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SPORT: Das größte Schützenfest der Welt


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 29.01.2021

Bei der Biathlon-WM wollen die deutschen Skijäger zurück in die Erfolgsspur. Doch die Favoriten kommen aus Norwegen


Artikelbild für den Artikel "SPORT: Das größte Schützenfest der Welt" aus der Ausgabe 5/2021 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 5/2021

DENISE HERRMANN
Die Ex-Langläuferin aus Sachsen hat beste Erinnerungen an Pokljuka. Hoffentlich bleibt das so


Auf der letzten Rille zum Erfolg, und dann nur noch jubeln! Als Arnd Peiffer kurz vor Weihnachten in Hochfilzen erstmals in seiner Karriere bei einem Massenstartrennen als Sieger ins Ziel kam, feierte er das mit einem markerschütternden Schrei und zum Himmel gestreckten Armen. Erst kurz vor dem Ziel war es dem 33-Jährigen nach vier fehlerfreien Schießen in einer Kurve gelungen, am ...

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... führenden Schweden Martin Ponsiluoma vorbeizuziehen und sich mit einem finalen Kraftakt an der Spitze zu halten. Für den Gefühlsausbruch des sonst so zurückhaltenden Niedersachsen dürfte aber eher der Umstand gesorgt haben, dass sein Erfolg den Glauben in die eigene Stärke zurückgebracht hat. Das galt auch für sein Team: Es war nach mäßigem Start der erste Saisonsieg eines deutschen Skijägers.

Solisten suchen Halt im Team

„Das hat mich noch mal richtig motiviert“, sagt Denise Herrmann, die in der Frauenkonkurrenz an ihrem 32. Geburtstag wenig später Platz fünf belegte. „Ich habe mit Arnd mitgefiebert und mich gefreut – auch über dieses packende Finish.“ Das Miteinander im Team funktioniert jedenfalls, wie Herrmann betont. „Wir Frauen waren ja danach noch dran, da geben einem die Männer schon mal einen Tipp, zum Beispiel wenn eine Kurve besonders tricky ist.“ So haben es die deutschen Biathleten bislang immer irgendwie geschafft, am Ende die Topleistungen abzurufen, die nötig sind, um auch ohne Seriensieger wie die heutigen Fernsehexpertinnen Magdalena Neuner und Laura Dahlmeier das zu bleiben, was sie seit vielen Jahren sind: die großen Zugpferde der langen Wintersportwochenenden von ARD und ZDF.

TV scharf auf die Schützen

Häufig mehr als fünf Millionen Zuschauer und Marktanteile von weit über 20 Prozent (bei Peiffers Sieg waren es 25,7) machen Biathlon in der Zuschauergunst übers Jahr gesehen zur Nummer eins unter den Wintersportarten – noch vor dem Skispringen. Nicht mehr ganz so dominant wie zu Zeiten einer Magdalena Neuner, deren Wahl zur „Sportlegende des Jahrzehnts“ erst kürzlich den Stellenwert ihrer Sportart in Deutschland eindrucksvoll dokumentierte. Aber immer noch so verlässlich, dass sich ARD und ZDF im Verbund mit der European Broadcasting Union EBU am Rand der WM 2020 in Antholz die Weltcup-Übertragungsrechte bis 2026 gesichert haben.

Und die sind längst kein Schnäppchen mehr: Die Kosten haben sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Nach Branchenschätzungen überweist die EBU jährlich künftig mehr als 20 Millionen Euro. Vom Wachstum profitieren auch die Sportler, ein WM-Titel ist 25.000 Euro wert. Zum Vergleich: Kamil Stoch kassierte für seinen Sieg bei der letzten Vierschanzentournee nur 18.500 Euro.

ARND PEIFFER
Weckruf fürs Team? Der 33- Jährige holte in Hochfilzen den ersten deutschen Weltcupsieg der Saison (u.)


Hoffnungsträgerin Herrmann

Dass mit diesen Summen auch hohe sportliche Erwartungen verknüpft sind, wissen die Protagonisten. Die ehemalige Langläuferin Denise Herrmann hat selbst erlebt, wie schnell es bergab gehen kann. Nach ein paar Jahren, in denen es im Langlauf bei den deutschen Akteuren „nicht so hundertprozentig lief, merkte man, dass das Interesse nachließ. Gerade Spitzensport ist ein Spiegel unserer schnelllebigen Zeit, da ist im Januar schon wieder egal, wer im Dezember gewonnen hat.“

Herrmann befasst sich aber lieber mit Dingen, die sie beeinflussen kann. Bei der kommenden WM im slowenischen Pokljuka (Termine siehe rechts) betritt die Weltmeisterin von 2019 jedenfalls Terrain, das sie mag. Hier hat sie 2016 im Biathlon- Weltcup debütiert und 2020 bei ihrem Sieg im Einzel ein perfektes Rennen gezeigt. 20 Schuss, 20 Treffer – zum ersten Mal in ihrer Karriere. „Das Gefühl dieses Wettkampfs wieder hochzuholen ist nicht so einfach. Aber es ist natürlich cool, wenn man es schon einmal erlebt hat.“ Vom womöglich nächsten goldenen Moment fürs deutsche Team will Herrmann aber nichts wissen. Stattdessen warnt sie lieber vor den starken Skandinaviern: „Wir müssen aufpassen, dass die einem da nicht die Butter vom Brot nehmen.“

MARTE OLSBU RØISELAND
Norwegens WM-Star 2020 (fünfmal Gold) gilt auch in Slowenien als Topfavoritin


JOHANNES THINGNES BØ
Der Norweger führt die Weltcupwertung an. Bislang holte er zehnmal WM-Gold

WM-PLANER

Alle weiteren Entscheidungen in Pokljuka, Slowenien

Info Die Hochebene Pokljuka liegt in 1300 Metern Höhe und war bereits 2001 WM-Austragungsort. Kati Wilhelm holte damals im Sprint den einzigen Titel für Deutschland. Zuletzt gab’s 2020 in Antholz viermal Silber, einmal Bronze

FREITAG 12.2.

Sprint der Männer 10 km
14.20 Uhr Das Erste*

SAMSTAG 13.2.

Sprint der Frauen 7,5 km
14.15 Uhr Das Erste

SONNTAG 14.2.

Verfolgung der Männer 12,5 km
13.05 Uhr Das Erste

Verfolgung der Frauen 10 km
15.15 Uhr Das Erste

DIENSTAG 16.2.

Einzel der Frauen 15 km
12.00 Uhr Das Erste

MITTWOCH 17.2.

Einzel der Männer 20 km
14.15 Uhr ZDF

DONNERSTAG 18.2.

Single Mixed-Staffel
15.00 Uhr ZDF

SAMSTAG 20.2.

Staffel der Frauen 4 × 6 km
11.35 Uhr ZDF

Staffel der Männer 4 × 7,5 km
14.40 Uhr ZDF

SONNTAG 21.2.

Massenstart der Frauen 12,5 km
12.18 Uhr ZDF

Massenstart der Männer 15 km
15.00 Uhr ZDF

* Alle Rennen auch live bei Eurosport 1. Wetterbedingt sind kurzfristige Verschiebungen möglich


FOTOS: EIBNER/IMAGO (4), VOIGT/GETTY