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Spezial Vollverstärker und SACD/Netzwerk-Player: Britische Zurückhaltung


Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 06.09.2019

Das ist frech. Das Arcam Duo aus Streaming-Vollverstärker und SACD-/ Streaming-Player sieht so unscheinbar aus, nur um die Mitbewerber dann gehörig aufzumischen. Eine Frechheit, die wir uns gerne gefallen lassen.


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Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 10/2019

Dieses Unaufgeregte hat schon was. Kein Chrom, kein zentimeterdickes Aluminium, sondern eine schlichte, eher dezente Optik, dennoch mit Display und toll verarbeitet. Das ist sie, die Kombi aus Vollverstärker SA20 (1250 Euro) und SACD-/Netzwerk-Player CDS50 (850 Euro).

Beim SA20 setzt Arcam – das überraschte uns nicht –wieder auf die hauseigene „ Class G“-Verstärkerschaltung, die laut Homepage ...

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... satte 90 Watt an die Lautsprecherklemmen bringen soll.

Class G

Die Briten haben ein paar Vorbehalte gegen die weit verbreiteten Verstärkerschaltungen Class A und Class AB. Daher nutzen sie ihre eigene Entwicklung, Class G. Nun, besonders auskunftsfreudig sind die Entwickler nicht, aber zumindest verraten sie so viel, dass Class G Class AB ähnelt. Auch hier werden schwächere Signale im Class-A-Betrieb, also mit hohem Ruhestrom, verarbeitet. Sobald der Pegel angehoben wird oder Dynamiksprünge anstehen, schaltet sich ein weiteres Netzteil hinzu, um mehr Leistung bereitstellen zu können.

Der Verstärker bietet fünf analoge Eingänge, darunter einen für einen Plattenspieler mit MM-Tonabnehmer und einen in Form einer Miniklinke auf der Front. Drei digitale Anschlüsse (2 x coaxial, 1 x optisch) lassen Quellgeräte zum internen D/A-Wandler, einem ESS9038K2M 32-Bit-Chip, vordringen. Wir haben im Test auch ausprobiert, ob es besser klingt, wenn der CDS50 analog oder digital an den SA20 angestöpselt wird, doch dazu später mehr. Der USB-Eingang auf der Rückseite hingegen dient nur Softwareupdates, genauso dient der Netzwerkanschluss nur der Fernsteuerung – ein Netzwerkplayer steckt nicht im SA20.

Das Laufwerk sitzt hinter einer Klappe, die sich beim Ein-/Ausfahren öffnet. Das Einlesen der Discs hört man, die Schublade ist etwas wackelig. Aber bei den ersten Tönen ist das vergessen.


Eine Klangregelung hat der SA20 nicht, wohl aber eine Balance-Regelung auf seiner Systemfernbedienung.


Die Mute-Taste auf der Front ist im Übrigen doppelt belegt, mit ihr ruft man auch das Menü auf. Den Balanceregler hingegen findet man praktischerweise auf der System-Fernbedienung, mit der man auch den CDS50 steuert.

CDS50

Der zum Vollverstärker wie die Faust aufs Auge passende Spielgefährte ist der SACDSpieler Arcam CDS50. Er kostet 850 Euro, die er schnell vergessen lässt, nämlich ziemlich genau beim ersten Ton. Doch gemach, werfen wir erst einen kurzen Blick auf seine Features. Er spielt also neben den üblichen CDs und ihren Artgenossen CD-R und CDRW Super Audio CDs ab, liest also deren DSD-Datenstrom aus und wandelt ihn mit einem nicht näher bezeichneten 32-Bit-Digital-Analog-Wandler. Wir tippen mal, dass es sich um das gleiche Modell wie im Verstärker handelt.

Als Streamer von USB-Datenträgern oder aus dem Netzwerk bzw. von Streaminganbietern (Napster, Deezer, Qobuz, Tidal, HighResAudio) akzeptiert der CDS50 alle gängigen PCM-Formate, nur DSD bleibt jenseits der SACD außen vor. Warum? Den dafür notwendigen USB-B-Eingang hat der CDS50 nicht. Dafür hat er aber zwei digitale Eingänge. Im Zusammenspiel mit dem SA20 kann man also einen ziemlich gewaltigen Gerätefuhrpark verwalten.

Die Anschlüsse verraten schon, dass der CDS50 mehr ist als nur ein SACD-Spieler. Er fungiert auch als D/A-Wandler und streamt Musik aus dem Netzwerk und von USB-Datenträgern.


Ein schön freier Blick auf die Platine verdeutlicht einmal mehr, wie winzig klein heutzutage viele Bauteile eines HiFi-Gerätes sind. Dafür ist der Trafo schön groß. Und der Kühlkörper vorne links auch.


Music Life App

Schnell noch ein paar Fakten zum CDS50. Das Streaming steuert sich am bequemsten mit einer App, im Falle Arcam mit der kostenlosen Music Life App, die nun auch für Android-Geräte verfügbar ist.

Das Display zeigte immer eine Sampling-Rate von 44,1 kHz, obwohl 192-kHz- und 96-kHz-Signale sauber detektiert werden.Vermutlich hatten wir ein Montagsgerät.

Die Titelwahl per Nummerntaste auf der Fernbedienung funktioniert nur, wenn die CD läuft. Da ist es hilfreich, dass der Player eine eingelegte CD automatisch startet.

Die beiden Arcams klingen ganz klar verwandt. Beide sind mit einer tollen Spiefreude gesegnet, spielen minimal spritzig, sprich lebendig, angenehm und bauen eine nicht zu große Bühne vor den Ohren auf. Man hat gleich das Gefühl: So muss es klingen. Bei SA20 konnte auch der Phonoeingang begeistern. Über den wunderbaren Linn LP12 (stereoplay 4/19) klang das sehr überzeugend: schwungvoll, dynamisch, ausgewogen und sauber. Alice Coopers „Love It To Death“, nun als Gold-CD von Audio Fidelity im CDS50, brachte den 70er-Jahre-Sound mit Druck und stimmiger Detailfreude zu den Boxen. Da war alles perfekt sortiert. Analog mit dem Verstärker verkabelt ertönt die Musik nur ein wenig lauter, nicht besser oder schlechter als per Digitalkabel.

Vorlieben hat die Kombi keine. Das Debut von Rage Against The Machine (SACD) klang absolut umwerfend, sagenhaft saftig, detailliert und druckvoll, es war ein Genuss. Aber auch (noch) gefühlvollere Musik gibt das Arcam-Duo ohne Makel wieder. Dicke Empfehlung!

Der Netzwerkanschluss dient dazu, den SA20 aus der Ferne zu steuern und zu überwachen, die RS232- Schnittstelle ist für die Einbindung in ein Hausautomationssystem vorgesehen.