Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 14 Min.

Spinnen-, Skorpion- und Schlangengifte gegen Hirntumoren


raum&zeit - epaper ⋅ Ausgabe 222/2019 vom 30.10.2019

Hirntumoren sind mit konventioneller Medizin schwer zu behandeln und daher besonders gefürchtet. Mittlerweile gibt es jedoch schon längere Erfahrungen mit einer innovativen Behandlungsmethode, die sehr wirkungsvoll, spezifisch und nebenwirkungsarm ist. Eine Mischung bestimmter Spinnen-, Skorpion- und Schlangengifte überwindet dabei die Blut-Hirn-Schranke, richtet sich zielgenau gegen den Tumor und unterstützt das Immunsystem des Körper. Bereits vor 17 Jahren berichtete Dirk Weickmann in raum&zeit von seinen intensiven Forschungen auf diesem Gebiet. Zwischenzeitlich ist es ihm gelungen, seine Methode ...

Artikelbild für den Artikel "Spinnen-, Skorpion- und Schlangengifte gegen Hirntumoren" aus der Ausgabe 222/2019 von raum&zeit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: raum&zeit, Ausgabe 222/2019

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 8,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von raum&zeit. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 222/2019 von Eine virtuelle Kerze für Bert Hellinger. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Eine virtuelle Kerze für Bert Hellinger
Titelbild der Ausgabe 222/2019 von Hagebutten für die Gelenke. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Hagebutten für die Gelenke
Titelbild der Ausgabe 222/2019 von Schätze für die Therapie: Urpflanzen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Schätze für die Therapie: Urpflanzen
Titelbild der Ausgabe 222/2019 von Herz und Schilddrüse –. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Herz und Schilddrüse –
Titelbild der Ausgabe 222/2019 von Optimierte Vitalprodukte. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Optimierte Vitalprodukte
Titelbild der Ausgabe 222/2019 von Vegan –aber richtig. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Vegan –aber richtig
Vorheriger Artikel
Hagebutten für die Gelenke
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Schätze für die Therapie: Urpflanzen
aus dieser Ausgabe

... noch weiter zu verfeinern. Seine Erfolge geben ihm Recht.

© Kateryna_Kon; piai; Mika; ittipol; Sebastian Kaulitzki/Adobe Stock; Collage r&z

Eine zielgenaue Therapie

In den Ausgaben Nr. 117 und 118 der raum&zeit des Jahres 2002 gaben die Artikel „Spinnengifte gegen Krebs – Gezieltes Auflösen von Tumoren“ und „Spinnengifte gegen Hautkrebs“ bereits einen Einblick in die Entwicklung einer Behandlungsmethode von Tumorerkrankungen, die eine Alternative zu aktuell praktizierten Therapieansätzen darstellt. Was diese Methode von anderen abhebt, ist unter anderem die gezielte Bekämpfung der erkrankten Zellen, während sie gesunde Zellen schont und zudem die natürlichen Regenerationsmechanismen des Körpers anregt.

Einsatz von Tiergiften

Die wesentliche Rolle spielen hierbei bestimmte Peptide und Enzyme von Spinnen, Skorpionen und Schlangen. Hierzu werden Einzelkomponenten aus Gesamtgiftcocktails und Mundsekreten unterschiedlicher Gifttiere gewonnen und kombiniert. Nur so ist eine sichere Anwendung möglich, denn die vollständigen Giftcocktails der jeweiligen Tiere sind hoch gefährlich und einige von ihnen können unter Umständen auch zum Tod führen. Die einzelnen Giftstoffkomponenten erfordern eine nachhaltige und natürliche Herangehensweise, wenn es um die Art der Gewinnung geht. Eine natürliche Extrahierung des Giftes durch sorgsames und funktionserhaltendes manuelles Melken sorgt für eine hohe Reinheit des Giftes, im Gegensatz zur geläufigen Nutzung elektrischer Impulse zur Verengung der Giftdrüsen. Bei der manuellen Methode, bei der die natürlichen Verhaltensmechanismen zum Zweck der Verteidigung zur Freisetzung des Giftes stimuliert werden, wird somit das Auftreten von Substanzen, die üblicherweise nicht im Gift dieser Arten auftreten, verhindert. Diese Substanzen können, obgleich sie das nicht zwangsläufig müssen, die Effizienz der Zusammensetzung beeinträchtigen. Außerdem beschränkt sich die Stimulationszeit im Melkprozess dabei auf unter 1,5 Minuten, um zu gewährleisten, dass das Tier dabei keinem unnötigen Stress ausgesetzt ist. 1 Im Jahr 2003/2004 führte das Deutsche Krebsforschungszentrum um Prof. Dr. Martin R. Berger eine Untersuchung durch, in der die Selektivität der Giftstoffe, die in dieser Therapiemethode Anwendung finden, geprüft wurde. Die Untersuchung ergab, dass eine selektive Zellbekämpfung durch die Giftstoffe erwiesenermaßen stattfindet und bestätigte demnach nochmals die Wirksamkeit dieser möglichen neuen Therapiemethode. 2 Diesbezüglich wurden mittlerweile mehrere Patente eingereicht, dessen patentrechtlicher Schutz vom Europäischen Patentamt und den US-Patentbehörden in allen Ansprüchen bestätigt worden ist. 1

Konventionelle Therapie heute

Aktuelle Therapiemethoden bekämpfen Hirntumoren, die wohl meist gefürchteten Krankheiten unseres Zeitalters, häufig auf radikale und nicht patientenfreundliche Art und Wei-se. Bei der operativen Entfernung des Tumorgewebes entsteht eine große nachhaltig veränderte Oberfläche. Gesunde Gliazellen des Nervengewebes werden beschädigt, zudem können maligne Zellen verschleppt und so Metastasen ausgelöst werden. Häufig ist ein zweiter operativer Eingriff, Chemo- oder Strahlentherapie, oder auch eine Kombination dieser Methoden notwendig.
Im Gegensatz zur chirurgischen Entfernung und der Strahlentherapie ist die Chemotherapie eine systemische Therapiemethode, die also im ganzen Körper wirkt, und bei der durch aus chemischen Substanzen hergestellte Arzneimittel, sogenannte Zytostatika, den Tumor bekämpfen und die Absiedelung in andere Organe oder Gewebe verhindern sollen. Das Problem dieser Arzneimittel besteht hauptsächlich darin, dass auch gesunde, sich schnell teilende Zellen angegriffen werden. Je nach Arzneistoff ist hierdurch mit Nebenwirkungen wie Blutbildveränderungen mit daraus resultierender Schwächung des Immunsystems, Haarausfall, Entzündung der Mundschleimhäute, Übelkeit, Depressionen und vielen weiteren zu rechnen. Die am häufigsten verwendeten Arzneistoffe in der Hirntumortherapie sind hierbei die Platinverbindung Cisplatin, die alkylierende Substanz Temozolomid, Nitrosoharnstoffe oder Mitosehemmstoffe wie Etoposid.

Konventionelle Tumorbekämpfung durch Bestrahlung


Die Transportprozesse an der Blut-Hirn-Schranke


© Wikipedia

Die Rolle der Blut-Hirn-Schranke

Die Schwierigkeit der Behandlung von Gehirntumoren besteht vor allem in der Überwindung der Blut-Hirn-Schranke. Sie schützt das Gehirn vor schädlichen Substanzen und verhindert so ebenfalls, dass die meisten Wirkstoffe effizient und in therapeutisch wirksamer Konzentration ins Zentralnervensystem gelangen können. Um diesen Prozess besser nachvollziehen zu können, ist es wichtig die Funktionsweise dieses Filtersystems, auch wenn das Verständnis für Funktion und Aufbau noch sehr grundlegend ist, vor Augen zu haben. Unser Körper besteht aus vielen individuellen organischen Systemen und Organen, welche, um optimal arbeiten zu können, auf die konstante Versorgung mit Stoffen wie Nährstoffen, Hormonen, Elektrolyten, körpereigenen Drogen und Wasser angewiesen sind. All diese Organe werden über den Blutkreislauf miteinander verbunden und versorgt. Aus diesem Grund besitzen Organe bestimmte Filtersysteme, welche, als Schutz vor schädlichen Substanzen, nur den für das jeweilige Organ notwendigen Substanzen das Passieren gestatten. Sie stellen also in unserem Falle eine Barriere zwischen Blut und Hirnsubstanz dar.

Das schützende Netz aus Endothel- und Gliazellen

Das Hirngewebe ist von einem dichten Gefüge von Blutgefäßen durchzogen. Damit Stoffe aus dem Blut, die ja dem Gehirn schaden könnten, nicht ungehindert in das Gewebe dringen, bilden die Endothelzellen an der Innenwand der Gefäße eine Schutzschicht. Sie sind durch schmale Bänder aus Membranproteinen, so genannten Tight Junctions, miteinander verbunden und stellen so einen Filter dar, der lediglich das Passieren von Substanzen einer Partikelgröße mit einem Durchmesser von weniger als 20 Nanometern erlaubt. 1 Diese Barriere wird zudem außerhalb der Gefäße durch Astrozyten verstärkt, eine Form von Gliazellen – es gibt im Gehirn so viele Gliazellen wie Nervenzellen.

Dieser biologische Filter aus Endothel- und Gliazellen gestattet notwendigen Substanzen den Zugang und hält schädliche ab. Saure Substanzen, Kohlendioxid, D-Glucose, D-Hexose, diverse L-Aminosäuren und Nährstoffe, die das Gehirn benötigt, können ohne Einschränkung passieren und auf demselbem Wege werden Abbauprodukte zurück ins Blut getragen. Letztlich bilden die Astrozyten eine Barriere für bestimmte Hormone, nicht lipidlösliche Substanzen, wasserlösliche Substanzen und Chemikalien, wie Proteine, und gewährleisten so die Instandhaltung einer konstanten Umgebung der Neuronen des Nervensystems. 1
Neben dem endothelialen Netz sind auch Transportproteine, die in der Membran der Endothelzellen sitzen, am Filterungsprozess beteiligt. Große Bedeutung, vor allem für die Tumorbehandlung, hat hierbei besonders das p-Glykoprotein. Dieses Protein fängt körperfremde und potenziell neurologisch wirksame Substanzen ab und transportiert sie unmittelbar in den Blutkreislauf zurück. Diese finden sich in großer Anzahl unter anderem auch in der Niere, dem Darm, der Plazenta, der Leber und der Galle



Die Untersuchung ergab, dass eine selektive Zellbekämpfung durch die Giftstoffe erwiesenermaßen stattfindet.


Therapie über die Schranke hinweg

Die Schulmedizin hat Wege gefunden, das p-Glykoprotein zu hemmen und die Gehirntumorbehandlung somit zu vereinfachen, allerdings wirkt diese Hemmung nicht nur auf das Zielorgan, sondern auch auf andere Organe des Körpers, was somit weitere Folgen und Nebenwirkungen birgt.
Neben der genannten Methode die Blut-Hirn-Schranke zu durchqueren, besteht unter anderem beispielsweise noch die Möglichkeit, die Wirkstoffe direkt in die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) oder in einen Hirnventrikel zu injizieren, was allerdings aufgrund einer deutlich erhöhten Infektions- und Verletzungsgefahr und der sehr begrenzten Diffusion der Wirkstoffe in das Parenchym des Gehirns für Therapien von Hirntumoren nur bedingt geeignet ist. Um ein wirksames Medikament zur Behandlung von Gehirntumoren gestalten zu können, ist es also neben der Fähigkeit den Tumor zu zerstören auch noch wichtig die Blut-Hirn-Barriere zu überlisten. Und das am besten auf sanfte und verträgliche Art und Weise.

Die Besonderheit von Tiergiften

Im Zuge unserer Forschung hat sich herauskristallisiert, dass unter anderem aus giftigen Organismen extrahierte Substanzen diese Voraussetzungen zur wirksamen Therapie von Tumorerkrankungen erfüllen können. Das Potenzial dieser biogenen Gifte ist uns schon seit langer Zeit bekannt, jedoch fehlte zum sicheren Gebrauch grundlegendes Wissen über Behandlungsmethoden und ihre Wirkungsweisen. Durch die Fortschritte der Technik, vor allem der Separationstechnologien, ist es heute möglich, die chemische Zusammensetzung von Stoffen zu entziffern und sie zu separieren. Das ermöglicht es, bei Giften zu ermitteln, welche Bestandteile dem Menschen letztendlich Schaden zufügen und welche heilend wirken. Für eine wirksame Behandlungsmethode schlagen wir eine Gesamttherapie vor und konnten eine solche erstmalig patentieren. Die besonderen Vorteile einer Gesamttherapie liegen vor allem darin, dass diese nicht nur gegen den Tumor gerichtet ist, sondern auch das Immunsystem anregt und somit die Lebensqualität ausschlaggebend erhöht. Dies wurde uns auch bereits mehrfach von Patienten und deren Angehörigen bestätigt. 1

© Kateryna_Kon; piai/Adobe Stock

Die einzelnen Komponenten

Die Wirkstoffe für unsere Therapie lassen sich in zwei Gruppen auftei-len. In der einen Gruppe finden sich Peptidtoxine aus den Giften
• von Arten der Spinnengattungen Sicarius und Hexophthalma,
• von Skorpionen der Gattungen Androctonus und Leiurus sowie
• Mundsekrete von Arten der ursprünglich in der Kletternatterngattung Elaphe zusammengefassten Tiere.
In der zweiten Gruppe befindet sich das nahezu gesamte Gift bzw. ein Teil des Giftes der Tiere der Gattung Latrodectus ohne das tödlich wirkende Alpha-Latrotoxin und verwandte Substanzen. Die Trennung der zwei Gruppen erfolgt in erster Linie aufgrund des unterschiedlichen Anwendungs- und Funktionsbereiches der aktiven Substanzen im resultierenden Wirkstoff. 3
Die verwendeten Peptidtoxine der ersten Gruppe werden mit dem Ziel eingesetzt, im besten Fall die genetisch veränderten Tumorzellen zu zerstören, und im schlechtesten Fall zumindest eine weitere negative Entwicklung der Symptome zu verhindern. Sie sind darüber hinaus in der Lage, die modifizierte Oberfläche dieser Zellen zu erkennen und sie dann gezielt und komplikationsfrei zu beseitigen, wodurch sich der Behandlungsansatz dieser Therapiemethodik bereits sehr von der angewandten medizinischen Konvention abhebt. Ohne das Gift der Tiere der Gattung Latrodectus, der zweiten Gruppe der Wirkstoffe des resultierenden Präparats, wäre diese Behandlungsmethode jedoch gar nicht so ausführbar, da diese Komponente einen erheblichen Teil zur effizienten Wirksamkeit der Zusammensetzung beiträgt. Sie gewährleistet nämlich das Passieren der Blut-Hirn-Schranke, um eine direkte Behandlung in der betroffenen Region auf eine effektive und ausreichend intensive Art und Weise zu ermöglichen. Die Peptidtoxine dieser Tiere dienen also als Übertragungssubstanzen für die anderen, tumorzerstörenden Toxine und kollaborieren miteinander für eine erfolgreiche Behandlung, von der Überwindung der Blut-Hirn-Schranke bis hin zur lokalen Bekämpfung der erkrankten Zellen.
Diese tumorbekämpfenden Substanzen können bei der direkten Behandlung von Tumorerkrankungen parallel oder unterstützend in der Beseitigung von Tumoren und deren Gewebsresten dienen. Die Extrahierung von Peptidtoxinen kann durch bekannte Separationstechniken, wie Gel-Elektrophorese oder Chromatographie, durchgeführt werden. Beispielsweise mit verschiedenen chromatographischen Verfahren (zum Beispiel HPLC-Techniken) können bestimmte Giftkonstellationen restlos in individuelle Fragmente aufgeteilt werden, sodass anschließend die Fragmente einzeln in Bezug auf ihre Wirkungsmechanismen analysiert werden können. 4

Auswahl und Dosis der Gifte

Die Wirkstoffkomponenten befinden sich wie bereits erwähnt in den Giften bzw. der Speichelflüssigkeit von Tieren der genannten Gattungen (Sicarius Hexophthalma, Androctonus, Leiurus, Elaphe und Latrodectus). Die pharmazeutische Verwendung des ganzen Giftes der Spezies der Gattungen Sicarius und Hexophthalma ist hingegen vollkommen unmöglich, da bereits äußerst kleine Dosen dieser Gifte schon tödlich enden können.

Sicarius und Hexophthalma

Die Tiere der Gattungen Sicarius und Hexophthalma, aus deren Gift die Peptidtoxine extrahiert werden, mit denen unter anderem die Zerstörung der Tumorzellen erfolgt, gehören zur Familie der Sicariidae (eine Familie der Sechsaugenspinnen) und sind auf der Südhemisphäre verbreitet. Die Arachniden-Familie Sicariidae wurde im Jahr 1880 von Eugen Graf von Keyserling, seines Zeichens ein bedeutender Arachnologe des 19. Jahrhunderts, erstmals beschrieben. Die Arten der Gattungen Sicarius und Hexophthalma fallen optisch aufgrund ihres urtümlichen, „gepanzerten“ Aussehens auf und sind gräulich gefärbt. In ihren Verbreitungsgebieten sind die Arten üblicherweise in sandigen Böden aufzufinden, vor allem wenn die Tiere sich auf der Lauerjagd befinden. 5 Brust-, Lungen-, Leber- und Adenokarzinome sowie Melanome sind beispielsweise Behandlungsbereiche, bei denen die Peptidtoxine der Tiere der Gattungen Sicarius und Hexophthalma vorgeschlagen werden. Alternativ, beziehungsweise unterstützend, kann für das Präparat auch Mundsekret von Kletternatternspezies genutzt werden. Die Extrahierung des Mundsekrets erfolgt durch die Positionierung eines Wattestäbchens frontal zur Schlange, auf welches diese schließlich beißen und das Sekret auf der Watte hinterlassen wird. Die Wirkstoffsubstanzen auf dem Stäbchen können mit der Hilfe von Lösungsmitteln wie Lachesis D6 oder einer 0,9 prozentigen Natriumchloridlösung entfernt werden und die gesuchte Substanz kann anschließend mit herkömmlich bekannten Methodiken isoliert und aufkonzentriert werden. 1

Schwarze Witwe (Latrodectus)


Skorpion


Beide © Dr. habil. Dirk Weickmann

Lactrodectus

Die Spinnengattung Latrodectus, im Deutschen auch die Gattung der Schwarzen Witwen genannt (gehört zur Familie der Haubennetzspinnen, lt. Theridiidae), ist weltweit in tropischen und gemäßigten Zonen verbreitet. Besonders auffällig in der optischen Erscheinung der Tiere dieser Gattung ist der sehr kleine vordere Körperbereich im Vergleich zum größeren hinteren Körperbereich. 6
Die Gifte dieser Tiere sind in mehreren Fraktionen von Proteinen aufgebaut und verfügen unter anderem über das hocheffektive Nervengift Latrotoxin. In der respektiven Zusammensetzung ist es sehr wichtig, dass das Latrotoxin aus der resultierenden Zusammensetzung entfernt wird, damit die wirkenden Substanzen ihre Aufgabe erfüllen ohne dabei eine Gefahr für den Patienten darzustellen. Am meisten bevorzugt zur Überwindung der Blut-Hirn-Schranke, und vor allem wenn es sich beim Patienten um Kinder unter 12 handelt, werden die Arten Latrodectus hesperus und Latrodectus corallinus. Im Allgemeinen kommen für eine angemessene Wirkstoffzusammenstellung die Arten Latrodectus geometricus und Latrodectus obscurior zum Einsatz. Letztere dieser Arten ist auch der Homöopathie geläufig. Homöopathisch- bereitete Giftsubstanzen der Schwarzen Witwe spielen generell eine wichtige Rolle in der Behandlung von Angina pectoris, auch Stenokardie oder Herzenge genannt. 3


Das Potenzial dieser biogenen Gifte ist uns schon seit langer Zeit bekannt.


Die resultierende Zusammensetzung und Anwendung

Damit toxische Nebenwirkungen bei der Behandlung von Patienten ausgeschlossen werden können, werden nur jene Bruchteile in der pharmazeutischen Zusammensetzung verwendet, die die Wirkstoffe enthalten, die entweder dazu fähig sind die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden oder die erkrankten Zellen zu zerstören. Um eine Wirkfähigkeit zu gewährleisten, wird die Zusammensetzung vorzugsweise in Verbindung mit Trägern und Trägerstoffen aufgebaut. Neben den Wirkungsmateri - alien sind also außerdem Verdünnungsmittel, Salze, Puffer, Stabilisatoren, Lösungsvermittler und andere fachspezifisch geläufige Materialien mitenthalten.
Darüber hinaus beinhaltet die pharmazeutische Zusammensetzung zusätzlich den inaktiven Immunmodulator Parapoxvirus ovis.
Unsere bevorzugte Form der Anwendung stellt die subkutane beziehungsweise die intramuskuläre Injektion bei einer Tagesdosis von 2 bis 4 ml der Zusammensetzung dar, wobei Einnahmedosen von Spezialisten sowohl von Beginn an als auch im Zuge der Behandlung modifiziert werden können. 1

© bennytrapp/Adobe Stock

Bambus


Beide © Dr. habil. Dirk Weickmann

Weihrauch


Bambus und Weihrauch

Unterstützend zur Behandlung können auch Blätter der Bambuspflanze sowie Extrakte des Weihrauchs angewandt werden. In der konventionellen Therapie von Hirntumorerkrankungen wird häufig zur Verhinderung von Hirnödemen das Steroidhormon Cortison in hohem Maße verabreicht womit das Auftreten von Ödemen ebenfalls sehr radikal und wenig patientenschonend bekämpft wird. Es ist sogar möglich, dass das Cortison selbst Tumore verursachen kann und sich somit, gerade bei hoher Dosierung, nicht gerade als Optimum in der Behandlung erschließt. Ferner konnte im Zuge unserer Forschung festgestellt werden, dass die Verwendung von Cortison sogar das elementare Passieren der Blut-Hirn-Schranke des Giftcocktails behindern kann und sich somit vor allem in Bezug auf die hier beschriebene Behandlungsmöglichkeit als gänzlich ungeeignet herausstellt. Erfreulicherweise konnten wir allerdings feststellen, dass das Extrakt der Blätter der Bambuspflanze (und/oder Extrakt des Weihrauchs) ein absolutes Substitutionsmittel zu Cortison darstellt. Hierzu können getrocknete Blätter einfach in Form von Kapseln eingenommen werden. 7
Zusammenfassend kann man sagen, dass sich unsere Behandlungsmethode definitiv in verschiedenen Punkten stark von anderen Therapieansätzen abhebt. Zum einen die nachhaltig patientenfreundlichere und weniger destruktive Herangehensweise der Therapie. Gesunde Zellen werden geschont, erkrankte Zellen gezielt gesucht und gesondert zerstört, während die inaktiven natürlichen Reparaturmechanismen angeregt werden. Ein wahrhaftiger Gegensatz zu beispielweise den systemischen Therapien, deren Modalitäten, wie etwa die überhöhte Anwendung von Cortison zur Prävention von Hirnödemen, langfristig gesehen teilweise die Erkrankung sogar weiter verschlimmern können. Zum anderen folgt auf die schonendere Behandlung auch logischerweise eine Verbesserung der Genesung in der im schlechtesten Fall zumindest eine weitere Verschlimmerung des Zustandes verhindert werden kann und im besten Fall selbst bei schwierigem Verlauf volle Genesung erfolgen kann.

Patientenbeispiele

In Zusammenarbeit mit aufgeschlossenen Heilpraktikern und Ärzten konnte Dirk Weickmann schon vielen Patienten die Behandlung mit Spinnen-, Skorpion und Schlangengiften ermöglichen. Unter ihnen waren auch einige Kinder, die an Krebs erkrankt waren. Meist werden die Substanzen am Anfang jeden oder jeden zweiten Tag intramuskulär injiziert, später in größeren Abständen. Als Parameter für die Wirkung der Therapie dient das Feststellen von Apoptoseprozessen über die LSA (Lipidgebundene Sialinsäure). 8 Die Verläufe sprechen insgesamt für eine gute Wirksamkeit der verabreichten Substanzen.

► 1. Bei einer kleinen Patientin, geboren 1999, wird im ersten Lebensjahr ein Glioblastom diagnostiziert. Es wird als inoperabel eingestuft. Bis Juli 2000 werden sechs Bestrahlungen verabreicht. Im Juni 2001 beginnt eine Therapie mit den Tiersubstanzen gemäß der vorliegenden Erfindung. Zunächst werden fünf Tage lang täglich 3 ml injiziert, dann bis September 2005 jeden zweiten Tag 2,5 ml, ab Oktober 2005 alle drei Tage. Seit Februar 2002 geht das Mädchen wieder in den Kindergarten und fühlt sich gut. Der LSA (Parameter für Apoptoseprozesse) „startete“ bei 27 und hat sich seit November 2001 auf etwa 23 eingependelt, was für ein gutes Ansprechen auf die Therapie spricht. Einmal pro Woche erhält das Kind 2 Weihrauchkapseln, um starker Ödembildung vorzubeugen. Das PET (Aufnahmen mit dem bildgebenden Verfahren der Positronen-Emissions-Tomographie) ist seit 2003 unauffällig. Die letzten vermerkten starken Kopfschmerzen waren im Dezember 2002. Nachdem weiterhin alle Befunde unauffällig sind, wird 2005 entschieden nur noch jeden fünften Tag 2,5 ml zu injizieren und dafür alle drei Monate eine Weihrauch-Kur über 10 Tage mit täglich 1 Kapsel durchzuführen.
► 2. Bei einem Patienten, geboren 1958, wird im Mai 2000 ein Astrozytom Grad III diagnostiziert, also ein Hirntumor, der sowohl gut- als auch bösartig sein kann. Der Patient wird operiert, erhält 15 Bestrahlungen und beginnt mit Caelix-Chemotherapie, welche er nur schlecht verträgt. Im Computer-tomogramm zeigt sich bis September 2000 eine starke diffuse Ausbreitung des Tumors vom Zelltyp hin zum Glioblastom, einem bösartigen Hirntumor. Im Oktober 2000 will der Patient mit einer Spinnengifttherapie beginnen. Er beginnt zunächst fünf Tage lang mit einer täglichen Dosis von 4 ml. Dann werden bis Anfang Januar 2002 täglich 3 ml injiziert. Von da ab bis Dezember 2006 nur noch alle 2 Tage 2,5 ml. Das Allgemeinbefinden des Patienten ist gut. Laut PET ist noch ein circa 0,7 cm großer, schwach aktiver Tumorherd rechtsseitig im September 2006 vorhanden. Der LSA war nach der Operation etwa 31, Ende November 2000 bei 25 und hat sich seit 2004 bei ungefähr 20,5 eingependelt.
Der Patient nimmt seit 14. Januar 2001 täglich 12 Weihrauchtabletten. Beim vorerst letzten PET 2011 war nach wie vor ein etwa 0,7 cm großer Tumorherd nachweisbar. Die Aktivität lässt sich leider nur schwer einschätzen, da der Patient seit 2007 keinen LSA mehr mes-sen lässt – laut seiner eigenen Aussage im Juli 2019 geht es ihm aber gut.
► 3. Bei einem Patienten, geboren 1943, wird im Oktober 2002 ein Glioblastom diagnostiziert. Der Patient verweigert die Operation, da er kaum auf Besserung hofft. Seitdem nimmt er jedoch bis heute täglich 10 Weihrauchtabletten und injiziert sich jeden zweiten Tag 1,5 ml der erfindungsgemäßen Zusammensetzung. Das PET ist seit der Aufnahme vom Oktober 2004 unauffällig! Der LSA startete 2003 mit 26,2, ist nun bei circa 19. Seit 2007 kein Kontakt mehr mit dem Patienten, nachdem dieser selber meinte, er könne die Therapie absetzen.
►4. Ein Junge beginnt im Alter von 3 Jahren schlecht zu sehen. Mit 6 Jahren wird ein Hirntumor auf der Sehnervkreuzung diagnostiziert. Eine sich anschließende Strahlentherapie verläuft nicht positiv. Nach einer Erhöhung des Hirndrucks werden diverse Sonden, sogenannte Shunts, gelegt, um den Hirndruck zu reduzieren. Im Alter von knapp 9 Jahren wird dem Patienten eine verbleibende Lebenszeit von nur noch wenigen Wochen prognostiziert. Die Behandlung gemäß der vorliegenden Erfindung beginnt mit einer Gabe von 2 ml der Zusammensetzung. Nach einer ersten Pause von 6 Tagen wird mit einem Abstand von 2 Tagen jeweils 1 ml der Zusammensetzung intramuskulär verabreicht. Im Laufe von 2 Wochen steigt die Dosis langsam auf 2 ml an. Einen Monat nach Beginn der Therapie kann in einer Computertomogrammaufnahme ein leichtes Schrumpfen des Tumors diagnostiziert werden. Nach etwa einem Jahr ist ein deutliches Schrumpfen des Tumors sichtbar. Die Dosierung wird nun von 2 auf 3 ml erhöht und der Abstand der Gabe von 2 auf 3 Tagen ausgeweitet. Mit nunmehr 13 Jahren ist der Patient in einem Zustand, der ihm erlaubt, am regelmäßigen Leben teilzunehmen. Aktuell kein persönlicher Kontakt. Patient lebt aber – Juli 2019

Für Jenny, in ewiger Dankbarkeit.

Fußnoten

1 Weickmann D.: „ Pharmaceutical composition, use of the pharmaceutical composition for treating a brain tumor, production thereof and a kit of parts comprising the pharmaceutical composition“, US-Patent 8367119, 2007
2 Eyol, E., Berger, Prof. M., Weickmann, D.: „ Antineoplastische Aktivität eines Tiergiftcocktails in einem Panel von Tumorzell-Linien in vitro und in einem Metastasemodell in vivo“; Abstract zum 10. Internationalen Kongress der Metastasis Research Society „Fortschritte gegen das Fortschreiten von Tumoren“, September 2004, Cisterne Palazzo Ducale Genua, Italien; Nr. 74), 2004
3 Weickmann D.: „The attitude and the poison of the Sicariidaes“. Arachnologic Index 16, p. 12–13, 1991
4 Weickmann D., Burda R.: „ Electrophoresis Forum 1994“, Abstracts, Technical University of Munich, 1994
5 Arachnologen Gesellschaft e. V.: „Sicariidae“, Wiki der Arachnologen Gesellschaft e. V. [Online], Available at https://wiki.arages.de/index.php?title=Sicariidae (Accessed 27 July 2017), 2017
6 Arachnologen Gesellschaft e. V.: „Latrodectus“, Wiki der Arachnologen Gesellschaft e. V. [Online], https://wiki.arages.de/index.php?title=Latrodectus (Accessed 05 June 2014), 2014
7 US Patent der Wirkstoffzusammensetzung US 8,367,119 B2), Beispiel 1
8 siehe auchwww.dr-walraph.de/krebsfrueh.htm

Der Autor

Dr. habil. Dirk Weickmann, geboren am 12. März 1967 in Weißenburg, hat während der Schulzeit bereits mit Spinnen und Spinnengiften geforscht, 1983–85 bei „Schüler experimentieren“ mitgemacht und 1984 ein Stipendium über „Jugend forscht“ erhalten. Es folgten eine PTA-Ausbildung, Studium zum Toxinologist M. Sc. (Toxinologie ist die Lehre der Biogenen Gifte), Ausbildung zum CTA, Forschungen an Instituten und seit 2000 privat, Anerkennung von Patenten, Dissertationen zum Thema „Biogene Amine im Gift der Einsiedlerspinne Loxosceles laeta“ sowie „Sandrasselottern-Haltung und elektrophoretische Untersuchung der Gifte von Schlangen der Familie Viperidae, Gattung Echis“, Habilitation über fossile Krokodile.

Kooperation gewünscht

Dr. habil Dirk Weickmann betreibt seit Jahrzehnten intensive Forschungen zum Thema Spinnen-, Skorpion- und Schlangengifte in der Krebstherapie.

Die gesetzliche Situation in Deutschland beziehungsweise Justiz- und Veterinärbehörden haben ihm dies des öfteren nicht leicht gemacht. Seit 2014 hält Dirk Weickmann daher keine Tiere mehr.

Dennoch will er die bisherigen Erkenntnisse weiter vertiefen und sucht daher nach Unterstützung und Kooperation. Aktuell arbeitet er mit seiner Forschungsgruppe AbiTec an verschiedenen Pflanzengruppen und etabliert Erhaltungszuchten.