Lesezeit ca. 19 Min.
arrow_back

Spiel mit hohem Einsatz


Logo von Das goldene Blatt
Das goldene Blatt - epaper ⋅ Ausgabe 15/2022 vom 09.04.2022

Der große abgeschlossene LADY-KRIMI

He rausnehmen

Jede Woche 8 Seiten EXTRA Zum

Artikelbild für den Artikel "Spiel mit hohem Einsatz" aus der Ausgabe 15/2022 von Das goldene Blatt. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Alizia Nowak starrte auf den Totenschein, den Dr. Krüger ausgestellt und ihr in die Hand gedrückt hatte. Herzversagen stand da. „Benachrichtigen Sie den Enkel oder soll ich das für Sie übernehmen?“, fragte er.

Alizia sah auf und schüttelte den Kopf. „Das kann ich selbst tun.“

Misstrauisch sah Dr. Krüger sie an. „Sie wirken irgendwie so …“, er suchte nach Worten. „Überrascht“, sagte er schließlich.

„Warum Herzversagen? Sein Herz war doch völlig gesund!“

Dr. Krüger packte gleichmütig seine Sachen zusammen. Er streifte Alizia dabei mit kühlem Blick. „Wie wollen Sie das beurteilen? Sind Sie vielleicht Ärztin?“

„Nein, aber ich arbeite seit 36 Jahren als Krankenschwester, und ich habe Herrn Vogt jetzt sechs Jahren lang gepflegt.“ Auch ihre Augen blickten jetzt kühl.

„Nun, wenn Sie Bedenken haben, müssen Sie eben die Polizei ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,19€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Das goldene Blatt. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 15/2022 von STARS in Osterlaune. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
STARS in Osterlaune
Titelbild der Ausgabe 15/2022 von Kurz & bündig. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Kurz & bündig
Titelbild der Ausgabe 15/2022 von „Ich bin durch und durch OPTIMIST“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
„Ich bin durch und durch OPTIMIST“
Titelbild der Ausgabe 15/2022 von HURRA! ZWILLINGE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
HURRA! ZWILLINGE
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Ihr Glücks-Horoskop
Vorheriger Artikel
Ihr Glücks-Horoskop
Blitzstart ins Leben
Nächster Artikel
Blitzstart ins Leben
Mehr Lesetipps

... benachrichtigen“, kam es barsch zurück. Dr. Krüger wandte sich ab und ging aus dem Zimmer.

Alizia hörte das Klacken seiner Schritte auf der Treppe, dann fiel die Haustür zu hinter ihm, und sie war mit dem Toten allein. Sie legte ihm eine Hand an die Wange. Wie eiskalt sie sich anfühlte! Gestern Abend war er noch so voller Energie und Lebensfreude gewesen. „Singen Sie mir das Lied vom kleinen Kuckuck“, hatte er sie gebeten. „Wie heißt es gleich?“

„Kukułeczka kuka“, hatte sie geantwortet. Dass er die polnischen Texte nicht verstand, wenn sie für ihn Lieder aus ihrer Heimat sang, hatte ihm nichts ausgemacht. Im

Gegenteil. „Worte sind nur Schall und Rauch“, hatte er fröhlich gemeint – und jetzt war er tot.

Im Januar hatte Horst Vogt seinen 79. Geburtstag gefeiert. Was ist das heutzutage schon für ein Alter? Zumal er früher sehr sportlich gewesen war. Wenn er nicht diesen schrecklichen Unfall gehabt hätte, wäre er wohl noch im See geschwommen, mit dem Rennrad gefahren und hätte Golf gespielt.

Tränen traten aus Alizias Augen, tropften auf Horst Vogts Brust. Sie holte ein wenig zitternd Luft, sang sein Lieblingslied vom kleinen Kuckuck ein letztes Mal für ihn. Dann ging sie zum Telefon und rief Andreas Vogt an, seinen Enkel.

Mit gerunzelter Stirn öffnete Kommissarin Merle Barthold den Briefumschlag. Er war mit der Post gekommen, an die Mordkommission adressiert und hatte keinen Absender. Sie zog ein weißes Blatt Papier heraus, faltete es auseinander und las die in akkuraten Druckbuchstaben geschriebenen Zeilen: ‚Letzte Nacht starb Herr Horst Vogt angeblich an Herzversagen. Doch ich glaube, es war Mord.‘

Als ihr Kollege und Vorgesetzter Michael Kortsch ins Büro trat, hielt sie ihm den Brief hin. „Schau mal.“

Er runzelte seinerseits die Stirn. „Eine anonyme Mordanklage?“

Merle hatte bereits das Suchprogramm im Internet geöffnet und den Namen Horst Vogt eingegeben. „Der Mann hat mit einer Lebensmittelfabrik viel Geld gemacht. Vogt-Suppen, kennst Du sicher?“

„Klar: Vogt-Suppen – wenn’s schnell gehen muss! Den Spruch hat man in den 90er-Jahren in der Fernseh-und Radiowerbung doch rauf und runter gehört!“

Merle nickte. „Vor zehn Jahren ist er mit seinem Segelflieger abgestürzt. Dass er das überlebt hat, gilt als Wunder. Die Ärzte haben ihn wieder zusammengeflickt, aber er saß danach im Rollstuhl.“

„Und die Firma?“

„Die hat er danach verkauft.“ Merle schüttelte den Kopf. „Der Mann war echt ein Pechvogel. Vier Jahre später kamen seine Ehefrau, sein einziger Sohn und dessen zweite Frau bei einem Autounfall ums Leben. Bei so viel Unglück hilft dir dein ganzes Geld nichts.“

Sichtlich überrascht fragte Andreas Vogt: „Kriminalpolizei?“

„Verwandte?“, fragte Kortsch. „Da gibt es noch einen Enkel aus erster Ehe. Andreas Vogt.“ „Und der ist sein einziger Nachkomme und Alleinerbe?“

Merle zuckte die Schultern. „Vermutlich. Ich denke, der Sache sollten wir mal nachgehen …“

Erstaunt sah Andreas Vogt die beiden Kommissare an. „Kriminalpolizei? Worum geht es denn?“

„Dürfen wir vielleicht erst einmal reinkommen?“, antwortete Merle mit einer Gegenfrage.

„Bitte!“ Er trat zur Seite und brachte die beiden ins Wohnzimmer der Villa. „Also, was ist los?“

„Die Mordkommission hat einen anonymen Brief erhalten. Ihr Großvater soll keines natürlichen Todes gestorben sein“, erklärte Merle.

„Wie bitte?“ Andreas Vogt öffnete den Mund, schloss ihn wieder und brach dann in Lachen aus. „Unsinn! Warten Sie einen Moment.“ Er verließ den Raum und kam mit dem Totenschein zurück. „Da, Herzversagen. Dr. Krüger hat einen natürlichen Tod bestätigt.“ „Ihr Hausarzt?“, fragte Kortsch. „Der Hausarzt meines Großvaters. Ich habe einen Arzt in Dachau, wo ich lebe. Ich bin nur hier, um die Papiere und den Nachlass meines Großvaters zu ordnen und die Beerdigung vorzubereiten.“

Merle schüttelte den Kopf. „Tut mir leid, daraus wird vorerst nichts. Ich meine, aus der Beerdigung. Wir lassen Ihren Großvater in die Gerichtsmedizin überstellen.“

„Ist das Ihr Ernst?“, rief Andreas Vogt ärgerlich. „Was soll das überhaupt mit diesem Mordvorwurf? Lächerlich!“ Er hielt inne, schien nachzudenken. Dann fauchte er: „Hinter diesem Unsinn kann nur diese Alizia Nowak stecken.“

„Alizia Nowak?“, hakte Kortsch nach. „Die Pflegerin des Verstorbenen – wie kommen Sie darauf?“

„Sie pflegte ihn, seit meine Großmutter und mein Vater bei einem Autounfall ums Leben kamen“, antwortete Andreas Vogt. „Von Anfang an verstand diese Frau es, sich bei Opa einzuschmeicheln. Herr Vogt hier, Herr Vogt da … Und dann ließ sie sich Geld von ihm geben. Angeblich für das Studium ihrer Tochter. Sie wollte immer nur sein Geld, und er ließ sich von ihr umgarnen. Ich kann das übrigens beweisen, erst heute habe ich seine Kontoauszüge gesichtet. Anfang März überwies er ihr 10 000 Euro. Und das war nicht das erste Mal.“

„Aber weshalb sollte sie solch eine Behauptung in die Welt setzen?“, wunderte sich Kortsch.

„Sie will mir wahrscheinlich eins reinwürgen, meinen Ruf ruinieren, weil ich meinem Großvater riet, ihr kein Geld mehr zu geben. Sie konnte mich noch nie leiden! Aber bitte, untersuchen Sie die Leiche meines Großvaters. Es wird sich herausstellen, dass ihm nichts Unrechtes geschehen ist!“ Er schnaubte. „Obwohl es mir in der Seele weh tut, dass Sie an seinem Körper herumschnippeln wollen.“

„Wie ist das mit Ihnen?“, setzte Merle das Gespräch betont höflich fort. „Wovon leben Sie?“

„Ich habe eine kleine Firma, in der ich mit ein paar Mitarbeitern Computer-Programme für Betriebe entwickle. Damit verdiene ich recht gut. Heutzutage benötigt jeder, der ein Geschäft betreibt, ein spezielles Programm. Einnahmen, Ausgaben, Bestände, Internethandel, Werbung und so weiter.“

„Und was geschieht jetzt mit dem Besitz Ihres Großvaters?“

„Das wird sich bei der Testamentseröffnung zeigen. Da ich sein einziger Nachkomme bin, fällt er vermutlich an mich. Aber bestimmt wurde auch Alizia Nowak bedacht. Wie gesagt, sie hat ihn um den Finger gewickelt. Falls mein Großvater tatsächlich ermordet wurde, was ich bezweifle, dann von ihr.“

„Wieso das – wer bringt schon die Kuh um, die er melken will?“

„Vielleicht hat sie ihn wieder um Geld angebettelt, und er hat es ihr diesmal nicht gegeben? Und jetzt hofft sie wohl auf ein Erbe.“

„Hm“, machte Kortsch und sah Merle sehr nachdenklich an.

„Der alte Herr hatte ja nur noch mich“, meinte die Pflegerin

„Vernehmen Sie mich jetzt?“, fragte Alizia und sah sich unsicher im Büro der Kommissare um.

„Nein, das hier ist vorerst nur eine Befragung.“ Merle wartete, bis Alizia sich gesetzt hatte, dann bat sie die Pflegerin, Angaben zu ihrer Person zu machen.

„Ich heiße Alizia Margareta Nowak. Ich bin 53 Jahre alt und stamme aus Stettin. Ich habe Herrn Vogt nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes sechs Jahre lang betreut. Ich lebe auch in seiner Villa. Er brauchte jemanden, der 24 Stunden für ihn da war. Er konnte sich selbst ja nur noch bedingt helfen. Ich bin ausgebildete Krankenschwester und Privatpflegerin.“

„Da waren Sie sicher auch seine Vertraute?“, fragte Merle weiter.

„Das kann man so sagen. Er hatte ja nur noch mich … und seinen Enkel Andreas natürlich“, fügte sie nach einigem Zögern hinzu.

„Haben sich die beiden gut verstanden?“, wollte Kortsch wissen.

Alizia Nowak zuckte die Schultern. „Andreas kam donnerstags zum Schachspielen. Sonst eher selten. Besonders innig war das Verhältnis der beiden nicht. Als einziger Verwandter hätte er mit seinem Großvater auch mal was unternehmen können. Aber über die die Partie Schach ging das nie hinaus. Außer …“ Sie brach ab. „Außer?“, hakte Kortsch nach. Alizia presste die Lippen zusammen. Nach einer Weile des Schweigens stieß sie hervor: „Außer wenn er mal wieder Geld brauchte!“

Die Kommissare sahen sich an. „Wir dachten, Andreas Vogt hätte eine gut gehende Firma?“

„Möglich, davon verstehe ich nichts. Aber er ist ein Spieler.“ „Sie meinen – spielsüchtig?“ „Ich habe so etwas in der Art mal mitbekommen“, antwortete Alizia ausweichend. „Es gab einen heftigen Streit zwischen Großvater und Enkel. Aber ich kann dazu nicht wirklich etwas Genaues sagen.“

„Dann kommen wir wieder zu Ihnen. Ihr Verhältnis zu Herrn Vogt war also inniger als das zwischen Andreas und Horst Vogt?“ Es lag eine gewisse Schärfe und Ironie in Kortschs Tonfall, was Alizia keineswegs entging. „Ja“, antwortete sie knapp. „Sie haben öfter Geldzuwendungen von Herrn Vogt bekommen, zuletzt 10 000 Euro im März?“

Überrascht sah Alizia auf. „Das stimmt. Ich hätte das Geld zurückgezahlt, aber Herr Vogt wollte es nicht. Er sagte, er hätte genug davon und es sei gut angelegt.“

„Wie meinte er: gut angelegt?“ Kortsch zog Stirnfalten.

„Ich habe meine Tochter allein großgezogen. Sie hat Medizin studiert, Fachgebiet Orthopädie. Wie wichtig Orthopäden sind, hatte Herr Vogt ja nach seinem Absturz am eigenen Leib erfahren.“ Alizia zog ein Taschentuch hervor, sie kämpfte mit den Tränen.

„Bevor ich zu Herrn Vogt kam“, fuhr sie fort, „musste ich Schulden machen. Die hatte ich vor drei Jahren zwar abbezahlt, aber das Studium von Daria, also meiner Tochter, kostete weiterhin viel Geld. Seit Herbst arbeitet sie als Assistenzärztin an einer Klinik. Wir leben auf dem Land. Damit sie in unserem Haus wohnen bleiben und sich um meinen dementen Vater kümmern kann, habe ich ihr ein kleines Auto gekauft. Damit braucht ist sie in einer halben Stunde im Krankenhaus. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bräuchte sie doppelt so lang. Und sie hat ja auch Nachtdienste, wissen Sie.“

„Frau Nowak, haben Sie diesen anonymen Brief geschrieben?“, fragte Merle unvermittelt.

Erschrocken sah Alizia auf. „Nein, nein!“, sie schüttelte heftig den Kopf. „Von einem anonymen Brief weiß ich nichts.“

Merle legte ihr eine Kopie des Totenscheins vor. „Hier steht Herzversagen. Hatte Herr Vogt Probleme mit dem Herzen?“

„Gar keine, sein Herz war gesund. Ich habe täglich Blutdruck gemessen und behielt das im Blick.

Nur seine Glieder … also, er konnte nur mit links greifen, und dazu brauchte er den rechten Arm als Stütze, was fast unmöglich war, weil er ihn kaum heben konnte. Fünf Tage die Woche kam eine Physiotherapeutin, die mit ihm Übungen machte an Armen und Beinen. Ich habe dabei geholfen. Es war ihm wichtig in Bewegung zu bleiben so gut es ging. Und am Wochenende habe ich alleine die Übungen mit ihm gemacht.“

„Sie waren also die ganze Woche Tag und Nacht an seiner Seite?“

Kommissar Kortsch erschien es suspekt, Mord zu vermuten

„Ja, und es hat mir nichts ausgemacht. Zweimal im Jahr verbrachte Daria bei uns ihren Urlaub. Zweimal fuhr ich nach Hause, um meinen Vater zu sehen. Ansonsten lebte ich mit Herrn Vogt wie … wie Vater und Tochter“, sagte sie leise.

Die Kommissare fragten noch dies und das, dann entließen sie Alizia mit dem Hinweis, sich weiterhin zur Verfügung zu halten.

„Ich weiß nicht“, sagte Kortsch, als sie gegangen war. „Dieser Mordvorwurf scheint mir suspekt.

Der Mann ist einfach gestorben, Herzstillstand. Er war mit 79 Jahren ja nicht mehr der Jüngste. Und diese Nowak hat den Brief geschrieben, um dem Enkel eins reinzuwürgen – da bin ich sicher.“

„Aber warum?“, hielt Merle dagegen. „Hätte nicht eher Andreas Vogt einen Grund, ihr eins reinzuwürgen? Vielleicht will er ihr ihren Teil des Erbes streitig machen?“

„Oder ein Dritter hat sich einen blöden Scherz erlaubt.“ Kortsch setzte sich an seinen Computer. „Unsere Pflicht haben wir jedenfalls getan. Das ist ein Kleinkrieg zwischen zwei Leuten, die sich die Butter auf dem Brot nicht gönnen. Bei der Obduktion kommt nichts raus. Sobald wir grünes Licht von der Rechtsmedizin bekommen, können wir die Akte schließen.“

Fünf Tage vergingen, ohne dass sich der Rechtsmediziner Dr. Nöhring gemeldet hätte. Andreas Vogt hatte sich bereits beschwert, weil er seinen Großvater nun endlich beerdigen wollte.

„Ich rufe Nöhring an und mache Dampf“, sagte Kortsch. Er wollte gerade nach dem Telefon greifen, als es klopfte. Die Tür wurde geöffnet und Dr. Nils Nöhring steckte den Kopf herein. Kortsch sah Merle vielsagend an. Der Gerichtsmediziner ließ keine Möglichkeit aus, im Büro der beiden zu erscheinen, um mit Merle zu flirten.

„Darf man eintreten?“, fragte er grinsend. „Ich habe den Bericht zum Tod von Horst Vogt dabei.“ Wie zum Beweis hielt er ihn hoch.

„Hätten Sie auch per Mail schicken können“, spottete Kortsch.

„Klar, per Mail bekommen Sie ihn ebenfalls. Aber ich denke, eine Erläuterung meinerseits kommt Ihnen zupass.“ Dr. Nöhring schob Merle den Bericht über den Tisch. „Mir gaben die stark geweiteten Pupillen des Toten zu denken. Das weist auf eine Hypoglykämie hin – einen Mangel an Blutzucker. Weil das nach überdosierten Insulin-Einspritzungen auftritt, habe ich mich mit meinen weiteren Untersuchungen erst mal darauf konzentriert und tatsächlich vier Einstichstellen entdeckt – im Gesäß!“

„Ich dachte, Insulin kann man im Blut nicht nachweisen?“

„Das war früher mal. Inzwischen gibt es Möglichkeiten, solch einen Nachweis zu führen. Obgleich das sehr aufwendig ist; darum hat es auch so lang gedauert. Wie genau wir dabei vorgingen, steht im Bericht. Was Sie im Moment aber vor allem interessieren dürfte, ist das Endergebnis: Der arme Mann wurde tatsächlich ermordet!“

„Mit einer Überdosis Insulin?“, rief Merle erstaunt aus.

„Genau.“ Dr. Nöhring schenkte ihr ein warmes Lächeln und erging sich nun doch in ausführlichen Erklärungen. „Und es wurde ganz sicher von jemandem verabreicht, der sich damit auskennt. Er hat keinen Pen genommen, sondern Spritzen. Und da ist es sehr wichtig, dass man mit der richtigen Technik vorgeht, sonst bilden sich Veränderungen im Unterhautfettgewebe, und es kann zu einer verzögerten Aufnahme kommen. In Studien konnte gezeigt werden …“

„Danke, Dr. Nöhring. Wenn wir mehr darüber wissen wollen, können wir ja den Bericht lesen“, unterbrach Kortsch ungeduldig.

„Ja, sicher.“ Wieder ging Nöhrings Blick zu Merle. „Würden Sie heute Abend mit mir essen gehen?“, fragte er leise. „Ich könnte Ihnen das alles dann genauer erklären.“

„Ich …, also …“, begann Merle. „Also ja!“, nahm Nils Nöhring ihr das Wort aus dem Mund.

„Also nein, ich habe schon eine Verabredung“, ergänzte Merle ihren angefangenen Satz. Enttäuscht zog der junge Rechtsmediziner ab.

„Chef, das geht dich nichts an!“ Merle schnaubte ärgerlich

Als er mit Merle alleine war, stichelte Kortsch: „Du solltest seine Einladung endlich mal annehmen! Er gibt sich so viel Mühe.“ „Er war mit Astrid zusammen.“ „Na und? Die beiden sind doch längst wieder auseinander.“

„Ich bin mit Astrid befreundet. Und der Mann einer Freundin, und sei es der Ex, ist tabu für mich.“

Kortsch hob beide Augenbrauen. „Sonst würdest du schon?“

Merle schnaubte. „Das geht dich gar nichts an! Lass uns über Vogt reden. Es war also wirklich Mord!“

„Und als Mörderin kommt nur Alizia Nowak in Frage“, kam Michael Kortsch gleich auf den Punkt. „Sie hat die Möglichkeit, Insulin zu besorgen. Sie kann Spritzen verabreichen. Sie hat ein Motiv.“

„Ich glaube nicht, dass die Nowak die Tat begangen hat“, konterte Merle. „Ich bin überzeugt davon, dass sie den anonymen Brief geschrieben hat. Das habe ich ihr an der Nasenspitze angesehen! Und das macht schließlich keinen Sinn, wenn sie selbst den Mord begangen hat! Außer, sie wollte uns auf ihre Spur setzen, aus schlechtem Gewissen oder so. Aber komm, das denkst du doch nicht wirklich?“

„Ich denke, dass sie Geld braucht, um nach Polen zurückzukehren. Die Tochter kann das doch nicht durchhalten – Krankenhausdienste und den Großvater pflegen. Und Andreas Vogt hatte weder die Möglichkeiten unbemerkt an seinen Großvater ranzukommen, noch das Wissen für so einen Mord. Und irgendeinen Dritten gibt es in Horst Vogts Umfeld eben nicht.“

Merle seufzte. Ihr Chef hatte recht. Außer den beiden kam keiner in Frage, und nur Alizia Nowak hatte das Know-how. „Es sei denn, Vogt hat jemanden engagiert, den Mord zu begehen“, dachte sie laut.

Kortsch stand auf und trat an Merle heran. „Überleg doch mal: Wie sollte dieser Jemand an Alizia vorbeigekommen sein? Und hätte sich Horst Vogt nicht bemerkbar gemacht, durch lautes Schreien oder so?“ Er nahm sie an den Schultern und schüttelte sie leicht. „He, du verrennst dich da in was, weil dir diese Nowak irgendwie ans Herz gewachsen ist. Aber in unserem Job geht es nur um Fakten. Gefühle, vor allem Mitgefühl, haben da nichts verloren.“

Sie wusste, worauf er anspielte. Ein Fall vor zwei Monaten. Da hatte sie darauf beharrt, dass der Verdächtige unschuldig sei. Tatsächlich bekam sein Anwalt ihn frei. Keine Woche später hatte dieser Typ eine Tankstelle überfallen und den Besitzer angeschossen …

Und vor einem halben Jahr konnte sie es kaum verkraften, dass sie ein 18-jähriges Mädchen festnehmen musste, weil es das Auto ihres Nachbarn demoliert hatte. Sie gab an, der Mann, ein angesehener Familienvater, habe ihre kleine Schwester wiederholt mies belästigt, aber niemand glaubte ihr …

Erschrocken trat Alizia zurück, als die Kommissare und einige Polizisten mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Tür der Villa standen. „Bitte zeigen Sie uns zuerst das Schlafzimmer von Horst Vogt“, forderte Kortsch sie auf.

„Was glauben Sie denn da zu finden?“, fragte sie hitzig.

„Das weiß man nie“, antwortete Kortsch im selben Tonfall.

Als dort nichts Beweislastiges zu finden war, kam Alizias Zimmer dran. Es dauerte nicht lange, bis einer der Polizisten einen Plastikbeutel an Kortsch übergab, in dem sich eine Insulinspritze befand. „War hinter Büchern versteckt.“

Alizia machte große Augen. „Das gehört mir nicht!“, rief sie.

„Klar, das wurde Ihnen untergeschoben.“ Kortsch seufzte. Immer dasselbe – die Ausreden der Leute wurden auch nicht einfallsreicher.

Merle sah Kortsch mit dem Ausdruck der Verzweiflung an. „Ich weiß, du bist von Alizia Nowaks Schuld überzeugt. Aber ich glaube einfach nicht daran. Sie ist doch eine kluge Frau, sie würde die Insulinspritze doch nicht in ihrem Zimmer verstecken! Und ich bin immer noch sicher, dass sie den anonymen Brief geschrieben hat.“

Alles sprach gegen Alizia – doch Merle blieben Zweifel …

„Sie muss die Täterin sein“, blieb Kortsch bei seiner Meinung. „Sie hat kein Alibi. Ihre Tochter kann an das Insulin auch ohne Rezept kommen. Sie kann es fachgerecht spritzen und weiß wie viel nötig ist, damit es zum Tod führt.“

„Eben! Weshalb sollte sie eine Spritze übrigbehalten, die sie dann auch noch so blödsinnig versteckt.“

Kortsch schüttelte den Kopf. „Wenn nicht die Nowak die Täterin ist, dann kommt nur Andreas Vogt in Frage. Aber er kann das Insulin weder besorgen noch richtig verabreichen. Und er hat, wie du weißt, ein wasserdichtes Alibi. Er war in einer Bar und hat da eine Bekanntschaft gemacht, mit der er die ganze Nacht verbracht hat. Die junge Dame hat uns das bestätigt.“ „Ja“, Merle nickte. „Ja, aber …“ „Kein Aber, Merle! Die Nowak hat einfach nicht mit einer Hausdurchsuchung gerechnet, sonst hätte sie die Spritze verschwinden lassen. Du müsstest inzwischen wissen, dass Täter die seltsamsten Fehler begehen. Sie stehen unter Stress, da funktioniert das Hirn nicht normal. Außerdem – lass doch über Schuld und Unschuld das Gericht entscheiden.“

„Bis es zum Prozess kommt, schmort die arme Frau in Untersuchungshaft. Ich will das nicht verantworten, weil ich von ihrer Unschuld überzeugt bin.“

Kortschs Geduldsfaden war nahe am Zerreißen. „Es ist gut jetzt, Merle!“ Er schob seinen Stuhl heftig unter den Schreibtisch und verließ ärgerlich das Zimmer.

Am Abend kam Astrid zu Merle. Sie hatte selbst gebackenen Kuchen dabei und eine Flasche Rotwein. Merle stellte Weingläser auf den Tisch und kuschelte sich mit ihrer Freundin aufs Sofa. „Schön, dass du Zeit für mich hast! Geht es dir gut mit deinem Elmar? Oder bereust du schon, dass du dich von Nils getrennt hast?“, fragte sie.

„Nein und nein“, antwortete Astrid, dabei grinste sie schief. „Ich habe mich vor zwei Tagen von Elmar getrennt. Ihm passten meine Arbeitszeiten nicht. Und sein ständiges Gemotze hat genervt. Was soll ich schließlich tun? Ich bin nun einmal Polizistin und habe Schichtdienst. Wir waren knapp fünf Monate zusammen, und wenn’s schon gleich zu Anfang solche Schwierigkeiten gibt …“ Astrid machte eine wegwerfende Handbewegung.

Merle nickte. Sie kannte das. „Und Nils? Würdest du zu ihm zurückgehen, wenn er wollte?“

„Ach nee“, Astrid schüttelte den Kopf. „Alten Kakao soll man nicht aufwärmen, und so sieht er das bestimmt auch.“ Sie sah Merle forschend an. „Warum fragst du?“

„Nur so.“ Hastig schob Merle ein Stück Kuchen in den Mund.

„Aha! Nur so?“ Astrid lachte. „Ich bin seit gut einem Jahr von Nils weg … He, sag mal, läuft da etwa was zwischen euch?“ „Wie kommst du darauf!“ Astrid lächelte. „Mach mir nichts vor! Du bist ganz rot geworden! – Also los, gestehe.“

„Gibt nichts zu gestehen. Er will mit mir ausgehen, das ist alles.“

„Das ist eine Menge. Nils ist kein Mann für mal so hoppla-hopp. Wenn er mit dir ausgehen will, dann hat er ein echtes Interesse an dir. Gefällt er dir denn?“ „Er ist dein Ex, das geht nicht.“ „Blödsinn!“ Astrid warf beide Hände in die Luft. „Meinen Segen habt ihr. Ich war damals mit ihm zusammen, weil ich eine Krise und das Alleinsein satt hatte. Und deshalb habe ich mich auch wieder von Nils getrennt. Er ist echt lieb und hat es nicht verdient, als Lückenbüßer benutzt zu werden.“ Astrid nahm einen Schluck Wein.

„Ist es das, worüber du so dringend mit mir sprechen wolltest oder gibt es noch was anderes?“

„Es gibt noch etwas anderes.“ Merle erzählte ihrer Freundin von ihrem Disput mit Kortsch und von ihren Zweifeln. „Ich bin nicht geschaffen für diesen Beruf, ich bin irgendwie …“, sie suchte nach Worten, „nicht hart genug. Besser, ich lasse mich in die Verwaltung versetzen. Irgendeinen Job werden sie dort schon für mich haben.“

„Unsinn!“, rief Astrid entsetzt. „Du und einen Bürojob, das wolltest du doch nie! Jetzt alles hinschmeißen, nur weil du ein Gewissen hast, das ist doch Humbug! Und vielleicht irrt ja dein Chef.“ „Trotzdem, ich …“ „Nichts da! Du gibst jetzt nicht auf – sonst kündige ich dir die Freundschaft!“, drohte Astrid.

Astrid kam auf die Idee, das Haus von Vogt zu beobachten

Eine Weile dachte sie nach, dann fragte sie: „Morgen ist Sonntag, hast du frei?“ Merle nickte. „Gut, dann lade ich dich zu einem nächtlichen Ausflug ein. Nach Dachau.“ Sie zwinkerte. „Dort habe ich einen lieben Bekannten, den will ich endlich mal wiedersehen!“

„Du meinst, wir schauen uns das Haus von Andreas Vogt an? Aber was soll das bringen?“

Astrid zuckte die Schultern. „Wird sich schon zeigen …“

Das Navi führte sie zu Vogts Adresse. Das Haus war ein moderner Betonklotz mit viel Glas. Davor eine Doppelgarage und ein kahler

Vorgarten. Hinter den Fenstern brannte Licht, aber niemand war zu sehen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand ein Auto vor einem ganz ähnlichen Gebäude. Um nicht aufzufallen, parkte Astrid hinter diesem Wagen. Ein Schild klebte auf der Rückscheibe: Arzt im Einsatz – bitte Abstand halten.

Astrid hatte eine Thermoskanne mit Tee und Erdnüsse dabei. „Macht eine Riesensauerei im Auto, aber das Schälen vertreibt die Zeit.“ Sie platzierte die Tüte zwischen den beiden Sitzen und reichte Merle einen Becher.

Zwei Stunden quatschten sie über dies und das und hielten dabei das Haus im Blick, als plötzlich Vogts Tür aufging. Ein Mann steckte den Kopf heraus, sah sich kurz um, trat dann auf die Straße und ging er mit schnellem Schritt direkt auf das Auto zu, hinter dem die beiden Frauen parkten.

„Runter!“, warnte Astrid. Sie sanken tief in die Sitze und hörten wie der Motor gestartet wurde – das Auto vor ihnen fuhr weg. Als die Frauen wieder auftauchten, sahen sie nur noch die Rücklichter.

„M-XX 232“, sagte Merle, „leicht zu merken.“ Ihr Blick ging zum Haus von Andreas Vogt. Das Licht im Erdgeschoss wurde gelöscht, sonst passierte nichts.

Die Frauen tauschten Blicke. „Ein Arzt! Das könnte die Lösung sein. Andreas Vogt hatte einen Komplizen. Aber wie kam der mit der Spritze an den alten Vogt ran?“

„Keine Ahnung“, meinte Astrid. „Ich werde gleich Morgen in der Frühe eine Halteranfrage starten.“

Merle hatte schon eine Menge Recherche betrieben, als Kortsch im Büro erschien. „Ich habe Neuigkeiten!“, empfing sie ihn mit einem zufriedenen Lächeln. „Ich kam gestern Abend zufällig an Andreas Vogts Haus vorbei, und was entdeckte ich dort? Das Auto eines Arztes. Und dieser Herr Doktor kam aus Vogts Haustür, nachdem er sich drinnen mindestens zwei Stunden aufgehalten hatte!“

„So, so – zufällig!“ Kortsch sah sie aus schmalen Augen an. „Du hast ermittelt? Privat und allein?“

„Nö, ich war mit Astrid in Dachau, einen Bekannten von ihr besuchen. Leider war er nicht da, und wir haben im Auto gewartet. Und weißt du, wie der Arzt heißt?“

„Du wirst es mir gleich sagen“, antwortete er säuerlich.

„Dr. Sebastian Krüger!“ Triumph lag in ihrer Stimme. „Wie der Hausarzt von Horst Vogt.“

„Ach!“ Jetzt war Kortsch mal baff. „Die beiden kennen sich?“

„Und wie sich die kennen. Ich habe nämlich herausgefunden, dass der Vater von Dr. Krüger bereits Hausarzt bei den Vogts war, dass Dr. Krüger senior und Horst Vogt gemeinsam ein Segelflugzeug besaßen – und dass die beiden Söhne in dieselbe Klasse gingen. Ich denke mal, unter diesen Gesichtspunkten können wir den Fall von einer ganz neuen Warte aus betrachten.“

Von nun an fügten sich alles Weitere wie Puzzleteile ineinander. Nicht nur Andreas Vogt, auch Dr. Krüger hatte hohe Schulden, und beide waren in diversen Spielbanken bestens bekannt. Zwar hatte Andreas Vogt für die Nacht, in der Horst Vogt starb, ein wasserdichtes Alibi, aber Dr. Krüger nicht.

Merle erinnerte sich an eine Passage in Alizia Nowaks Vernehmung. Sie holte die Akte und tippte auf den Bericht. „Hier steht es ja: Am Abend vor Horst Vogts Tod sah ich mir eine Volksmusiksendung im Fernsehen an. Danach habe ich noch einmal nach Herrn Vogt geschaut. Er schlief, und ich ging ebenfalls zu Bett. Das war gegen 22.30 Uhr. Als ich ihn am Morgen tot vorfand, habe ich sofort Dr. Krüger angerufen. Eine Viertelstunde später war er schon da. Ich ließ ihn ins Haus, dabei bemerkte ich, dass die Tür nicht verschlossen war. Darüber habe ich mich gewundert, denn ich war sicher, dass ich am Abend abgesperrt hatte.“

„Kollegin, das hast du gut gemacht!“, lobte Kortsch

Merle sah ihren Chef an. „Bestimmt hat Andreas für Dr. Krüger die Tür aufgeschlossen, und sich dann für den Fall der Fälle ein Alibi verschafft, indem er in die Cocktailbar fuhr und dort die Zeugin Viktoria Roos aufriss und sie mit zu sich nach Hause nahm.“

Kortsch nickte. „Wir laden die beiden Herren zu einer Befragung vor. Wir behaupten, es gäbe noch Ungereimtheiten im Fall Alizia Nowak. Und dann schaunmer mal, wie Beckenbauer sagen würde.“

Vogt und Krüger wurden einzeln befragt. Nachdem sie sich etliche Male gehörig widersprochen hatten, wurde aus der Befragung eine Vernehmung und schließlich aus der Vernehmung ein Verhör.

Dass man in Dr. Krügers Praxis eine Packung Insulinspritzen gefunden hat, die dieselbe Chargennummer aufwies wie die Spritze aus Alizia Nowaks Zimmer, überzeugte den Haftrichter. In weiteren Verhören gab Andreas Vogt dann zu, den Mord zusammen mit seinem Freund Krüger geplant zu haben, weil sich beide wegen ihrer Spielsucht stark verschuldet hatten.

Kortsch klopfte Merle auf die Schultern. „Hast du gut gemacht, Kollegin! Vielleicht muss ich meine Meinung ein wenig revidieren. Ein bisschen Gefühl und weibliche Intuition kann doch hilfreich sein.“

Als Merle gegen Abend das Präsidium verließ, traf sie am Eingang Nils Nöhring. „He!“, begrüßte er sie. „Na, so ein Zufall!“

Merle wusste natürlich, dass das geschwindelt war. Er hatte auf sie gewartet. „Wie ist es – gilt die Einladung zum Essen noch?“, fragte sie lächelnd. „Der Fall ist gelöst, und ich habe einen Bärenhunger!“

ENDE

Nächste Woche lesen Sie den großen abgeschlossenen

LIEBES-ROMAN