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„Staatsfeind Nummer eins“


Sonah - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 10.06.2020

John Dillinger – US-Gangster mit saarländischen Wurzeln


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Bildquelle: Sonah, Ausgabe 3/2020

John Dillinger © FBI.gov

Er gilt als der berühmteste Ganove der amerikanischen Geschichte und bis heute scheiden sich an ihm die Geister: John Dillinger. War er ein skrupelloser Krimineller oder ein im Grunde guter Kerl? Eines war er auf jeden Fall: Ein Charmebolzen, der mit Coolness, Witz und Liebenswürdigkeit für sich einnehmen konnte. Seine Wurzeln liegen im Saarland.

An einem frühen Montagnachmittag im Jahr 1933 herrscht in der Central National Bank von Greencastle, im US-Bundesstaat Indiana, normales Geschäftstreiben. Das Gebäude mit der ...

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... repräsentativen, hellen Steinfassade liegt im Stadtzentrum, direkt gegenüber dem Rathaus, in dem neben der Stadtverwaltung auch die Polizei untergebracht ist. Kunden aus dem gesamten Umland erledigen hier ihre alltäglichen Finanzangelegenheiten, niemand rechnet damit, was kurz darauf geschieht: Ein schwarzer Wagen der Marke Studebaker fährt vor und vier Gentlemen steigen aus – in teuren Anzügen, geschniegelt und gestriegelt. Dann geht alles ganz schnell: Einer der Männer positioniert sich als Wache vor dem Eingang der Bank, die anderen drei gehen rein. Im Schalterraum gibt einer vor, eine 20-Dollar-Note wechseln zu wollen, hält dann aber plötzlich ein Maschinengewehr in die Luft und ruft „Das ist ein Überfall!“. Schon passiert er den Durchgang zum Block mit den Service-Schaltern in der Mitte des Raums, gleichzeitig schwingt sich einer seiner Kollegen mit einem schier unglaublichen Sprung über den Tresen des Schalterblocks und landet so ebenfalls dahinter, zwischen den Angestellten. Beide Männer stürmen zur Kasse und fegen Geldscheine und Münzen in leere Kissenhüllen. Als der „Springer“ an einem der Schalter weiteres Geld liegen sieht, fragt er den davor stehenden Farmer: „Ist das dein Geld oder das der Bank?“ – „Meins“, sagt der Farmer. „Behalt es“, so die Antwort, „wir wollen nur das Geld der Bank.“ Vor der Tür versucht der Wachposten, die Schaulustigen in Schach zu halten. Zum Glück für die Bankräuber erweckt die wachsende Menschenmenge nicht die Aufmerksamkeit der Polizisten, die auf der anderen Straßenseite sitzen. Auch ein Bankangestellter, der sich zum Handeln entschließt und durch die Hintertür schlüpft, läuft nicht zur Polizei. Unter dem Druck des Augenblicks sucht er nach Nägeln, um sie vor die Reifen des Fluchtautos zu werfen. Im Schalterraum wendet sich die Gang nach exakt fünf Minuten ab und begibt sich Richtung Ausgang. „Leute, schaut nochmal genau hin, damit ihr mich beim nächsten Mal erkennt“, ruft einer noch, dann verschwinden sie im Fluchtwagen und fahren davon. Jetzt endlich kommt die Polizei ins Spiel, sie errichtet Straßensperren in der gesamten Umgebung. Doch die Gang ist längst darüber hinaus. Nach einigen Meilen hält sie ganz entspannt an, um zu tanken.

In den 1930er Jahren, der wirtschaftlich katastrophalen Zeit der „Großen Depression“ in den USA, waren Verbrechen an der Tagesordnung. Es war die Zeit der Banden und Mafiosi, der Kriminellen, die schon zu Lebzeiten zu Legenden wurden – Al Capone, Bonnie und Clyde oder Ma Barker. Auch mehrere Bankräuber-Banden trieben ihr Unwesen, somit versuchte die Polizei nach dem Überfall in Greencastle zunächst zu klären, wer dahinter steckte. Keine schwere Aufgabe: Seit einer der Männer den fulminanten Sprung über den Schalterdresen gemacht hatte, war allen klar, um wen es sich handelte: John Dillinger, dessen Markenzeichen dieser Sprung war, und seine Gang. Dillinger war den Gesetzeshütern besonders unangenehm – seine Verbrechen richteten enormen finanziellen Schaden an, zudem war das Katz-und-Maus-Spiel mit ihm regelrecht blamabel. Immer wieder war man ihm dicht auf den Fersen, immer wieder rettete ihn sein bekanntes „Dillinger-Glück“ und ließ die Beamten wie Witzfiguren dastehen. Dillinger hatte ein feines Gespür für Gefahren, ein Talent für spektakuläre Fluchtaktionen und ein ungeheures Geschick, mit Autos seiner Lieblingsmarke Hudson Essex Terraplane, Verfolger abzuhängen: Ein Passant, der dies einmal beobachtet hatte, sagte, Dillinger könne „schneller rückwärtsfahren als manche Leute vorwärts.“ Sein Erz-Kontrahent war dabei der Polizeichef seines Heimatstaates Indiana, Matthew Leach. Ihn rief der Ganove bisweilen sogar an, um ihn zu necken und Leachs Unterlegenheit bei dieser Jagd war so offensichtlich, dass ihm zwei Journalisten eines Tages ein Buch schickten mit dem Titel „Wie man Kriminalbeamter wird“. Im Zickzack-Kurs zog Dillinger mit seiner Gang durch die zentralen Staaten der USA. Wenn man ihn im einen identifiziert hatte, war er längst im nächsten. Beim Volk genoss der Kriminelle nicht wenig Sympathie: Die Große Depression hatte die einfachen Leute hart getroffen. Viele Banken hatten schließen müssen und ihre Anleger nicht vollständig ausbezahlen können, die verbliebenen erlaubten aufgrund der Notlage nur das Abheben kleiner Beträge. Die Banken saßen in den Augen der Menschen auf dem Geld der verarmten Bevölkerung. Von der Politik erhoffte man sich wenig Hilfe.

In diesen Zeiten galt Dillinger für viele als jemand, der sein Schicksal selbst in die Hand nahm. Dass er nie das Geld einfacher Leute, sondern nur das der Banken nahm, sprach sich herum. Auch, dass er gewissermaßen ein Gentlemen war – im Gegensatz zu manch anderem Verbrecher verfiel er nie in eine grobe Sprache, wurde nie respektlos. Besonders Frauen behandelte er regelrecht zuvorkommend. So etwa bei einem Überfall der New Carlisle National Bank in Ohio: Dillinger und zwei Kollegen hatten sich schon vor Öffnen der Bank am frühen Morgen Zugang zum Tresorraum verschafft und versteckten sich dort, maskiert mit Taschentüchern. Als irgendwann ein Buchhalter in den Tresorraum kam, sagte Dillinger: „Alles klar, Kumpel, öffne den Tresor!“ Der Buchhalter gehorchte und die Bande füllte ihre Kissenhüllen, als plötzlich eine weibliche Angestellte in der Tür stand. Dillinger sagte ihr, sie solle sich hinlegen, legte ihr aber zuvor ein Kleidungsstück auf den Boden. Kurz darauf kamen zwei weitere Angestellte in den Raum und Dil linger begrüßte sie mit seinem berühmten schiefen „Dillinger-Lächeln“ und den Worten: „Ihr hättet nicht so früh zur Arbeit kommen sollen.“ Es war bezeichnend für den Ganoven, selbst unter größtem Druck, die Ruhe zu bewahren und mit lockeren, gewitzten Sprüchen zu reagieren. Selbst die Sympathie so mancher Geisel gewann er damit: Bei einem Überfall der American Bank and Trust Company in Racine, Wisconsin, nahm die Gang wie des Öfteren Geiseln, um die Polizei am Schießen zu hindern. Der Bankdirektor, eine Angestellte und ein Polizist mussten sie ein ganzes Stück auf ihrer Fahrt im Fluchtwagen begleiten. Wieder freigelassen berichteten sie davon, wie die Stimmung im Auto mit zunehmender Entfernung gelöster und regelrecht heiter wurde. „Vielleicht sollten wir euch mit zu uns nehmen“, sollen Dillinger und sein Kollege gescherzt haben. Von der Polizei gefragt, wie Dillinger „so war“, antwortete der Bankdirektor: „Großartig“.

Enkel eines Gisinger Auswanderers

Dillinger, ein Verbrecher wie aus einem Hollywood-Streifen, wird immer wieder als berühmtester oder berüchtigtster Bandit der amerikanischen Geschichte bezeichnet. Die Wurzeln dieses Mannes liegen im Saarland – wie in der amerikanischen Literatur oft zu lesen, in „einem kleinen deutschen Dorf nahe der französischen Grenze“, dem Wallerfanger Ortsteil Gisingen bei Saarlouis. Von dort war Dillingers Großvater Mathias ausgewandert und im Juli 1853 in New York angekommen. Sein Weg führte ihn in den Bundesstaat Indiana, wo er heiratete und sich eine Existenz als Farmer aufbaute. Sein Sohn John Wilson, eines von neun Kindern, betrieb später ein Lebensmittelgeschäft in Indianapolis und heiratete Mary Ellen, genannt Molly. Die beiden bekamen zwei Kinder: Tochter Audrey und den späteren Ganoven John Herbert, geboren am 22. Juni 1903. Als der Junge gerade mal drei Jahre alt war, starb Molly. Einige Jahre später heiratete John Senior Elisabeth, mit der er zwei weitere Kinder bekam. Während der Name „Dillinger“ gemeinhin englisch, mit „dsch“ statt „g“ ausgesprochen wurde, behielt die Familie selbst die deutsche Aussprache bei.
Dass John Dillinger Junior kein „Engelchen“ war, wurde früh klar. Er hatte Schlägereien, schwänzte die Schule und klaute auch mal Kirschen – doch damit unterschied er sich nicht von den meisten seiner Altersgenossen. Einer seiner Lehrer sagte sogar: „Wissen Sie, andere Jungs stahlen bisweilen Kleingeld von meinem Schreibtisch. Aber John, obwohl er reichlich Gelegenheit hatte, rührte nie einen Cent an.“ Der Vater schrieb in seinen späten Jahren einmal in einem Brief: „Er machte seine Streiche und jetzt glaube ich, dass ich mehr auf ihn hätte aufpassen müssen. Aber Eltern glauben oft, dass die Streiche ihrer Kinder sehr klug wären und statt ihnen nützlichere Dinge zu zeigen, lachen sie darüber.“ Der Junge und seine Spielkameraden, eine klassische Kinder-Bande, hätten sich im Sommer „wie im Wild-West“ in einem Zelt getroffen. John habe dabei das Pech gehabt, in einer Anführer-Rolle Bewunderung für seine Streiche zu finden. „Das verleitete ihn, so glaube ich sicher, zu Dingen, die er sonst niemals getan hätte.“ Die Streiche nahmen ernsteres Ausmaß an, bestanden bald im Stehlen von Frachtgut von Zügen. Der Vater reagierte mit Strenge, was den Jungen eher noch anstachelte. Mit zehn Jahren wurde er wegen eines Kohle-Diebstahls erstmals vor einen Richter gebracht.

Mit 16 Jahren brach John die Schule ab. Seinem Vater missfiel dies, doch er hatte seine Methodik der Strenge abgelegt und versuchte es nun mit Zurückhaltung. Da in den 1920er Jahren die Wirtschaft boomte, fand der Junge leicht Arbeit – wenn er denn wollte und nicht gerade eine „Auszeit“ nahm. Bald darauf zog die Familie nach Mooresville, zwanzig Meilen südwestlich von Indianapolis. Der Vater baute sich dort ein ländliches Leben als Farmer auf und erlangte als ehrlicher, hart arbeitender Mann schnell das Ansehen der Gemeinde. Der Sohn allerdings schritt weiter voran auf der schiefen Bahn, beging etwa einen Auto- und einen Hühnerdiebstahl. Ein Intermezzo bei der Marine war schnell vorbei, als er feststellte, dass das anstrengende Kohleschaufeln unter Deck und Befolgen von Befehlen ihm gleichermaßen wenig zusagte. Er desertierte und verbrachte seine Zeit mit Freunden, Baseballspielen und seiner Freundin Beryl Hovious, die er 1924 heiratete. In dieser Zeit ereignete sich, was Dillinger und seine Familie zeitlebens als Grund für seinen Einstieg in schwerere Verbrechen verantwortlich machten: John, 21 Jahre alt, lernte auf dem Baseballfeld den 31-jährigen Ex-Häftling Eddie Singleton kennen und plante mit ihm seinen ersten richtigen Überfall – auf einen Lebensmittelhändler in Mooresville. John lauerte dem Händler mit einer Waffe auf und es kam zu einem Gerangel, bei dem sich ein Schuss löste, jedoch niemanden traf. Überrascht von der Gegenwehr des älteren Mannes, wollte John zum Fluchtauto laufen, doch sein Partner hatte ihn im Stich gelassen und war bereits davongefahren. Kurz darauf wurde er geschnappt. John Senior, bemüht die Angelegenheit bestmöglich zu regeln, riet ihm: „Johnnie, wenn du diese Sache getan hast, ist es der einzige Weg, zu gestehen. Sie werden nachgiebig mit dir sein und du kannst neu anfangen. Alles wird gut, aber du musst ihnen die Wahrheit sagen.“ Der Junior nahm den Rat an – und wurde zum Entsetzen aller zu zehn bis 20 Jahren Haft verurteilt. Sogar der Sheriff des County (Landkreises) kritisierte das Urteil: „Er war noch ein Kind. (…) Man kann einem Kind nicht einfach zehn Jahre seines Lebens nehmen.“

John Dillinger

Anna Sage © Associated Press

Fahndungsanordnung Evelyn Frechette

Inhaftiert in einer Besserungsanstalt für junge Männer wuchs in John die Verbitterung. Seine Frau trennte sich von ihm, ein Gesuch nach vorzeitiger Entlassung wurde abgelehnt. Er fasste den Entschluss, sich von dem System, das ihn so hart bestrafte, endgültig abzuwenden und er hatte einen Plan: Er bat darum, von der Besserungsanstalt in das Indiana State Prison in Michigan City, das hochgesicherte Staatsgefängnis, verlegt zu werden, mit der Begründung, dass dieses „das bessere Baseball-Team“ habe. Man wunderte sich über den Wunsch, gewährte ihn aber, weil John bereits mehrere Fluchtversuche unternommen hatte und man ihn im Staatsgefängnis sicherer aufgehoben sah. Dem Baseballteam trat Dillinger nie bei. Stattdessen machte er sich beliebt bei seinen Mitgefangenen. Er arbeitete in der gefängniseigenen Hemd-Fabrik sein Pensum zügig ab und half dann anderen – den großen Kriminellen, unter denen seine späteren Gang-Mitglieder Harry Pierpont, Charles Makley, Russell Clark, John Hamilton und Homer Van Meter waren. Sie alle waren erfahren in Raubüberfällen und weihten Dillinger in ihre Kenntnisse ein. Zudem trainierte dieser unaufhörlich. Als er 1933 das Gefängnis verlassen durfte, war er ein anderer: „Ausgebildet“ von der obersten Liga der Kriminellen im Staat, fit und muskulös, unversöhnlich mit dem System. Auch die Welt um ihn herum war eine andere: Die zahlreichen Jobs, die sich ihm während des Wirtschaftsbooms an jeder Ecke geboten hatten, gab es nicht mehr, die Depression hatte alles zunichte gemacht. Aber über 18.000 Banken waren geöffnet.

Reichtum, Luxus, gutes Leben

Dillinger raubte mit Partnern zunehmend größere Geschäfte und Banken aus. Zu dieser Zeit, mit 30 Jahren, traf er auch die Liebe seines Lebens: Die 25-jährige Evelyn, genannt Billie, Frechette. In einem Lokal in Chicago, in dem Frechette arbeitete, wurden sie von einem gemeinsamen Bekannten einander vorgestellt. Dillinger war sogleich fasziniert von ihrer Erscheinung wie auch von dem, was er über sie hörte: Frechette war in gewisser Weise ähnlich wenig gesellschaftskonform wie er. Als „Mischling“, mit Franzosen und amerikanischen Ureinwohnern als Vorfahren, hatte sie keinen leichten Stand. Zudem hatte sie bereits eine ereignisreiche Vergangenheit hinter sich, mit einer nur zehntätigen Ehe und einem unehelichen, früh verstorbenen Sohn. Ihre Freunde sagten, sie suche stets den Nervenkitzel, könne schimpfen wie ein Seemann und sei zäh wie Leder. Frechette war von Dillinger nicht minder angezogen. Später einmal sagte sie: „Er schaute mich an, lächelte und sagte ‚Wo warst du nur mein Leben lang?‘“ Weiter erinnerte sie sich: „Da war etwas in seinen Augen, das ich niemals vergessen werde. Sie waren durchdringend und elektrisierend… mit einem unbekümmerten Blitzen darin. Sie trafen meine Augen und hielten mich hypnotisiert. Alles, was ich wollte, war an Dillingers Seite zu bleiben.“ Und das tat sie. Sie wurde, wie weitere Frauen von Gang-Mitgliedern, in gewissem Maße selbst Teil der Gang. Ausgestattet mit Beutegeld machte sich Dillinger an die Befreiung seiner Freunde im Staatsgefängnis von Indiana. Er wickelte Waffen ein und bedeckte sie mit Teer und Sand. Diese Päckchen, die wie Steine aussahen, warf er nachts über die Gefängnismauern, doch die Aktion wurde bemerkt und gemeldet. Ein zweiter Versuch gelang: Über einen Mittelsmann ließ er Waffen in einer Kiste mit Garn und Stoff für die Hemd-Fabrik hinter Gitter schmuggeln. Kurz darauf wurde er selbst geschnappt, in Ohio.

Nun stand viel auf dem Spiel: Würden seine Freunde aus dem Indiana Staatsgefängnis fliehen können, durfte er damit rechnen, dass sie auch ihn befreien würden. Flogen sie auf, saß er fest. Bei einer Durchsuchung seiner Person nun fanden die Beamten eine Zeichnung, die sie als Plan des Indiana Staatsgefängnisses erkannten. Die richtigen Schlüsse ziehend, kontaktierten sie sofort den Kollegen Leach in Indiana, doch der machte einen von vielen Fehlern. Offenbar unzufrieden damit, dass den Kollegen in Ohio gelungen war, was er sich zum Ziel gesetzt hatte, schmälerte er die Bedeutung Dillingers und witzelte über den Verdacht: „Ihr habt zu viele Detektiv-Geschichten gelesen. So groß ist er nicht. Sie (seine Freunde) könnten dort nicht raus, auch wenn sie es versuchen würden.“ Vier Tage später bewiesen Pierpont und die anderen das Gegenteil. Während Dillinger in Ohio im Gefängnis saß, schrieb er an seinen Vater: „Natürlich, Papa, liegt die größte Schuld bei mir selbst, denn meine Umgebung (in der Kindheit) war bestens, aber wenn man nachsichtiger mit mir gewesen wäre, als ich meinen ersten Fehler machte, wäre dies nie passiert. Papa, glaub nicht den Zeitungen, denn ich bin nicht einmal der Hälfte der Verbrechen schuldig, die sie mir anhängen, und ich habe nie jemanden verletzt.“ Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn blieb zeitlebens ein gutes.

Das von Dillinger erhoffte Befreiungskommando kam. Unter der Führung von Pierpont stürmte die Gang das kleine Gefängnis in Ohio, wobei Pierpont den Sheriff mit zwei Kugeln tödlich verwundete – zur großen Erbitterung Dillingers. Das Image der „harmlosen Jungs“ nahm Schaden. Doch jetzt war die gesamte Bande frei. Die von Polizei und Presse sogenannte Dillinger-Gang kreuzte durch das Land und überfiel Banken so erfolgreich wie keine andere zuvor. Ihr Geheimnis: vor allem eine akribische Planung und Schnelligkeit. Jeder „Job“ samt Flucht wurde genauestens vorbereitet und sogar geprobt. Und stets lief die Stopp-Uhr – nach wenigen Minuten verschwand die Gang, ungeachtet verbliebener potentieller Beute. Die Gruppe führte ein angenehmes Leben – mit teurer Kleidung, First-Class-Apartments und Essen in den nobelsten Restaurants. Sie besuchte Sportveranstaltungen, das Kino oder unternahm Ausfahrten in neuen Autos. Doch die Zeiten wurden rauer: Der Gang waren bald nicht mehr nur die Polizeibehörden der einzelnen Staaten auf den Fersen, sondern auch die zentrale Sicherheitsbehörde der USA, das „Bureau of Investigation“ unter Leitung von John Edgar Hoover. Wie bereits mehrere Staaten erklärte auch Hoovers Bureau Dillinger zum „Public Enemy Number One“, zum „Staatsfeind Nummer eins“. Ihm folgten in der Liste seine Gang-Mitglieder, auch zwei der Frauen, und weitere Verbrecher. Als der Druck der Bande zu groß wurde, beschloss sie, eine mehrwöchige Pause einzulegen – im sonnigen Florida.

Fahndungsplakat © FBI.gov

Ein Exemplar von Dillingers favorisierter Automarke Terraplane. Auch fuhr er den Ford V8, soll sogar Ford einen Dankesbrief geschrieben haben. © Collections of the State Library of NSW


Chicago, wo Dillinger sich häufig aufhielt, um 1920. © Libraby of Congress

Wieder im Geschäft, verlor Dillinger – wahrscheinlich – bei einem Überfall der First National Bank von Chicago die Kontrolle: Da die Polizei sich vor dem Gebäude positioniert hatte, nahmen die Gangster Geiseln auf ihrem Weg zum Fluchtauto. Als sie fast schon den Wagen erreicht hatten, rief ein Officer namens William Patrick O’Malley einer der Geiseln etwas zu. Die Frau drehte sich zu ihm um und gab dabei die Schussbahn auf ihren Geiselnehmer frei. O’Malley nutzte den Augenblick, feuerte und traf. Doch der Geiselnehmer, geschützt von einer kugelsicheren Weste, erwiderte das Feuer und verwundete O’Malley tödlich. Die Polizei identifizierte die Gang später als Dillinger-Gang und den Schützen als Dillinger selbst. Als Beweis galt, dass man bei ihm Geldscheine gefunden hatte, die sich durch die Scheinnummern diesem Überfall zuordnen ließen. Dillinger hingegen behauptete zeitlebens, nie vor Ort gewesen zu sein und nie jemanden getötet zu haben. Das Geld habe er von einem inzwischen verstorbenen Kollegen bekommen. Wahr oder nicht, Dillinger scheint sich in dieser Zeit verändert zu haben – er wurde ernster, die Überfälle wurden reines „Geschäft“.

Der Wind weht rauer

Es kam wie es kommen musste: Viele Gang-Mitglieder wurden gefasst und schließlich auch Dillinger selbst. In der Niederlage lief er zu einer neuen Hochform auf: Die Polizei von Lake County in Indiana, wo er inhaftiert war, erlaubte eine Pressekonferenz, bei der alle bester Stimmung waren – die Polizei, weil sie den meist gesuchten Mann Amerikas präsentieren konnte, Dillinger, weil er den Rummel um seine Person genoss. Kaugummi kauend warf er mit lockeren Sprüchen um sich, bestach mit Witz, Charme, Liebenswürdigkeit und seinem „Dillinger-Lächeln“. Er betonte, kein schlechter Kerl zu sein, nie getötet zu haben und er lobte Lillian Holley, den weiblichen Sheriff des County. Der Staatsanwalt Robert Estill ließ sich sogar von den Journalisten auffordern, dem Ganoven für ein Foto kumpelhaft den Arm über die Schulter zu legen. Dillinger avancierte zum Medienstar und löste eine neue Sympathie-Welle für sich aus. Doch hinter den Kulissen war er nervös: Würde er für den Mord von Chicago verurteilt werden, drohte ihm der Elektrische Stuhl. Tatsächlich gelang es ihm, sich selbst zu helfen: Durch Bedrohen des Gefängnispersonals machte er sich den Weg frei, nach eigenen Angaben mit einer Waffenattrappe, selbst hergestellt aus einem Stück Holz, einer Rasierklinge und schwarzer Schuhcreme. Dillinger hatte wieder einmal das Unmögliche geschafft und war wieder im Geschäft. Präsident Franklin D. Roosevelt sah sich in diesen Tagen gezwungen, in der Angelegenheit seine Stimme zu erheben: In einer Radioansprache sagte er, er sei schockiert über die Bewunderung, die einem gewissen boshaften Kriminellen entgegengebracht würde und mahnte die Nation an, damit aufzuhören, „Männer, die nichts als geisteskranke Mörder sind, zu romantisieren.“

Da er derzeit keine Möglichkeit zur Befreiung seiner Freunde sah, arbeitete Dillinger mit anderen Ganoven zusammen, recht widerwillig auch mit dem berüchtigten George „Baby Face“ Nelson. Zwischen den „Jobs“ besuchte er mit Frechette mehrere Tage seinen Vater in Mooresville und man hielt ein Familientreffen ab. Den Nachbarn blieb es nicht verborgen, doch niemand verriet ihn. Anfang April 1934 rief Hoover den „War of crime“, den Krieg gegen das Verbrechen aus, und verfolgte mit verstärkter Anstrengung Dillinger sowie Bonnie und Clyde und die Ma-Barker-Bande. Auch insgesamt wurde die Lage schwieriger für Dillinger. Zu seinem großen Leid wurde Frechette geschnappt und für zwei Jahre hinter Gitter gebracht. Er selbst konnte sich kaum mehr unerkannt bewegen und die Banken verschärften mehr und mehr ihre Sicherheitsvorkehrungen. Um sich wieder etwas freier bewegen zu können, ließ er sich in zwei riskanten Gesichtsoperationen Muttermale entfernen, das Grübchen am Kinn auffüllen und die Wangenknochen verändern. Er erkannte, dass sein „Geschäft“ auf lange Sicht keine Zukunft hatte und sprach nun davon, auszusteigen und eine Familie zu gründen – wenn dies auch kaum mehr möglich schien.

Getrennt von vielen seiner einst engsten Vertrauten freundete sich Dillinger mit Rita, genannt Polly, Hamilton und Anna Sage an. Beide waren Kellnerinnen und im Prostitutionsgewerbe tätig. Vermutlich wurde die Verbindung von Sage gezielt vorangetrieben: Sages Ex-Partner und nun guter Freund Martin Zarkovich war bei der Polizei und hatte den Ruf, Kriminelle gegen Bestechungsgeld zu schützen. Wahrscheinlich vereinbarte er auch mit Dillinger ein solches Geschäft. Die Verbindung zu Sage jedoch sollte sich als Dillingers Untergang erweisen.

Am 21. Juli 1934 informierte Sage das FBI, dass die beiden Frauen und Dillinger für den folgenden Abend einen Kinobesuch planten und verlangte für den Verrat 10.000 Dollar und eine dauerhafte Einbürgerung. Damit die drei schneller erkennbar sein würden, sollte sie einen orangefarbenen Rock tragen. Am besagten Abend dann kam es wie von Sage angekündigt. Ihr orangefarbener Rock leuchtete im Neon-Licht am Kino-Eingang rot, weshalb sie als „Lady in red“ in die Geschehnisse einging. Nach dem Ende des Films, als die drei sich auf den Heimweg begaben, näherten sich die Agenten. Dillinger erkannte die Lage, wollte seine Waffe ziehen und wurde in diesem Moment vor den Augen der entgeisterten Hamilton von drei Kugeln tödlich getroffen. Sage ging nicht als Gewinnerin hervor: Sie erhielt nur 5000 Dollar und wurde 1936 in ihre Heimat Rumänien abgeschoben, wo sie später verarmt starb. Dillinger wurde auf dem Crown Hill Cemetery beigesetzt. In seinen letzten Monaten hatte er offenbar geahnt, dass sein „Dillinger-Glück“ ihn nicht ewig würde retten können. Bei seinem letzten Besuch bei seinem Vater hatte er mit ihm darüber gesprochen und die Bemerkung gemacht, er wolle lieber erschossen als lebendig geschnappt und ins Gefängnis oder auf den Elektrischen Stuhl gebracht werden. So sagte John Senior, von der Nachricht seines Todes tief getroffen, sowohl Johnnie als auch er selbst hätten diesen Ausgang der Alternative vorgezogen.

Dillingers Heimatstadt Indiana ca. 1900 und bald danach. © Indiana State Archives


J. Edgar Hoover am Schreibtisch. © FBI.gov


Dillinger verhaftet


In kulturellen Verarbeitungen lebt Dillinger fort und fesselt bis heute die Gemüter. Mehrmals wurde sein Leben verfilmt, zuletzt 2009 in „Public Enemies“, mit Johnny Depp als Dillinger. Auch in Fernseh-Filmen und Serien, etwa bei den „Simpsons“, tauchte er auf, in vielen Romanen und Musikstücken. Auch im Ort seiner saarländischen Wurzeln hat man den kontroversen Charakter nicht vergessen: Im Museum des Haus Saargau in Gisingen ist ihm ein eigener Bereich gewidmet.

Literatur: John Beineke: „Hoosier Public Enemy“; Dary Matera: „John Dillinger“; Roger Harrington „American Gangster“ u.a. Weitere Infos: Historiker und Reiseveranstalter Helmut Grein Die weiten Wälder der nördlichen Vogesen gehören sicher zu den mystischsten Gebieten Frankreichs. Zwischen zerklüfteten Felsformationen, die Wind und Wetter über die Jahrtausende aus dem weichen Sandstein geformt haben, recken sich die Bäume in den Himmel und sprießen am Boden die Moose und Farne. Hier und da finden sich menschliche Spuren aus längst vergangenen Zeiten, so etwa behauene Steine oder Stufen, die scheinbar ins Nichts führen. Bei dem Örtchen Dabo am Westhang des Massivs, zwischen Straßburg und Sarrebourg, erhebt sich eine besonders markante Sehenswürdigkeit: der „Rocher de Dabo“, der Felsen von Dabo – 30 Meter höher als seine Umgebung und insgesamt 664 Meter hoch.


Der „Rocher de Dabo“ fasziniert seit Jahrtausenden
Kleinod in luftiger Höhe


Im Wald von Dabo

Der Turm mit der Papst-Skulptur

Viele Sagen ranken sich um ihn: Als geheimnisvolle keltische Kultstätte soll er einst gedient haben, Jahrhunderte später dann als Sitz des berüchtigten Raubritters „Schwarzer Prinz“, der von hier aus auf Beutezug gegangen sein soll. Anzeichen für eine kultische Nutzung zur Zeit der Kelten gibt es tatsächlich und auch der Schwarze Ritter hat vermutlich einen wahren Kern – in einer Belagerung im 17. Jahrhundert. Damals und bereits seit dem ausgehenden Frühmittelalter stand auf dem Felsen die mächtige Burg der Grafen von Dabo. Deren kleine Grafschaft wechselte aufgrund von politischen Entwicklungen, Erbschaften und Heiraten mehrmals in die Hände verschiedener Linien der Familie. Heute gehört das Gebiet der ehemaligen Grafschaft Dabo zu den wenigen Regionen Ost-Lothringens mit Bevölkerungsteilen, die noch deutsche, rheinfränkische Mundart pflegen.

„Namensvetter“ und berühmter Sohn

Die älteste bekannte Überlieferung zur Bebauung des Felsens belegt, dass Graf Eberhard hier im frühen 10. Jahrhundert die „Dachsburg“ errichten ließ. Auch in späteren Quellen heißt die Anlage etwa „Dagspurg“ oder „Dagsburg“. Nur rund 70 Kilometer von dieser Burg im heutigen Lothringen entfernt entstand rund 200 Jahre später eine weitere Burg mit demselben Namen – in Egisheim im heutigen Elsass. Zu den Erbauern gab es verwandtschaftliche Beziehungen: Kurz vor dem Jahr 1000 heiratete die Gräfin Heilwig von der Lothringer Dagsburg Hugo VI., Graf im Nordgau und von Egisheim. Damit ging ihre Burg in die Linie des Bräutigams über, dessen männliche Vertreter nun den Titel eines Grafen von Dagsburg und Egisheim führten. Die neue, um das Jahr 1150 errichtete Dagsburg in Egisheim erhielt ihren Namen offenbar in Anlehnung an Gräfin Heilwigs Herkunft.

Aus der Ehe von Heilwig und Hugo ging ein Sohn hervor, der europaweit große Bedeutung erlangen sollte: Bruno von Egisheim-Dagsburg, geboren 1002 und Vetter zweiten Grades des salischen Kaisers Heinrich III., wurde mit 47 Jahren in Worms zum Papst gewählt. Als Leo IX. ging er in die Geschichte ein als ein Mann, der teilweise grundlegende Neuerungen anstrebte. Er wird heute zum frühen Reformpapsttum gezählt, einer Bewegung beispielsweise gegen die Käuflichkeit von kirchlichen Ämtern und Sakramenten, gegen die Priesterehe und für eine Unabhängigkeit der Kirche gegenüber Kaiser und Königen. Sie mündete in den „Investiturstreit“ zwischen geistlicher und weltlicher Macht.

Als die letzte Nachfahrin der Linie der Familie starb, fiel der Besitz an die Linie der pfälzischen Leininger (und weitere Miterben). So kam Friedrich III. von Leiningen 1241 in den Besitz der Dagsburg und nannte sich fortan Graf von Leiningen-Dagsburg. Noch mehrmals änderten sich die Namen der Herrschaft der Dagsburg.

Der Sieger lässt die Burg abtragen

Nach dem 30-jährigen Krieg bemühten sich die Grafen um die Wiederbesiedelung des weitgehend verödeten Landstrichs, indem sie Neuankömmlingen Privilegien versprachen. Es kamen vor allem welsche Lothringer sowie Kolonisten aus der Auvergne und aus dem deutschsprachigen Raum. Noch im selben Jahrhundert war die Burg dem Untergang geweiht: Der „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. eignete sich die Grafschaft an. Bereits nach dem Dreißigjährigen Krieg war das Gebiet dem französischen Königreich zugesprochen worden, doch die Grafen von Leiningen-Dagsburg hatten sich geweigert, Ludwig XIV. zu huldigen. So kam es 1672 zu Kämpfen, die mit der Kapitulation der Dagsburger 1677 endeten. Die französischen Truppen hielten den Ort besetzt und befahlen der lokalen Bevölkerung, die Burg zu zerstören. Stein für Stein wurde sie abgetragen.

Heute krönt eine Kapelle den Rocher de Dabo. Ein Vorgängerbau wurde bereits 1828 auf dem Felsplateau errichtet und dem berühmten Sohn der Region, dem besagten Papst Leo IX. gewidmet. Wegen Baufälligkeit musste er jedoch abgerissen werden, woraufhin 1889 bis 1892 die heutige Kapelle im neoromanischen Stil erbaut wurde. Die Skulptur in der Nische ihres Turms stellt Papst Leo dar.

Wer den Felsen von Dabo besucht, sollte unbedingt auch den Turm der Kapelle besteigen, der noch ein Stückchen höher über die Landschaft führt. Von hier aus hat man einen sagenhaften Ausblick über hügeliges, scheinbar unendliches Grün, auf die Vogesen und die Lothringer Hochebene. Mit einem Besuch lässt sich auch wunderbar eine Wanderung durch diese Landschaft ringsum verbinden. Wege und Ausschilderungen leiten die Besucher.

Im Wald von Dabo

Die einstige Dagsburg von beiden Seiten

BESUCHERSAISON

ist auf dem Felsen von Dabo von Mitte April bis Mitte November, dann ist auch die Kapelle von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Plateau ist vom Parkplatz aus über eine Treppe zu erreichen, an der eine kleine Besichtigungsgebühr erhoben wird. Wer gleich am Morgen auf dem Felsen ankommt, ist mit etwas Glück (fast) alleine. Der Ort erscheint dann besonders mystisch. Außerhalb der Saison ist die Kapelle geschlossen und die Zufahrt zum Felsen zeitweise gesperrt.

Adresse:
RD 45 Carrefour du Rocher, in 57850 DABO

Preise:
2 € für Erwachsene; 1,50 € ermäßigt sowie bei Gruppen pro Person; 0,50 € für Kinder zwischen 6 und 16 Jahren, kostenlos für Kinder unter 6 Jahren

Weitere Infos: Im Internet: www.paysdephalsbourg.com

Beim Fremdenverkehrsbüro der Region Phalsbourg, Tel. 00 33 – 3 87 – 24 42 42