notfall und nach Rücksprache mit dem Tierarzt. Unterstützend kann der Tierarzt je nach Einzelfall zusätzlich auch den Wirkstoff Domperidon, ein Immunstimulans oder das immunstärkende Nahrungsergänzungsmittel Impromune verordnen. Die Behandlung kann lange dauern, aber die meisten Hunde genesen. Eine komplette Heilung ist jedoch meist nicht möglich. Es kann zu Rückfällen kommen: Um diese früh zu erkennen, sollten die Hunde auch nach der Genesung regelmäßig untersucht werden.


Fotos: istockphoto.com (3)