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SPURLOS GEALTERT


Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 16/2019 vom 17.04.2019

100 000 Kilometer? Ein Klacks für denPassat Variant 18 , der mit Note 1– ins Ziel kam. Also ging der Dauertest in die Verlängerung - weitere 50 000 Kilometer mit dem Ergebnis, dass VW wieder haltbare Autos bauen kann


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FOTO: AUTO BILD SYNDICATION

DAS GESCHÄFT LÄUFT. WIEDER. Zwei Jahre lang war der Passat bei Businesskunden in Ungnade gefallen und hatte seinen Titel als beliebtester Firmenwagen verloren. Die Gründe? Alle selbst verursacht: Dieselskandal, verunsicherte Flottenmanager, saure Kunden und viel zu spät die sauberen neuen 6dTempModelle. Deshalb wählte AUTO BILD mitten in der SelbstzünderKrise ...

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DAS GESCHÄFT LÄUFT. WIEDER. Zwei Jahre lang war der Passat bei Businesskunden in Ungnade gefallen und hatte seinen Titel als beliebtester Firmenwagen verloren. Die Gründe? Alle selbst verursacht: Dieselskandal, verunsicherte Flottenmanager, saure Kunden und viel zu spät die sauberen neuen 6dTempModelle. Deshalb wählte AUTO BILD mitten in der SelbstzünderKrise den 180PSBenziner, der seit Mai 2016 im Dauertest schnurrte. 100000 Kilometer, am Ende stand als Note eine 1–. Wir wollten ihn gar nicht mehr hergeben.

Mussten wir auch nicht, weil der Zustand des Variant 1.8 TSI Comfortline nahelegte: Der Test muss in die Verlängerung gehen, zerlegt wird erst nach 150 000 Kilometern. Nach dieser Laufleistung, die viele Passat bereits in der Leasingzeit erleben, versprachen wir uns weitere Erkenntnisse zur Dauerhaltbarkeit. VW sah das gelassen, die Wolfsburger setzten auf die eigene Qualität und hofften auf gute, vertrauenbildende Nachrichten.

Schlechte gab es in der Zeit für die Marke schließlich genug, während der Kombi mit stiller Zuverlässigkeit seine Extratour abspulte. Ob Fernreisen, Fotoeinsätze, Lastentrips – nichts wurde ihm zu schwer. Es war, als würde der Passat in seiner ImmerdaMentalität unterm Aufmerksamkeitsradar hindurchrauschen. Wir kannten ihn ja: diesen „vernünftigen Traumwagen“, wie ihn Archivar Willi Kock beschrieb. Ein Platzriese mit reichlich Luxus an Bord, der den Testwagen unterm Strich 55 849 Euro teuer machte. Laut Preisliste, rabattstarke Flottenkunden liegen weit darunter.

Sie fahren auch nicht den Benziner, der im Dauertest weiter begeisterte. Die Laufruhe war zu erwarten. Wie angenehm im Vergleich zum gewohnten DieselRumoren. Aber dass der Vierzylinder bei etwas Beherrschung im Gasfuß mit unter acht Liter auskam (Testschnitt: 8,7 Liter/100 km), verdiente anerkennendes Nicken. Sollte der 1.8 TSI doch noch als Diesel-Ausweg taugen? Nein, nicht für Kilometerschrubber, weil ein TDI bei gleicher Fahrweise gut 30 Prozent weniger schluckt.

SCHNELLER CHECK: Kaufen oder nicht kaufen?

Wer Passat sagt, meint Kombi mit Diesel und Automatik. Der ist mit 150 PS eine echte Empfehlung für qualitätsbewusste Vielfahrer. Das Modell vorm Facelift kann ein „smart buy“ sein.

DIE EXTRATOUR HAT IHM NICHT GESCHADET

DEKRA-Sachverständiger Marcus Constantin checkt die Karosserie-Hohlräume per Endoskop auf verborgene Roststellen


1.LEICHTER FLUGROST Erste Korrosion am Schloss der Motorhaube sowie am Fanghaken. Hier sollte die Werkstatt bei der Inspektion für Schmierung sorgen – ein bisschen Fett wirkt Wunder.

2.LÄRMSCHUTZ TOTAL Zwischen Dachblech und Innenhimmel ist der Passat über die ganze Fläche mit einer Dämmmatte verklebt. Optimal in Kombination mit der Dämmverglasung (365 Euro).

5.RISS OHNE FOLGEN Am Zündkerzengewinde des ersten Zylinders findet sich ein winziger Riss. Nach metallurgischer Untersuchung geht davon keine Gefahr aus.

3.LEICHT EINGESACKT Der Fahrersitz hat in der Mitte der Sitzfläche etwas nachgegeben. Auf Kurzstrecken kein Problem, bei Langstrecken kann dem Fahrer schon mal das Gesäß „einschlafen“.

4.WEGGEDRÜCKT Eine lose Plastikabdeckung gibt kurz Fragen auf. Dann findet sich die Zuordnung. Sie sitzt mittig an der Rückbankoberkante, ist wohl bei grober Beladung im Weg gewesen…

6.GUTE ARBEIT Die Kolbenabstreifringe haben wir extra gründlich gecheckt. Die machten bei früheren TSI-Motoren Probleme. VW hat nachgebessert – alle Ringe waren frei beweglich.

Eine Kooperation von

DAS FIEL UNS AUF

Angefressen: Die Bremse hinten rechts hat Steine durchgezogen


Leicht angeschwitzt: Der Stoßdämpfer vorn rechts hat unter Extremdruck etwas Öl rausgepresst


Nicht abgedreht: Turbolader ohne Verschleißerscheinungen


Gut verbrannt: blitzsaubere Ventile im frisch demontierten Zylinderkopf


Ausgekehrt: eine satte Ladung Dreck aus den Räumen hinter den vorderen Radhausverkleidungen


Dass der Turbomotor mit 250 Nm genug Drehmoment hinlegt, um die Vorderräder bei voller Beladung oder nasser Fahrbahn durchdrehen zu lassen – kein wirklich überraschender Ärger. Ebenso, dass das Doppelkupplungsgetriebe (bei VW: DSG) unter einem flotten Gasfuß manchmal ruckelig einkuppelt oder manchen Gangwechsel nicht so glatt hinlegt wie eine Wandlerautomatik. Kannten wir. Mal sprang das Start-Stopp-System im Stauverkehr zu langsam an, dann schaltete es den Motor beim Ausrollen vor der Ampel so früh aus, dass die Servokraft fehlte.

Das hat VW in der Serie inzwischen ebenso geändert wie den Wasserablaufschlauch für die Kameraluke in der Heckklappe oder die Mechanik der Massagesitze. Über Letztere notierte Redakteur Stefan Novitski ins Fahrtenbuch: „Klingt wie ein rachitischer Opa.“ Wer will sich schon bei solchem Ächzen verwöhnen lassen? Die Werkstätten kennen die Klagen der Kunden, dort werden die Massagesitze nach Werksvorgabe abgeschmiert.

Die Scheibenwischer schlagen bei Regen an die Dachholme. Der Kofferraum packt endlos, im Winter hat der Frontantrieb gute Traktion


Beim Infotainment leidet der Passat – an sich ein Profiteur des ausgereiften VW-Baukastens – unter unglücklichen Entwicklungszyklen. Schon beim Start waren einige Assistenten nicht mehr auf dem jüngsten Stand. Träge Fernlichtautomatik, manche Verkehrszeichen nicht erkannt, das Navisystem im Ausland unbrauchbar, weil ohne SIM-Karte nichts geht. Dafür gefielen uns das digitale Tachodisplay und die Rückfahrkamera, die zwar lautstark einklappt, dafür immer ein sauberes, gestochen scharfes Bild liefert statt Regentropfen auf dem Objektiv.

FOTOS: AUTO BILD SYNDICATION (3), M. PUKSEC

Den 180PSBenziner wie im Testwagen hat VW nicht mehr im Programm. Auch der Hybrid GTE ist verschwunden


Damit zu den vielen positiven Seiten dieses Dauerläufers, die bei Weitem überwogen. Aus den Ergo-Active- Sitzen wollten manche gar nicht mehr aussteigen, und die variablen Dämpfer, die auf Knopfdruck das Fahrwerk von flauschig bis forsch verstellen können, sind auf Langstrecken eine Wohltat. Auch die Frontscheibenheizung, ohne die verwirrenden Drähte, die bei anderen Herstellern für Grisselbilder bei Sprühregen sorgen, hat sich bewährt. Noch eine Erkenntnis aus dem verlängerten Dauertest: In diesem Kofferraum konnten Kollegen sogar schlafen. Ob sie dabei auch den satten Raumklang des Dynaudio- Systems (1325 Euro extra) genossen haben? Darüber schweigt das Fahrtenbuch gnädig, von anderen Testern wurde die Musikanlage jedenfalls gelobt.

VIP-Leser vor Ort: Olaf Görke, Joachim Schuer und Andre Beyer fassen mit an


Im Fond reist man bequem. Die Fenster lassen sich komplett versenken


Dann fragte Malte Büttner nach 132984 Kilometern: „Geht dem Passat doch die Luft aus?“ Der Testredakteur monierte ein Ächzen in der Vorderachse und rappelnde Heckklappendämpfer. Dass die vorderen Stoßdämpfer gelegentlich „schwitzen“ und Öl auswerfen, ist bei VW bekannt.

Lange viereinhalb Jahre nach dem Start bekommt der Passat endlich ein Facelift: modernere Assistenten, das neueste Infotainment, ein bisschen Optik. Die Qualität stimmt, bis zum 150 000 Kilometer-Finale gab es keine weiteren Schäden. Es blieb bei acht Minuspunkten (für Wasserablauf, Massagesitz, Start-Stopp und die Assistenten), sodass der Variant wieder eine 1– als Gesamtnote bekommt. Da passt, dass der Wolfsburger auch die Gunst der Business-Kunden zurückerobert hat. Laut KBA-Statistik steht er bei den Geschäftswagen wieder ganz oben in der Gunst. Läuft also.

Das Tachodisplay kostet 680 Euro extra und zeigt für Puristen auch zwei klassische Rund instrumente


FAZIT
MANFRED KLANGWALD UND JOACHIM STAAT

EIN VW, WIE MAN SICH EIN AUTO DER MARKE WÜNSCHT. Hochwertig, unauffällig, zuverlässig. So hat der Passat – wie schon der Golf Sportsvan zuvor – auch auf der längeren 150000-Kilometer-Distanz eine Qualität bewiesen, die auf Dauer das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen könnte. Es sind Autos wie dieser Variant, die VW aus der Krise fahren werden.

DIE AUTO BILD-DAUERTEST-RANGLISTE

AUTO BILD bewertet nicht nur dieZuverlässigkeit. Auch technischer Zustand bei derAbschlussuntersuchung (Kriterien gemäß Tabelle links) und Praxiseindrücke der Tester gemäßFahrtenbucheintragungen werden bepunktet. Bereits 58 Autos wurden so beurteilt. Nur die aktuellsten finden hier Platz. Die komplette Liste:www.autobild.de/dauertest


FOTOS: DEKRA (5), T. RUDDIES (2)

FOTOS: C. BÖRRIES (8), R. RÄTZKE (7), S. KRIEGER (7), S. HABERLAND (2), T. RUDDIES (2), C. BRRIES, T. BADER