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SPEZIAL: Prima Klima – nachhaltig füttern


DOGS Today - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 13.11.2019

Studien belegen, dass die Fütterung unserer Vierbeiner nicht unerheblich für die weltweite Öko-Bilanz ist


Artikelbild für den Artikel "SPEZIAL: Prima Klima – nachhaltig füttern" aus der Ausgabe 1/2020 von DOGS Today. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: DOGS Today, Ausgabe 1/2020

S eit der Klimawandel großes Thema ist, wird auch immer häufi ger die Frage gestellt, wie nachhaltig die Hundehaltung ist. Man spricht vom ökologischen Fußabdruck des Hundes und der soll laut eines amerikanischen Wissenschaftlers nicht gerade klein sein. Dabei spielt besonders die Fütterung eine große Rolle. Wer sich für den Klimawandel interessiert und entsprechend nachhaltiger leben möchte, sollte also auch die Ernährung des Hundes einer Prüfung unterziehen.

Öko ist Trend!

Der Begriff Nachhaltigkeit ...

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Der Begriff Nachhaltigkeit bezeichnet eine Entwicklung, bei der sowohl aktuelle als auch kommende Bedürfnisse berücksichtigt und Ressourcen nicht erschöpft werden. Neben der Umwelt werden weitere Faktoren wie Gesundheit, Gesellschaft und sogar die Wirtschaft durch eine nachhaltige Ernährung positiv beeinfl usst. Wie das Bundesamt für Umwelt mitteilte, stammten 2017 7,3 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft, die damit der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland ist. Dabei geht ein Großteil auf das Konto der Nutztierhaltung durch die Freisetzung von Methan.
Rund 20 Prozent des gesamten Fleischkonsums dürften auf die Kappe unserer Hunde gehen. Für 2016 wurde errechnet, dass durch die Fleischproduktion in Deutschland über 26 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt worden sind. Bezogen auf die Hunde wären das geschätzt rund 5 Millionen Tonnen CO2, die nur die Fütterung von Fleisch verursacht hat. Die aktuell sehr moderne Fütterung großer Mengen Fleisch kann sich folglich negativ auf die Klimabilanz des Hundes auswirken. Ein Schweizer Unternehmen, das auf die Berechnung von Ökobilanzen spezialisiert ist, hat kürzlich ausgerechnet, dass die Umweltbelastung eines gebarften Hundes sich beinahe verdreifacht. Der Trend, Hunde mit großen Mengen Fleisch zu füttern, entstand in den 90ern und hat in den letzten Jahren richtig Fahrt aufgenommen. Viele übersehen dabei, dass dieser Trend durch die Massentierhaltung erst möglich gemacht wurde. Die Massentierhaltung entstand im Zuge der Industrialisierung nach dem Ende des letzten Krieges. Bis dahin stand den Menschen bei Weitem nicht so viel Fleisch zur Verfügung, einen Hund zu barfen, bzw. mit einem Fleischanteil von 70-80 % zu füttern, dürfte sich relativ schwierig gestaltet haben.

DIE EXPERTIN

Anke Jobi

Die zertifi zierte Ernährungsberaterin für Hunde hat auch einen eigenen Blog.
www.clean-feeding.de

Was muss drin sein?

Auch der Nährstoffbedarf des Hundes rechtfertigt eine Fütterung mit solch hohen Anteilen tierischer Bestandteile nicht. Seine Anatomie und Physiologie zeigen, dass er als Allesfresser mit einer Präferenz für Fleisch eingestuft werden kann. Die meisten Hunderassen sind in der Lage, auch pfl anzliche Bestandteile im Futter gut zu verwerten. Ausnahmen bilden beispielsweise nordische Hunderassen, bei denen die Fähigkeit zur Aufspaltung von Stärke eher gering vorhanden ist. Man kann sich dabei gut an den regional typischen Ernährungsweisen der Menschen orientieren, an die sich die dort herstammenden Hunderassen im Laufe der Zeit angepasst haben.

@@Fleisch aus der Massentierhaltung ist für alle von Nachteil


@@Proteinlieferanten können auch Hülsenfrüchte und Pilze sein


Nachhaltig füttern

Neben einer Senkung des Fleischanteils kann man noch andere Aspekte berücksichtigen, um die Hundeernährung nachhaltiger zu gestalten. So ist Gemüse und auch Obst, das nicht über Tausende Kilometer hierher transportiert wurde, viel besser für die Klimabilanz. Wenn man die Rationen selber gestaltet, kann man auf solche Aspekte gut eingehen. Dabei kann man auch sehr gut Reste der eigenen Mahlzeiten in den Hundenapf geben, um der Verschwendung von Nahrungsmitteln entgegenzuwirken. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung landen in Deutschland jedes Jahr elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, was eine große Verschwendung von Ressourcen bedeutet.
Auch wer die Rationen für den Hund nicht selber gestalten möchte und lieber auf Fertigfutter zurückgreift, kann den Futternapf nachhaltiger füllen. Es gibt mittlerweile verschiedene Futtermittelhersteller, die dem Trend zur Nachhaltigkeit folgen, indem sie den Fleischanteil reduziert haben, auf artgerechte Nutztierhaltung achten oder auch regionale pfl anzliche Zutaten nutzen. Auch alternative Proteinquellen nehmen an Bedeutung zu. Als tierische Bestandteile werden neuerdings z. B. Insekten genutzt, deren Ökobilanz viel besser ist als etwa die von Rindern, während die Qualität der tierischen Proteine ebenso hoch ist. Das erste Hundefutter, in dem In-vitro-Fleisch verarbeitet wird, Fleisch also, das aus tierischen Zellen gezüchtet wurde, soll schon bald auf den Markt kommen. Zudem werden auch pfl anzliche Proteinquellen wie Hülsenfrüchte oder sogar Pilze in Fertigfutter genutzt, um den tierischen Anteil zu senken, bzw. ganz auszutauschen. Auch das Fertigfutter kann man durch Essensreste ergänzen, wodurch die Mahlzeiten für den Hund nachhaltiger, reicher an Nährstoffen und schmackhafter gemacht werden können.

Müllvermeidung

Die Verpackung spielt im Bezug auf die Nachhaltigkeit ebenfalls eine Rolle. Wer z. B. Dosenfutter bevorzugt, ist entsprechend für eine Menge Müll verantwortlich. Auch die Verwendung von Glasbehältern ist im Gegensatz zur verbreiteten Meinung nicht wirklich umweltschonender. Trockenfutter kann man mittlerweile in recycelbaren Verpackungen kaufen, was sicher besser ist als die bisher üblichen Plastiksäcke. Am besten kommt allemal weg, wer frische Nahrungsmittel füttert und diese möglichst aus seiner Umgebung beziehen kann. Hat man einen Bauernhof in der Nähe, wo Fleischreste für den Hund erworben werden können und kauft Gemüse und Co. vom regionalen Wochenmarkt, belastet man die Umwelt weder durch viel Verpackungsmüll noch durch lange Transportwege.
Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, kann für sich verschiedene individuelle Strategien fi nden, den Futternapf nachhaltiger zu gestalten. Dabei gilt aber, was auch für das Thema „Zero Waste“ gilt: Wir brauchen nicht eine Handvoll Hundehalter, die perfekt nachhaltig füttern, wir brauchen Tausende von Hundehaltern, die es unperfekt tun.


Fotos: istockphoto.com (2), Shutterstock (2)