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STADTBUMMEL: Ein perfekter Tag … in Breisach


Schöner Südwesten - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 30.08.2019

Eine Stadt auf einem Vulkan: Der Münsterberg ist seit jeher das Erkennungsmerkmal dieser alten Handelsmetropole, die schon die Kelten und Römer schätzten. Aber auch unterirdisch gibt es viel zu sehen – vor allem in den Kellereien.


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Bildquelle: Schöner Südwesten, Ausgabe 5/2019

Am Marktplatz lässt es sich bestens verweilen. Cafés und Wasserspiel prägen den Platz mit prächtigem Münsterblick.


Der Hagenbachturm am Eingang zum Münsterberg war früher ein Gefängnis.


Die Seitenkapelle mit Glasfenstern von Peter Feuerstein wird von Ausflugsschiffen gekreuzt.


Schon von weit her ist das Breisacher Münster auf dem Münsterberg aus Vulkangestein zu sehen. Egal ob man ...

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... sich der Stadt am Rhein vom Schwarzwald im Osten oder dem Elsass im Westen nähert. Der Münsterberg ragt aus der Rheinebene heraus und weist den Weg direkt zum Rhein mit einem gut passierbaren Rheinübergang.

Ein Verkehrsknotenpunkt war die Stadt schon in der Bronzezeit, die Kelten und Römer haben ihre Spuren hinterlassen: Hier befanden sich einst ein keltischer Fürstensitz und ein römisches Kastell. 2019 feiert die Stadt ihr 1.650-jähriges Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen, das Festwochenende findet vom 13. bis 15. September statt.

Rheinhafen und Münsterberg

Schon bei der Anfahrt mit dem Auto zum großen kostenfreien Parkplatz unterhalb des Münsterbergs kommt man über die Rheinuferstraße am Breisacher Hafen vorbei. Hier legen täglich Kreuzfahrtschiffe an. Einen Rundgang durch das Städtchen beginnt man am besten am Marktplatz, der in diesem Jahr neu gestaltet wurde.

Rund um den Platz laden Bänke und Cafés zum Ankommen und Ausruhen ein, Wasserfontänen beleben den Platz, vermitteln ein Gefühl von Abkühlung und sind bei Kindern als kostenloses Planschbecken mitten in der Stadt beliebt. Bevor wir uns ins Getümmel der kleinen, ebenfalls frisch hergerichteten Fußgängerzone mit interessanten kleinen Läden stürzen, lockt jedoch der Münsterberg, der historische Teil der Stadt.

Durch das Gutgesellentor, eines der historischen Stadttore und Teil der wehrhaften Stadtbefestigungen, führt eine steile Gasse zum Münsterberg hinauf. Einen ersten Überblick gewinnt man gleich nach dem Passieren des Hagenbachturms, früher ein Bürgergefängnis. Von hier aus sind die Vogesen im Westen und der Schwarzwald im Osten zu sehen.

Der Blick fällt auf mittelalterlich anmutende Dächer, dahinter der Eckertsberg, einst mit Burg und Kloster, heute mit einem kleinen Weinberg. Vom Eckertsberg aus bietet sich ebenfalls eine tolle Aussicht, diesmal aus anderer Perspektive, nämlich auf Stadt und Münsterberg.

Wahrzeichen St. Stephansmünster

Direkt oberhalb der Aussichtsplattform steht das St. Stephansmünster, das Wahrzeichen der Stadt aus dem 12. Jahrhundert. Obwohl es – wie leider die gesamte Stadt – zu 85 Prozent im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde, blieben im Inneren wertvolle Kunstwerke erhalten.

Im dreischiffigen hellen Kirchenraum fällt der Blick sofort auf den Hochchor mit einer aufwendig gestalteten Spitzbogenarkade, ein Meisterwerk spätgotischer Steinmetzkunst. Der Altar wird von einem silbernen Reliquienschrein dominiert, der von vier goldenen Löwen getragen wird. Der Hochaltar des unbekannten Meisters H.L. aus dem 16. Jahrhundert zeigt im Mittelschrein die Krönung Marias. Ein Putto zeigt ein Täfelchen mit den Initialen H.F.

Heute glaubt man, dass es sich bei dem Künstler um Hans Loy handelt, der bedeutende Werke im Freiburger Münster im nur acht Kilometer entfernten Niederrottweil und in der Abtei St. Blasien gestaltet hat. Auf der gegenüberliegenden Westwand befindet sich das bekannte Gemälde „Weltgericht“ des Malers Martin Schongauer aus Colmar.

Nach so viel Kunstgenuss tut ein Spaziergang durch die Gassen des Münsterbergs so richtig gut. Vorbei am ehemaligen Kapuzinerkloster, entdeckt man hinter einem Holztor den von engagierten Bürgern angelegten Franziskaner Klostergarten mit prächtiger Aussicht auf Unterstadt und Kaiserstuhl, der ein Ort der Ruhe und Besinnung für jedermann geworden ist.

Wasser aus 41 Metern Tiefe

Weiter geht es zum Radbrunnenturm aus dem 13. Jahrhundert, der zu den ältesten Bauwerken der Stadt gehört. Aus einer Tiefe von 41 Metern wurde mit einem hölzernen Tretrad Wasser geschöpft und damit die auf dem Berg lebende Bevölkerung versorgt. Seit 1982 ist der Turm Ausstellungs- und Konzertraum: Auf drei Ebenen können hier Bilder, Plastiken und Videos präsentiert werden. Vor der Nordseite des Turms steht ein Werk des bekannten Breisacher Künstlers Helmut Lutz, die Radbühne.

Weiter führt der kleine Rundgang über den Münsterberg vorbei am Eingang zum Freilichttheater durch das Kapftor bergab zum Rheintor, das im 17. Jahrhundert durch einen französischen Festungsbaumeister zum Schutz der Rheinbrücke errichtet wurde. Heute ist das Gebäude Museum für Stadtgeschichte und zeigt die über 4.000-jährige Geschichte von Breisach. Über die Fischerhalde führt der Weg auf halber Höhe zurück zum Marktplatz.

Schlendern zu den Schleusen

Jetzt ist es Zeit für ein Mittagessen. Aber nicht trödeln, denn um 15 Uhr startet im Hafen an der Rheinuferstraße, etwa zehn Fußminuten vom Marktplatz entfernt, eine zweistündige Rundfahrt auf dem Rhein, die auch auf den Altrhein und den Rheinseitenkanal führt. Wer lieber nur am Wasser spazieren gehen will, kann entlang der Rheinpromenade schlendern. Ein längerer Spazierweg führt flussaufwärts entlang des Rheins und in den Rheinauenwald, wo es ein Waldschwimmbad gibt. Wer mal eben kurz nach Frankreich möchte, besucht die Rheininsel: dort gibt es ein Restaurant, ein Schwimmbad und einen Spielplatz.

Wer sich für Technik begeistern kann, läuft rüber zur großen Schleuse am Rheinseitenkanal und kann zusehen, wie riesige Tanker und Lastschiffe nur mit Wasserkraft von einem Flussniveau aufs andere gehoben werden – Breisach bietet für jeden etwas. Den erfüllten Tag lässt man am besten bei einem feinen Essen im Hotel Kapuzinergarten am Münsterberg mit Blick auf den Abendhimmel im Westen ausklingen.

TIPP: Kellereiführungen

Wer in Breisach ist, sollte unbedingt an einer Kellereiführung teilnehmen, denn unter dem Münsterberg liegen die Weinkeller der bekannten Sektkellerei Geldermann. Der über 600 Jahre alte Keller unter dem Schlossberg bietet optimale Bedingungen für die Sektreife. Von März bis Ende Oktober finden täglich um 14 Uhr einstündige Kellereiführungen mit Degustation statt, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Führungen auf Anfrage unter www.geldermann.de und telefonisch unter 07667- 834258. Im Badischen Winzerkeller, der zu den großen Erzeugergemeinschaften Deutschlands zählt, findet immer am Dienstag und Donnerstag, im Sommer auch sonntags um 14.30 Uhr, ebenfalls eine Führung durch die Kellerei mit Verkostung statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Unter fachkundiger Leitung geht es zur eindrucksvollen Traubenannahme- und Kelterstation, in den Lagerkeller, zu den Weinabfüllanlagen und ins Flaschenlager. Danach fährt man mit dem „Besucherbähnle“ durch das unterirdische Weinarchiv bis zum Holzfasskeller.
Infos unter
Telefon: 07667 9000
www.badischer-winzerkeller.de

Traubenschätze unter der Stadt: der Weinkeller unter dem Münsterberg.


Der Radbrunnenturm mit dem Pumpwerk.


Die Seitenkapelle des Münster mit Glasfenstern von Peter Feuerstein, die die Geschichte des Gottesvolkes darstellen.


Erholsam: Flanieren oder Fahrradfahren am Rheinufer.


ALLES ZU FUSS ERKUNDEN: Breisach auf einen Blick

Tourismus-Informationen:
Breisach-Touristik, Marktplatz 16, Tel. 07667- 940155, www.breisach-urlaub.de hier kann man auch Ausflugs-Arrangements wie etwa „Genussradeln zu Wein und Sekt“ buchen (ca. 130 Euro pro Person)

1 Marktplatz:
Zentrum mit Cafés und Restaurants und Ausgangspunkt für Stadtrundgänge

Museum für Stadtgeschichte:
Rheintorplatz 1, Di.–Sa. von 14–17 Uhr, Sonntag 11:30–17 Uhr

2 St. Stephansmünster auf dem Münsterberg aus dem 12. Jahrhundert

Panoramahotel Kapuzinergarten, Kapuzinergasse 26, gehobene badische Küche mit Blick auf Rhein und Vogesen, https://kapuzinergarten.de

Café Ihringer, Marktplatz 1, ist bekannt für seine Torten (Champagnertorte!)

3 Radbrunnen
Radbrunnenallee, Öffnungszeiten: Freitag 14–18 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage 11:30–18 Uhr

4 DasKapuzinerkloster bietet einen wunderschönen Klostergarten mit prächtigem Ausblick

5 Hafen:
Breisacher Fahrgast-Schifffahrt GmbH, Rheinuferstraße, Schiffsanlegestelle Brücke 2 der BFS, Tel.: 07667- 942010, https://bfs-linie.de

E-Bike Fahrradverleih , Fischerhalde 5a, Tagesmiete 35 Euro, halber Tag 25 Euro, Tel.: 07667- 2871183

Freilichtbühne Breisach
Kapuzinergasse 28, auf dem Münsterberg beim Tullaturm, von Mitte Juni bis Anfang September an jedem Wochenende. Samstag um 15 Uhr für Kinder und Familien in diesem Jahr „Dschungelbuch“, Samstag- und Sonntagabend um 20 Uhr „Charleys Tante“.
Karten bei der Breisach Touristik oder bei Reservix, Tel.: 01806- 700733

Stadtjubiläum: 1.650 Jahre Breisach, 13. bis 15. September auf dem Münsterberg und in der Innenstadt, mit zahlreichen Veranstaltungen und vielen Beteiligten. Alle Infos unter www.breisach1650.de


Fotos: Gabriele Hennicke, Breisach-Touristik; Karte: Heidi Schmalfuß