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SPHÄREN


GRIP - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 27.08.2021

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Bildquelle: GRIP, Ausgabe 6/2021

Zum Modelljahr 2022 wertet Porsche seinen Taycan dezent auf. Noch interessanter ist allerdings das Musikprojekt, das künftig in den fast lautlosen Sportwagen einziehen könnte. Wir haben die adaptiven Entspannungssymphonien im Top-Taycan, dem 761 PS starken Turbo S, ausprobieren können

Bei BMW ist bekannt, welcher berühmte Hollywood- Komponist für die richtigen Töne in den bayerischen Boliden sorgt: Großmeister Hans Zimmer. Porsche rückt noch nicht raus, welcher Künstler für den vollelektrischen Taycan die Noten kreiert – egal, wir lassen uns gerne als musikalisches Versuchskaninchen benutzen: In Arbeit ist nämlich ein elektronisches Feature, dass sowohl der Stille im Taycan als auch eventuell ermüdendem Tagewerk oder aggressivem Verhalten am Steuer entgegenwirken soll – mit der „Soundtrack my Life“-App.

Tatsächlich ist Porsche nicht der erste Autohersteller, der Entspannung per aktiver ...

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... Musikberieselung probt. Zum Beispiel Mercedes in der neuen S- Klasse: Auf die Sprachbefehle „Ich bin gestresst“ oder „Ich bin müde“ antwortet die Software mit den Programmen „Freude“ und „Vitalität“, wobei unter tibetanischem Schellengerassel und Synthesizerballungen optisch in Zeitlupe Goldstaub über den Screen fliegt oder rote Schallwellen wabern. Porsche hat sich bislang gegen eine Visualisierung von Musik entschieden, geht aber in Sachen Akustik einen Schritt weiter:

Die Intensität der Musik ist abhängig vom Tempo.

Da könnte man einwerfen, dass Autoradios schon lange lauter werden bei höheren Tempi, aber Porsche macht das anders: Bei langsamen Fahrten bleibt die Musik ruhig, im Stand ist sie sogar spartanisch, aber ab etwa 25 km/h setzt auch schon mal ein elektronisches Schlagzeug ein, und auch das Synthesizercrescendo wird gewaltiger. Bislang steigert sich die Musikintensität etwa bis 90 km/h, danach bleibt sie gleich in einer (nicht wirklich bemerkbaren) Endlosschleife.

Porsche-Ingenieur Norman Friedenberger beschreibt, wie das funktioniert: „Einige Musikstücke sind auf 12 bis 15 Tonspuren aufgenommen, manche auch auf 25. Beim ‚adaptiven Mixing‘ sucht sich ein Algorithmus passende Spuren aus.“ Er fügt sie je nach Tempo zusammen, das Ergebnis ist eine fahrdynamische Untermalung im „Erlebnisinnenraum“.

Da schon seit rund zwei Jahren entwickelt wird, können die Kunden davon ausgehen, dass das Gadget irgendwann Einzug in den Taycan finden wird. Wenn auch mit viel Aufwand sind später natürlich auch weitere Einflussfaktoren auf die Musik denkbar: Fahrmodus-Wahl, g-Kräfte, Blinker, Bremsdruck und vieles mehr. Noch allerdings ist es nur die Längsdynamik – die Testpersonen, also wir, sollen nicht gleich überfordert werden.

Bislang existiert nur eine Prototypenversion, noch als App auf einem handelsüblichen Smartphone in der Mittelkonsole platziert. Auch die Titelnamen sind bislang nur eine Spielerei der App-Bauer: „Monday“, „The Forest of Oz“, „Blade Runner“, „Driving into the Blue“, „Night Crawling“, „Sunset Bliss“, „Pico Boulevard“ und „Goodbye“. Als Hauptbasis glauben wir, eine Menge Anleihen aus dem Werk des französischen Soundkünstlers Jean- Michel Jarre („Oxygen“), erkennen zu können (Friedenberger widerspricht vehement), dazu ein bisschen Kraftwerk und viel Fresh Moods aus den späten Space-Night-Samplern. Oder anders ausgedrückt: elektronische Chill-Out-Musik, teilweise gepaart mit himmlischem Vogelgezwitscher sowie synthetischem Bachgeplätscher oder Regenguss (Empfindung je nach Laune). Das kann man über die serienmäßigen Musikanlagen genießen, aber auch über die aufpreispflichtige Burmesteranlage wie in unserem Test- Taycan Turbo-S.

Da klirrt selbst bei voller Lautstärke auf Stufe 35 nichts, die Basslinien quirlen nochmal das letzte Essen im Magen durch und der Rückspiegel zittert in seiner Halterung, als hätte er Angst vor dem Notenschwall. Wir entspannen uns dabei so sehr, dass uns in unserem 761 PS starken Supercar in der 30er-Zone aufgrund von Lärmschutz die Idee kommt, das könne ja eigentlich nicht für vollelektrische Gleiter gelten. Übrigens: Noch ist das System nicht in der Lage, auf den Launch-Control-Sprint in 2,8 Sekunden auf 100 km/h zu reagieren. Aber so schnell kommt ja auch sonst kein Musikstück in die Puschen…

Zurück aus diesen interessanten Sphären müssen wir uns doch noch mit dem Taycan-Update für 2022 beschäftigen – auch wenn dieses übersichtlich ausfällt. Kein Wunder – das Modell läuft fast wie von alleine. Hat Porsche 2020 rund 20.000 Stück verkauft, griffen im ersten Halbjahr 2021 schon genauso viele Käufer zu. Zunächst wird die Reichweite um etwa 25 Kilometer erhöht – unter anderem dadurch, dass bei den Allradlern der vordere Elektromotor in den Fahrmodi „Normal“ und „Range“ im Teillastbereich nahezu vollständig abgekoppelt und stromlos geschaltet wird. Beim Segeln und im Stillstand regiert rundum elektrischer Freilauf. Ein neues Thermomanagement sorgt für günstigere Temperaturen der Hochvolt-Batterie. Neu ist auch der optionale „Remote Park Assist“. Damit kann der Porsche- Fahrer sein Auto ein- und ausparken, ohne selbst im Auto zu sitzen. Das funktioniert bei Längs- und Querparkplätzen. Zusätzlich ist nun Android Auto ins Infotainment integriert, und der Sprachassistent versteht seinen Herrn und Meister besser. Auch das Navi arbeitet nun schneller. Das Allerbeste zum Schluß: Der Taycan wird trotz Aufwertungen nicht teurer.

Und dann wären da noch die neuen Farben, die Porsche beim Taycan anbietet. Neben den 17 Serienlacken stehen im Programm „Farbe nach Wahl“ jetzt 63 zusätzliche Farben zur Verfügung.

Dabei transferieren die Stuttgarter die teils schrillen 1980er-Jahre-Farbpaletten in die Neuzeit. Stolz sind sie auf „Sternrubin“, ein besonderes Lila, das einst schon den 911 Typ 964 zum auffälligen Außenseiter machte.

Apropos 911: Sollte die Porsche-Relax-Musik-Entwicklung serienmäßig kommen, wird sie garantiert nicht für den 911 angeboten werden. Da sind sich die Entwickler sicher: „Dort wollen die Fahrer den Boxermotor hören…“

FAC Ts

Porsche Taycan Turbo S

zwei E-Motoren

560 kW (761 PS) 1.050 Nm max.

Allradantrieb

4963/1966/1378 L/B/H mm

2.370 kg

0-100 km/h in 2,8 s

260 km/h Vmax 186.336 Euro

GRIP Faktor

Preis 244,86 €/PS