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SPORT: SPANNEND BIS ZUM LETZTEN RITT


St.GEORG - epaper ⋅ Ausgabe 20/2019 vom 21.01.2019

Wer in das Lamento einfällt, Dressur sei langweilig, der hat die Entscheidung um den Louisdor Preis 2018 nicht erlebt. Tolle Pferde, spannende Ritte und am Ende ein dänischer Sieg: Daniel Bachmann Andersen undVENEZIANOwaren nicht zu schlagen


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„Ich wollte einfach nur die Stimmung in der tollen Halle genießen“, sagte Daniel Bachmann Andersen. So klopfte er seinen Oldenburger Hengst Blue Hors Veneziano noch einmal vor Prüfungsbeginn. Am Ende stand er mit über 75 Prozent als Sieger fest.


Fotos:www.toffi-images.de

Pferde, die möglicherweise schon in zwei, drei Jahren bei den ganz großen Turnieren ...

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... aufeinandertreffen werden, gaben sich ein Stelldichein beim Louisdor Preis. Die Prüfung um das beste deutsche Nachwuchs-Grand Prix-Pferd war reich an Höhepunkten. Fehler durfte man nicht machen, wollte man hier in der Ehrenrunde vorweggaloppieren. Und genau das gelang Daniel Bachmann Andersen und Veneziano. Das Duo vom dänischen Gestüt Blue Hors (s. S. 30) leistete sich keine Patzer. Der Oldenburger Fuchshengst v. Vivaldi zeigte in allen Lektionen viel Potenzial. Die erste Piaffe war noch etwas zögernd und zwischenzeitlich ging der Fuchs kurz gegen die Hand. Aber die 75,14 Prozent, die den Sieg bedeuteten, waren berechtigt. In seinem Kommentar sprach Dr. Dietrich Plewa von einer „Souveränität, die kaum zu überbieten ist, Hilfengebung, die schulmäßiger nicht sein könnte.“ Er würde „ein ,sehr gut‘ für die Reiterei“ geben, so sein Fazit.

Für den 28-jährigen Dänen war dieser Sieg in vielerlei Hinsicht besonders. Zu den Favoriten hatte ihn niemand vorab gezählt. Veneziano hat er vierjährig zu reiten bekommen. Als junges Pferd hatte der Oldenburger Prämienhengst zunächst Kopfzerbrechen verursacht. Er war hinten leicht lahm gegangen, und „keine europäische Spitzenklinik“, so Blue Hors Manager Esben Møller, konnte etwas finden. Man hatte den Fuchs beinahe schon abgeschrieben, als eine Mitarbeiterin aus Deutschland von einem „Knochenbrecher“ aus dem Emsland erzählte. Ob sie mit dem Hengst dorthin fahren dürfte? Klar! Tatsächlich fand der Mann den Grund. Nach weiteren Wochen, in denen der Hengst nur auf einer Hand mit schweren Gamaschen longiert werden durfte und einer Phase, in der er nur Schritt und Galopp unterm Sattel gehen sollte, war dann das Problem Geschichte und das richtige Training konnte beginnen. Ein knappes Jahr Ausbildungszeit hat Veneziano so verloren. Sein Sieg im Alter von acht Jahren ist somit umso bemerkenswerter.

In einigen Momenten zelebrierte Hubertus Schmidt den Westfalenhengst Escolar, Dressur vom Feinsten …


… und dann gab es leider die Momente, in denen die Feinabstimmung einfach nicht funktionieren wollte.


BENJAMIN WERNDL: DIE NERVEN

Die Pferde auf den Plätzen zwei bis fünf kann man sich problemlos in einer deutschen Nationenpreismannschaft vorstellen. Zwei Reiter lieferten Ritte ab, die unter dem Leistungspotenzial ihrer vierbeinigen Sportler lagen. Der eine aus biologischen, der andere aus psychologischen Gründen. Letztere machten Benjamin Werndl zu schaffen. Er hatte mit dem Oldenburger Famoso v. Farewell III die Einlaufprüfung gewonnen und zählte nach seinem Sieg bei den Munich Indoors zu den Favoriten. Doch die Fehler häuften sich, sogar in der Piaffe, eine der Paradelektionen von Famoso, gab es Abstimmungsfehler. „Ich war das Problem, ich war das erste Mal in meinem Leben in einer Favoritenrolle, das bin ich noch nicht gewöhnt. Da muss ich erstmal ankommen“, gab sich der Reiter selbstkritisch. 13,5 Punkte fehlten zum Sieg, der zum Greifen nah lag.

Der Nachfolger von „Despi“ ist sein eigener Sohn: Destiny v. Desperados wurde mit Kristina Bröring-Sprehe Dritte im stark besetzten Feld.


Am Ende machten die Nerven des Reiters einen Strich durch die Rechnung: Benjamin Werndl und Famoso unterliefen viele, untypische Fehler – Platz zwei.


ESCOLAR: SHIT HAPPENS

Frustriert war Hubertus Schmidt: Der Westfale Escolar ist sicherlich das beste Pferd, das der Reitmeister aus Ostwestfalen jemals unter dem Sattel hatte. Der Beginn der Prüfung war Marke Gänsehaut – man begann schon die Zeit bis zu den Olympischen Spielen in Tokio zu überschlagen, so locker, dynamisch und in vielerlei Hinsicht dicht am Ideal begann die Prüfung der beiden. Doch dann die erste Piaffe: Statt sich in der Kruppe zu senken und zu piaffieren, hob Escolar den Schweif und erleichterte sich – Totalausfall. In der zweiten Piaffe dann ein leichtes Zögern, dann eine Levade – schon irgendwie klassisch, aber nicht gefordert. „Vielleicht habe ich da etwas zu viel Druck gemacht“, sinnierte Schmidt noch danach. Dennoch, auch wenn „nur“ Platz vier mit 71,94 Prozent am Ende herausgesprungen ist, verfügt der viel genutzte Deckhengst über viele Highlights – die fliegenden Galoppwechsel von Sprung zu Sprung, Zickzack-Traversalen, Schritt. Seine Zeit ist bereits angebrochen.

Dritte wurde Kristina Bröring-Sprehe mit dem hocheleganten Destiny, einem Sohn ihres Championatshengsts Desperados. Der Rappe hatte ebenfalls einen Aussetzer in der ersten Piaffe. „Vielleicht hätte ich einfach lockerer sitzen sollen – wir üben weiter“, so die Reiterin selbstkritisch. Teuer war ein Fehler bei der Einleitung einer Pirouette. Auch für dieses Paar gilt: Potenzial ist reichlich vorhanden, es fehlt noch an Routine. „Er braucht mehr Mut, mehr Vertrauen in der Prüfung“. Platz drei mit 73,12 Prozent zeigen – auch hier ist noch Luft nach oben.

Fünfter wurde Marcus Hermes mit Abegglen. Der schicke Rappe, einst gekörter und prämierter Hengst, nun Wallach, beendete das Finale mit 70,82 Prozent. In der Passage-Piaffe-Tour liegen seine Stärken, auch die Galopptour war schon in weiten Teilen sehr ausgereift. Aber auch hier summierten sich kleine Fehler, die keine höhere Bewertung zuließen. Hermes war trotzdem froh: Abegglen ist ein Sensibelchen, das auf Turnieren mitunter mäkelig frisst. Doch Appetit und Nervenkostüm spielten super mit – noch so eine kleine vorweihnachtliche Freude in der Festhalle zu Frankfurt.