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Spezial Musikserver/Verstärker: Alles meins!


Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 02.11.2019

Die Idee der Komplettanlage geht bis auf die Anfänge der Unterhaltungselektronik zurück. Doch im Digitalzeitalter ist eine Neudefinition dieser Idee notwendig. Musical Fidelity liefert dazu ein eindeutiges Statement ab.


Artikelbild für den Artikel "Spezial Musikserver/Verstärker: Alles meins!" aus der Ausgabe 12/2019 von Stereoplay. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 12/2019

Über seine IP-Adresse ist der Encore auch über eine Browser- Benutzeroberfläche zugänglich. Nützlich beim Setup, stecken hier aber auch mächtige (Lösch-) Befehle. Also Vorsicht.


Der frühere Musical-Fidelity- Chef Antony Michaelson, inzwischen Privatier, hatte zu seinen Produkten immer eine klare Meinung, mit der er auch nicht groß hinter dem Berg hielt. Das Topmodell der Encore- Reihe, die ...

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... bei Musical Fidelity unter der Bezeichnung „Streaming Music System“ läuft, ist ein Paradebeispiel für Michaelsons glasklare Standpunkte zu bestimmten Themen. Doch dazu gleich mehr. Also, was ist ein Streaming Music System? Ganz einfach: eine moderne Komplettanlage, an die lediglich noch Lautsprecher angeschlossen werden müssen. Und was ist eine „moderne“ Komplettanlage? Diese Frage ist im Netzwerkzeitalter schon schwieriger zu beantworten. Die Antwort der Engländer ist im Sinne des Wortes schwerwiegend, nämlich 48 Zentimeter breit, 19 Zentimeter hoch, einen halben Meter tief und wiegt 38,5 Kilogramm – ein Statement, das nur schwer zu toppen sein dürfte.

Natürlich geht es anstatt des Topmodells M8 Encore 500 auch eine bis zwei Nummern kleiner und zwar in Gestalt von M6 Encore Connect und M6 Encore 225. Gemeinsam ist allen Geräten der Baureihe, dass sie eine völlig neue Plattform darstellen, mit der Musical Fidelity die nächste Dekade seines Geschäfts bestreiten möchte. Deshalb ist die Encore-Baureihe nicht nur auf alle modernen Quellen und Speicher ausgelegt, sondern auch auf die Bedienung via App (IOS oder Android). „iPeng“, das demnächst auch über die Musical-Fidelity-Website zu haben sein soll, ist eine sehr umfangreiche Software mit ausgefuchsten Funktionen und kommt, so die Praktiker von der „Musikfront“, auch problemlos mit erheblichen Datenbeständen, sprich Tausenden von Alben zurecht. Das muss sie auch, denn der M8 Encore 500 ist ein Multi-Format- Audio-Streamer, der zudem die Funktionen eines Verstärkers, eines DACs, eines Kopfhörerverstärkers und eines Servers mit eingebauter 2-TB-Festplatte in sich vereint. Ach ja, ein CD-Spieler ist er auch, noch dazu einer, der rippen kann. Das alles erklärt schon einen Teil des enormen Kampfgewichts, dessen größerer Rest auf das Konto eines schon brutal leistungsfähigen Verstärkertrakts geht, der knapp 500 Watt an acht Ohm mobilisiert; wohlgemerkt in Form einer bewusst so ausgeführten konventionellen A/B-Endstufe und eben nicht als Schalt-, also D-Verstärker.

Formate? Viele. Nicht alle.

Es sind zwei Eigenschaften dieses Alleskönners, die uns nun zu Antony Michaelsons Standpunkten zurückbringen. Erstens: Ihre Musik gehört auch Ihnen und zwar „körperlich“ in dem Sinne, dass der Musical Fidelity jeden angeschlossenen Datenträger auf seine Festplatte kopiert. Basta. Das gilt natürlich nicht für das Streaming vom NAS, aber für alles andere. Man „besitzt“ seine Musiksammlung also tatsächlich und zwar bevorzugt gerippt im Format FLAC. Und das richtet sich ganz klar gegen den übermächtigen Trend, Musik zu leihen statt sie zu besitzen…

Zweitens: Der eingebaute DAC, ein 32 Bit/384 kHz-Wandler, akzeptiert alle üblichen PCM-Formate einschließlich HD in Form von 24 Bit/192 kHz. DSD ist ebensowenig vorgesehen wie MQA. Darüber kann man diskutieren, sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass alles „oberhalb“ von 24/192 für viele „User“ ohnehin kein Thema darstellt. Schon eher interessant dürfte also sein, dass der Encore natürlich auch die Streamingdienste Spotify, Qobuz und Tidal beherrscht, normales Internetradio ebenfalls an Bord ist und dass er, wie schon erwähnt, ein ripping-fähiges CDLaufwerk aufweist; wer einen Server ohne Ripping-Funktion besitzt, der weiß, wie mühsam es ist, ständig den PC bemühen zu müsssen. Da ist der Encore im Vergleich ein Muster an Praktikabilität und Bedienungsfreundlichkeit, was übrigens auch für seine Eingänge gilt: Gleich vier USB-Schnittstellen plus vier digitale und drei analoge Eingänge sollten jeden Bedarf abdecken.


„Encore is not simply a new product from Musical Fidelity. It is a platform upon which the next decade of our business is being built.“


Hinzu kommen ein eigener Kopfhörer-Verstärker, Sonos- Kompatibilität sowie digitale Ausgänge. Und als wäre das nicht genug, kann das Monster auch noch mit Fixpegel- und variablem Vorverstärker-Ausgang aufwarten. Was übrigens nicht klappt, ist ein normales Netzkabel: Gefragt ist vielmehr die mitgelieferte dicke, strom- feste Strippe mit „großem“ Kaltgeräte-Stecker.

Praktisch: Die serienmäßige 2-TB-Festplatte des Servers (ca. 5500 CDs) ist herausnehmbar, Updates auf größere Platten sind möglich. Der Netzwerkanschluss ist essenziell, denn ohne fährt der Dual-Core-64-Bit-Prozessor das All-in-One-Gerät nicht hoch. Das dauert übrigens einige Minuten, vorab checkt der Encore 500 einmalig seine Festplatte. Anschließend verbleibt der schwere Amp im Bereitschaftsbetrieb.


Einfache Bedienung

„Einfach“ ist das Schlagwort, wenn es um die Schnittstelle zum Benutzer geht. Der muss sich weder um Updates (automatisch) noch um Ripping- Einstellungen (vorjustiert) oder gar um Metadadaten kümmern. Die besorgt sich der Musical Fidelity nach dem Rippen oder dem Kopieren selber. Das klappt in 95 Prozent aller Fälle, ansonsten kommen die bequemen, umfangreichen und meist intuitiv durchschaubaren Funktionen der App zum Einsatz. Aber bitteschön bevorzugt auf einem Pad, denn alles, was einen kleineren Bildschirm bietet, macht erfahrungsgemäß keinen Spaß, wenn es um die Verwaltung einer großen Musiksammlung geht, immerhin möchte man ja die Covers groß genug sehen. Angemerkt sei, dass das Gerät auch vollständig via Fernbedienungsgeber und Farbdisplay beherrschbar ist. Probleme bei der Installation gab es keine, man muss aber beachten, dass sich der M8 Encore 500 erst dann im Netz „meldet“, wenn er hochgefahren ist; die App „sieht“ ihren Partner also nicht sofort nach dem Einschalten.

Das zweite große „Tor“ zum Multi Format Audio Streamer ist seine browserbasierte Oberfläche, für die der Hersteller die Verwendung von Google Chrome reklamiert. Größere organsisatorische Arbeiten wie etwa Kopiervorgänge vom PC oder NAS finden hier via drag & drop statt, ebenso die „Bibliotheksansicht“, in der man auch Einträge korrigieren kann. Beim tieferen Einstieg in das Gerätemenü selbst ist Umsicht angesagt, denn hier sind mächtige Befehle möglich. Und wer wollte schon riskieren, eine Bibliothek mit 5000 Bänden zu löschen?

Hinter „Informationen zum Album“ stecken in der App mächtige und praktische Features, die weitere Forschungen zu bestimmten Interpreten oder Alben sehr erleichtern


Inzwischen wurden auch die Streamingdienste in den Musical Fidelity integriert, dazu ist aber ein entsprechendes Abo nötig


Die Macht ist mit uns!

700 Watt an vier Ohm sind schon ein Wort, an dem sich kein Lautsprecher vorbeischummeln kann. Leistung satt, übrigens verbunden mit kontrollierender negativer Ausgangsimpedanz, sorgen für absolute Beherrschung des Spielpartners. Die leistungsfähige Endstufe soll schaltungstechnisch auf Musical Fidelitys legendäre „Titan“-Doppelmonos zurückgehen. Klanglich ist hier alles im Lot, sprich völlig ausgeglichen und passt damit fugenlos in den Rahmen, den schon andere Komponenten der Engländer vorgeben: Der M8 Encore macht einfach alles richtig und hat mit seiner schon irrwitzigen Austattung obendrein das Potenzial, zu einer echten Audio-Legende zu werden. Denn er huldigt auch einem menschlichen Bedürfnis, das weit unterschätzt wird: besitzen statt leihen. Und eine 2- TB-Festplatte ist eine gute Voraussetzung für eine eigene, umfangreiche Musik-Bibliothek, für die ein Netzlaufwerk als Backup dienen sollte.

Also, worauf warten Sie noch, bis Sie sagen können: „Alles meins!“

Strukturiert ordnen und finden: Hier bietet die App sehr viele Optionen. Selbst bei vielen Alben (unser Testgerät war praktisch „voll“) fällt die enorme Geschwindigkeit auf.


Metadaten via Tastatur selber eingeben, ist hier sehr einfach (rechts im Bild, unter iOS).