Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 4 Min.

Spezial Vollverstärker mit Streaming: Science-Fiction. Ab heute.


Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 14.06.2019

Gute Distribution ist das halbe Geschäft: Wenn Sie vom Raumhafen Ontario aus den Mittagshopper nach Luna-Stadt im Westsektor Tychos nehmen, finden Sie den NAD M10 preisgünstig im Zollfrei-Shop des Transitbereichs!


Artikelbild für den Artikel "Spezial Vollverstärker mit Streaming: Science-Fiction. Ab heute." aus der Ausgabe 7/2019 von Stereoplay. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 7/2019

Und das Schönste ist, Sie können Ihren M10 sofort mitnehmen, denn er ist so klein, dass er in die Rucksacktasche jedes Standard-Raumanzugs passt! Und er wiegt unter Luna- Verhältnissen nur 0,83 Kilogramm, das merken Sie so gut wie gar nicht! Aber es kommt noch besser: Wir alle wissen ja, dass in den üblichen Appartements unter der Tycho-Kuppel lausige akustische Verhältnisse herrschen. ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 5,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Stereoplay. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 7/2019 von Retro-HiFi Vor-/Endverstärker: Der Tradition verpflichtet. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Retro-HiFi Vor-/Endverstärker: Der Tradition verpflichtet
Titelbild der Ausgabe 7/2019 von CD-Player und Röhrenverstärker: Gegen jede Norm. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
CD-Player und Röhrenverstärker: Gegen jede Norm
Titelbild der Ausgabe 7/2019 von Retro-HiFi Kompaktlautsprecher: Der 85. Geburtstag. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Retro-HiFi Kompaktlautsprecher: Der 85. Geburtstag
Titelbild der Ausgabe 7/2019 von Retro-HiFi Kompaktlautsprecher: Cantinuum. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Retro-HiFi Kompaktlautsprecher: Cantinuum
Titelbild der Ausgabe 7/2019 von Retro-HiFi Lautsprecher: Play, Boy!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Retro-HiFi Lautsprecher: Play, Boy!
Titelbild der Ausgabe 7/2019 von Vor 30 Jahren. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Vor 30 Jahren
Vorheriger Artikel
All-in-One-Streamingbox: Mu-so Chocolat
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Spezial Netzwerk Musik: Der Lieferant
aus dieser Ausgabe

... Angefangen bei den dünnen Plast-Wänden, dann die integrierten, unverrückbaren Möbel und erst der Großbildschirm gegenüber der Tür! Dass das nicht klingt, weiß jeder musikbegeisterte Lunarier!

Doch Ihrem M10 macht das alles nichts aus: Er korrigiert den Frequenzgang automatisch selbst! Und selbstverständlich können Sie alle Streaming- Angebote auf Luna nutzen oder ihre Anzug-Speicher drahtlos koppeln! Und, wichtig (jeder kennt ja die notorisch verstaubten Solarpanels von Luna- Stadt), Ihr NAD gleicht die Spannungsschwankungen mit seinem universellen Schaltnetzteil komplett aus und liefert mit seiner superstarken D-Endstufe zuverlässig mindestens 300 Watt Impulsleistung, was sogar für die lauteste Band des Sonnensystems, die berüchtigten Titan Roughnecks, völlig ausreicht!

Werbung …

Oh. Sorry. An sich wollten wir ja nicht aus der Werbung im STELLARNET abschreiben. Jeder weiß ja, dass dort heillos übertrieben wird. Zum Beispiel beim Gewicht: Der NAD M10 wiegt (hierzulande) fünf Kilogramm. Und leistet laut unserer Messung nach tatsächlich 276Watt Sinus an vier Ohm, was für ein Verstärkerchen von der Größe einer Zigarrenkiste höchst beeindruckend ist. Das Geheimnis dahinter ist schnell gelöst und heißt bei NAD „HybridDigital nCore Amplifier“. Das hört sich nach viel an und ist auch viel, denn die stabile D-Endstufe des M10 hinterließ im Labor einen guten Eindruck. Und so bleibt genug Platz im Kompaktgehäuse für jede Menge Computerpower, sodass wir die Beschreibung für Vollverstärker wohl in Zukunft um das hier ergänzen müssen: 1Ghz ARM Cortex A9 Prozessor und – natürlich – 32 Bit/384 kHz-Sabre- DAC.

Der nicht mehr vorhandene USB-B-Eingang ist auch ein Statement. Entweder WLAN, LAN und „kurze“ Drahtlosschnittstellen wie AirPlay und aptX HD Bluetooth sind die Ressourcen der Zukunft. Es ist wahrscheinlich nicht allzu mutig, mittelfristig auch den Wegfall des drahtgebundenen Ethernet-Anschlusses zu prophezeien. Die Analogeingänge, hier praktischerweise noch da, stehen demnächst zur Disposition.


NADs M10 ist ein Paradebeispiel für eine technische Entwicklung, die wir so schon länger prophezeit haben: Streaming- Fähigkeiten und D/AWandler werden zu einem festen Bestandteil des Verstärkers, der nun zum größten Teil ein Computer ist, die Bedienung wird komplett via App auf ein Smartdevice ausgelagert und ohne Netzverbindung geht nicht mehr viel, außer, man bevorzugt eine Insellösung mit externer Festplatte, womöglich noch analogen Quellen und kann den Amp via Frontplatte bedienen. Beim M10, der über keinen einzigen sichtbaren Schalter oder Pegelsteller verfügt, gelingt das tadellos mithilfe eines großen Farbdisplays mit Touch-Oberfläche. Doch das hieße, die meisten Fähigkeiten des Wunderwürfels nicht zu benutzen.

Design: Kanada

Das Designteam von NAD, heutzutage in Ontario, Kanada, angesiedelt, bezeichnet den M10 als „BluOS Streaming Amplifier“ und zeigt damit schon auf, welcher App man Vertrauen schenkt: BluOS, Teil eines stetig wachsenden „Ökosystems“ kompatibler Produkte, übernimmt die komplette Steuerung und Bedienung des Amps; hier stecken auch die Netzwerk- und Multiroom-Fähigkeiten des M10, der von Alexa- oder Siri-Benutzern sogar sprachgesteuert werden kann und damit die zukünftige Schnittstelle zwischen Mensch und (HiFi-) Maschine vorwegnimmt.

Solide 150 Watt an vier Ohm sowie ein leistungsfähiger Computer in einem glattflächigen Gehäuse von 22 mal 26 mal zehn Zentimetern.


Die üblichen Netzwerk-Ressourcen (also etwa Netzlaufwerke oder andere Rechner mit Freigaben) akzeptiert der M10 problemlos, was nicht klappte, waren Mac-OS-formatierte Festplatten. Dass der NAD nur über einen USB-A-Eingang (und keinen USB-B) verfügt, zeigt schon auf, wohin die Reise geht: Schwerpunkt ist drahtloser oder drahtgebundener Netzzugang sowie natürlich die aktuellen drahtlosen Schnittstellen. Nicht zu vergessen HDMI, hier in Kombination mit „alten“ digitalen Eingängen und, praktisch, einem in der Übergangsfrequenz wählbaren Subwoofer-Ausgang. Übrigens: Da notwendigerweise komplett digitalisiert wird, ist für analoge Quellen hier bei 20 Kilohertz Bandbreite Schluss.

Raumkorrektur

„Dirac Live“ optimiert die Wiedergabe in Bezug auf Amplitude (Frequenzgang) und Timing (Impulsiwedergabe). Das benötigte Messmikro befindet sich im Lieferumfang. Wer sich intensiver mit dem System beschäftigen möchte, kann sogar eigene Ziel-Frequenzgänge eingeben und mit verschiedenen Mikrofonpositionen und Lautsprecher- Setups „spielen“. Die Raumkorrektur-App steckt übrigens nicht im Verstärker, sondern auf einem Computer; anschließend werden entsprechende Filter im M10 gesetzt. Das alles verlangt durchaus nach ein wenig Beschäftigung mit dem Thema, ist aber lohnend, weil es so tatsächlich besser klingt.

Cool? Cool.

Der NAD klingt cool, aber nicht kühl. Eher auf der sachlichen Seite der Klangmedaille angesiedelt, bezaubert der Kraftzwerg durch seine Klarheit, Transparenz und „Sauberkeit“ im positivsten Sinn. Diese Artefaktfreiheit ist sofort hörbar und sicherlich ein Verdienst von NADs spezieller D-Endstufe, deren Leistungsreserven den Eindruck von Unerschütterlichkeit hervorrufen; die Wiedergabe „steht“ wie ein Fels, wirkt mühelos, rasant und räumlich stabil wie hinbetoniert.

BluOS ist übersichtlich und logisch aufgebaut.


In puncto Bedienung eröffent der M10 neue Horizonte. Und wäre da nicht das prächtige Display, könnte man den Würfel problemlos aus dem Sichtfeld räumen. Ausstattung und Bedienung des M10 zeigen unmissverständlich auf, wohin die technische Reise geht. Wer gerne SF-Romane liest, darf sie aus der Hand legen und sich nun mit der Realität beschäftigen. Wir garantieren, dass es ein Vergnügen sein wird. Und dass der ein oder andere Vorbehalt sich in Luft auflöst.

Touch and buy

Nach kurzer Eingewöhnungszeit geht man mit NADs Touchpanel um, als hätte man noch nie andere Verstärker besessen. Dazu würde man den kleinen Amp am liebsten vorne unterlegen oder gleich auf Augenhöhe positionieren. Doch letztlich läuft die klar und weitgehend instinktiv bedienbare App auf dem Pad dem M10-Display den Rang ab. Ob die mögliche Sprachsteuerung, sicherlich die zukünftige Standard-Schnittstelle, noch mehr Sinn macht, konnten wir mangels Alexa nicht ermitteln. Da muss die Redaktion womöglich aufrüsten, denn in welche Richtung es gehen wird, ist mit dem NAD M10 glasklar. Ob wohl Röhrenverstärker mit Sprachsteuerung kommen werden?