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Staatliche Kredite und Zuschüsse: Motivation für Energiesparer


Das Einfamilienhaus Heizungs-Ratgeber - epaper ⋅ Ausgabe 3/2018 vom 23.09.2018

Wer beim Bauen und Modernisieren Wert legt auf mehr Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien, profitiert gleich doppelt: zum einen durch staatliche Hilfe beim Investieren, zum anderen durch dauerhaft niedrige Energiekosten.


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Foto: VDMA

Es sieht derzeit nicht gut aus mit der Wärmewende in Deutschland: Während der Energieverbrauch von Gebäuden zwischen 2002 und 2010 um immerhin 20 Prozent gesunken war, weist der Gebäudereport der Deutschen Energieagentur (dena) seit 2010 bis 2016 stagnierende Zahlen aus. Dabei ist gerade das Energie-Einsparpotenzial in älteren Gebäuden gewaltig und es gibt ...

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... angesichts des unverändert niedrigen Zinsniveaus und der zahlreichen Fördertöpfe für energiesparendes Bauen und Sanieren keinen triftigen Grund, noch länger zu warten, sondern jetzt aktiv zu werden.

Unabhängige Fachberatung

Gleich, ob man zunächst nur einen Heizungstausch oder weitere energetisch wirksame Maßnahmen plant — die beste Möglichkeit, das Thema Sanierung und Förderung anzugehen ist eine professionelle, unabhängige Ener gieberatung. Diese wird ihrerseits gefördert. Im Rahmen einer „Energieberatung für Wohngebäude“ ermittelt ein unabhängiger Energieberater vor Ort den energetischen Zustand des Gebäudes. Auf dieser Grundlage erstellt er einen individuellen Sanierungsfahrplan. Plant zum Beispiel der Hausbesitzer eine Modernisierung in mehreren Schritten über einen längeren Zeitraum, weiß er nun, welche Reihenfolge sinnvoll ist und welche Fördermittel in Frage kommen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt die Energieberatung mit einem Zuschuss von 60 Prozent des förderfähigen Beraterhonorars bis maximal 800 Euro bei Ein und Zweifamilienhäuser. Für diese Beratung zugelassene Fachleute findet man im Internet unter •.
Grundsätzlich sind das BAFA sowie die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die beiden wichtigsten Adressen für Haus und Heizungsmodernisierer sowie für Bauherren. Grundsätzlich gilt: Wer sich eine staatliche Unterstützung sichern will, muss bereits vor der Beauftragung eines Handwerksunternehmens den Förderantrag eingereicht haben.

KfW-Programme für Sanierer

Bei der KfW Bank gehören die Programme „Energieeffizient Sanieren — Investitionszuschuss“ (Programm 430) und die gleichnamige Kreditvariante (Programm 151/152) zu den wichtigsten Fördertöpfen für Modernisierer. Innerhalb dieser beiden Programmvarianten gibt es die Möglichkeit, die Heizungserneuerung als Einzelmaßnahme fördern zu lassen oder als spezielles Heizungspaket, vorausgesetzt, die alte Gas oder Öl-Heizung basiert nicht auf Brennwerttechnik und unterliegt gleichzeitig noch nicht der gesetzlichen Austauschpflicht nach § 10 der Energieeinspar-Verordnung (EnEV). Die Austauschpflicht betrifft Heizkessel, die 30 Jahre und älter sind, es sei denn, dieser steht in einem Haus, das der Eigentümer bereits seit 1.2.2002 selbst bewohnt.

Analog zum Heizungspaket gibt es ein „Lüftungspaket“, mit dem der Einbau von Lüftungsanlagen in Kombination mit einer weiteren förderfähigen Sanierungsmaßnahme an der Gebäudehülle unterstützt wird. Nach erfolgter Sanierung gewährt die KfW zum Beispiel im Programm 430 Zuschüsse von 10 Prozent (bei Einzelmaßnahmen) bzw. 15 Prozent (beim Heizungspaket) der maximalen Kosten von 50.000 Euro.

Ganzheitlich sanieren

Grundsätzlich gilt das Prinzip: Je besser der künftige Energiestandard, desto höher die staatliche Zuwendung: Wer mit weiteren Modernisierungen einen der fünf KfW-Effizienzhausstandards anstrebt, kann je nach erreichtem Standard 15 bis 30 Prozent der förderfähigen Kosten von maximal 100.000 Euro als Zuschuss erhalten. Wer dazu das Kreditprogramm 151/152 in Anspruch nimmt, erhält analog Tilgungszuschüsse zwischen 12,5 und 27,5 Prozent. Der Begriff „KfWEffizienzhaus 100“ steht dabei für das, was die aktuelle EnEV als Mindest-Energiestandard im Neubau verlangt. Will man als Modernisierer die Eingangsförderstufe, das KfWEffizienzhaus 115, erreichen, darf der Primärenergiebedarf des Hauses nach der Modernisierung nur 15 Prozent über dem Neubau-Standard liegen. Insgesamt gibt es mit den KfWEffizienzhäusern 115, 100, 85, 70 und 55 fünf Förderstufen für Bestandsgebäude. Je besser der erreichte Standard, desto höher fällt der Tilgungszuschuss aus.

Unterstützung für „grüne“ Wärmeenergie

Für Modernisierer, die ihre Heizungsanlage auf erneuerbare Energien umstellen möchten, ist das KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit“ (Nr. 167) bzw das „Anreizprogramm Energieeffizienz“ (APEE) des BAFA interessant. Programmziel ist die ergänzende Kreditfinanzierung (1,31 Prozent eff.) in Kombination mit BAFA-Zuschüssen aus dem „Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien“ (MAP). Aus dem letztgenannten Fördertopf werden Investitionen in thermische Solaranlagen, Holzpellet und Scheitholzheizungen, wasserführende Pelletöfen und Wärmepumpen mit Zuschüssen belohnt. Neben einer Basisförderung gibt es für besonders effiziente oder innovative

Maßnahmen oder Maßnahmenkombinationen verschiedene Extra-Boni. Daneben fördert das Amt Optimierungsmaßnahmen am Heizsystem, wie zum Beispiel den hydraulischen Abgleich sowie den Austausch alter Heizungspumpen und Thermostatventile mit einem Anteil von bis zu 30 Prozent der Nettokosten.

Investition in Zukunftstechnik

Als zukunftsweisende Technologie besonders üppig gefördert werden die innovativen Brennstoffzellen-Heizungen zur gleichzeitigen Stromund Wärmeerzeugung — und zwar in Alt und Neubau: Der Zuschuss aus dem KfW-Programm 433 setzt sich zusammen aus einem Festbetrag von 5.700 Euro und einem leistungsabhängigen Betrag von 450 Euro je angefangene 100 Watt elektrische Leistung. Die maximale Zuschusshöhe beträgt 28.200 Euro. Beim BAFA hingegen ist die Förderung von kleinen Blockheizkraftwerken angesiedelt, die — wie die Brennstoffzellenheizung – Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen.

Solarstrom gewinnen und speichern

Ebenfalls unabhängig von Alt oder Neubau fördert das KfW-Programm „Erneuerbare Energien — Standard“ (Nr. 270) Investitionen in netzgebundene Photovoltaikanlagen mit zinsgünstigen Krediten ab 1,26 Prozent effektiv. Für kombinierte Anlagen aus Photovoltaik und Batteriespeicher sowie für die Nachrüstung von Spei chern in PV-Anlagen, die nach dem 31.12.2012 in Betrieb gegangen sind, ist das KfW-Programm 275 („Erneuerbare Energie – Speicher“) zuständig: Es umfasst zinsgünstige Kredite (ab 1,11 Prozent eff.) sowie einen Tilgungszuschuss in Höhe von 10 Prozent.

Mehr Qualität durch Fachberatung

Eine wichtige Voraussetzung für viele staatliche Förderprogramme ist die Begleitung des Bauvorhabens durch einen Experten. Beauftragt warden dürfen nur Sachverständige, die in die „Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes“ eingetragen sind. Die Baubegleitung durch einen Sachverständigen wird unterstützt mit Zuschüssen aus dem KfW-Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren — Baubegleitung“ (Programm-Nr. 431) in Höhe von 50 Prozent der Kosten bis maximal 4.000 Euro.

Auch beim Zusammenstellen sinnvoller Programm-Kombinationen, sollte man auf Profi-Unterstützung bauen. Denn wegen der Vielfalt an Fördertöpfen ist es nicht einfach, den Überblick zu behalten — zumal auch Länder, Kommunen und Energieversorger eigene Programme ins Leben gerufen haben. Zudem ist darauf zu achten, ob die gefundenen Programme miteinander kombinierbar sind. Oft ist das möglich, aber nicht immer. Grundsätzlich sollten Fördergelder erst dann fest in die Finanzierung eingeplant werden, wenn die Bewilligung vorliegt. (Stand: 7.8.2018)

INFO-TIPP

KfW-Förderbank: Aktuelle Zinskonditionen und Programminformationen über die kostenfreie Service-Nr. 08 00/5 39 90 02 oder unter •. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): Service-Tel. 0 61 96/9 08-16 25 (Heizen mit erneuerbaren Energien), 0 61 96/9 08-10 01 (Heizungsoptimierung), 0 61 96/9 08-18 80 (Vor-Ort-Beratung), 0 61 96/9 08-17 98 (Mini-KWK-Anlagen), • Suche nach anerkannten Energieeffizienz-Experten für Förderprogramme des Bundes: • Förderdatenbank des BINE Informationsdienstes in Zusammenarbeit mit der Deutschen Energie-Agentur (dena), mit Tipps zur Antragstellung: •

KFW-FÖRDERUNG FÜR BAUHERREN

Was im Bestand noch gefördert wird, das KfW-Effizienzhaus 100, stellt im Neubau den Mindeststandard dar und ist deshalb nicht förderungswürdig. Wer Mittel aus dem KfW-Programm „Energieeffizient Bauen" (Nr. 153) schöpfen möchte, muss besser bauen: Zinsgünstige Darlehen (ab 1,46 Prozent eff.) gibt es für den Bau oder Erwerb von KfW-Effizienzhäusern 55 und 40 sowie dem Energieplus-Standard, dem KfW-Effizienzhaus 40 Plus. In diesem Programm gewährt die KfW Bank Kredite bis 100.000 Euro je Wohneinheit sowie Tilgungszuschüsse von 5 (für KfW-Effizienzhaus 55), 10 (für KfW-Effizienzhaus 40) und 15 Prozent (KfW-Effizienzhaus 40 Plus) der Darlehenssumme.