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Spezial SACD-Player/Streamer: Der Edelmann


Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 06.09.2019

Es gibt Hersteller, die verlässlich hochwertige CD-/Netzwerk-Player bauen, da ist Technics immer vorne mit dabei. Der SL-G700 spielt aber auch Super-Audio-CDs ab – und liegt damit voll im Trend.


Artikelbild für den Artikel "Spezial SACD-Player/Streamer: Der Edelmann" aus der Ausgabe 10/2019 von Stereoplay. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 10/2019

Den SL-G700 auszupacken und aufzustellen ist ein Genuss. Der 12-kg-Player ist superb verarbeitet, sieht sehr edel aus und bietet selbst auf der Rückseite hohe Qualität in Form seiner Audio-Aus- und Eingänge. Auch wenn der Preis von 2500 Euro von den allermeisten Kunden wohl nicht ohne einen Moment des Innehaltens bezahlt wird, so vermittelt das Gerät doch auf Anhieb, dass das Geld hier gut angelegt ist. Wir ...

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Aus dem Vollen

Blickt man auf die technischen Besonderheiten dieses SACDund High-Res-Netzwerk-Players, zeigt sich, dass die Technics-Entwickler hier wirklich aus dem vollen Know-how schöpfen. Eine besondere Rolle kommt natürlich dem D/AWandler und seiner Arbeitsumgebung zu, sprich der analogen Ausgangsstufe. Hier setzt Technics auf einen Wandlerschaltkreis in Doppel-Mono-Aufbau.

Dazu nutzen die Ingenieure zwei Asahi Kasei Microdevices Spitzen-DACs der Serie AK4497 in kanalgetrennter Konfiguration. Der Doppel-Mono-Aufbau soll dabei verhindern, dass es zum Übersprechen zwischen linkem und rechtem Kanal kommt, was sich negativ auf die räumliche Wiedergabe auswirken könnte.

Die nötige Energie stellt eine aufwendige Spannungsversorgung bereit, die in fünf Sektionen aufgeteilt ist. Der Taktgenerator, auch Clock genannt, profitiert sogar von einer Batteriespeisung. Dies soll die höchstmögliche Taktgenauigkeit liefern.

Auf den Wandler-Trakt folgt ein Filterschaltkreis. Technics setzt auf diskrete Verstärkerzüge aus eigener Entwicklung – auch das macht die Sache nicht billiger. Der D/A-Wandler verarbeitet übrigens auch MQA-Daten von MQA-CDs.


Sogar die Lautstärke lässt sich beim Technics SL-G700 auf Wunsch regeln – damit wird er zur Vorstufe.


Löblich, aufwendig, teuer

Die in der Lautstärke regelbaren (!) analogen Audioausgänge kommen in den Genuss eines eigenen, gegenkopplungsfreien Netzteils, genauer: eines „ultraschnellen, rauscharmen Hybrid-Schaltnetzteils“. Netzteilrauschen ist damit vom Tisch und auch die Stabilität des Netzteils ist hier kein Thema. Klar, dass auch hier keine Bauteile von der Stange sitzen, sondern sorgfältig ausgewählte, die in letzter Instanz auf das menschliche Ohr treffen und nicht nur messtechnisch, sondern vor allem auch klanglich überzeugen müssen. Löblich, aufwendig, teuer, aber auch konsequent.

Konsequent ist auch der Umgang mit drohenden Einstreuungen und Beeinflussungen. Seien es die mit nichtmagnetischen Kohleschicht-Widerständen bestückten Power-Conditioner an den USBEingängen, das Ausschalten der nicht benötigten Netzwerkschaltkreise im SACD-/CDWiedergabemodus oder einfach die Basiskonstruktion des SLG700, die die vier Sektionen (analoge Sektion, digitale Sektion, Laufwerk und Netzteil) im Inneren sorgfältig voneinander abschirmt, sodass sie sich nicht gegenseitig beeinflussen können. Der Klang dankt es dem Aufwand mit größerer Sauberkeit.

Schirmung ist ein wichtiges Stichwort: Links das Netzteil, in der Mitte das edle Laufwerk und rechts die Wandlerplatine im kanalgetrennten Aufbau.


Das robuste Metall-Doppelchassis mit der 7 mm starken Aluminiumfrontplatte, der stabile Lade-Mechanismus aus Aluminium sowie die speziell für den SL-G700 entwickelten entkoppelnden Gerätefüße tragen ebenfalls dazu bei, dass die Signale ungestört von Vibrationen und Einstreuungen durch das Gerät wandern können.

Kräftig hinlangen

Davon abgesehen ist es einfach ein tolles Gefühl, mal keine Kunststoffschublade vorzufinden, sondern eine Qualität, die sonst nur in höheren Preisklassen auftritt. Da macht es nichts, wenn man mal kräftiger hinlangt. Auch hier zeigen sich die Entwickler also kompromisslos. Das geht so weit, dass das Laufwerk im SL-G700 eine Dreifach-Chassis-Struktur hat. Alles im Dienste einer möglichst perfekten Auslesung der Datenträger. Daten, die nicht von einer (SA)CD, sondern aus dem Netzwerk/NAS oder von einem USB-Datenträger kommen, freuen sich über einen nicht minder großen Aufwand. Die bereits erwähnten Power Conditioner an den USB-Eingängen arbeiten mit Rubin-Glimmerkondensatoren, die sich durch geringe dielektrische Verluste, eine hohe Spannungsfestigkeit und eine hervorragende Temperaturstabilität auszeichnen – und durch einen hohen Preis. Im LAN-Anschluss sitzen rauschmindernde Folienkondensatoren mit niedrigem Innenwiderstand und sogenannte Puls-Transformer bei den digitalen Ausgängen.

Ebenfalls keine Selbstverständlichkeit: ein hochwertiger Kopfhörerausgang. Das analoge Signal wird hier nicht einfach aus dem Signalweg abgezwackt, wie es bei günstigeren Lösungen meistens der Fall ist, sondern hier gibt es einen eigenen D/A-Wandler für den Kopfhörerausgang! Hier findet sich denn auch Technics selbstentwickelter Signalverarbeitungsschaltkreis, die sogenannte JENO Engine (Jitter Elimination and Noise-shaping Optimisation). Bei all dem Aufwand überrascht es kaum noch, dass der Class-AA-Schaltkreis des Kopfhörerverstärkers mit getrennten Kreisen für die Spannungs- und die Stromverstärkung arbeitet.

Die Power Conditioner an den USB-Eingängen enthalten nichtmagnetische Kohleschichtwiderstände, die vor magnetischer Einstrahlung schützen.


In der D/A-Wandler-Sektion ackern zwei Asahi Kasei Microdevices Spitzen-DACs der Serie AK4497. Und das in kanalgetrennter Konfiguration, aka Doppel-Mono.


Für die Bedienung vom Hörplatz aus liegt eine Kunststofffernbedienung im Karton, die recht hochwertig ist. Mit ihr wechselt man die Eingänge, dringt in die Tiefen der Einstellungen vor und regelt die Lautstärke, sofern die Lautstärkeregelung aktiviert ist.

He Just Gave Me A Smile

Im Hörraum hatte der Technics SL-G700 dann seinen großen Auftritt. Bereits beim ersten Teststück, Tori Amos’ „Past The Mission“ (von „Under The Pink“), wurde deutlich, dass er eine perfekte Mischung braucht aus Genauigkeit und Korrektheit einerseits und einem ganz kleinen Schuss Geschmeidigkeit andererseits. Das ergab in Summe ein großes, je nach Material weit über die Stereobasis hinausreichendes Klangbild (Harold Faltermeyers „Axel F.“) mit einer bemerkenswerten Abbildung in Tiefe und Höhe („Past The Misson“).

Glockenklar, mit einer leicht goldigen Note gab der SL-G700 den Hochton wieder, dass es nur so ein Genuss war. In diesem Frequenzbereich unterscheidet er sich auch am stärksten von den Mitbewerbern, die hier weniger Struktur und Ordnung hinbekommen, gerade in komplexen Passagen, etwa Bläsersätzen. Frauenstimmen waren wie gemacht für den Technics, der keinerlei Vorlieben bei der Musik zeigte. Da er sich jede Überbetonung im Präsenzbereich verkneift, konnten wir auch mit großer Zufriedenheit Metal à la Tool, Municipal Waste oder Rage Against The Machine (in diesem Fall die Audio-Fidelity-SACD des Debutalbums) einlegen. Die Unterschiede der beiden Tonspuren auf der Rage-SACD sind nicht gewaltig, aber via Technics durchaus hörbar. Die DSD-Spur klingt ein wenig geschmeidiger, angenehmer.

Aber ob die Musik nun per CD, SACD oder von unserer NAS in den Technics gelangte, spielte klanglich keine große Rolle. Er behielt seinen Charakter und seine Qualität immer bei.

Bei der Beurteilung von Preis und Leistung muss man den enormen Aufwand und die großartige Anfassqualität des SL-G700 berücksichtigen. Allein seine Alu-Schublade ist ein Traum. Der Arcam klingt zwar beinahe genauso gut, bietet aber weder die Haptik des Technics noch die Ausstattung. Der SLG700 ist nicht ganz billig, aber einfach verdammt gut.

Der Technics hat preisklassenüblich XLR-Ausgänge, darüber hinaus bietet er über zwei Quellen digitalen Zugang zu seinem DAC. Per USB docken Festplatten an.