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SPOTS, KÖDER, BEDINGUNGEN: BACHFORELLENANGELN IST GEIL


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 40/2020 vom 06.03.2020

Die rotgetupften Salmoniden sehen wunderschön aus und fordern viel anglerisches Geschick. Dementsprechend breit ist das Grinsen, wenn man eine Bafo im Kescher hat. Um Ihnen diese Freude zum Saisonstart möglichst oft zu bescheren, haben unsere Redakteure André Pawlitzki und Florian Pippardt ihre Bach-Erfahrungen aufgeschrieben.


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Maxi-Forelle aus Mini-Bach: Man ist nie vor Überraschungen sicher! Deshalb ist Bafo-Angeln eben geil.


FOTO: W. KRAUSE

Das Wasser ist tief, gut durchströmt und leicht trüb. Außerdem ist Rolf super getarnt – hier muss eine kommen!


FOTOS: W. KRAUSE, F. PIPPARDT

Die Vorgehensweise am ...

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... Bach lässt sich am besten mit der eines Scharfschützen hinter feindlichen Linien vergleichen: Wir müssen mit der Umwelt verschmelzen, ruckartige Bewegungen vermeiden und uns extrem leise verhalten. Je weniger Verdacht unsere Beute schöpft, desto argloser schnappt sie zu. Vor allem in flachen Wald- und Wiesenbächen sieht die Forelle nämlich fast alles, was sich am Ufer abspielt. Jegliche schnelle Bewegung deutet sie – berechtigterweise – als Gefahr und verschwindet sofort in der Deckung.

Hinzu kommt noch, dass Forellen wirklich launisch sind. Entweder stürzen sie sich auf alles, was einer potenziellen Beute ähnelt, oder sie reagieren gar nicht. Ihre Laune hängt oft von den Bedingungen ab! Grelles Sonnenlicht, gepaart mit klarem und flachem Wasser, finden sie nicht so toll. Denn dann sind sie für Fressfeinde und Beute leicht auszumachen. Für uns Angler ist diese Situation auch schlecht – denn die Forellen sehen uns noch besser, außerdem werfen wir einen Schatten aufs Wasser, der die Fische warnt.

Die Bachbewohner sind nicht nur bei zu klarem Wasser schwer zu fangen, sondern auch bei zu trübem. Dann sehen sie uns am Ufer zwar nicht, den Köder aber genau so wenig. Besonders jetzt, im Frühjahr, sorgt Schmelzwasser oft für starke Trübung und harte Strömung.

OPTIMALE BEDINGUNGEN

Das klingt jetzt so, als wäre es fast unmöglich, eine Bachforelle zu fangen. Dem ist natürlich nicht so – die Fische fressen auch bei schlechten Bedingungen. Aber dann sind sie eben schwerer an den Haken zu bekommen als bei optimaler Ausgangslage! Und wie sieht diese aus? Leicht eingetrübtes Wasser und bedeckter Himmel. Die Forelle ist aktiv und bemerkt uns vergleichsweise spät. Die ideale Trübung entwickelt der Bach in der Regel einige Stunden nach einem Schauer, oder einige Tage nach der Schneeschmelze. Besonders im Frühling sind auch große Forellen immer möglich, denn nach der Laichzeit und dem Winter sind sie ausgehungert und weniger vorsichtig als später im Jahr. Oft fängt man im Frühling Fische, von denen man niemals erwartet hätte, dass sie im kleinen Vereinsbach herumschwimmen. Oder Fische, die man im Sommer schon als Nachläufer hinter dem Spinner hatte, sich aber nicht ernsthaft dafür interessierten.

Jigfliegen haben ein geringes Volumen und daher wenig Auftrieb. Sie kommen also auch mit wenig Gewicht auf Tiefe. Außerdem sind sie dezent und den Fischen oft unbekannt. Ein Geheimtipp!


Twister oder Gummifische haben einen großen Vorteil: Mit ihnen verangelt man auch kleine Forellen fast nie! Das liegt natürlich am Einzelhaken.


Im Frühjahr fängt man oft Fische, von denen man nicht wusste, dass sie im kleinen Bach überhaupt schwimmen.


DIE BACH-AUSRÜSTUNG

Stichwort Spinner: Dieser Köder ist ein echter Allrounder am Bach. Er lässt sich schnell und langsam, sowie mit der Strömung und dagegen anbieten. Aber der Spinner hat zwei Probleme: Zum einen ist sein Bewegungsmuster monoton, erfahrene Fische, die sich vielleicht in ihren jungen Jahren noch gierig darauf gestürzt hätten, erkennen ihn sofort als Gefahr. Außerdem kommt er in Gumpen meist nicht auf die richtige Tiefe.

Aber es gibt ja zum Glück noch andere Köder als den Spinner, die seine Schwächen kompensieren. Der Wobbler zum Beispiel! Schlanke Minnow-Formen, fünf bis acht Zentimeter lang, passen zum Beispiel super ins Fischmaul. Außerdem kommen sie (ausgerüstet mit der richtigen Schaufel) schnell auf Tiefe. Ein weiterer Wobbler-Vorteil: Schwimmende Modelle kann man super unter überhängendes Buschwerk treiben lassen. Also mitten in die Komfortzone der Forelle!

Zwei weitere Köder komplettieren die Bach-Ausrüstung: Gummis am Jigkopf und Jigfliegen. Mit ihnen lassen sich Ansammlungen von Totholz ganz langsam abfischen – sogar vertikal, wie auf Zander! Die Bisse kommen genauso brachial wie bei den Glasaugen. Leichte Jigfliegen von einem oder zwei Gramm lassen sich sogar in der Drift anbieten, wie eine Nymphe an der Fliegenrute. Dafür ist aber etwas Strömung nötig, sonst kommt die Jigfliege zu schnell in Grundnähe und sammelt Dreck auf.

STANDPLÄTZE

Flache und tiefen Strecken, Rinnen, Kurven, Strömungskanten, Brücken, Mauern, Totholzansammlungen, Gumpen und dichtes Buschwerk – Bäche können wirklich unübersichtlich sein. Die Forelle freut das natürlich! Sie hat viele Möglichkeiten, sich zu verstecken. Deshalb muss man sich als Angler immer drei Dinge vor Augen halten, die die Forelle zum Leben braucht: Deckung, Nahrung sowie ausreichend Sauerstoff. Anhand dieser Faktoren lassen sich schnell gute Stellen ausmachen.

STEINE IM BACHBETT

Natürlich sind damit keine Kiesflecken gemeint, sondern große Findlinge, hinter denen die Bachforellen Deckung findet. Aus der heraus stürzt sie sich auf vorbeitreibende Nahrung. Die Forellen fühlen sich hier so sicher, dass sie manchmal sogar zu einer zweiten Attacke auf einen Köder bereit sind, wenn sie ihn beim ersten Mal verfehlt haben.

UNTERSPÜLTE UFER

Ein klassischer Einstand. Viele Angler spazieren viel zu häufig zu nah am Bach entlang und werfen ihren Köder in die Mitte, obwohl die Forellen sich fast unter ihren Füßen befinden, und durch die Vibrationen durch die Tritte schon gewarnt sind. Stattdessen gehört der Köder direkt vors eigene Ufer, wo man ihn parallel dazu wieder einholt. Dann geht man in einem Bogen zur nächsten Stelle, von wo man ebenfalls die Ausspülungen des eigenen Ufers abangeln kann.

WEHRSCHUSS

Ein guter Spot für den Sommer! An dieser Stelle ist viel Sauerstoff im Wasser, den die Fische vor allem in den heißen Sommermonaten brauchen, damit ihr Stoffwechsel funktioniert und sie überhaupt Nahrung aufnehmen können.

TOTHOLZ UND BÜSCHE

Diese Spots sind wohl am schwierigsten zu befischen. Die Forellen stehen zwischen den Zweigen und stoßen auf vorbeitreibende Beute. Außerdem fallen von den Ästen immer Insekten ins Wasser. Aber Vorsicht: Im Drill wissen sie die hängerreiche Deckungsburg für sich zu nutzen. Deshalb sollte der Angler im Drill wenig Kompromisse eingehen und das Gerät auch eine Nummer schwerer wählen.

TIEFE RINNEN UND GUMPEN

Forellen mögen kein grelles Licht. Deshalb ziehen sie sich bei Sonnenschein einfach dorthin zurück, wo die tiefsten Stellen im Bach sind. In Gumpen entstehen außerdem manchmal Kehrströmungen, wodurch die Nahrung länger im „Kessel“ gehalten wird.

Wie Brücken spenden auch Totholzsammlungen den Fischen Schatten. Top bei viel Licht!


Generell sind schwimmende Wobbler super für überhängendes Buschwerk, da man sie darunter treiben lassen kann.


Tieftauchende Modelle sollte man immer wieder aufsteigen lassen, sonst sammeln sie schnell Dreck ein.


+ WOBBLER FLACHLAUFEND / TIEFTAUCHEND

► Einsatzgebiet: überhängendes Buschwerk; tiefe Stellen (je nach Tauchschaufel); flache, langsam strömende Bereiche mit großen Steinen
► Vorteile: ideal, um Unterstände abzuangeln, indem man ihn hineintreiben lässt
► Nachteile: tieftauchende Modelle sind Hängersucher in Gumpen

Braune Twister lassen sich hervorragend vertikal vor Totholzsammlungen präsentieren.


GUMMIKÖDER

► Einsatzgebiet: tiefe Gumpen, Rinnen, Wehrschüsse
► Vorteile: kommt schnell auf die fängige Tiefe, dank oben liegendem Einzelhaken wenige Hänger, fast keine Fische werden verangelt
► Nachteile: Fehlbissquote ist vergleichsweise hoch

Jigfliegen kommen durch ihr geringes Volumen auch mit wenig Gewicht auf Tiefe. Außerdem kennen die Fische sie oft nicht.


+ JIGFLIEGEN

► Einsatzgebiet: flache, langsam strömende Bereiche; Totholzansammlungen; tiefe Gumpen und Rinnen
► Vorteile: wird oft ohne Argwohn genommen (dezent, unauffällig, vielen Fischen nicht bekannt); guter Vertikalköder
► Nachteile: UL-Gerät erforderlich, begrenzte Wurfweite

Spinner arbeiten auch bei verschiedenen Strömungsgeschwindigkeiten. Leider gewöhnen sich die Fische schnell an sie.


SPINNER

► Einsatzgebiet: flache, langsam oder schnell strömende Bereiche
► Vorteile: läuft bei fast jedem Strömungsdruck sehr gut, ohne auszubrechen oder sich zu überschlagen
► Nachteile: Bewegungsmuster ist vielen Fischen bekannt oder wird sehr schnell gelernt

Schattige Bereiche unter Brücken sind vor allem bei strahlender Sonne sehr vielversprechende Stellen.


UNTER BRÜCKEN

Brücken bieten den Fischen Schutz vor Fraßfeinden sowie vor Sonnenlicht. Gerade die XXL-Forellen stehen meist im völligen Dunkel, während kleinere Fische gern dort stehen, wo der Schatten der Brücke auf die Sonnenseite trifft. Auch diese Stellen lassen sich nicht leicht beangeln.

STRÖMUNGSKANTEN

Überall, wo sich die Strömung bricht, entsteht eine Strömungskante. Das kann an einem großen Stein oder einem ins Wasser gefallenen Baum sein, aber auch dort, wo ein Seitengewässer in den Forellenbach einmündet. Strömungskanten sind meist gut mit Sauerstoff versorgt. In den Verwirbelungen der Kante finden die Fische vor allem Treibnahrung.

KRAUTFAHNEN

Kraut in Forellenbächen kommt den Fischen, aber weniger dem Angler entgegen. Die Fische stehen in den Krauttressen und ernähren sich von Insektenlarven und kleinen Köcherfliegen unter dem Kraut. Den Köderführt man am besten direkt an den Krautfahnen entlang.

Auf diesem Bild verbirgt sich – neben der Strömungskante – noch ein zweiter interessanter Spot: das ruhige Wasser vor der Mauer auf der linken Seite.


FOTOS: E. HARTWICH, F.PIPPARDT, HERSTELLER

FOTOS: W. KRAUSE