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SPORT: Minigolf für Hundenasen


Partner Hund - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 02.10.2019

doggi-golf ist der neueste Hunde-Funsport. Die HundetrainerSteffi undThorsten Rumpf haben diese witzige Art, einen Hund zu beschäftigen, erfunden. Hier erklären sie, wie es genau funktioniert, für welche Hunde es geeignet ist – und wie man es lernen kann


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Bildquelle: Partner Hund, Ausgabe 11/2019

Ein Hund, ein Ball, eine Bahn, ein Loch – einfaches Setting, ziemlich anspruchsvoller Sport. Aber auch sehr unterhaltsam und energiegeladen. doggi-golf ist der Funsport der Stunde, die Erfinder Steffiund Th orsten Rumpf aus Frankfurt am Main bieten Kurse an. Und können sich vor Anmeldungen kaum retten. Das Ehepaar führt eine Hundeschule, auf ihren ...

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... Trainingsplätzen bei Darmstadt sind alle Hunderassen herzlich willkommen. Platz gibt es genug, den braucht man beim doggi-golf auch. Das hessische Umland ist dafür nahezu ideal. Steffiund Th orsten Rumpf sind bereits seit den Neunzigern ausgebildete Hundetrainer und somit sehr erfahren im Umgang mit Hunden und Haltern.

Was ist doggi-golf genau?

„Man kann sich diesen Sport als eine Mischung aus Treibball und Minigolf vorstellen“, erklärt SteffiRumpf. „Wie beim Treibball soll der Hund einen Ball möglichst mit der Nase in eine vom Hundeführer vorgegebene Richtung schieben. Der Ball ist jedoch mit einem Durchmesser von acht bis zwölf Zentimetern deutlich kleiner als der klassische Gymnastik-Treibball. Das Spielfeld ist einer Minigolfanlage mit mehreren Stationen nachempfunden.“

Welche Bälle sind geeignet?

„Zuerst war da die Weiterentwicklung der Treibball-Idee. Die Hunde sollten die Bälle auch über verschiedene Hin- dernisse treiben, allerdings waren die Gymnastikbälle dafür viel zu unhandlich. Viele Hunde konnten nicht drübersehen und so ihr Ziel, das Loch, im Blick behalten. Zu kleine Bälle sind jedoch ebenfalls nicht zum Treiben für Hunde geeignet. Die Hunde können diese nicht gut lenken, sie bleiben beim Treiben mit der Nase am Boden hängen und könnten sich dabei verletzen. Außerdem hatten wir die Befürchtung, dass Bälle in Minigolf-Größe versehentlich verschluckt werden können“, sagt Th orsten Rumpf. „Wir haben dann viel herumprobiert, bis wir die ideale Größe gefunden hatten. Schließlich müssen die Bälle für große und kleine Hunde funktionieren.“ Die aktuellen Bälle lassen sich gut lenken und sind für die Feinarbeit auf den Bahnen deutlich besser geeignet als größere Bälle. Allerdings kommt hier das wichtigste Lernelement ins Spiel, laut Trainerin SteffiRumpf: „Ballaffine Hunde tendieren natürlich dazu, den Ball mit dem Fang aufzuheben und zu tragen, als ihn zu schieben. Das ist ein Regelverstoß beim doggi-golf.“

Wie sehen die Bahnen aus?

In erster Linie: ziemlich unterschiedlich. Es gibt lange und kurze, gerade und kurvige, erhöhte und niedrige, solche mit Wellen, andere mit Wippen. Was sie eint: Am Ende findet sich ein ungefähr 20 Zentimeter großes Loch, das Ziel des Balls. „Die Löcher waren für uns der trickreichste Part“, so Th orsten Rumpf. „Wir konnten nicht einfach Umrandungen auf Rasen aufstellen, sonst hätten wir keinen Platz für die Löcher gehabt. Reguläre Minigolfbahnen eignen sich allerdings auch nicht für den Einsatz beim doggi-golf, da deren Hindernisse für noch kleinere Bälle ausgelegt sind, ebenso wie auch die Löcher. Außerdem sollten die Oberflächen angenehm für Pfoten sein. Am Ende haben wir selber Bahnen entworfen und gebaut.“ Die Bahnen sind derzeit erst als Prototypen exklusiv bei Rumpfs in ihrer Hundeschule „doggi-fun“ im Einsatz. Eine Produktion zum Vertrieb ist geplant. Da die Bahnen in jedem Fall zerlegbar und transportabel sein werden, blockieren sie keine Trainingsfläche dauerhaft. Die Bahnen dürfen ausschließlich von den Hunden und immer nur einzeln betreten werden. Die Hundeführer müssen außerhalb der Bahnen mittels körperlichen oder sprachlichen Signalen den Hund in die richtige Richtung lenken und ihm möglichst durch geschicktes Führen ohne Leine helfen, die ideale Linie zum Golfloch zu finden. Dieser Sport eignet sich für alle Hunde mit einem normal guten Grundgehorsam, egal wie klein oder groß sie sind, ob sie eher ruhig oder eher hibbelig sind, ob jung oder alt.

Aus wem besteht das Team?

Hier sind dem Sport keine Grenzen gesetzt. Grundvoraussetzung ist natürlich: Hund und Hundeführer, aber große Teams bestehend aus mehreren Führern und Hunden funktionieren auch. Wichtig ist, dass Hund und Hundeführer gut zusammenarbeiten. Der Hund muss sehr konzentriert sein. „Die Koordination in Kombination mit der Bewegung fordert die Hunde extrem. Dass sie danach ziemlich ausgepowert sind, ist keine Seltenheit“, schmunzelt SteffiRumpf. „Das Treiben des kleinen Balls erfolgt aber im Idealfall mit tiefer Nase und geradem Kopf, sodass dabei auch die Rückenmuskulatur gedehnt wird. Eine gute Ausgleichbewegung zum Nach-oben-Schauen beim Fuß-gehen im normalen Training.“

Volle Konzentration ist beim Treiben auf „den Hügel“ gefragt


Beim doggigolf kann man auf sich zu oder auch neben dem Hund führen


Wie läuft ein Parcours ab?

Da nicht immer alle Hunde gleichzeitig arbeiten können, wird nebenbei das ruhige Abliegen trainiert sowie die Impulskontrolle der Hunde, da sie immer wieder auch zusehen müssen, wie andere treiben dürfen. „Auf der Bahn sollte der Hund immer auf das Startsignal seines Hundeführers warten und keineswegs eigenmächtig oder hektisch die Aufgabe vorwegnehmen. Auch ist es sinnvoll, den Hund jederzeit während des Treibens zu stoppen und neu ausrichten zu können, da man dadurch häufig ein Am-Loch- Vorbeitreiben verhindern kann“, führt Th orsten Rumpf die Details aus. „Im Verlauf des Trainings sollte der Hund zwar mehr und mehr lernen, auch selbst nach dem Ziel zu suchen. Da dies aber unterschiedlich aussehen oder liegen kann, ist das nicht immer ganz einfach.“ Hat der Hund den Ball in das dafür vorgesehene Golfloch getrieben, ist die Aufgabe erst endgültig erfüllt, wenn er dies mittels einer vom Hundeführer angesagten Position (Sitz/Platz/Steh) mit Nase am Ball anzeigt.“ Ruhige Hunde, die konzentriert arbeiten und dabei „denken“, haben oft sogar einen Vorteil gegenüber sehr flinken Hunden, die teilweise über das Ziel im wahrsten Sinne des Wortes hinausschießen

Auch Hunde oder Hundeführer mit Handicap können mit gleichen Chancen wie alle anderen beim doggi-golf teilnehmen. Da man nicht – wie beim Minigolf – die Anzahl der Schläge zählen kann, wird die Zeit von der ersten Ballberührung bis zum Einlochen des Balls und dem Anzeigen durch den Hund gestoppt. Für jede Bahn wird vorher eine Maximalzeit bestimmt. Wird der Ball in dieser Zeit nicht in das Loch getrieben, wird die Maximalzeit notiert und das Team geht zur nächsten Bahn weiter. Ein doggi-golf-Parcours besteht aus mehreren Bahnen, die alle nacheinander abgearbeitet werden sollen. Für jede einzelne Bahn wird die jeweilige Zeit des Hundes aufgeschrieben und alle Zeiten zum Schluss addiert. Das Team, das insgesamt die kürzeste Zeit gebraucht hat, ist der Sieger der Partie.

Wie wird trainiert?

„Im Training erklärt man dem Hund zunächst das Treiben mit der Nase, dann separat das ‚Einlochen’ des Balls und das Anzeigen. Diese drei Schritte werden letztendlich zusammengefügt und mit Stopps, Richtungsangaben und dem Treiben über oder um die Hindernisse kombiniert“, führt die Hundetrainerin aus. „Da jede Bahn eine andere Schwierigkeit hat, wird es also nicht langweilig. Hunde, die bereits Treibball können, haben zunächst eventuell einen leichten Vorteil, der sich aber mitunter auch relativiert, da diese Hunde erst neu lernen müssen, die kleineren Bälle zu beherrschen und das neue ‚Tor’ zu erkennen.“ Beim doggi-golf ist es unerheblich, wo der Hundeführer außerhalb der Bahn steht. Er kann den Hund auf sich zu treiben lassen, neben ihm gehen oder ihn voranschicken. Hier kommt es sehr auf die Stärken der einzelnen Teams an. Was SteffiRumpf besonders wichtig ist: „Neufundländer haben dieselben Chancen wie Yorkies, Bordercollies oder Mischlinge. Es geht beim doggi-golf letztendlich immer mehr um Geschicklichkeit als um reine Geschwindigkeit.

Die Erfinder

Steffiund Thorsten Rumpf betreiben ihre Hundeschule „doggi- fun“ seit vielen Jahren. Den beiden ist es besonders wichtig, dass alle Beteiligten mit Spaß und ohne übertriebenen Leistungsdruck im Training eine gute Zeit zusammen verbringen. Und so immer mehr auch außerhalb des Platzes zu einem guten Team zusammenwachsen. SteffiRumpf ist auch Autorin der Ratgeber „Cavaletti-Training für Hunde“ und „Entspannt leben mit Hund“.www.doggi-fun.de

Die ersten Schritte – so lernt Ihr Hund doggi-golf

BALL TREIBEN

Am besten halten Sie den Ball zunächst in der Hand und belohnen jedes Interesse oder jede Berührung. Erst später wird der Ball auf den Boden gelegt. Ein Clicker eignet sich gut, um dem Hund zu vermitteln, was genau gewünscht ist

BALL LENKEN

Dieser Vorgang ergibt sich automatisch aus verschiedensten Trainingsaufbauten, indem der Hund lernt, immer mit dem Hundeführer zu schieben, immer auf ihn zu oder auf gezielte Richtungskommandos zu hören.

BALL EINLOCHEN

Beginnen Sie zunächst mit dem Treiben in kurzer Distanz vor dem Loch. Belohnen Sie das Einlochen und steigern Sie den Schwierigkeitsgrad mit der Erhöhung der Distanz und der Einführung von seitlichen Barrieren.

ANZEIGEN

Nach dem Einlochen den Hund immer eine bestimmte Position einnehmen lassen. Kombinieren Sie das mit dem Signal, den Ball zu berühren – erst dann sehr hochwertig belohnen. Video unter:youtu.be/glicwFh7kkE


FOTOS: STEFFI RUMPF